Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 284 (17.2.1933)
- Date
- 1933-02-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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* Austr o* Palästinensischer Wi'rtsdiaffsdienst Oe§ellsdia(is« und Studienreise nach Palästina Vom 38. Februar bis 28. März 1983 Anmcldeschluß 21. Februar Wie bereits mehrfach mitgeteilt, wurde die vom Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienst geleitete Reise nach Palästina für die Zeit vom 28. Februar bis zum 28. März 1933 festgesetzt. Diese Reise wird den Teilnehmern die Gelegenheit geben, das jüdische Land in allen seinen Teilen zu sehen. Die Leitung hat ein Programm zusammengestellt, innerhalb welchem alle Schönheiten des Landes (Landschaft, Städte, Kolonien, technische und kulturelle Errungenschaften) kennengelernt werden. Die 17 Tage in Palästina, darunter der phantastische jüdische Karneval (Purim In Tel-Awiw) sollen den Touristen in ewigem Gedächtnis bleiben. In Palästina selbst sind bereits alle Vorbereitungen fUr den Aufenthalt getroffen. Gut bürgerliche Hotels mit entsprechender Verpflegung und die nötigen Autobusse für die'einzelnen Touren innerhalb des Landes stehen bereit. Pauschalpreis von Wien bis Wien (alles inbegriffen) 500 Schilling und 18 Pfund Sterling. Im Anschluß an den Aufenthalt in Palästina Besuch Aegyptens gegen Aufzahlung von 8 Pfund Sterling. Hinreise ab Triest: Ozeandampfer „Martha Washington" (12.500 Tonnen), Rückfahrt ab Alexandrien: Luxusexpreßdampfer „Ausönla". Auskünfte und Prospekte: Austro-Palästinenslscher Wirtschaftsdienst, Wien, IX., Berggasse 16 (Handelsmuseum), wochentags von 4 bis 8 Uhr nachmittags, Telephon A-17-5-40 Serie, oder Reiseleiterin Frau Berta Taubes, II., Böcklinstraße 92, Telephon B-51-705, vormittags, gegen vorherige telephonische Anmeldung. Revisionistisches Informationsbüro in Palästina Ueber Initiative des jetzt in Palästina weilenden Vizepräsidenten der Union, Meir Großmann wurde dort ein Informationsbüro begründet. Das Büro erteilt alle wirtschaftlichen Auskünfte und wird insbesondere den Einwanderern bei der Festsetzung im Lande mit Rät und Tat beistehen. Die Adresse lautet: 4 Rothschild- Avenue, Tel-Awiw, Palästina. 1932 kein einziger Insolvenzfall in Haifa Nach Mitteilung der Haifaer Jüdischen Handelskammer war im Verlauf des Jahres 1932 in Haifa kein einziger Fall von Insolvenz zu verzeichnen. Die Zahl der Wechselproteste war von 1605 i. J. 1931 auf 675 i. J. 1932 gesunken. Im Verlauf des Jahres 1932 hat sich die Zahl der von Juden erbauten Häuser^in, Jgaif a. .xexdop.p el t.^. Die von Lord Melchett kontrollierte Imperial Chemical Industry in Häifa konnte ihren Umsatz im Verlauf des Jahres um 4 0 Prozent erhöhen und gute Gewinne erzielen. i .•: .>:•'., , , ■ ■ Aehnlich ist. die Lage zahlreicher anderer jüdischer Fabriken und Handelsunternehmungen in Haifa. Tabakproduktion Die Tabakernte in Palästina: 1926 547 Tonnen 1928 342 „ 1929 1194 „ 4 1930 958 Von dieser Quantität entfallen auf die jüdischen Kolonien ungefähr 100 bis 125 Tonnen jährlich, und zwar hauptsächlich in Rosch-Pinah, Metullah, Mischmar Hayarden, Yessod Hamaala. Der Gesamtkonsum Palästinas in Tabak wird auf maximum 1000 Tonnen jährlich geschätzt; davon werden von den inländischen Fabriken (Tabak und Zigaretten) ungefähr 600 Tonnen jährlich verarbeitet. Der Import vom Ausland an Tabak, und Tabakprodukten beträgt 200 bis 250 Tonnen jährlich. Der Export von Rohtabak aus Palästina war in den Jahren 1924 bis 1930 wie folgt:; 1924; 1,4 Tonnen 1925 43,1 „ 1926 271,8 1927 199,3 1928 15,5 „ 1929 28,5 1930 40,7 Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, daß es bis jetzt nicht gelungen ist, „Spitzensorten" hervorzubringen. Auch wirkt das Sinken des Weltmarktpreises hemmend. Japanische Konkurrenz in Palästina Besonders auf dem Textilmarkte macht sich die japanische Konkurrenz sehr fühlbar. Die sehr niedrigen Preise haben der japanischen Industrie den Markt in;Aegypten und Syrien geöffnet. In Palästina hat man die Dumpin£gefahr bis vor kurzer Zeit nicht gespürt, aber jetzt wird ein Absinken der Preise bemerkbar. Arn meisten werden von dieser Konkurrenz die aus Großbritannien, Italien etc. stammenden Waren betröffen,; aber auch palästinensische Industrien leiden darunter. Steigendes Interesse für Kapitalsinvestierungen in Palästina Die. ,Büros des amerikanischen Wirtschaf t'skornitees für Palästina in Jerusalem und in Tel-Awiw erhielten in der, letzten Zeit hunderte Angebote Uber Kapitalsinvestierungen in Palästina, die sich insgesamt auf eine Summe von mehreren hunderttausenden Dollar be laufen. Die palästinensischen Büros des amerikanischen Wirtschaftskomitees werden von Emanuel Newman und R. Lewin-Epstein geleitet, das Hauptbüro des Komitees in Amerika untersteht der Leitung von Rabbi Stephen S. Wise, Robert Szold, Richter Julian W. Mack, Prof. Felix Frankfurter u. a. m. Das vor sieben Monaten errichtete Palästina-Büro des Komitees arbeitet intensiv an der Vorbereitung der Ansiedlung von Personen mit eigenen größeren und kleineren Mitteln in Palästina und stellt seine Erfahrungen und seine Hilfe den Siedlungs anwärtern ohne jedes Entgelt zur Verfügung. Die „Afrika-Palästina-Gesellschaft" für den Aufbau Palästinas Im Jahre 1932 hat die „Afrika-Palästina-Gesellschaft" 13.685 Pfund in Form von Anleihen für H ä u s e rbauten in Haifa ausgegeben. Außerdem hat die Gesellschaft 4000 Pfund an Hypothekarkrediten verliehen. Seit ihrem Bestände hat die Gesellschaft 160.000 Pfund in Palästina investiert. An der Klagemauer wird um Regen gebetet. Die Palästina-Regierung hat eine Summe von 36.000 Pfund für Darlehen an Bauern zum Ankauf von Wintersaat bereitgestellt, nachdem sich die Lage der Landwirte infolge Regenmangels und trockener Winde, wodurch das Wintergetreide auf etwa zweitausend Dunam vernichtet wurde, verschlimmert hat. In den jüdischen Kolonien sowie an der Klagemauer zu Jerusalem werden Gebete um Regen gesprochen. In wasserarmen Gebieten Palästinas wurden wieder Bohrversuche mit amerikanischen Spezialmaschinen vorgenommen, die in beträchtlicher Tiefe genügende Wassermengen förderten. Diese Bohrversuche werden nun in einer Reihe von Kolonien fortgesetzt und man hofft, auf diese Weise bis zu einem gewissen Grade die Kolonisation des Landes vom Regenfall unabhängig zu machen. Jüdisches Kunstmuseum Tel-Awiw Wie wir aus Tel-Awiw erfahren, war die Reise des Bürgermeisters Meir Dizengoff im Interesse des Museums überaus erfolgreich. In der letzten Zeit sind aus Paris und London mehrere Sendungen eingetroffen, darunter Werke von Leon Bäk st, Jacques Epstein, Josef Israels, Kisling u.a. Ein .erweiterter Katalog befindet sich in Vorbereitung. Aus Wien werden einige Stücke aus dem Jüdischen Museum (Leitung Prof. Bronn er), Graphiken von Ferdinand P o 11 a k, Georg Ehrlich u. a., für das Museum erworben werden. Der Bildhauer Felix Weiß hat die Büsten vpn Meir Dizengoff und Ing. Jos. Kremenezky (beide in Marmor) vollendet und wird sie'als'Geschenke für das Museum bei seiner jüngst zu erfolgenden Palästina-Reise mitnehmen. - - ■ r ■ H ti~-> i ■>•.•■-. Aus Bulgarien Der Ministerpräsident Bulgariens, Nikola Muschanoff, empfing soeben die Mitglieder des vom Delegiertentag der Juden Bulgariens im Juni 1932 gewählten Zentralkonsortiums der jüdischen Gemeinden Bulgariens zu einer längeren Beratung. Ministerpräsident Muschanoff entschuldigte sich, daß er infolge starker Inanspruchnahme durch dringende Staatsangelegenheiten bis jetzt nicht dazu gekommen sei, das! Zentralkonsistorium zu empfangen und seine Wünsche anzuhören, und erklärte dann, er habe den Wunsch, der bulgarischen Judenheit in der Frage der Anerkennung des Statuts der Gemeinden und des Konsistoriums entgegenzukommen, und werde in die von ihm ernannten Kommission zur Prüfung des Statuts auch einen Vertreter des Zentralkonsistoriums aufnehmep. Die Mitglieder des Konsistoriums lenkten die Aufmerksamkeit des Ministerpräsidenten auf die zunehmende antisemitische Propaganda in Bulgarien, die von der Organisation „R o d n a Z a s t i t a" (Heimwehr) und der jüngst ins Leben getretenen Nationalsozialistischen Partei Bulgariens betrieben wird. Als Ergebnis dieser Propaganda sind, bereits mehrere Ueberfälle auf Juden in verschiedenen Teilen des Landes zu verzeichnen. \ Der Ministerpräsident antwortete, die Juden dürfen beruhigt sein, die staatliche Macht werde antisemitische Unordnung nicht zulassen; d|e „Rodna Zastita" ist eine fast schon abgestorbene Körperschaft, die Nationalsozi allsten sind so unbedeutend, daß sie keine öffentliche Gefahr für die Juden darstellen; viel schädlicher können sie dem bulgarischen Staate werden, da sie durch ihr Treiben den guten Ruf Bulgariens in der Welt herabsetzen. Es wurde dann noch die schwere materielle Lage.der .jüdischen Schulen in Bulgarien zur Sprache gebracht und dargelegt, daß die vom Staate diesen Schulen gewährte Subvention allzu klein sei. In seiner Erwiderung erinnerte der Premierminister daran, daß er vor drei Jahren, als Präsident Farchy als Deputierter im Parlament die Erhöhung der Staatssubvention für die jüdischen Schulen forderte, der damaligen bulgarischen Regierung zurief, sie solle lieber ein Staa.tsauto weniger anschaffen, und dem Wunsche der jüdischen Bürger .nachkommen. Leider habe sich heute die Finanzlage, des Staates so verschlechtert, daß er den jüdischen Schulen nicht das bewilligen kann, worauf sie. seiner Meinung nach einen gerechten Anspruch haben; er werde aber das Möglichste, nach dieser Richtung tun. Gegenüber der Forderung des Konsistoriums» daß Wieder Hunderttausend Schilling mit einem SdielhammervLos gewonnen I Bei der am 7. d. M. stattgefundenen Ziehung der IV« Klasse der 28. Klassenlotterie entfiel wieder 4er größte Haupttreffer von S lOO^OOO«— auf das vom Bankhause Sdielhammer & Sdiattera Wien/ 1«/ Siefansplatz 11 in acht Anteilen verkaufte Los Nr. 6080. Außerdem wurden in dieser Ziehung mehrere Treffer, und zwar zu S 10.000.—, S 5000.— und S 2000.—, mit Schelhammer-Losen gewonnen! , E auch denjenigen Mitgliedern der jüdischen Gemeinden, die die bulgarische Staatsangehörigkeitnicht besitzen, das passive Wahlrecht zu den jüdischen Gemeindekörperschaften, Synagogen und Schulausschüssen gewährt werden solle (das aktive Wahlrecht besitzen die ausländischen Gemeindemitglieder bereits), verhielt sich Ministerpräsident Muschanoff reserviert. Dies wird darauf zurückgeführt, daß die Regierung mit den eingewanderten Armeniern nach dieser Richtung hin schlechte Erfahrungen gemacht hat. Zum Schluß wurden die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Bulgarien und Palästina besprochen. Der Ministerpräsident erklärte, er verfolge die Entwicklung dieser Beziehungen mit größtem Interesse; in der Tätigkeit des bulgarischen Ehrenkonsuls in Tel- Awiw, Herrn Mosche Schelusch, sehe er eine Gewähr für einen fortschreitenden Erfolg dieser Beziehungen. Hilfsverein der jüdischen Blinden Wien, IL, Rembrandtstraße 18, Tel. A-47-2-77 Der Blinde ist infolge seines Gebrechens zumeist an das Haus gefesselt. Er vertreibt sich die sorgenvolle Zeit durch Lesen, Radiohören oder Grammophonspielen. Leider mangelt es sowohl an Radioapparaten, Kopfhörern als auch an Grammophonen. Wir bitten die geehrten Leser dieses Blattes, uns einen außer Betrieb gesetzten Radioapparat oder Grammophon zu senden. Insbesondere bitten wir um überspielte Grammophonplatten, womöglich im Jargon oder in hebräischer Sprache. Im Namen unserer blinden Schützlinge danken wir für jede Spende, welche auf telephonischen Anruf von uns abgeholt wird. Reiseeindrücke aus Palästina mit Vorführung von Original-Lichtbildaufnahmen. Im Rahmen des humanitären Geselligkeitsvereins der Straßnitzer in Wien hält Samstag, den 18. Februar, um 8 Uhr abends im Theatersaal des Cafe" Landtmann (I., Ring des 12. November) Herr Theodor Monteser einen Vortrag „Reiseeindrticke aus dem Heiligen Land" mit Vorführung von Original- Lichtbildaufnahmen. Am Projektionsapparat Herr Dr.-Ing. Hubert F. T. Wenzl. Gäste willkommen. Weiße Wodien Ein großer Erfolg zeitgemäßer Preispolitik — Massenansturm Kauflustiger trotz Krise! Zehntausende Hausfrauen in Oesterreich sind jetzt gezwungen, sich in der Kunst des Rechnens zu vervollkommnen. Das Haushaltungsbudget ist infolge der verringerten Einkommensverhältnisse des Mannes viel, viel kleiner geworden und dagegen gibt's nur ein Mittel: Sparen. Das Wie und Wo des Sparens macht vielen großes Kopfzerbrechen. Dem großen Kreis der treuen Stammkunden von Schiffmanns „Warenhaus der Sparsamen" wird diese Sorge wesentlich erleichtert. Schiffmann hilft ihnen immer wieder durch „zeitgemäße Warenverbilligung" beim Sparen. Eine besonders angenehme Ueberraschung erlebt jetzt das große Heer der „Schiffmann-Kunden" durch die unübertreffliche und unvergleichliche Meisterleistung der „Weißen Wunder-Woche". Seit 6. Februar strömen täglich viele tausende sparsame Hausfrauen, Pensionsinhaber, Gast- und Kaffeehausbesitzer aus allen Wiener Bezirken in Scharen zu Schiffmann. Tausende begeisterter Käufer drängen sich vor den Verkaufspulten, vor den Kassen und Packtischen, bewundern die Qualität der weißen Waren, Glas- und Porzellanwaren, das Geschirr, Küchengeräte und die vielen tausende Kleinigkeiten für Küche und Wirtschaft, die ihnen Schiffmann zu so lächerlich kleinen Preisen bietet... und kaufen in dem frohen Bewußtsein, wirklich gut und billig bedient worden zu sein. Wer vom Warenwert etwas versteht, kann diesen Preisen nicht widerstehen: Bettuch-Webe, 140 breit, per Meter nur S —.98, Wäsche-Weben, 72 cm (Reste 2 bis 10 m) —.39, Streifgradel für Bettwäsche, 80 breit S —.69, Bett- oder Fenster-Polster, 60/80, Webe S —.69, Damen- Träger-Hemd oder Hemdhose, Webe mit Klöppelspitze S —.69, Servier-Träger-Schürzen, gute Webe S —.69, Dekor-Teller, tief und flach S —.29, Herren-Kragen, steif und halbsteif S —.59, weich S —.10, Strapaz-Herrenheraden, gute Webe, glatt S 1.49, Popeline-Aufl.-Hemden S 1.98, farbige Zephirherrenhemden mit 2 sep. Kragen S 4.90, Nachthemden, gute Strapazqualität, mit Zierborte S 1.98, Knieunterhosen aus guter Webe S —.69, Gradel- Unterhosen mit franz. Binde, lang S 1.98, kurz S —.98, Linzer Gradel-Unterhosen, gute Qualität S 1.49 usw. Alle, die sparen wollen oder müssen, sollen ehestens die große Sensation, das Verkaufserlebnis „Weiße Wunder- Woche bei Schiffmann" im eigensten Interesse ausnützen ... solange d i e Preise noch gelten, von denen man sicherlich in Wien noch nach Jahren sprechen wird. Darum: Auf zu Schiffmann, kauV bei Schiffmann, n., Tabontraße 48,