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Die neue Welt · 1933-06-23 · Heft 302 (23.6.1933) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 302 (23.6.1933)
Date
1933-06-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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802 DIE NEUE WELT Seite 0 GR ADO der schönste Platz an der Adria Thermalbad am Strand Auskünfte: Robert Herlinger Wien I, Johannesgasse 15 / Telephon R-21-3-93 Ehrenamtl. Repräsentant der Kurverwaltung Grado Ate Gast der Propagandagruppe des Hotellerkonsortiums in Grado Jeden Sonntag zwei-, drei-, vierwöchige Gesellschaftsreisen Pauschalierte Elnzelrelsen Auskunft und Anmeldung: Robert Herlinger« ehrenamtl. Repräsentant der Kurverwaltung Grado, Wien I, Johannesgasse 15, Tel. R-21-3-93 u. ade Reisebüros Grado an der Adria Grado, im Golf von T r i e s t auf einer Sandbank gelegen, ist der ideale Sommer- und Erholungsurlaub für den Großstädter. Die sorglose Heiterkeit des Strandlebens, die heilbringende Kraft der vom Sande reflektierten Sonnenstrahlen, die Schönheit und die stimmungsvolle Ruhe seiner Gestade üben auf den Besucher eine einzigartige Wirkung. Kein Lärm des Tages dringt in die Ferienstille dieser glücklichen Insel. Und doch, welche Fülle pulsierenden, wogenden Lebens und Treibens! Da ist der schöne, feinsandige Strand mit seinen farbenfrohen Zelten, den Ruder-, booten, Trampolin und anderen Sportgeräten, wo siclr Grand Hotel des Bains ■ (Bes.: Dr. med. Guido Zipser) Für verwöhnte Ansprüche / Vornehmes Familienhotel am Meer in unmittelbarer Nähe des Strandeinganges / Eigener Garten / Alle Zimmer warm und kalt fließendes Wasser (die meisten Seebalkon und Terrassen, einige Privatbad und eigenes W. C.) / Gepflegte Wiener und französische Küche / Individuelle Kinderkost / Alle Diäten (Gerson, Bircher, Brenner) / Schilling-Einzahlung in Wien möglich / Postscheckkonto Martha Weiß) die sonnengebräunte Schar der Gäste aus allen Ländern trifft... Das Meer selbst ist anfangs sehr seicht und geht erst allmählich Iii die Tiefe über, besonders für Kinder und Nichtschwimmer sehr geeignet. Die neue, mit allen modernsten Kurbehelfen ausgestattete Badeanstalt für heiße Meerbäder, elektrische Massagen, Inhalationen usw. stellt Grado in dieser Beziehung an die Spitze aller Seekurorte. Das Klima ist mild, ohne Niederschläge, die Luft salzgesättigt und ozonreich und weithin genießt das Auge einen herrlichen Rundblick von den Gipfeln der Alpen bis zum hellen KarstgebirgeV das im weiten Bogen bei Triest zum Meere abfällt. Ringsum liegen, von Grado bequem erreichbar, viele beliebte Ausflugsziele: Die moderne Hafenstadt Triest, Adelsberg mit seinen feenhaften Grotten, A q u i 1 e i a, von dessen vergangener Herrlichkeit noch heute der Dom und die römischen Funde zeugen. Vor allem aber Venedig, die Stadt der Sehnsucht, der Traum jedes Italienreisenden. Den Kurgästen werden alle Unterhaltungen, wie Kurkonzerte, Dancings, Tennisturniere, Schwimm- und Regattakonkurrenzen usw., geboten. Eine Anzahl erstklassiger Hotels und Pensionen, aber auch solche für bescheidene Ansprüche, sorgen für den Kurgast und stellen ihn in jeder Hinsicht zufrieden. Groß ist die Zahl der Wiener, die Grado kennen und lieben gelernt. Wer diese Sonneninsel einmal gesehen, muß sie lieben ob ihres Reichtums an gottbegnadeten Naturwundern. Diese Eigenschaften haben Grado großgemacht und sie sind es, die diesem freundlichen Seebade in der idyllischen Adria Zeitnöte und Weltwirrnisse überdauern helfen. Pension Bianchische Villen GRADO Vornehmes, ruhiges Haus direkt am Strande mit eigenem schattigem Garten / Wiener Führung / Persönliche Leitung der Besitzer / Deutschsprechendes Personal / Beste Wiener Küche / Spezielle Kiriderkost / Mäßige Preise / Prospekte auf Verlangen Grad Pension Goldberger Villa Riviera iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Seit 30 Jahren bestehende gut bürgerliche, streng rituelle Familienpension in ruhigster Lage, schöner Garten, Meeresaussicht / Vollpension inkl. Zimmer von Lire 20 aufwärts / Vom Preßburger Rabbiner beglaubigter eigener Schochet / Prospekte auf Verlangen jener Hotels, Pensionen, Kuru. Fremdenverkehrsvereine, die sich durch Anzeigen in unserem Blatte empfehlen, sind auch in unserer Administration, II, Untere Augartenstraße 38, kostenlos erhältlich! AUS PALÄSTINA Defizit im Stadthaushalt von Tel-Awiw — Ungenügende Begierungsbeihilfen Aus Tel-Awiw: Die Stadtverwaltung von Tel- Awiw rechnet damit, daß sich in ihrem diesjährigen Haushalt ein Defizit von 22.000 Pfund ergeben werde. Im Hinblick darauf, daß der Stadt bisher nur völlig unzureichende Regierungs beihilfen gewährt wurden,, sind bei den maßgebenden Regierungsstellen ernste Vorstellungen erhoben worden, der Stadt Tel-Awiw die Ausbalancierung ihres Budgets zu ermöglichen. Es wurde darauf hingewiesen, daß die jüdische Stadt Tel-Awiw für öffentliche Arbeiten 20.000 Pfund ausgibt, von denen nur 600 Pfund durch einen Regierungsbeitrag gedeckt sind, während in Jerusalem und Haifa, also in Städten mit arabischer Verwaltung, diese Ausgaben zum überwiegenden Teil von der Regierung getragen werden. Ferner wurde daran erinnert, daß die Regierung vor einem Jahre anläßlich der Eingliederung der bis dahin selbständigen jüdischen Polizei Tel-Awiws in die allgemeine Landespolizei sich bereit erklärte, die Stadt von den Kosten der Erhaltung der Polizei zu befreien. Tatsächlich aber wurde von der Stadtverwaltung verlangt, ihren Beitrag für die Erhaltung der Polizei von 4600 auf 6000 Pfund zu erhöhen. Großer Brand im Balfour-Wald Aus Jerusalem: In dem in der Jezreel-Ebene angelegten Balfour-Wald wurden 20.000 Bäume durch Feuer vernichtet. Man vermutet, daß der Brand durch Araber gelegt wurde. Der Mangel an jüdischen Arbeitern gefährdet die Position der jüdischen Arbeit Aus Jerusalem: Der empfindliche Mangel an jüdischen Arbeitern führt in den Kolonien, insbesondere im nördlichen Teil der Scharon-Ebene, zur Ausbreitung nichtjüdischer Arbeit. Die Immigrationsabteilung der Jewish Agency hat an die Palästina- Aemter aller Länder ein Rundschreiben gerichtet, in dem gefordert wird, die technischen Arbeiten im Zusammenhang mit der Zertifikatsverteilung zu beschleunigen und dafür zu sorgen, daß alle Zertifikatsinhaber möglichst bald die Ueberfahrt nach Palästina antreten. Aktion des Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) gegen die Schaffung einer offiziellen jüdisch-orthodoxen Religionsgemeinschaft in Palästina Aus Jerusalem: Im Auftrag des Waad Leumi wird sich eine Delegation, bestehend aus Rabbi Uziel, Dr. Mossinsohn und Ben Gurion, zur Tagung der Permanenten Mandatskommision des Völkerbundes, die in diesem Monat in Genf eröffnet wird, begeben, um vor der Kommission den Standpunktdes Waad Leumi gegenüber der von der palästinensischen Agudah in einer Petition erhobenen Forderung, als besondre rejüdische Religionsgemeinschaft anerkannt zu werden, zu vertreten. Die Abordnung wird verlangen, daß die Pflicht jedes palästinensischen Juden, der jüdischen Ein heitsgemeinschaft Palästinas, deren Exekutive der Waad Leumi ist, . anzugehören, grundsätzlich anerkannt werde. Preisausschreiben für ein jüdisches Drama Aus Jerusalem: Der Habimah-Kreis in Palästina veranstaltet ein Preisausschreiben für ein Drama, das ein Thema aus Geschichte oder Gegenwart der Juden behandeln soll. Das Preis komitee des Habimah-Kreises hat folgende Bedingungen für den Wettbewerb festgesetzt: Das Stück kann als Manuskript oder Druckschrift gesandt werden — wo möglich in hebräischer Sprache. Der erste Preis für dasjenige Werk, das sich nach dem Urteil der Jury in künstlerischer und szenischer Hinsicht für eine Aufführung der Habimah eignet, beträgt hundert Pfund. Auch schon gedruckte Dramen, die von ihren Verfassern für eine Inszenierung in der Habimah bearbeitet werden, können den Preis erhalten. Dramen, die den ersten Preis nicht gewinnen, können trotzdem in den Spielplan der Habimah aufgenommen werden, und ihre Verfasser bekommen die in der Habimah üblichen Autorengebühren. Jeder Autor kann höchstens zwei Werke einsenden. Die Autoren werden gebeten, die Manuskripte in zweizeiliger Maschineiischrift einzusenden. Die Stücke müssen spätestens bis zum 30. Oktober 1933, dem Tage des fünfzehnjährigen Jubiläums der Habimah, eintreffen. Dem Preisrichterkollegium gehören Ch. N. Bialik, J. Fichmann, F. Lachower, Sch. Perlmann, Sch. Tschernichowski und zwei Mitglieder der 'Habimah an. Gründung einer arabischen Faschistenpartei in Palästina? Aus Jerusalem: Einem Bericht der Zeitung „AI Balag" zufolge ist unter der arabischen Jugend Palär stinas eine Bewegung im Gange, die die Gründung einer arabischen faschistischen Partei zum Ziele hat. Die neue Partei soll sich nicht nur auf Palästina, sondern auch auf die benachbarten arabischen Länder erstrecken. 1 ( Erfolgreiche Wasserbohrung in Galiläa Aus Jerusalem: Bei einer von der Gesellschaft zur „Erlösung des Was-sers" in Jabneel in Galiläa vorgenommenen Bohrung wurde eine Quelle erschlossen, die 350 Kubikmeter Wasser pro Stunde liefert. Diese erfolgreiche Bohrung ist von großer Bedeutung für Jabneel und die umliegenden Kolonien.. .. Für die im Wellkrieg gefallenen jndi§dien §o!datfen Der „Bund j ü d i sc her Frontsoldaten Oesterreichs" hat Sonntag, den 18. Juni, im Anschlüsse an die im Monat Juni abgehaltenen Heldenehrungen, zu Ehren der im Weltkriege gefallenen jüdischen Soldaten eine Gedenkf eier vor den jüdischen Heldengräbern am Wiener Zentralfriedhof veranstaltet, zu welcher sich trotz des schlechten Wetters massenhaft Teilnehmer eingefunden haben. Vor Beginn der offiziellen Feier legte eine Abordnung des Bundes im Gedenken der gefallenen christlichen Kameraden am Obelisken neben der Lueger-Kirche einen Kranz nieder. . Die Bundesführung mit Generalmajor Em4il Sommer und Stabschef Hauptmann a. D. von Friedmann an der Spitze empfing den in Vertretung des Heeresministers erschienenen Genraimajor K1 e p s c h, der, gefolgt von mehreren Stabsoffizieren des Heeresministeriums und Deputationen der Inf.Reg. 3 und 5, des selbständigen Artill.-Reg. Wien, die Ehrenkompagnie des Inf.-Reg. 5 unter der Führung des Majors FraDZ Reicher und die uniformierte Ehrenkompagnie des „Bundes jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs" unter den Klängen der Bundeshymne abschritt. Bundesführer Generalmajor Emil Sommer eröffnete mit einer kurzen Begrüßungsansprache die Feier. Oberkantor Fischer, begleitet von einem Chor, sang den Totenpsalm Schewissi. Der Präsident der Kultusgemeinde, Dr. Desider, Friedmann, überbrachte 30dann die Grüße der Wiener Judenschaft an die teuren Toten, Nach Verrichtung des Totengebetes durch Rabbiner Dr. T a g 1 i c h t hielt Feldoberrabbiner Professor Dr. Frankfurter die Gedenkrede. Der Bundesführer, Generalmajor Emil Sommer, sprach namens des Bundes. Während seiner Rede kreiste ein Flugzeug über dem Heldendenkmal und warf einen Lorbeerkranz ab. Nach einer Trauerminute des Schweigens intoniorte die Regimentsmusik das „Gebet vor der Schlacht". Zu Ehren des Andenkens der gefallenen Kameraden sang Kamerad Oberkantor Weiß, der seine Funktion im Schmucke seiner Kriegsauszeichnungen versah, mit Chorbegleitung das El mole rachamim. Rabbiner Dr. Taglicht sprach das Kaddischgebet. Die Kommandanten der beiden Ehrenkompagnien kommandierten zum Gebet. Die Fuhne senkte sich. Nach Beendigung der rituellen Gebete erfolgte die Kranzniederlegung durch die erschienenen Korporationen. Große Wirkung löste die Rede des Obarsten ReichUn-Meldegg der die T&gierkeit

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