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Die neue Welt · 1932-12-02 · Heft 273 (2.12.1932) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 273 (2.12.1932)
Date
1932-12-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 275 ANNI FARCIII und WILHELM TEPLITZKY empfehlen sich als Verlobte Sofia (Bulgarien) Die Union der Zionisten-Revisionisten Otsteneitlis gratuliert herzlichst ihrem Mitglied Herrn Artur Allina zu seiner Vermählung mit Fräulein Amalie Belag ^■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■i Rudolf Wozasek, Amsfetten gratuliert herzlichst Herrn Artur Alli'na zu seiner Vermählung mit Fräulein Amalie Belag Die Revisionisten St. Pöltens und der Betar St. Pöltens gratulieren herzlichst ihrem Mitglied Herrn Artur Allina zu seiner Vermählung mit Fräulein Amalie Belag. Jüdi'§die§ au§ Persien Der Ermordete ist schuld! Persien ist ein hermetisch abgeschlossenes Land. Ein ins Ausland gesendeter, unvorsichtiger Brief kostet den Kopf. Deshalb erfährt man auch nicht viel über das; Schicksal der Juden in Persien. Die letzte Nachricht betraf den von der „Neuen Welt" ausführlich behandelten, tragischen Fall des persischen Zionistenführers und Parlamentsmitgliedes C h a j i m. Der wackere Mann protestierte gegen die scheußliche Behandlung der Juden durch die persischen Behörden. Der Schah ließ ihn zu sich kommen und befahl ihm, seine Anklage zu widerrufen. Der mutige Mann bot dem Despoten die Stirn und stellte als Bedingung für einen Widerruf die Maßregelung der hohen antisemitischen Beamten. Darauf ließ ihn der Schah verhaften, jahrelang im Kerker schmachten und schließlich hinrichten. Dann hörte man lange nichts von den persischen Juden. Jetzt hört man wieder etwas. * Der gegenwärtig in der Türkei weilende AußenministerFersiens, Mohammed A1 i Firoughi Khan, gab in einem Gespräch mit dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur folgende Erklärung über die Lage der Juden in Persien ab: Die Verfassung Persiens kennt keinen Unterschied zwischen persischen Bürgern und Bürgern irgend eines anderen Stammes oder Angehörigen einer anderen Religion. Auch die in Persien lebenden Juden genießen alle .Rechte persischer Staatsbürger. Sie leben in vollkommener Sicherheit, nehmen eine angesehene Position im öffentlichen Leben Persiens ein. In ihrem nationalen und religiösen Leben genießen sie vollkommene Freiheit, in diese Angelegenheiten mischt sich die Regierung nicht im geringsten ein. Es bestehen in Persien jüdische Schulen, religiöse jüdische Gemeinden und nationaljüdische Organisationen. Ich ermächtige die Jüdische Telegraphen-Agentur, in meinem Namen wie im Namen der gesamten persischen Regierung zu erklären, daß im modernen Persien eine Judenfe.indschaft nicht geherrscht hat, auch jetzt nicht herrscht und auch in Zukunft keine Basis haben wird. Irgendwelche in Zeitungen erschienenen Nachrichten über Judenverfolgungen in Persien entbehren jeder Grundlage. Auf die Bemerkung des JTA-Vertreters, daß die jüdische Oeffentlichkeit seinerzeit erschüttert wurde durch die Mitteilung über den Vollzug der Todesstrafe an dem jüdischen Mitglied des persischen Parlaments Chajim, den man für vollkommen unschuldig hält, erwiderte Außenminister Firoughi Khan: Damit die Juden und die allgemeine Oeffentlichkeit nicht eine unrichtige Vorstellung von der Position der Juden in Persien und der Beziehung der Regierung zu den Juden hat, bitte ich, den Lesern der jüdischen Presse die folgenden Einzelheiten über das Todesurteil gegen Chajim mitzuteilen: Chajim war früher wirklich Parlamentsmitglied, in der Zeit vor seiner Hinrichtung aber nahm er keinerlei Stellung im öffentlichen Leben ein. In jedem Volke, in jeder Gemeinschaft, gibt es Menschen mit hohen Tugenden und auch Verräter, und wenn ein Verräter bestraft wird, so darf man hieraus keinen Schluß auf die moralische Beschaffenheit der Gemeinschaft, der er angehört hat, ziehen. Chajim war ein Verräter, er wurde nicht etwa wegen gewöhnlichen Landesverrates, sondern wegen Spionage zugunsten einer fremden Macht verurteilt. Seine Schuld wiegt um so schwerer, als er früher der höchsten VolksinBtitutiöhi dem Parlament, angehörte. Chajim hat sich such an geheimen Umtrieben gegen den gegenwärtigen Schah von Persien beteiligt, seine politischen Intrigen haben dem Lande großen Schaden zugefügt. Ich betone, fuhr Außenminister Firoughi Khan fort, daß das Verfahren gegen Chajim keinerlei antijüdische Tendenz hatte; mit ihm zum Tode verurteilt wurden mehrere seiner Mitschuldigen, die alle moslemitische Perser waren. Nicht der Jude Chajim, sondern der Verräter Chajim wurde gerichtet. Die Beziehungen der Regierung zu den Juden sind nach wie vor die besten. Dem persischen Parlament gehört auch heute noch ein Vertreter der Judenschaft an: Dr. Logman, ein ehrenwerter und rechtschaffener Mann, der sich in vollster Unparteilichkeit an der parlamentarischen Arbeit beteiligt und sich des Wohlwollens sowohl der Freunde wie der Gegner seiner politischen Richtung erfreut. Zum Schluß kam Außenminister Mohammed Ali Firoughi Khan auch auf die Haltung der persischen Regierung gegenüber dem jüdischen Palästina zu sprechen. Meine Regierung, sagte er, bringt dem Gedanken der Errichtung eines Nationalheims für die Juden in ihrem historischen Lande Palästina vollste Sympathie entgegen. Meine Rede als Vorsitzender des Völkerbundsrates während der Behandlung des Klagemauer-Konflikts klärt zur Geniige unsere Haltung zu dem ganzen Fragenkomplex. Die Londoner Zeitung „Jewish Chronicle" weist auf einen in einer amerikanischen Zeitung erschienenen angeblich aus der Feder des jüdischen Vertreters im persischen Parlament und Präsidenten des Jüdischen Verbandes Persiens Dr. Logman stammenden Artikel hin, in dem festgestellt wird, daß seit der Thronbesteigung des jetzigen Schah auf den Gebieten der öffentlichen Sicherheit, der Gesetzgebung, des öffentlichen Unterrichts, der Verwaltung usw. ansehnliche Fortschritte erzielt worden sind. „Jewish Chronicle" ist mit allem der Persönlichkeit des Dr. Logman schuldigen Respekt der Ansicht, daß seine Ausführungen inspiriert sind; die persische Regierung habe Interesse daran, daß das Ausland über die Behandlung der Juden in ihrem Lande ein günstiges Bild erhält. Theater/ Kunft und iilllllllilllllllllllllillllllllll Li tera tur („Der tanzende Shylock" in der Praterstroße.) Die neueröffnete Roland-Bühne, die sich unter Direktor Seden „,Neues Lustspielhaus" nennt, hat mit einem originellen, zwischen Komödie, Lustspiel und Revue-Operette liegenden Stück begonnen, das die Autaren Geza Herczeg und Leo Straus „Der t a nz end e .Shy 1 o ck" nennen;-Eine burleske Travestie auf Max Reinhardts hypertrophen Regieruhm und auf die klassische Antikität von Shakespeares „Kaufmann von Venedig". Der brillante Grundeinfall, dem vielzitierten und primitiv-lebensweisen kleinen Mordtz die Funktionen eines ,jmodernen" Regisseurs zu gelben, der gewisse Regisseurmanieren verulkt, wird im einem pompösen Schluß geführt: Shakespeare wird entdeckt und unsterblich gemacht. Karl Farikas war Regisseur und Hauptdarsteller. Er spielte den kleinen Moritz — Reinhardt und den Shylock. Daß er der Gefahr, in den anderwärts so beliebten Mauschelton zu verfallen,, entging und die Linie des Tragisch-Ironischen nie verließ, die Träne in dem einen, das Lachen in dem andern Auge, ist ein Beweis seiner künstlerischen Kultur. Das Publikum (auch das jüdische!) unterhielt sich famos, sah sich zeitweilig an Pirandello und an Nestroy erinnert und hieß das neue Theater, die Autoren, den geistreichen Komponisten Erwin Straus, dem tanzeiiden Shylock Karl Farkas und den hoffnungsfreudigen Direktor Seden herzlich willkommen. Es war ein durchschlagender Erfolg des Genres, der Aufführung und des Kinostars Di na Gralla, die ihre Wiener Theateriprüfung glänzend beistand. o. r. Jüdische Künstlerspiele (IL, Praterstrafie 34). Das Gastspiel der beliebten Künstler Morris Lampe und Genia Schiit wurde auf Grund des großen Erfolges bis auf weiteres prolongiert. Ab Freitag, den 2. Dezember, gelangt das Lebensbild mit Gesang „A Herz, wus benkt" in drei Akten, von William Sigl, zur Aufführung. Dieses Stück, welches in Wien zum erstenmal gespielt wird, bleibt bis inklusive Donnerstag, den 8. d. M., auf dem Spielplan. Beginn halb 9 Uhr. . Brith Trumpeldor Wien. Am 19. d. fand der Jom ha Ken statt. Nach einer Ansprache und Verlesung der Proklamation des Natziv durch den Mefakked ha Ken Otto Seid mann sprach der Mischne le Natziv J. Goldstein au den Betarim. Mit der Uebergabe der Bestimmungen über das betarische Verhalten" an den Ken und dem Absingen der „Hatikwa" schloß der feierliche Jom ha Ken. Baden. Hier fand am 20. d. der Jom ha Ken statt, dem als Gäste die Ketzine ha Netziwut J. Goldstein und Oskar Weiß beiwohnten. Nach einer Ansprache des ersteren an die Betarim übergab die Mefakedet ha Ken Dita Gowary dem Ken die ^Bestimmungen über das betarische Verhalten" in feierlicher Form. Mit dem Absingen der „Hatikwa" wurde der jom ha Ken geschlossen. In der darauffolgenden Sitzung, mit der Mifkadat ha Ken konnten die anwesenden Ketzine ha Netziwut den großen Fortschritt des Ken feststellen und die wichtigsten lokalen Fragen besprechen. Wr.-Neustadt. Hier fand der 1. Jom ha Ken am 20. d. nachmittags statt. Der Mischne le Natziv nahm die Ernennung des Ch. David Kohn zum Mefakked, Ernst jaul zu seinem Segan und Ch. Artuy Stock zum 3. Mitglied der Mifkadat ha Ken vor. Der neue Ken, der bis dahin als Initiativgruppe bestanden hatte, zählt bis jetzt 30 Betarim: 10 Gimel. 20 Alef. Der Ken empfing die „Bestimmungen über das betarischc Verhalten , worauf der Mischne le Natziv über die Bedeutung und den Sinn derselben sprach. Mit einer darauffolgenden Sicha der älteren Betarim wurde der schöne Tag beschlossen. Neunkirch cn und St. Pölten berichten ebenfalls von einem schönen und feierlichen Verlauf ihres Jom ha Ken. Innsbruck tritt eben an die Organisierung der Pelugpt Timromin heran. In den nächsten Tagen wird der Mcfakkerl ha Ken Etli Silberstein über den ..Arbeiterkonflikt in Erez" sprechen. Presse. Soeben ist die 1. Nummer der „betarischen Schriftenreihe", herausgegeben vom Betar Oesterreich, erschienen, der „die Judenfrage" behandelt. Inhalt: „Die Judenfrage" von J. Goldstein; „Die Judenfrage im Poale-Zionismus" von Dr. Leo Koppel; „Brith Schalom und die Judenfrage" von S. Wittels. Das Heft ist zum Preise von 25 Groschen im Zentralheim erhältlich. Betar Ken St. Pölten. Am 27. November besuchte den Ken St. Pölten,die Betargruppe in Krems. Nach einem gemeinsamen Appell hielt der Mefakked R. Gewing eine Sicha ab. Am Nachmittag veranstaltete die Darga Alef des Ken St. Pölten eine Aufführung, die von den Betarim allein, ohne Hilfe der Aelteren, zusammengestellt und aufgeführt wurde. Die Zusammenkunft der beiden Gruppen wurde mit einem Schlußappell und der „Hatikwa" beendet. Wie wollen hoffen, daß es der Gruppe Krems durch Disziplin und intensive Arbeit gelingen wird, die noch Außenstehenden in den Betar zu bringen. Versammlungskalender der »Religiösen Liste Misrachi*' Donnerstag, den 1. Dezember 1932, Uhr abends: Kultuswählerversammlung im Beth Haknesseth „Ansehe Emes", X., Favoritenstraße 106. Redner: Doktor Mendl Rosenberg, Dr. Schalom Lilienfeld, Juda Kitaigorotzky. — Schabbath, den 3. Dezember 1932, 3 Uhr nachmittag: Achwa w' Reuth, IL, Taborstraße 59. Redner: Dr. Mendl Rosenberg, Dr. Schalom Lilienfeld, Jakob Josef Schächter. — 3 Uhr nachmittags: Beth Haknesseth „Ohse Tow", III., Radetzkystraße 29. Redner Dr. Schalom Lilienfeld, Isaak Neumann, Wolf Tuchmann, Juda Kitaigorotzky. — 7 Uhr abends: Großer Saal der jüdischen Volksküche IL, Krummbaumgasse 8. Redner: Dr. Mendl Rosenberg, Dr. Schalom Lilienfeld, Jakob Josef Schächter. — 348 Uhr abends: Im Saale des Cafe „Lenger', IL, Pazmanitengasse 20 (Eingang Volkertplatz 15). Redner: Samson Leenmann, Dr. Josef Rosner, Dr. Lilienfeld, Isaak Teitelbaum. — VsS Uhr abends: Cafe Wien (Winkler), IL, Stuwerstraße 1. Redner: Dr. Mendl Rosenberg, Kultusrat Viktor Bauminger, Dr. Josef Rosner, Juda Kitaigorotzky. Agitationslokale der „Religiösen Liste Misrachi" Hauptagitationslokal: IL, Hollandstraße 10. — II. Bezirk: Cafe Tomek, IL, Leopoldsgasse 20, Telephon A-46-3-92. Misrachi, IL, Praterstraße 11. —• Prater: Isak Wilder, IL, Sterneckplätz 7. — IX. Bezirk: Cafe Alsergrund, IX., Rotenlöweng. 2, Tel. A-16-4-26. — XX. Bezirk: Hager, XX., Staudingergasse 14. — Die Agitationslokale in den übrigen Bezirken, werden unseren Vertrauensmännern in unserem Hauptagitationslokal, II. Bezirk, Hollandstraße 10, bekanntgegeben. Jüdifdie Sport* und ilililiiiüii Tuvnbewegiing, Weitete Erfolge der Hakoah-Ringer Reise nach Polen. Hakoah hat auoh den Revanohekampf gegen S i mmering,, der vor a unverkauftem Hause durchgeführt wurde, mit 11 :15 Schlechtpunkten gewonnen. Besonders ausgezeichnet haben sich die Hakoahner Fiincsus und H i r s c h 1. Die Halcoah-Ringer unternehmen demnächst eine Reise nach Polen und Lettland und werden in Warschau, Lodz, Riga und anderen Städten Propagandakämpfe austragen. Die Reise machen folgende Ringer mit: Flamm, Fincsus, E. Gottlieb, Ochsenhorn, Bergmann, Birnbaum und Hirschl. Die „Haganah" in ihrem neuen Heim! Nach wochenlangen intensiven Vorarbeiten hat nun die „Haganah" den geregelten Betrieb in ihrem neuen Heim aufgenommraen, Allabendlich sind die bei- . den, großen Uebungsräume erfüllt von jungen Männern, die sich hier zur Verteidigung ihres Judentums ertüchtigen lassen wollen. Neben den wehrturnerischen Uebungen, die neben dem rein körperlichen Selbstzweck, die jungen Leute an Ordnung und Disziplin gewöhnen sollen, wird auch Wehrsport betrieben. Vor kurzem hat das Boxtraining für einige Formationen unter Leitung eines bekannten Boxmeisters begonnen. Nach diesem sollen Jiu-Jitsu und andere Wehrübungen folgen. Auf diese Weise wird erreicht, daß die Ausbildung der Leute nicht einseitig in einem Sportzweig festgelegt ist, sondern daß die Truppe geübt ist, Angriffe jeder Art erfolgreich abzuwehren. So hat es die Bundesführung nicht nur verstanden, in kurzer Zeit eine ansehnliche Zahl begeisterter und strammer Menschen in ihre Reihen zu bekommen, sondern auch Mittel und Wege, diese für die Idee der „Haganah" auszubilden und wehrfähig zu machen. J. W. S. V. Haganah. Amtsstunden von Montag bis Donnerstag, 7 bis 10 Uhr abends, IL, Obere Donaustraße 89. Anmeldungen von Montag bis Donnerstag, 7 bis 10 Uhr abends, IL, Obere Donaustraße 89, IX., Nußdorferstraße 16, und XIV., Hollergasse 40. Der Touristik- und Skiklub „Hakoah" hält in den Weihnachtsfeiertagen einen zwei- und viertägigen Skikurs in Mürzzuschlag und einen achttägigen Skikurs in St. Johann am Tauern ab. Anmeldungen werden jeden Freitag im Klubheim, I., Wiesingerstraße Nr. 11, von 8 bis 10 Uhr abends, entgegengenommen, (Tel. R-25-0-10.) Makkabi-Winterspiele 1933 Der Wiener Touristik- und Skiklub „Hakoah" teilt mit: ■ .: Die Veranstaltung des polnischen Kreises iuZakopane findet vom 2. bis 5. Februar 1933 in Zakopane statt. Sie trägt den Namen „Mak-

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