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Die neue Welt · 1932-11-29 · Heft 272 (29.11.1932) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 272 (29.11.1932)
Date
1932-11-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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-r r(. Jahrgang 6 Dienstag* den 29* November 1932 Nr« 272 V« b* b* Zeitung vom Verleger versendet ,.Journal expedie pnr reditenr**. ßEZUOSBEDINOUNOEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S4.20, ganzjährig S 16.-; Polen monatlich Zloty 2.-, vierteljährig Zloty 6.— Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig'Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 120.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50 Redaktion u. Verwaltung: Wien IX, Universitätssir. 6-8, 7el, B-48-504 — Erscheint reden Freitag Versammlunoskalender der „Zionfetfedien liste Mittwoch, den 30. November 1932: Gasthof Goldener Engel, XXL, Am Spitz Nr. 2, 1A9 Uhr abends. Redner: Prof. Wilhelm Stein, Dr. I. Klaber, Dr. Nahum Samonsky, Dr. Josef Löwenherz. Bethaus Bikur Cholim, XX., Mortaraplatz Nr. 1, %9 Uhr abends. Redner: Josef Frankel, Sumer Schwarz, Aron Schwertfinger. ' Restaurant - Kohn,' XX., Heinzelm.anngasse Nr. 1-3, %9 Uhr abends. Redner: Ing. E.' Buchbinder, Julius Brückl, Dr. O. Grünbaum, Dr. I. H. Körner. ^♦♦»♦♦♦♦♦♦♦»»♦♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦♦4 »♦»»»♦♦♦♦»M»»»^ Hotel P;ost, L, Fleischmarkt 24, H9.Uhr abends. Redner: Dr. Josef Löwenherz, Siegfried Graubart, Doktor Steinberg, Ing. Robert Stricker, Kommerzialrat A. Albcrs, Max Schiffmann, Benno Deutsch. Cafe Helenenhof, VII., Siebensterngasse 42, y29 Uhr abends. Redner: Dr. I. H. Körner, Dr. M. Samonsky, Fritz- Richter, Dr. S. Wolf, Dr. Desider Friedmann. iiiiiiiiiiiin Donnerstag, den 1. Dezember 1932: Marien säle, XIV., Reindorfgasse 2, J49 Uhr abends. Redner: Dr. Heinrich Kiwe, Dr. L H. Körher, Dr. Sah Wolf, Dr. Desider Friedmann, Kommerzialrat A. Albers, Ing. Robert Stricker. Hotel Continental, IL, Taborstr. 4, %9 Uhr abends; Redner: Dr. Oskar •Grünbäüm,"Ihgi-"ETBufchbihäcT^.-' Dr. David Rothblum Dr. H. Samonsky. Dr. Josef •Löwenherz, Frau Maltscha Bauer. Gasthof Sima, XVII., Kalvarienbcrggasse 12, Vi9 Uhr abends. Redner: Ing. Robert Stricker, Prof. Wilhelm Stein, Frau Bauer, Dr. Isidor Klaber, Dr. I. H. Körner. Hictzingcrhof,. XIII.,. Hietzinger Hauptstraße Nr. 22, 149 Uhr abends. Redner: Dr. Josef Löwenherz, Dr; Artur Reik, Dr. Emil Krasny, Frau Margit Buchbinder, Prof. M. Rath. Samstag, den 3. Dezember 1932: finden folgende g r o (J e Wä.h 1 e r vc r samm 1 u n g e n statt (In allen diesen Versammlungen" werden prominente Redner das Wort ergreifen):' Weinh'alie Matzncr, IV., Mittersteig 8, Ecke Krongassc 1. 8 Uhr abends. Gasthof Gruber, XIV., Sturzgasse 40. 8 Uhr abends. . ' ' & c s.t> u r a h t G u t h, IL, Hollaridstraße 14. 8 Uhr abends. ' ' ' . Cafe Orient, IL, Praterstraße 66. 8 Uhr abends. Gas.th o f Bay r, X., Quellenstraße 105. H9 Uhr abends. ,-' Cafe Franz-Josef s - Ka i;:- (Rappapovt),. I., Franz-Josefs-Kai 45. lA9 Uhr., abends. <• - * Wein halle, IL, Große' Stadtgutgasse 11 (Ecke JosefinengasseJ. 8 Uhr abendsi C ä f e L o v.r a n a, III., Löwengasse 36/ Uhr.; abends. k^>*..> Restaurant Z u c k e r m a n n, XX., Dresdncrstraße 58, %9 Uhr abends. ■ Bezirks.sektion XX., Jägerstraße 19. 9 Uhr; abends. Handelsmuseum, IX., Bjerggasse 16. 349 Uhr abends. ■ '' •' * ■ S ä n g e r h a 1 le, IL, Ausstcllutigsstraße* Vi9 Uhr abends.- ho , UM$M> KÄRNTNERSTR.53 o.ADLERG i,JWWtl"''"l"u'»>'lw'l'lM-t"MM et am 4* Dezember die iomiiisdhie Mste"! Jüdisdie Wähler und Wählerinnen! REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Der „Zionistischen List e" steht diesmal die „Nichtnationale Liste" gegenüber. Die Vertreter der „Zionistischen Liste" sagen euch klar und offen, was sie sind. Die Vertreter der „Nichtnationalen Liste" aber sagen nur, was sie nicht sind! Menschen, die nicht sagen können und wollen, was sie sind, sind Menschen ohne Fähigkeit, ohne Ziel oder haben einen Makel zu verbergen. Im Privatleben meidet man solche Menschen, im öffentlichen Leben haben sie gewiß nichts zu suchen. Die „Zionistische Liste" ist von einer Organisation aufgestellt, die seit 35 Jahren jüdisch, nur jüdisch arbeitet, nicht nur in Wien, in der ganzen Welt, zur Ehre und zum Wohle des Judentums. Sie ist also das natürliche Produkt des einheitlichen jüdischen Willens. Die „N i c h t n a t i o n a 1 e Liste" ist das Produkt nicht jüdischen, fremden Willens. Uebev Weisung und im Aintsbüro des aus dem Judentum ausgetretenen Nationalrates Dr. Danneberg haben sich die „Union österreichischer Juden" und die „Werktätigen Juden" vereinigt und die „Nichtnationale Liste" gebildet. Die „Union", Ableger der deutschliberalen Partei und Vertreterin der Großbourgeoisie, und die „Werktätigen", das Wahlinstrument einer klassenkämpferischen und freidenkerischen Arbeiterpartei. Der Vertreter des Hauses Rothschild, Bettelheim, und der-Kommunist Leo Rath auf einer Liste. Juden und Jüdinnen! Wollt ihr diese unnatürliche, unjüdische, fremden Zwecken dienende Koalition in euer jüdisches Haus, in die Judengemeinde, einziehen lassen? Wachet darüber, daß das jüdische Haus, die Judengemeinde, rein bleibt, nur einem Willen unterworfen, dem jüdischen Willen. Was haben Deutschliberalismus und Klassenkampf in der Judengemeinde zu suchen? Rettet die jüdische Jugend, die Zukunft unseres '■ jüdischen Volkes! Unter der Herrschaft des „deutschen L i be r a 1 i s m u s" der „Union" hat sich die jüdische Jugend massenhaft taufen lasse^n, unter dem Einfluß des kommunistischen Freidenker t u m s der „Werktätigen** tritt sie aus der Judengemeinde aus, wird sie;,konfessionslos". Die bisher in der Gemeinde herrschende „Union" hat den jüdischen Jugendunterricht, den Religionsunterricht, einem „werktätigen" Inspektor unterstellt. Das allen Wiener Juden leider zu gut bekannte Resultat: ein jüdischer Religionsunterricht, welcher die Jugend nicht beim Judentum hält, sondern vom Judentum abstößt. Der Zionismus Theodor Herzls hat uns d i e J u g e n d zurückerobert. Seine glühende Begeisterung für ein treues, stolzes Judentum hat die Jugend vor der Massen taufe gerettet, er allein kann sie vor dem Massenaustritt bewahren. Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgelt* lieben Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. IHütet die Judengemeinde, auf daß nicht der Geist des Abfalles seinen Einzug halte. Wahret unser heiligstes Gut, unsere Jugend! In einer Zeit, da das österreichische Judentum aufs ärgste politisch und wirtschaftlich mißhandelt wird, da man unsere Jugend auf den Hochschulen täglich mißhandelt, die jüdischen Gewerbetreibenden, Arbeiter und Angestellten rücksichtslos und schamlos boykottiert, steht die von der „Union" und den „Werktätigen" geleitete Judengemeinde untätig abseits. Ganz im Geiste des unionistischen „Liberalismus", der sich nie jüdisch exponieren wollte, und im Geiste jenes Schutz, braucht eine „Judenschufztruppe". Das sieht heute auch jeder ehrliche, noch jüdisch fühlende Liberale oder Sozialdemokrat ein. Die Judengemeinde muß alle ihre Kräfte einsetzen, die Jugend vor Mißhandlung und den Kaufmann, Gewerbetreibenden und Angestellten vor dem Boykott zu schützen. Die Vertreter der „Zionistischen Liste" bekennen sich offen und frei zu dem Grundsatz der jüdischen Politik in der jüdischen G emeinde, einer Politik, welche in der Kultusgemeinde und durch die Kultusgemeinde dem politischen und wirtschaftlichen Schutze der Juden dienen und für ihre „Werktätigen-Sozialismus", der keine „Judenschutztruppe" sein, will. Aber das Judentum braucht einen staatsbürgerliche Gleichstellung auf allen Gebieten arbeiten will. . Hinter jeder Liste muß nicht nur ein gutes Prö- < gramm, hinter ihr müssen auch bekannte und e rp r o b t e Kandidaten stehen. D i e O e f f e n t lieh k e i t muß wissen, wen sie wü,hlt.;;Wie*, ist esvdamit; bei der „Nichtnationalen Liste"- bestellt? Von achtzehn „uhionisti9chen" Kultusvorstehern sind nicht weniger als elf von der Lis te verschwund,:en. UnoV tön den r ftföen'«? ^werktätigen?' KultusvorstehernkaWidißrfe^ c h nicht ein einziger mehr! Geht da alles mit rechten Dingen zu? Wo sind die „Erprobten" und „Bekannten"? Haben sie so ganz versagt' oder haben sie sich, angewidert von derkapitalis tischs o z i a 1 i s t i s c h - o r t h o d o x - freidenkerischen Koalition; zurückgezogen? Prüfet die Bewerber der \ ^Zionistischen Liste"! Keiner, der nicht sein ganzes Leben hindurch auf einem Gebiet des jüdischen Lebens seine Pflicht erfüllt hätte. Von den Männern, die im alten Kultusvorstande mit Referaten betraut waren, keiner, der nicht mit Einsatz aller Kräfte die mit dem Posten verbundene Arbeit verrichtet hätte, sei es auf dem Gebiete der Verwaltung und Finanzierung der Gemeinde, sei es im Ressort der Fürsorge, des Unterrichtes, des Versorgungshäuses, des Spitals usw. Soweit sie es unter, der uniohistisch-werktätigen Majorität konnten, haben sie beste Leistungen vollbracht. Sie haben bewiesen, daß ehrlicher jüdischer Idealismus und ehrlicho jüdische praktische Arbeit Hand in Hand gehen. Jüdische Wähler und Wählerinnen! Stimmet gegen Abfall und Austritt, für treues, stolzes Judentum! Stimmet gegen eine kapitalistisch - sozialistisch - freidenkerisch - orthodoxe Mischmaschpartei, die ihr Programm verschweigt, die hur sagt, was sie nicht ist, gegen Unbekannte und Unerpiobte. Gegen die Versorger fremder Interessen. Die „Zionistische Liste" sagt, was sie ist und wem sie dient. Ihre Männer kämpfen mit offenem Visier. Wählet am 4. Dezember die „Zionistische Liste"! jaf.eifre^pfg^:-; PHOENIX KRAWAfTE

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