Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 307 (28.7.1933)
- Date
- 1933-07-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 307 mit dem Kläger abgeschlossene Vertrag hat seine Bedeutung und seinen Inhalt verloren. Der Kläger ist infolge der eingetretenen Umstände nicht mehr in der Lage, seine Dienste in solcher Form und in solcher Vollwertigkeit zu leisten, wie er nach dem Vertrage verpflichtet war und wie die Beklagte es beanspruchen konnte. Der Vertrag hat dadurch einfach durch die Macht der Tatsachen und Ereignisse seine Wirkung verloren, und die Beklagte war daher berechtigt, vom Vertrage zurückzutreten, wie sie das mit der fristlosen Kündigung zum Austdruck gebracht hat. Jede andere Rechtsauffassung würde mit. den Interessen der Allgemeinheit nicht vereinbar sein. Sie müßten als zwiespältig und unklar empfunden werden: auf der einen Seite der Versuch des deutschen Volkes, sich von der Herrschaft des Judentums zu befreien und auf der anderen Seite ein übersteigerter Schutz des Judentums, der letzten Endes auf Kosten der übrigen Volkskreise gehen würde. Aus diesen und aus anderen Gründen ist die Übertragung der hinsichtlich der Beamten usw. getroffenen Regelung für Langbeschäftigte und Frontkämpfer auf die Privatindustrie unmöglich. Bei einem jüdischen Beamten, der noch im Betriebe tätig ist, weiß mit Rücksicht auf die gesetzliche Regelung der Außenstehende, daß bei ihm besondere Gründe für seine Weiterbeschäftigung gegeben sind. Bei einem Angestellten im Privatbetrieb trifft das aber nicht zu, und man kann auch nicht jedem jüdischen Angestellten ein Schild umhängen, auf dem die besonderen Gründe für seine Weiterbeschäftigung angegeben sind. Die allgemeine Abneigung richtet sich gegen die jüdische Rasse schlechthin und der wichtige Kündigungsgrund nach § 70, Abs. 1, HGB., Ist bei allen jüdischen Angestellten — einerlei, ob Langbeschäftigte oder Frontkämpfer — der v ö 11 i g g 1 e i c h e. Uebrigens hat auch die Boykottleitung in München bei ihrem Verlangen auf fristlose Entlassung der jüdischen Angestellten keinen Unterschied hinsichtlich Langbeschäftigten und Frontkämpfern gemacht; das Verlangen der Boykottstelle richtet sich gegen alle Juden in gleichem Maße. AUS PALÄSTINA Verfolgung „illegaler" jüdischer Einwanderer in Palästina Aus Jerusalem wird berichtet: In letzter Zeit mehren sich die Fälle von Ausweisungen von Juden, die als Touristen nach Palästina kamen und sich im Lande niedergelassen haben. Alle Bemühungen der Zionistischen Exekutive zugunsten der Verfolgten blieben erfolglos. Es gibt Fälle, in denen die Exekutive für die Leute Zertifikate angeboten hat. Auch das nützte nicht. Einer der krassesten Fälle ist der des Herrn David Miskowiz, Eigentümer der Fabrik „Krystal". Er befindet sich seit zwei Jahren im Lande und investierte hier ein beträchtliches Kapital. Er muß binnen weniger Tage das Land verlassen. Besonders scharf geht die Regierung an den Grenzen des Landes vor. Hier wird alles arretiert und ausgewiesen. Am 13. Juli kam ein Dampfer mit 60 Touristen a" 17 wurde das Landen verboten. Sie mußten nach Griechenland zurückkehren. * Im Lande herrscht Mangel an Arbeitskräften. Bisher ist ein einziger „illegaler" jüdischer Einwanderer irgend jemandem zur Last gefallen. Angesichts dieses Umstandes und der Judennot in aller Welt wagt es die Palästina-Regierung, diese Verfolgungen zu veranstalten und die zionistische Exekutive erweist sich als hilflos. Einnahmenuberschuß der Palästina-Regierung. Aus Jerusalem: Nach dem Berichte des offiziellen Regierungsblattes über die Einnahmen und Ausgaben der Regierung in der Periode April 1932 bis März 1933 betrugen die Einnahmen der Palästina-Regierung 3,015.917 Pfund, die Ausgaben 2,516.394 Pfund. Der* Ueberschuß der Einnahmen beträgt also über eine h a 1 b e M i 11 i o n P f u n d. Der Gesamtüberschuß in der Kassa beträgt 1,170.000 Pfund. Die wichtigsten Einnahmen: Zölle 1,286.944 Pfund, Steuern und Lizenzen 824.443 Pfund, Post und Telegraph 229.819 Pfund, Gerichte 332.488 Pfund. Die wichtigsten Ausgaben: Polizei und Gefängnisse 173.833 Pfund, Sicherheitsdienst in Transjordanien 173.833 Pfund, Erziehung 159.520 Pfund, Gesundheitsamt 111.052 Pfund. Zur palästinensischen Anleihe Aus Jerusalem: Der palästinensische Arbeiterverband Histadruth Haowdim hat nach London an den britischen Gewerkschaftskongreß (Trade Union) ein Memorandum gerichtet, worin gefordert wird, daß die jüdische Arbeit einen entsprechenden Anteil und entsprechende Löhne bei allen öffentlichen Arbeiten in Palästina erhalten solle, und zwar aus der 2 Millionen Pf und-Anleihe, mit der sich kürzlich der Kolonialminister Cunliffe-Lister beschäftigte. Baukosten und Rentabilität in Palästina Die in Wien erscheinende Monatsschrift „Palästina" schreibt: Kürzlich wurde in Tel-Awiw und in Haifa eine Untersuchung über die Höhe der Baukosten von dem Palästina-Büro des American Economic Committee unternommen. Die Baukosten variieren selbstverständlich je nach dem gewählten Baumaterial und den persönlichen Ansprüchen des Bauherrn. Die Bodenbeschaffenheit des Platzes, auf dem das Haus gebaut werden soll, als auch die Entfernung, die für die Herbeischaffung der Baumaterialien in Betracht kommt, sind Faktoren, welche die Kosten beeinflussen. Wenn größere Räume gebaut werden, ist eine relative Vereinigung der Baukosten zu beobachten. Die gegenwärtige Untersuchung hat festgestellt, daß in den meisten Fällen die Baukosten mit pal. Pfund 4 bis 5 per Quadratmeter angenommen werden können. Die durchschnittlichen Kosten für einen Raum betragen pal. Pfund 80 bis 130. Die meistgebrauchten Baumaterialien in Palästina sind Silikatziegel, Zement Ziegel und Beton. Für Haifa gibt eine Schätzung der Durchschnittskosten per Quadratmeter den Betrag von pal. Pfund 4,100 an. Diese Schätzung bezieht sich auf Häuser aus roh gebrochenen Steinen, gemischt mit Beton, verstärkt durch Eisenstützen, die Wände innen und außen mit Kalkmörtel oder mit Portlandzement verputzt. Es ist bemerkenswert, daß trotz der Verschieden- Auskttnfte, Vermittlung, Verwaltung, Häuserbau, Pflanzungen, Hypotheken, Industrieunternehmungen, Beteiligungen etc. durch Fidelitas Investment & Trust Comp. Limited Tel-Avlv P. O. B. 160, Jehuda Halevy Str. 45 heit der verwendeten Materialien in Haifa die Baukosten ungefähr die gleichen wie in Tel-Awiw sind. Die Kosten der Errichtung von Industriebauten sind viel niedriger als die für Wohnhäuser: pal. Pfund 3 bis 3,5 per Quadratmeter der verbauten Fläche. Die Preise der Bauplätze variieren natürlich außerordentlich stark. Als in Tel-Awiw die Untersuchung im Jänner durchgeführt wurde, betrugen die Bodenpreise per Quadratmeter von pal. Pfund 0,70 bis pal. Pfund 1,—. In Haifa, in Hadar Hacarmel wurde der Durchschnitts-, preis vom pal. Pfund 1,— per Quadratmeter angegeben. Ein Ueberschlag der Rentabilität zeigt, daß man durchschnittlich mit einer Nettoeinnahme von 10 bis 12 Prozent des investierten Kapitals rechnen kann. Der durchschnittliche Zins beträgt pal. Pfund 1,5 bis 2,— per Zimmer oder pal. Pfund 18 bis 24 per Jahr. Es wird eine städtische Grundbesitzsteuer von 15 Prozent des Zinseinkommens abzüglich 20 bis 25 Prozent für Ausgaben angerechnet, so daß. der wirklich zu bezahlende Steuersatz 12 Prozent beträgt. Die städtische Steuer beträgt in Tel-Awiw 5 Prozent und 8 Prozent in Jerusalem. Neubauten sind für die ersten drei Jahre nach der Erbauung von der städtischen Steuer befreit. Bei Baukosten von Pfund 80 bis 130 per Raum und einem mit 25 bis 30 Prozent der Baukosten angenommenen Wert des Bauplatzes, je nach dem Ort und der Zahl der Stockwerke, beträgt der Gesamtaufwand zwischen pal. Pf. 100 bis 170, das heißt durchschnittlich pal. Pfund 140 per Raum. Das bedeutet bei einem Reineinkommen von pal. Pfund 13,5 bis 18 per*Jahr einen Reinertrag von 9^2 bis 13 Prozent. Davon sind natürlich Amortisation und Ausgaben für Reparaturen abzurechnen. Gemäß einer anderen Kalkulation betragen Ausgaben und Steuern 25 Prozent des Zinsertrages, der Reinertrag ist 1% bis 11 Prozent für Wohnhäuser und 10 bis 13 Prozent für Geschäftslokalitäten. Eine Kalkulation für Haifa stellt die Ausgaben und Steuern mit 17 Prozent der Bruttoeinnahmen ein, der Gesamtaufwand inklusive der für Grund betrage pal. Pfund 117 per Raum und das Reineinkommen 11 Prozent. Hiezu ist zu bemerken, daß seit Jänner die Grundpreise in einer scharfen Aufwärtsbewegung begriffen sind. Es wird gemeldet, daß die Preise in Tel- Awiw auf pal. Pfund 0,5 bis 4 per Quadratelle (0,56 Quadratmeter) hinaufgetrieben wurden. Dagegen ist es leicht, namentlich von Privaten Hypotheken bis zu 60 Prozent des Wertes der Realität zu VA Prozent auf 20 Jahre zu erhalten. Die Hypothekenbank in Tel-Awiw hat neue Obligationen herausgegeben, um neue Hypothekarkredite erteilen zu können. XXXIX. Sai§onwodie des Kurortes Luhacovice Zufolge des heuer immerfort steigenden Besuches im Kurorte Luhaöovice, namentlich der ausländischen verzeichneten Gäste, weist die Statistische Abteilung zum heutigen Tage einen Besuch von 21.709 Kurgästen auf, gegenüber der im Vorjahre erwähnten 21.127 Besucher. Das ungewöhnlich reiche und bunte Saisonprogramm bietet den Kurgästen täglich angenehme Zerstreuung. So werden abgehalten: Wettanzen, Lawn- Tennisturniere, das Kurtheater gibt täglich neue schöne Stücke. Soeben werden zu den Jägertagen, welche ab 13. bis 15. August a. c. stattfinden und für welche das größte Interesse herrscht, Veranstaltungen getroffen. Unter den neu eingelangten Gästen befinden sich: Dr. Miöura Martin, Minister a. D., V. Sedlaöek, Abgeordneter, Brno, J. Suk, Rektor des Staatlichen Konservatoriums, Baron Zygmund Jeziersky, Großgrundbesitzer mit Familie, Krakow, Prof. Marie Kühnel, dram. Schriftstellerin, Praha, Schiller Jenö, Großgrundbesitzer, Budapest, und andere. Stefänik-Gesellschaft im Bad Luhacovice Die Vorsitzenden der ötefänik-Gesellschaft veranstalteten im Bad Luhacovice (welcher Kurort seitens erwähnter Gesellschaft sehr beliebt ist), Sonntag, den 16. d. M., eine Versammlung, auf welcher beschlossen wurde, die weitere großzügige Tätigkeit in Anbetracht der tschechoslowakischen ..Vereinigung aufzunehmen. Vorsitzender Minister a. D. Abgeordneter Miöura. r ,. der: >. „ Geheimnisvolle tag aller. $ Wir bringen am kommenden Samstag während der Sensatipns-Wöche f ü r starke H © rren Hemden bis Halsweite Nr, 50 Unterhosen bis Bauch weite 150 cm Kleider bis Größe Nr. 60 zu Sensations -Einführungspreisen: Herren-Kragen, steif, moderne Fasson bis Half Kfl weite 50, per Stück.................. .S "—♦3a Strapaz-Knie*HOSe, französische Bin<Je, bis 4 QO Baudtweite 150 cm .... ,.......... . . . S 1*90 Mode-Hemden, gestreift, indanthrenfarben, 3 sepa- K Qfl rate Kragen, bis Größe 50........r ..... S tf*tfll , PopelfneoHemd, neueste Modestreifen mit 2 Kra- "7 Qfl gen. bis Halswelt« 50 cm . .............. S f *t9U ToiiriSten-AnxUge, Jägerleinen (Joppe und Haferl- Q Qlk hose), bis Gröll« 60 .... 7 ............. S «♦OU Bauernleinen «HOSe, lang, ideal für Sport und Q Oft Reise, bis Grefte 60............... . . . S &\Otl SchalWOll-Janker, Oetztaler Fasson, schöne Muse., 10 nn bis Gf6ße 60................... . , . 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