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Die neue Welt · 1933-04-14 · Heft 292 (14.4.1933) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 292 (14.4.1933)
Date
1933-04-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 35 Groschen lahrgatig J Freitag/ den 14« Apfft 1#31 Nr* 2§i V*b.b, Zeitung vom Verlege* ▼crseiidel «Journal expedie pat reditenf"« REVUE BEZÜOSBEDINOUNOßNs Oesterreich monatlich S MO, vierteljährig S4.20, ganzjährig S16.—;Poleni monatlich Zloty 2.-, vierteljährig Zloty 6.—, - - - - ------ - vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—: Romailen monatlich ___,.........__„______; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—j Bulgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 120l—; Italien monatlich Lira 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Sehweis and die ÜbrIgen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, Viertel- Lei 40.-, vierteil Lewa 120.-; Italfi jährig Schweizer Francs 4.50 ÖERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion »• Verwaltung: Wien IX, Universitatsstr. 6-8, leU B-48-504 — Ersdieint jeden Freitag DasGIudk und die »Glückstelle Stein« an der »Hohen Brinke«! Daä Glück bleibt den Kunden der „Glückstelle Stein" treu. Im letzten Halbjahre haben die glücklichen Kunden der „Glückstelle Stein" dreimal den Haupttreffer von S 80.000, ferner S 50.000, sowie yiele Treffer zu S 20.000, 10.000, 8000, 6000 usw. gewonnen. Seit Bestand der Klassenlotterie hat die „Glückstelle Stein" weit über 50 Millionen Schilling an Gewinnen zur Auszahlung gebracht, darunter viermal die große Prämie und sehr oft die Haupttreffer von S 300.000, 100.000, 80.000, 601000, 50.000, 40.000, 20.000 usw. Es kann daher nur jedem empfohlen werden/sich sofort ein Klassenlos zu der am 16. Mai beginnenden neuen Klassenlotterie zu bestellen bei der „Glück st eile Stein", Wien, I, Wipplingerstraße 21, an der „Hohen Erücke" (Filiale: X., Favoritenstraße'101). Ueber die „Hohe Brücke" führt der Weg zum Glücke. E 3000 Juden aus Deutschland in der Schweiz eingetroffen Aus G e'n f: Wie amtlich mitgeteilt wird, sind bisher 3000 Juden aus Deutschland über .Basel in die Schweiz gekommen; Die Zahl der in die Schweiz einreisenden deutjachen Juden hat seit Einführung des Sichtvermerkszwangs in Deutschland wesentlich abgenommen, *r> BEHANDLUNG VON RHEUMATISMUS GICHT, ISCHIAS UND FOLGEN VON SPORT- VERLETZUNGEN AUF MODERHSTE MI (SCHNELLKUREN, JONTOPHORESE, ORIGINAL PISTYANER SCHLAMMPACKUNGEN ETC.) IN DER . KURANSTALT DIANABAD FÜR ALLE PHYSIKALISCHEN HEILMETHODEN GRÖSSTER KOMFORT ZEITGEMÄSSE PREISE lOOO Paläsrina-Emivanderungszerlifikale für Juden aus Deutschland Jerusalem, 6. April. (J. T. A.) Die Palästina-Regierung hat der Exekutive der Jewish Agency 10 0 0 Einwanderungszertifikate zur Verfügung gestellt, die an Juden aus Deutschland zwecks Ermöglichung ihrer Niederlassung in Palästina ausgegeben Werden sollen. Die jetzt ausgegebenen Zertifikate sollen in'die nächste Einwanderungsschedule mit eingerechnet werden. ■ * Die vorzeitige außerordentliche Ausstellung dieser 1000 Einwanderungszertifikate ist auf die am Dienstag, den 4. April, erfolgte Intervention des politischen Leiters der Palästina-Exekutive der Jewish Agency Dr. Chatai Arlosoroff beim High Commissioner Sir Arthur Wauchope zurückzuführen. Dr. Arlosoroff hatte dem High1 Commissioner folgende Wünsche namens der Jewish Agency unterbreitet: 1. Rascheste Bewilligung. einiger, hundert Arbeitereinwanderungszertifikate fü> deutsche Juden, 2. Ermöglichung einer umfangreichen Einwanderung deutscher Juden mit eigenem Kapital und 3. Ge« Währung von Einwanderungsbegünstigungen an in Deutschland lebende Verwandte palästinensischer Einwohner, vor allem an deren Eltern, Frauen und Kinder, Keine Greuel! — Nur Selbstmordepidemie ♦ ♦ ♦ Was an einem einzigen Tage gemeldet wird „Schluß mit der antideutschen Greuel-Propaganda! Es ist nicht wahr, daß; jn Deutschland Juden auf der Straße und. in . ihren, Wohnungen am hellichten Tage erschlagen und in SA.-Kasernen gemartert werden. In den ersten Tagen des Umsturzes sind wohl bedauerliche, auch einzelne grausame Uebergriffe zu verzeichnen gewesen. Aber wann und wo hat es große, revolutionsartige politische Umwälzungen gegeben^ «iile sich ohne solche Vorfälle abgespielt, hätten?• •; Man^^iaiu^' wegen Richter natuigegebeneH Begleitersche^ großes Volk und seine Fuhrerbrechen. Alsö: Schluß Imlt der antideutschen Greuel-Propaganda... . 0 , . . . Nachstehende Meldungen sind an einem u n d demselben Tage in deutschen Zeitungen erschienen: B e rl in. Der 39jährige Herbert Sc h 1 mek> Besitzer eines Papierladens in Berlin, Mühlenstraße 11, hat aus Gram darüber, daß die Schaufenster seines Ge-» schäftes mit gelben Zetteln beklebt wurden, die' an den „gelben Fleck" des I^ttelalters.erinnerten, versucht» seinem Leben durch einen Schuß in die Schläfe eül Ende' zu machen. Schimek ist nach zwei Tagen seinen Verletzungen erlegen. B e r Ii n. Der Direktor der Städtischen Gasbetriebsgesellschaft ■ in . der Gitschinerstraße, Ferdinand G o I dschmjplt, hat sich in seiner Wohnung in der Suarezstraße t$4, in Charlottenburg, mit Verona! vergiftet. Direktor Goldschmidt war seit langen Jahren in leitender Stellang bei der Gasbetriebsgesellschaft tätig und wurde jetzt seines Amtes enthoben. Bekannten gegenüber hatte er sich dahin geäußert, daß er diese Entlassung nicht Uberleben könne und deshalb aus dem Leben scheiden wolle. B e r Ii n. Der Berliner Rechtsanwalt und Notar Kurt Lange hat in der Nähe des am Wannsee bei Berlin gelegenen „Schwedischen Pavillons" Selbstmord verübt. Lange hatte seine Frau auf der Fahrt zu einer Abendgesellschaft plötzlich verlasseh und sich dann im Smoking ins Wasser gestürzt. Heidelberg. Hierist ein junger Gerichtsassessor jüdischer Abstammung, namens Bettmann, freiwillig in den Tod gegangen. Die Maßnimmen gegen Richter, Anwälte, Assessoren und Referendare jüdischer Abstammung hatten auch ihn getroffen« Als ihm davon Mitteilung gemacht wurde und er nach Hause kam, , sah er an der Tür semes Vaters, eines angesehenen Mediziners der Universität Heidelberg, ebenfalls die Warnung vojr dem jüdischen Arzt, Er machte seinem Leben, ein Ende und sah (wie er In "emem hinter*- lassenen Schreiben ausführte) darin ein Opfer, das er Deutsehland bringe ebenso wie den Menschen, die ohne eigene Schuld plötzlich hinausgestoßen werden, ohne ihrem Vaterlande dienen zu dürfen und ohne die Erfüllung ihres Lebens in der selbstgewählten Arbeit noch suchen zu können." . ■ ■ ' Berlin. Hier ist im Krankenhaus der Berliner Rechtsanwalt Dr. Georg Lehmann gestorben. Er war in seiner Wohnung mit Verona! vergiftet aufgefunden worden. Aus einem Brief an seinen Bruder geht hervor, daß Lehmann, bei dem wirtschaftliche Sorgen nicht bemmmmm—mm^mmmmmmmmmmmm>mmmmmmmmmmmmmmm, Alle im redaktionellen Teil 'befindlichen cntgelt» liehen. Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet standen, die Entwicklung der letzten Tage nicht glaubteer tragen zu könne n. , Berlin. Der Landgerichtsrat beim Landgericht L Alexis Holle vor den, hat sich in seiner Wohnung erschossen. Hollevorden war bis zum 10. März beim. Kammergericht tätig und ist dann zum Landgericht I zurückversetzt worden. Seit letzten Samstag war er auf Grund der bekannte Maßnahmen beurlaubt worden. ' r G1 a dl» a c h - R h e y dt, Der Geschäftsführer des Gladbacher Warenhaus^ Heyjnann,-und seine ■F r a n haben einen Selbstmordversuch unternommen. Ihr. Zustand ist ernst, doch hofft man, beide am Leben, zu erhalten. Der Grund zu dem Verzweiflungsschritt dürfte in einem Nervenzusammenbruch des Geschäftsführers zu suchen sein, Chemnitz. Der Fabrikant. Hans Sachs, der Mitinhaber der Weltfirma Marceil Frank Sachs A. G. in Chemnitz, erschoß sich Freitag nacht in seinem Schlafzimmer, um der Inschutzhaftnahme durch'Polizei und SA.-Männer zu entgehen. Sachs wollte in der, Nacht nach Frankreich abreisen. . Alfeld (Leine). Infolge eines Nervenzusammenbruchs hat der aufsichtsführende Richter beim hiesigen] Amtsgericht» Dr. Paul Casper, Selbstmord verübt. Der; Verstorbene hat dem Amtsgericht Alfeld seit dem Jahre 101© zunächst als Assessor und seit dem Jahre 1930 als Richter angehört. Frankfurt a. O. Der Inhaber der jüdischen Textilfirma J. Barber, der frühere Apotheker Meyer, und seine Ehefrau begingen in ihrer Wohnung Selbstmord. Sie hatten ira Badezimmer ein Feuer angesteckt und waren durch die Rauchentwick-t long erstickt. Wiederbelebungsversuche der Feuerwehr, waren nur bei dem 12 jährigen Kind von Erfolgt Das sind Vorgänge, die sich still, in verborgenen Winkeln des Lebens abspielen. Ohne jenes Beiwerk, welches sonst Greueltaten kennzeichnet: Knüppel, Eisen«« Stangen, Schlagringe, Peitschen, johlende und lachende Peiniger usw. usw. Also, keine Greuel? Was Ist grausamer? Das Opfer einem Henker über* geben, der es ein, zwei Stunden peinigt und dann er«< schlägt — oder das Opfer so weit zu bringen, daß es dem Henker die Arbeit abnimmt und selbst aus dem Leben! geht, das höllisch und hoffnungslos geworden Ist?... Also Schluß mit der antideutschen Greuel-Propaganda! Erzählet nicht von zerpeitschten Leibern, ge« brochenen Gelenken, eingeschlagenen Hirnschalen! Das ist. nicht wahr! Deutsche Juden krepieren nicht unter rohen Fäusten. Sie gehen fein säuberlich und still aus dem Diesseits hinüber, im frisch gebügelten Smoking, Aerztei kittel, Richtertalar. Es gibt keine Greuel in Deutschland! Deutsche Juden in Belgien — Hilfskomitees ge- ] gründet Aus Antwerpen: Alle aus Deutschland eintref« fenden Züge bringen neue jüdische Einwandere r. Die belgische Grenzpolizei bereitet der Einwanderung deutscher Juden, von denen bisher etwa 3000 eingetroffen sind, keinerlei Schwierigkeiten/In Brüssel und in Antwerpen wurden Hilfskomitees gebildet, an deren Spitze der belgische Oberrabbiner Dr. Wiener und der Präsident des jüdischen Konsistoriums May, et» Bruder des belgischen Gesandten in Washington, tiefen*

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