Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 288 (17.3.1933)
- Date
- 1933-03-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 288 ^HtJOinnmt»infHnMiiMninmwiwiujuiJJUjjiinMiMJjnifinjN>unnNjnHMMnnuMnniiMn;iM>, Jüdischer Schausplelerverein,Wten f II. ProttfrsttttSe 34 Telephon R«40»0*94 I EINLADUNG zum grandiosen PURIMFEST Samstag, den 23. Mari 1933, in den Festsälen des Hotel Continental, II, Taborstraße 4 GROSSE KÜNSTLERAKADEMIE Gesang / Tanz / Rezitation / Musik Jazzkapelle Karten ä 2 Schilling bildervortrag, der bekanntlich in Wien und in der Schweiz so großen Anklang gefunden hat. — Der Prager Vortrag des Herrn Ing. Rudolf Pfister findet am 16. März statt. Der Verein zur Förderung jüdischer Musik veranstaltet Sonntag, den 19. d., sein nächstes Kammermusikkonzert im Saal der B'nai Brith, Wien, IX., Universitätsstraße 4, um halb 6 Uhr nachmittags unter der Devise: Jüdische Lieder. Zur Aufführung gelangen Lieder und Duette von Achron, Gladstein, Almau, Jul. Krein, Rosowsky,. Kopit und Milner; darunter sind mehrere Erstaufführungen. Die Mitwirkenden für Gesang sind: Maria Bernay, Josef ine Jedlitzer, Moses Lichtmann .und Felix Frohmann. Die Begleitung besorgen Rob. Spitz (Klavier)) und Josa Ernst (Violine). Außerdem wirkt die palästinensische, bei dem letzten internationalen Wettbewerb für Violine in Wien preisgekrönte Geigerin Schulamith Silber mit, sie spielt Nigun von Ernest Bloch und Hebräischer Tanz von Jos. Achron. Anschließend an das Konzert findet eine Generalversammlung statt. Mitglieder und Gäste willkommen. Erica Morini spielt die neuesten Kompositionen Prof. Wolfsohns In ihrem letzten Konzert spielte Erica Morini die letzten Schöpfungen des bekannten Vorkämpfers für jüdische Musik, Prof. Juliusz Wolf söhn. Es sind dies zwei Stücke für Violine und Klavier, „Szene an der Wiege" und „Vertraute Klänge". Wolf söhn schöpft seine überaus reiche Melodik aus dem Volke, sie strömt aus der Quelle des heiteren und sentimentalen Völksliedes, des Tanzliedes, ihr Rhythmus ist ganz der Volkssprache angepaßt. Seine kunstvollen Schöpfungen sind deshalb ohneweiters der großen Masse des Publikums verständlich, eine Tatsache, die überaus wichtig für die- Propagierung der Jüdischen Musik ist. Eine Mutter sitzt an der Wiege ihres Kindes und sinnt. In den ersten Takten wird die rhythmische Bewegung des Schaukeins festgehalten. Dann ein Rezitativ, Gedanken der Mutter, aus dem sich das Wiegenlied, eine einfache herzliche Melodie, entwickelt. Die Melodie steigert sich, wird kunstvoll verarbeitet, glänzend kontrapunktiert und klingt in den jubelnden Ruf der Mutterliebe aus. In den „Vertrauten Klängen" improvisiert Wolfsohn. Alte Erinnerungen tauchen auf, sentimentale und freudige. Auch hier wird die stille, versonnene Grundstimmung gewahrt. Eine lyrische Weise wechselt mit einer synkopierten, deutlich aus dem Tänzerischen herstammenden ab. Starkes Leben, Freude am Leben pulsiert durch dieses Stück. Beide Kompositionen tragen ausgesprochenen jüdischen Charakter, fußen auf jüdischer Melodik und zeigen klar den richtigen Weg, den der Komponist geht: vom Volke zur Kunst. Dr. J. Mann. Konzert des Wiener Jüdischen Gesangvereines. Der Wiener Jüdische Gesangverein veranstaltet am 22. März d. J. im Saale des Industriehauses, Wien, I., Schwarzenbergplatz, ein Chorkonzert mit folgendem Programm: 1. Mendelssohn: Psalm Nr. 42. Sopransolo: G. Blüh-Smetana. 2. Brandmann: Drei palästinensische Hirtenweisen. (Baßsolö: Ing. Fritz Kohn.) Uraufführung. AI man: Unter die grüne Boimelech. Uraufführung. 3. Goldmark: Frühlingshymnus. Altsolo: Prof. Rosa Rosen. Dirigent: Israel Brandxnann. Mitwirkend: Lotte Hammerschlag (Viola). — Beginn: 8 Uhr abends. — Restliche Karten bei den Vereinsmitgliedern und an der Abendkasse. Opernkonzert. Bei dem von der Gesangspädagogin Elsa Funk-Freund veranstalteten Opernfragment- Abend wirkte u. a. die dramatische Sängerin Minna Haber mit, welche eine Szene aus „Cavalleria rusticana" mit glänzenden Stimmitteln und dramatischem Ausdruck sang. Auch mimisch war die Leistung durchgearbeitet. Frl. Minna Haber bereitet sich für eine Palästina- Tournee vor, wo sie u. a. auch in der Oper in Tel-Awiw auftreten soll. Preisverteilungin der Israel, theol. Lehranstalt. In Anwesenheit der Vertreter des Kuratoriums der Israel, theol. Lehranstalt, Oberrabb. Dr. Feuchtwang, Vizepräsident Dr. Ornstein und Rabb. Dr. Taglicht, und des gesamten Lehrkörpers wurde der volle Preis Herrn cand. theol. et phil. Heinrich Kaufmann für seine Arbeit. „Die Agada in dem Fünf-Rollen- Targum" zugesprochen. Der Rezensent Prof. Doktor Murmelstein hob in seiner Kritik die gewissenhafte Verarbeitung der gesamten rabbiniscben Literatur hervor. Die preisgekrönte Arbeit liefert einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des Targums, dieses vernachlässigten, wenn auch so wichtigen Gebietes innerhalb des jüdischen Scbriftentums. Gastspiel Mirjam Koralowa in den Jüdischen Kunsflerspielen Ab Freitag »Die Bäckerstochter" Mirjam Koralowa tritt ab Freitag, den 17. März, in «Bäckerstochter" auf. „Bäckerstochter" ist ein UNION DER ZIONISTEN * REVISIONISTEN ÖSTERREICHS Donnerstag, den 16* Märx, 7a9 Uhr, im Fesisaal des Hotel Continental, II, Taborstraße 4 Vorfrag MEIR GROSSMANN zionf/^ »Marionen und Wirklichkeit in Palästina« Karten zu S und 1.—. (Stehplätze zu 50 Groschen für Jugendliche nur an der Abendkasse) Vorvarkaufsstelltn: Bücherstube Prof. M. Rath, II, Taborstr. 20a,/ Papierwarenfabrik Josef Grubner, IX, Wasagasse 7,T. A-tt-0-10 ✓ „Die Neue Welt", II, Unt. Augartenstr. 38, Tel. A 45-6-34 , Paula Stricker, T. A-48-1-89 Wieviel ist der Schilling heute wer« Es wird fdion wieder besser - Sensationelle Wertsteigerung des Schillings - Sie bekommen mehr für Ihr Geld Herren-Pastell-Socken, fehlerfrei, nur S 1, eine Auch die vielen Hunderttausende, die sich um die Schwankungen' in der Auslandsbewertung der Schillingwährung nicht kümmern und die den Zusammenhang zwischen Auslandskurs und innerem Wert nicht verstehen, muß die Feststellung erfreuen, daß der Schilling in seinem wahren Wert, im Kaufwert, nicht gesunken ist. Ja, noch mehr. Sie können für Ihre Schillinge mehr bekommen. Der Kauf wert des Schillings ist enorm erhöht... durch die Wunderpreise von Schiffmanns „Schilling-Woche". Wer sein' Geld nicht verschwenden, sondern rentabel verwenden will, beeilt sich, den Massenversammlungen sparsamer Hausfrauen beizuwohnen, die seit Tagen bei Schiffmann auf der Taborstraße stattfinden. Der Massenbesuch sondergleichen, Lob und Anerkennung aus dem Munde vieler Tausende zufriedener Kunden beweisen, daß Schiffmanns „Schilling-Wunder-Preise" wieder einmal Wien erobert haben. Alles kauft begeistert: Herrenkragen (Einzelweiten) I/3 Dutzend steife nur S 1, 2 Paar dreiaktiges Lustspiel mit Musik von Benzion Wagschal und Mirjam Koralowa. In der männlichen Hauptrolle gastiert Koralowas Partner, Alfred T e f n e r. Die Regie führt W. Kambaroff. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Purifiifest des Jüdischen Vereins Die offizielle Organisation der jüdischen Schauspieler „Jüdischer Schauspielerverein in Wien" veranstaltet Samstag, den 25. März, in den Festsälen des Hotel Continental ein grandioses P u r i mf e s t unter der Leitung der , Herren Jacques Singer und Wolf B e 11 m a n n. In der Künstlerakademie wirken die Damen Dulitzkaja, Betty Kamay, Else Kaufmann, Dina König, .Mirjam Koralowa, Lea Weintraub-Graf und die Herren Franz Engel, Jo3ef Fleischmann, Leopold Jungwirth, W. Kambaroff, Josef Kamen, Israel Kamay, Jakob W e i s 1 i t z und der Violinvirtuose Leibowici mit seiner Kapelle mit. Karten ä S 2, II., Praterstraße 34, Tel. R-40-0-94. Tribüne „Die Neue Welt" wird um den Abdruck folgender Zuschrift gebeten: „Im Zusammenhang mit der in der „Neuen Welt" erschienenen Humoreske „Man muß das jüdische Theater retten", von Dr. Oskar Rosenfeld, veröffentlichte „Der jüdische Weg" eine Zuschrift, die von Herrn A. M e i s e 1 s für den Verein „Jüdische Künstlerspiele" gezeichnet war. Zufolge des in der letzten Vorstandssitzung gefaßten Beschlusses stellt das Präsidium des Jüdischen Schauspielervereins Wien fest, daß die Zeichnung für den Verein Jüdische Künstlerspiele geeignet war, beim jüdischen Publikum die Meinung zu erwecken, daß die Jüdischen Künstlerspiele mit dem Jüdischen Schauspielerverein identisch seien. Demgegenüber betont der Verein, daß er mit dem Etablissement „Jüdische Künstlerspiele" nicht identisch ist. Die Mitglieder des Jüdischen Schauspielervereins sind einsichtig genug, die in Rede stehende Humoreske als rein literarisches Erzeugnis zu werten und jede Erklärung polemischen Charakters zu mißbilligen, da sie dem I Akademische Verbindung „KADIMAH" j 100 semestrlges Stiftungsfest BALL Dienstag, 4. Apill 1933, um halb 9 Uhr abends | Im Mllltarkaslno, I, Schwarzenbergplatz 1 | Karten (nur gegen Einladungen) und Auskünfte: A. V. „Kadlmab", I. BlberstraBe26 Im Souterrain, von 15 bis 20 Uhr m farbige Knie-Unterhose mit französischer Binde nur S 1, 1 Mode-Auflage-Herrenhemd, dazu ein Kragen, nur S 2, 1 Arbeitshemd mit angenähtem Kragen um S IS, 1 Herren-Schaf woll-Pullover um S 2, 1 Herrenhut, alle Farben und Größen, nur S 3, 1 Paar Herren-Knickerbockerstrümpfe, Jacquard, kleine Fehler, nur S 1, 1 Zephir-Hemd mit % separaten Kragen und 1 Seidenbinder nur S 5, 1 Paar braune Herren-Halbschuhe nur S 7, praktische Hauskleider für Frauen nur S 1, 1 Polo- 1 bluse für Damen oder Herren S 1, Hemberg-Seiden« ' Sportblusen mit langen Aermeln nur S 3, Beinseiden-Georgette-Kleider nur S 5, Hubertus- Mäntel, Trenchfasson, nur S 7, Frühjahrs-Mäntel aus guten Modestoffen S 12, schwarze Binde- Pumpschuhe nur S 5 und viele Hunderte andere Preiswunder ohnegleichen. Eine neue Preisepoche ... beginnt mit Schiffmanns „Schilling-Woche". Niemand muß sich einschränken. Jeder kauft alles für Mann, Frau und Kind... zu Preisen, die fast unglaublich sind... nur bei Schiff mann, im Warenhaus der Sparsamen", II., Taborstraße 48. *" E in Wien nur Schaden zufügen jüdischen Theaterleben könnte. ■ , ■ Schließlich stellt der unterzeichnete Verein fest, daß Herr A. Meiseis nicht zu seinen Mitgliedern gehört und daher dessen Interessen nicht vertreten kann. Wien, März 1933. Für das Präsidium des Jüdischen Schauspielervereins: Adolf Bell, Jacques Singer. sdifche Sport* und iiiiiiiiiiiüi Turnhewegun<| Empfindliche Niederlage der „Hakoah" Von Wacker 5 :1 geschlagen Nach einem guten Start in der Frühjahrsmeisterschaft erlitt Hakoah vergangenen Sonntag gegen Wacker eine empfindliche Niederlage. Der Mißerfolg der Blau- Weißen ist auf das vollständige Versagen der Stürmer zurückzuführen. Die Siege gegen W. A. C. und Admira haben zwar das Selbstvertrauen der Meidlinger bedeutend gehoben, jedoch war sie kein so starker Gegner, als daß man mit ihnen nicht hätte fertig werden können. Während aber die Wacker-Stürmer jede Torchance ausnützten, waren die Blau-Weißen im Torbereich von einer nicht zu überbietenden Unbeholfenheit. Der jüdische Verein wird gut tun, besonders das Innentrio umzustellen« S tern befindet sich derzeit außer Form, eine kleine Pause würde ihm nicht schaden. Der beste Mannschaftsteil war die Deckung. Obwohl Guttmann von seinen Vorderleuten wenig entlastet wurde, hielt er das Spiel gut durch. Er bemühte sich vergeblich, den Angriff durch genaue Paßbälle in Fluß zu bringen. Auch seine Nebenleute boten eine vorzügliche Leistung. Die Verteidiger arbeiteten sehr brav, während dem Tormann Löwy zwei schwere Fehler unterliefen. Die Wacker-Leute kämpften scharf und Uridll ließ sich sogar hinreißen, den körperlich weitaus schwächeren Ehrlich zu insultieren. Hakoah ist im Anfang überlegen und Wacker kommt nur zeltweise über die eigene Spielhälfte hinaus. Ein Sololauf Sameks bringt Wacker in der 29. Minute in Führung. Hakoah ist weiter überlegen, aber die Stürmer schienen vom Glück ganz verlassen. Erst in der 38. Minute fällt der einzige Treffer, Guttmann hat an Mausner gegeben, der den Ball zu Reich köpfelt, dessen placierter Schluß nicht zu halten ist. Aber noch vor Seitenwechsel gelingt es Wacker, einen zweiten Treffer zu landen. Nach der Pause hat Hakoah abermals mehr vom Spiel, aber statt zu schießen, werden ihr drei weitere Treffer versetzt. — Hakoah spielte in folgender Aufstellung: Löwy; Amster, Strohs; Heß, Guttmann, Donnenfeld; Weißkopf, Ehrlich, Stern, Mausner, Reich. Hakoah—Rapid Kommenden Sonntag bestreitet Hakoah im Rahmen einer Doppelveranstaltung im Stadion den Hauptkampf gegen Rapid. Die Spiele zwischen den beiden Klubs wurden bisher immer sehr erbittert geführt, wobei die Hütteldorf er in letzter Zeit gewöhnlich die Oberhand behielten. Rapid nimmt in der Tabelle den zweiten Fiats