Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 303 (30.6.1933)
- Date
- 1933-06-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr, 303 DIE NEUE WELT Seite 0 GRADO der schönste Platz an der Thermalbad am Strand Auskünfte: Robert Herlinger Wien I, Johannesgasee 16 / Telephon R-21-3-93 / Ehrenarritl. Repräsentant der Kurverwaltung Qrado Als Gast der Propagandagruppe, welcher nachstehende Häuser aller Kategorien angehören, hat jeder Wiener Gelegenheit, die Tage der Erholung in Grado zu verbringen. In der Kategorie extra: Hotel Esplanade, Grados führendes Haus, direkt am Strande gelegen, jeder modernste Komiort, Apparatements mit Bad, Lift, allerbeste Wiener Küche. — Kategorie I: Vornehm behagliche Hotels und Pensinoen, inunmittelbarer Strandnähe, Meeresaussicht, sehr gute Wiener Küche, Überall deutschsprechende Bedienung. — Park-Hötel Salute, Pension Erica, Pension Villa Reale. — Kategorie II: Gutbürgerliche Häuser: Pension Aurora, Pension Brioni, Pension Grado, Pension Iris, Pension Istria, Pension Lydia, Pension Milano, Pension Santina, Pension Saturnla, Pension Veneria. Generalrepräsentant: Robert Herlinger, Wien, I., Johannesgasse 15, Tel. R-21-3-93, und alle Reisebüros. Grado an der Adria Grado, Im Golf von Tries t auf einer Sandbank gelegen, ist der Ideale Sommer- und Erholungsurlaub für den Großstädter. Die sorglose Heiterkeit des Strandlebens, die heilbringende Kraft der vom Sande reflektierten Sonnenstrahlen, die Schönheit und die stimmungsvolle Ruhe seiner Gestade üben auf den Besucher eine < einzigartige Wirkung.; Kein Lärm des Tages dringt in die Ferienstille dieser glücklichen Insel. Und doch, welche Fülle pulsierenden, wogenden Lebens und Treibens! Da ist der schöne, feinsandige Strand mit seinen farbenfrohen Zelten, den Ruderbooten, Trampolln und anderen Sportgeräten, wo sich die sonnengebräunte Schar der Gäste aus allen Ländern trifft. Das Meer selbst ist anfangs sehr seicht ünd geht erst allmählich in die Tiefe Uber, besonders für Kinder und Nichtschwimmer sehr geeignet. Die neue, mit-allen modernsten Kurbehelfen ausgestattete Badeanstalt für heiße Meerbäder, elektrische Massagen, Inhalationen usw. stellt Grado in dieser Beziehung an die Spitze aller Seekurorte. Das Klima ist mild, ohne Niederschläge, die Luft salzgesättigt und ozonreich und weithin genießt das Auge einen herrlichen Rundblick vön ,den Gipfeln der Alpen bis zum hellen Karstgebirge, das im weiten Bogen bei Triest zum Meere abfällt. Ringsum liegen, von Grado bequem erreichbar, viele beliebte Ausflugsziele: Die moderne Hafenstadt Triest, Adelsberg mit seinen feenhaften Grotten,. Aquileia, von dessen vergangener Herrlichkeit noch heute der Dom und die römischen Funde zeugen. Vor allem aber Venedig, die Stadt der Sehnsucht, der Traum jedes Italienreisenden. Den Kurgästen werden alle Unterhaltungen, wie Kurkonzerte, Dancings, Tennisturniere, Schwimm- und Regattakonkurrenzen usw., geboten. Eine Anzahl erstklassiger Hotels und Pensionen, aber auch solche für bescheidene Ansprüche, sorgen für den Kurgast und : stellen ihn in jeder Hinsicht zufrieden. Groß ist die Zahl der Wiener, die , G r a d o kennen und lieben gelernt. Wer diese Sonneninsel einmal gesehen, muß sie lieben ob ihres" Reichtums an gottbegnadeten Naturwundern. Diese Eigenschaften haben Grado großgemacht und sie sind es, die diesem freundlichen Seebade in der idyllischen Adria Zeitnöte und Weltwirrnisse überdauern helfen. Grand Höfel des Bains GRADO (Bes.: Dr. med. Guido Zipser) Für verwöhnte Ansprüche / Vornehmes Familienhotel am. Meer in unmittelbarer Nähe des Strandeinganges / Eigener Garten / Alle Zimmer warm und kalt fließendes Wasser (die meisten Seebalkon . und Terrassen, einige Privatbad und eigenes W. C.) / Gepflegte Wiener und französische Küche / Individuelle. Klnderkost / Alle Diäten (Gerson, Bircher, ' 'Brenner) / Schilling-Einzahlung In Wien möglich / Postscheckkonto Martha Weiß) Pension Bianchische Villen GRADO Vornehmes, ruhiges Haus direkt am Strande mit eigenem schattigem Garten / Wiener Führung / Persönliche Leitung der Besitzer / Deutschsprechendes Personal / Beste Wiener Küche / Spezielle Kinderkost / Mäßige Preise / Prospekte auf Verlangen Grad Pension tjoWfccrgcr racro vhu Rmera iiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiifiiii Seit 30 Jahren bestehende gut bürgerliche, streng rituelle Familienpension in ruhigster Lage, schöner Garten, Meeresaussicht / Vollpension inkl. Zimmer von Lire 20 aufwärts / Vom Preßburger Rabbiner beglaubigter eigener Schochet / Prospekte auf Verlangen PROSPEKTE jener Hotels, Pensionen, Kuru. Fremdenverkehrsvereine, die sich durch Anzeigen in unserem Blatte empfehlen, sind auch in unserer Administration, II, Untere Augartenstraße 38. kostenlos erhältlich! .l'j|»ü.'»iv UJ i i.J -Vi -l >.<:;• - '" -. ' •» '-• ' - : ' **. Palästina vor dem Volkerbund Der Bericht der Palästinaregierung und der Jewish Agency Der Bericht der PalästinarRegierung für das Jahr 1932; dessen ersten Teil wir in der vorigen Nummer der „Neuen Welt" wiedergegeben haben, enthält u. a. auch einen Ueberblick über die Tätigkeit der Jewish Agency sowie.über Fragen der Arbeit und ihrer Organisation. Die Geldeingänge bei der Jewish Agency und den ihr angegliederten zionistischen Organisationen sind infolge der Wirtschaftskrise zurückgegangen. Im letzten Finanzjahr (Herbst 1931/32) haben die Agency, der Emergency fund for Palestine und die Hehr. Universität % Million Pfund ausgegeben. Der Keren Kajemeth erwarb 8300 Dunam Land und forstete 6320 Dunam auf. Die Agency hat bei der Regierung Vorstellungen bezüglich zahlreicher Regierungsbestimmungen erhoben. Ueber die Bewegung der Arbeitslosenziff e r n enthält der Bericht Angaben bezüglich der arabischen und jüdischen Verhältnisse. Der Tiefststand der jüdischen Arbeitslosigkeit zeigte 950 Arbeitslose im April 1932. Steigerung der Beschäftigung wiesen das Baugewerbe und die Citruskultur auf. Von den Arbeiterorganisationen wurden Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen erhoben, wobei die arabischen Forderungen von der Histadruth unterstützt wurden. — Ueber die Verwendung von Juden im öffentlichen Dienst werden Angaben gemacht, die einen 28prozentigen Anteil der Juden erkennen lassen. In Haifa allerdings flössen 77 Prozent der Löhne an Araber, 23 Prozent an Juden. Von den 3188 Gesuchen um Aufnahme in das Verzeichnis „landloser Araber" wurden bloß 542 berücksichtigt. Die Palästina-Regierung hat um 25.000 Pfund Boden erworben, um dislozierte Araber wieder anzusiedeln. Auch sollen die Landwirtschaftsmethoden der Araber verbessert werden. Gleichzeitig mit dem Bericht der Palästina- Regierung ist der Bericht der Jewish Agency an die Mandatskommission des Völkerbundes über die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims 1932 erschienen. (Präsident Sokolow hat ein Memorandum der Jewish Agency an den Oberkommissär zwecks Vorlage an die Mandatskommission des Völkerbundes gesandt und in einem Begleitschreiben u. a. die Forderung nach Einbeziehung Transjordaniens in den jüdischen Einwanderungsbereich erhoben.) Der Bericht beschäftigt sich im wesentlichen mit den Bevölkerungsverhältnissen, der Einwanderung, der landwirtschaftlichen Kolonisation, der städtischen Siedlung, der industriellen Entwicklung, dem Gesundheitswesen* der ,,Unterrichtsoirganisation, Organisation der jüdischen Gemeinschaft und der finanziellen Seite der Aufbauarbeit. Die Zahl der jüdischen Bevölkerung wird auf rund 200.000 Seelen geschätzt, davon 64 Prozent palästinensische Landesbürger oder britische Untertanen. Im Kapitel Emwanderungsvorschrifteh wird der Neueinführung (Personen mit Eigenkapital von 500 bis 1000 Pfund) Erwähnung getan und eine Darstellung der Tätigkeit des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterverbandes gegeben. Es wird festgestellt, daß entgegen den Bestimmungen des sogenannten MacDpnald-Briefea jüdische Arbeiter an öffentlichen Arbeiten statt mit 36 Prozent bloß mit 12 Prozent beteiligt würden. Landwirtschaftliche Kolonisation. 1932 haben Juden 60.108 Dunam im Wert von 1,553.857 Pfund erworben. Die Differenz von 18.893 Dunam im Wert von 148.881 Pfund bestand aus Käufen des Jüdischen Nationalfonds. Der Gesamtbesitz landwirtschaftlichen Bodens des Jüdischen Nationalfonds ist somit auf 295.269 Dunam gestlegen und wurde bis auf 61.000 Dunam kolonisatorisch ausgenützt. — Die Jewish Agency hat für landwirtschaftliehe Kolonisation 56.000 Pfund ausgegeben und für die Besiedlung von Wadi Chawarith definitive Pläne aufgestellt. Die Citruskultur wurde auf 100.000 Dunam erweitert und große Bewässerungsanlagen durchgeführt. Die städtische Entwicklung. Tel Awiw zählte 1932 ungefähr 50.000 Einwohner. Haifa nimmt Infolge des Hafenbaus, der Pipe Line und der Eisenbahnlinie eine rasche Entwicklung. Jerusalem zeigt eine bemerkenswerte Ausdehnung der Vorstädte. Bei den Bauten der drei Städte (369 Häuser) wurden 8420 jüdische Arbeiter beschäftigt. Industrie und Handel. Von Bedeutung ist das Elektrizitätswerk am Jordan, die Palestine Potash Company und der Bau einer Eisenbahn vom Toten Meer nach Beisana. — Die Levantemesse war von 1300 Ausstellern beschickt. Der Wert der verkauften Waren betrug 675.000 Pfd. Wichtig war die Makkablade. Eine Reihe neuer Erzeugungen wurde aufgenommen. Das Gesundheitswesen befindet sich infolge geringer Eingänge aus Amerika in kritischer Lage. Trotzdem entwickeln sich die Krankenkassen der städtischen und ländlichen Siedlungen. Zu Beginn des Schuljahres 1932/83 wurden die öffentlichen jüdischen Schulen aus der Verwaltung der Agency in die der jüdischen Gemeindebehörden überführt. Von den seit 1918 ausgegebenen 1,764.000 Pfd. stammen 1,207.000 aus zionistischen Quellen, 130.000 von der Palästina-Regierung. Technikum und Universität werden erweitert. Der Knesseth Israel (JUd. Gemeinschaft) waren fast 100.000 Personen angeschlossen. Im Jahre 1932 sind 3 Millionen Pfund neues Jüdisches Privat kapital ins Land geflossen. Der Keren Hajessod hat 204.600, der Keren Kajemeth 97.721 Pfd. ausgegeben. ■» Die Aussprache über die mit der Durchführung des Palästina-Mandats zusammenhängenden Fragen wurde für den 27. Juni in Genf festgesetzt. Sdiadi ■ * Geleitet von S. Beutum Die Olympiade zu Folkestone Das gigantische geistige Ringen der 16 Nationen hat nunmehr seinen Abschluß gefunden. Amerika, das bereits bei der vorigen Olympiade in Prag 1931 als erster Sieger hervorging, konnte auch diesmal wieder den Pokal heimtragen. Die Placierung ist folgende: 1. Vereinigte Staaten mit 43 Punkten, 2. Tschechoslowakei 41K, 3. bis 5. Polen, Schweden, Ungarn je 38, 6. Oesterreich 371/2, 7. Litauen 34i/2, 8. Frankreich 32. Weiters folgen: Lettland 31^, England 31, Italien 28%, Dänemark 261/2, Belgien, Island je 21, Schottland 18, Estland 0. Die besten Einzelergebnisse erzielten: Dr. Aljechin 10# Punkte aus 13 Partien; der Amerikaner Marshall mit 7 Punkten aus 11; der Schwede Lundin mit 11 Punkten aus 15; der Prager Meister Opocensky mit 11 Punkten aus 14 Partien. Das österreichische Spielteam, welches heuer ein wenig unglücklich kämpfte, konnte In der letzten Runde gegen Italien nur ein Unentschieden erreichen, wodurch die Chancen auf alleinige Besetzung des 3. Platzes verlorengingen. Aus der reichen FüUe der gespielten Partien greifen wir die nachstehende aus dem Wettkampf Ungarn gegen Italien heraus, die wohl zu den Interessantesten zählen dürfte. Orthodoxe« Damengambit: Weiß: Havasi (Ungarn). Schwarz: Sacconi. (Italien). 1. d 2 —d 4, d 7 — d 5; 2. c 2 —c 4, e 7 —e 6; ff. Sbl — c8, S g 8 — t 6; 4. Lei — g5, Lf 8-e7; 5. e 2 —e 3, 0—0; 6. S g 1 —f 3, S b 8 —d 7; 7* T a 1 —c 1, c 7 —c 6; 8. Dd 1 —c 2, T f 8 —e 8; 9. a 2 —a 3, a 7 —a 6; 10. L f 1 —d 3, d 5 X c 4; 11. L d 3 X c 4, b 7 —b 5; 12. L c 4->-a 2, c 4 —c 5; 13. 0 — 0, L c 8 —b 7; 14. T f 1 — d 1, T a.8 — c 8; 15. D c 2 — e 2, D d 8 — b 6; 16. S f 3 — e 5, S. X S e 5; 17. d 4 X S e 5, S f 6 — d 5; 18. S c 3 X S d 5, L b 7 X S d 5; 19. L g 5 X L e 7. Bis hieher wurde die Partie nach bekannten Vorbildern fehlerlos durchgeführt. Schwarz, in dem sichtlichen Bestreben, sich durch Behalten der ungleichen Läufer vermeintliches RemÜ