Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 289 (24.3.1933)
- Date
- 1933-03-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 289 DIE NEUE WEXT SerUT Es kann nichts Besseres geben... um zu „Pessach" den Festtisch damit zu schmücken und den Gaumen zu erquicken, als die auf höchster Stufe stehenden, in Hygiene der Erzeugung, Geschmack, Bekömmlichkeit und Kaschruth unübertrefflichen Seit 40 Jahren sind „S c h m i d 1-M a z z o t h" als das bette und bezüglich Kaschruth durchaus einwandfreies Erzeugnis bekannt und beliebt!* Ein Versuch wird Sie begeistern! Erzeugt unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babath — Die Mazzoth werden aus dem feinsten Mehl erzeugt! Schmidl-1 Mazzoth! Verlangen Sie die neue, besonders schmackhafte SPEZIAL-MARKE V9N» Bs" grieisV^arvil! Zentrole: N.Brodetzki« II, Leopoldsgasse 43 Tet. A-4Ö-1-90 A-SO-3'63 A-41-0-32 In allen besseren Geschäften erhältlich I Linken gegen die erweiterte Agency Die J. T. A. meldet aus Jerusalem: Das Organ der sozialistisch-zionistischen Arbeiter» schaft, „D a w a r", führt Im Leitartikel aus, die Teilnahme der Nichtzionisten an der Jewish Agency habe den an sie gestellten Erwartungen nicht entsprochen; die Nichtzionisten haben wenig zu dem Zufluß nationalen Kapitals in Palästina beigetragen. Das Abkommen mit den Nichtzionisten sei ein Fehler gewesen, der auf dem kommenden Zionistenkongreß korrigiert werden muß. Anstoß zu dieser Stellungnahme des „Dawar" gegen die Jewish Agency in ihrer jetzigen Form gaben Meinungsverschiedenheiten unter den, verschiedenen Teilen des Jischuw hinsichtlich der Verwendung des von den amerikanischen Juden nach den Unruhen in Palästina im Jahre 1929 geschaffenen Palästina-Hilfsfonds. Die Histadruth hatte auf ihrer letzten Konferenz eine Resolution gefaßt, in der die Jewish Agency ersucht wird, dahin zu wirken, daß dem Jischuw das Verfttgungsrecht über die Fonds überantwortet wird. ■ Wie die J. T. A. erfährt, haben auch die Allgemeinen Zionisten Palästinas beschlossen, auf dem kommenden Zionistenkongreß für die Revidierung des Abkommens mit den Nichtzionisten, betreffend die Zusammensetzung der Jewish Agency, einzutreten. Seitdem die unglückselige Idee der Erweiterung der Jewish Agency durch Nichtzionisten auftrat, wurde sie von revisionistischer Seite bekämpft — aus ideologischen und aus praktischen Gründen. Die Revisionisten standen allein in diesem Kampf. Insbesondere waren es die von Prof. Weizmann verhätschelten Linken, die der Erweiterung Beifall klatschten. Die Linken waren es auch, die sich In allen wesentlichen politischen Fragen an die Seite der Nichtzionisten stellten und so einen unheilvollen Einfluß auf wichtige Entscheidungen übten. Bis in die letzte Zeit hinein — man denke nur an den Widerstand, den die „nationalen" Projekte der Exekutivmitglieder Farbstein und Newman bei Dr. Arlosoroff und den Nichtzionisten fanden —- wurde die erweiterte Agency als Hort des Palästina- Aufbaus gepriesen. Nun endlich, reichlich spät, kommt die Erkenntnis. Wie weit sie geht, läßt sich zur Zeit noch nicht ermessen. Jedenfalls wird der 18. Zionistenkongreß die Aufgabe haben, mit derselben goldenen Feder, die den Agency-Vertrag in Zürich 1929 zeichnete, eine Revision zu vollziehen. Lucie Englisch in dem großen Ralph ^rthur Roberts Schlagerlustspiel LANDE 4 Regie: Carl Boese, Regisseur des Films „PAPRIKA" HEUTE PREMIERE: OPIRN-KIMO, I. I IMPERIAL-KINO. I. / BURG-KINO, I. / BUJCH-KIHO, II. LOWEH.KIHO, III. / MARIA-THERESIEH-KINO, VII. / FUEGER-KIMO, IX. SCHLOSS-KIHO, XII. / PARK-KIMO, XIII. MONOPOL: KOPPELMANN & REITER Ein Bibelabend der Wiener Urania oder Der protestantische Deutsche und der protestantische Jude „Die Neue Welt" erhält folgende" Zuschrift: Ueber das Alte und das Neue Testament sprach Hochschulprofessor Dr. Franz Strunz am 20. d. M. in so geistreicher, begeisterter und begeisternder Weise, daß wir nur bedauern können, daß der ausverkaufte Große Saal der Urania von nicht mehr als schätzungsweise höchstens einem Drittel jüdischen Publikums besucht war. Nach Professor Strunz sollte Kammerschauspieler Roul Aslan Stücke aus der Simsonerzählung, aus der Ruth, aus Jesaias und aus den Evangelien lesen. Er erklärte aber, nur aus dem Evangelium Matthäi lesen zu wollen. Dadurch wurde die Rezitation, die eine vielfarbige künstlerische Illustration des vorhergegangenen Vortrags hätte sein sollen, zu einer ziemlich eintönigen Art Sonntagsandacht. Wir möchten es dahingestellt sein lassen, ob Aslan Uberhaupt berufen ist, die Bibel zu lesen; wir glauben, es könne sie nur ein ihren Autoren kongenialer Geist richtig erfassen und interpretieren: ein Mann aus einem Guß, dazu ein klassischer Sprecher. Aber wir erlauben uns zu fragen: Was hat Herrn Aslan (oder wer?) veranlaßt, von seinem ursprünglichen Programm abzuweichen? Die Hitler-Zeit? Weiß er nicht, daß der nationalsozialistischen Ideologie Altes wie Neues Testament gleich verwerflich, weil gleich undeutsch erscheint? Es wird ihm nichts nützen: Kriegen wir in Oesterreich die Hitlerei, so wird sich unter den Kollegen Aslans mehr als einer finden, der seine Rollen wird spielen wollen... Mußte dem protestantischen (?) Juden Aslan das zu gefährlich erscheinen, was dem protestantischen Deutschen Strunz selbstverständlich erschien? P. Gratulation für Löbel Taubes Der „Misrachi-Landesverband für Oesterreich In Wien" gratuliert innigst seinem allverehrten Vorstandsmitglied Herrn Löbel Taubes zu seinem siebzigsten Geburtstag und wünscht, daß es ihm gegönnt sei, seine noch auf Jahrzehnte zu erstreckende selbstlose und segensreiche Tätigkeit im Interesse der Erneuerung des jüdischen yolkawesena in Erez-Israel zu entfalten. T heater, Kiinft und iHilllliiilllllilliililliiilllliiLBleraiur Zum siebzigsten Geburtstag Bernard Tags Am 12. d. M. feierte - in Wien der Schriftsteller Bernard Tag seinen siebzigsten Geburtstag. Aus Przemysl stammend, lebt er, mit Unterbrechungen durch Aufenthalte in Heidelberg, Abbazia, Baden und Bremen, seit 1886 in Wien. Tag gehört zu den frühesten Vertretern des jüdisch-nationalen Gedankens. Seine besondere Art veranlagt ihn dazu, immer wieder die große Synthese anzustreben, welche ein aufrechtes Judentum einerseits mit den wichtigsten sozialen Tendenzen unserer Zeit, andrerseits mit dem seinem Inhalt nach ewigen, seiner Form nach ewig sich wandelnden Religiösen verbinden kann. So vertrat und vertritt Tag in Vorträgen und Aufsätzen immer wieder die Verbundenheit der nationalen und der individuellen Renaissance, der altjüdischen und der modernen Lebensideale, des jüdischen und des europäischen Geistes, den er in den großen Repräsentanten des deutschen Klassizismus verehrt; in gleichem Sinne betätigt er sich in kleineren jüdischen und gemischten Kreisen, wie im „kulturpolitischen Diskussionsklub", dessen Ehrenpräsident er ist. Außer zahlreichen aktuellen, philosophischen oder schöngeistigen Beiträgen, welche anfänglich in sozialistischen Zeitschriften, dann in der „Welt", dem zionistischen Zentralorgan, ferner auch in vielen anderen Zeitschriften und Almanachs erschienen sind, veröffentlichte Tag im Jahre 1928 ein Bänchen, „Morgenlied und Morgenland", welches außer sangvoller Lyrik unter anderem das Fragment eines Mosesdramas und eine romantische Novelle „Benadi" enthält. Noch unveröffentlichte Jugenderinnerungen, gesammelt unter dem Titel: „Aus dem Garten der Kindheit", enthalten nebst feinen Seeleneindrücken lebensvolle Milieuschilderungen der galizischen Heimat. ' Ernst Müller. Vorlesung Jehuda Ehrenranz Schalora-Alecheni-Abend Jehuda Ehrenkranz liest Sonntag, den 26. März, im Offenbach-Saal, IV., Treitlstraße 8 (nächst dem Verkehrsbüro), aus Werken von Schalom Aiechem. Das Programm wird einen Querschnitt durch das Schaffen Schalom Literarischer Abend Vorlesung Leopold Hfchler Am 5. April wird Dr. Leopold Ehrlichst ich ler, der Verfasser des bekannten Romanes „Der Sohn des Moses Mautner" aus seinem neuen Romane „Helmweh nach Wien" das Seder-Kapitel lesen. Die Vorlesung wird um halb 9 Uhr abends im Bevisionistenheim, II., Untere Augartenstraße 38, stattfinden. _ _ _ Alechems bieten, den „mit einem Auge lachenden und mit einem Auge weinenden" Dichter charakterisieren. Ehrenkranz wird an diesem Tage zum ersten Male in Wien deö Kapitel „Hödel" aus „Tewje, der Milchiger", ferner „Wenn ich Rothschild wäre", „Gleichheit für alle" und „Der Bummelzug" lesen. Der Kartenvorverkauf hat bereits unter stärkstem Interesse eingesetzt. Restliche Karten bei R. Lanyi, I., Kärntnerstraße 44, M. Rath, IL, Taborstraße 20a, und an der Abendkasse. Beginn halb 8 Uhr abends. Palästinensischer Liederabend. Konzertsänger I. Segal-Rosenbach (Tenor), welcher soeben von einer erfolgreichen Konzerttournee durch Palästina zurückgekehrt ist, wird im Laufe des Monats April d. J. einen einzigen Liederabend geben. Programm: Palästinensische Lieder und Volkslieder (jemenitisch-arabische Gesänge), hebräische Lieder, ostjüdische Lieder und Volkslieder (hebräisch und jiddisch). Näheres wird bekanntgegeben. Jüdische Künstlerspiele. Mirjam Koralowa in „Bäckers Töchterl". Freitag, den 24. März, Premiere der dreiaktigen Komödie „DemBäckersTöchterl" mit Mirjam Koralowa' in der Titelrolle, unter Mitwirkung des , Herrn Adolf Tefner. „Die Philosophie des Judentums." (Kafkasche Geschichte der Philosophie, Bd. 3.) Von Prof. Dr. Julius Guttmann. 412 Seiten, mit einem Bildnis des Maimonides. Verlag von Ernst Reinhardt in München. Preis broschiert RM 7.50, Leinen RM 9.50. — Die jüdische Religionsphilosophie des Mittelalters und der Neuzeit hat in der allgemeinen Geschichte der Philosophie die ihrer Bedeutung entsprechende Würdigung noch nicht gefunden. Das vorliegende Buch will ihr diese Würdigung verschaffen, indem es die Leistung der jüdischen Denker in den Zusammenhang der philosophischen Gesamtentwicklung hineinstellt. Die jüdische Religionsphilosophie ruht im Mittelalter auf den großen Systemen der griechischen Philosophie und ihrer Weiterbildung im islamitischen Denken, in der Neuzeit vor allem auf der Arbeit der deutschen Philosophie. Aber indem sie mit Hilfe des übernommenen Gedankengutes den Gehalt jüdischer Religion zu verstehen und zu begründen sucht, kommt es zu tiefgründigen Auseinandersetzungen zwischen diesen beiden geistigen Mächten, aus denen eine Fülle eigenartiger und bedeutender Gedankenbildungen erwächst. Diesen Prozeß mit seinen mannigfachen Erscheinungsformen zu verfolgen, ist die wesentliche Aufgabe des Buches. Es gibt ein anschauliches Bild einer reichen und lebendigen Entwicklung, deren Ergebnisse Philosophie- und. religionsgeschichtlich von hohem Interesse sind. Die Darstellung Güttmanns stellt die großen Linien klar heraus, gibt eingehende Analysen der wichtigsten philosophischen Systeme und ist dabei immer leichtverständlich und anregend. Purimfest des Jüdischen Sdtauspielervereines Die offizielle Organisation der jüdischen Schauspieler „Jüdischer Schauspielerverein in Wien" veranstaltet Samstag, den 25. März, in den Festsälen des Hotel Continental ein grandioses Purim-, fest mit anschließendem Tanz unter der Leitung des Herrn Jacques Singer. In der Künstlerakademie wirken "die Damen Dulitzkäja, Betty K a m a y, Else Kaufmann, Dina König, Mirjam Koralowa, Lea Weintraub-Graf und die Herren Franz Engel, Josef Fleischmann, Leopold Jungwirt h, W. Kambaroff, Josef Kamen, Israel Kamay, Jakob Weislitz und der Violinvirtuose Leibowici mit seiner Kapelle mit. karten ä S 2, IL, Praterstraße 34, Tel. R-40-0-94. ■ Vortrag des Professors Dr. Harry Torczyner aus Berlin in Wien Uober Einladung der Histadruth Iwrith spricht der be* rühmte jüdische Gelehrte Prof. Dr. H. Torczyner aus Berlin, Samstag, den 25, März, pünktlich viertel 9 Uhr abends, im Saal« der Stanislauer, II., Praterstraße 11 (1. Stock, Stiege rechts), über „Mitoch awodathi bamikra". . * In Wien weilt gegenwärtig der bekannte hebräische Schriftsteller Jehuda Warszawiak aus Warschau. Trotz seiner Jugend veröffentlichte Warszawiak bereits eine Keine von Werken, die ihm in der hebräischen Literatur einen angesehenen Platz einräumen. Warszawiak ist Mitglied des hebräischen Penklubs in Polen und Mitglied der Vereinigung der hebräischen Schriftsteller. Ueber Einladung der Histadruth Iwrith wird Warszawiak in Wien eine Eeihe von Vorträgen überdie neuen Strömungen in der polnischen Literatur halten. Mittwoch, den 29. März, pünktlich halb 8 Uhr abends, findet im Saale der Zion. Bezirkssektion II, Praterstraße 13, die fünfte Konferenz der Rabbiner und Religiorislehrer statt, Eröffnung: Präsident der Histadruth Iwrith Dr. David Rothblum, Referenten: Prof. Dr. M. Papo und Lehrer Müller über: Entwurf eines neuen Lehrplans des Israelitischen Religion«* Unterrichtes. _- - :_• ELEKTRO- Inslallalionen LUSTER UND CAS* APPARATE solid h. Ullis DRIMER, WIEN II, Ob«Donaustraße 1/ Tel* A«41i8i82