Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 271 (25.11.1932)
- Date
- 1932-11-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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T*l. IL Preis 35 Groschen Jahrgang ö Freitag/ den 25* Nove» Nr* 271 V« b« b* Zeitung vom Verleger versendet „Journal expedie par rediteur**. R EVU E BEZUOSBED1NUUNOEN Tschechoslowakei monatlich Lei 40.-, vierteljährig Lei Lewa 120.—; Italien monatlich (ährig Schweizer Francs 4.50 HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion u. Verwaltung: Wien IX, UniversUatsstr. 6-8,7 el. B-M-504Erscheint jeden Freitag Wählet am 4* Dezember die // Ziomsti§die Liste1 fl Jüdische Wählet und Wählerinnen! Der „ZioniStischenListe" steht diesmal die „Nichtnationale Liste" gegenüber. Die Vertreter der „Zionistischen Liste" sagen euch klar und offen, wa:s sie sind. Die Vertreter der „Nichtnationalen Liste" aber sagen nur, was sie nicht sind! Menschen, die nicht sagen können und wollen, was sie sirid, sind Menschen ohne Fähigkeit, ohne Ziel oder haben einen Makel zu verbergen. Im Privatleben meidet man solche Menschen, im öffentlichen Leben haben sie gewiß nichts zu suchen. Die „Zionistische Liste" ist von einer Organisation aufgestellt, die seit 35 Jahren jüdisch, nur jüdisch arbeitet, nicht nur in Wien, in der ganzen Welt, zur Ehre und zum Wohle des Judentums. Sie ist also,das , natürliche, Produkt des einheitlichen jüdischen Willens. Die „Nichtnationale Liste" ist das Produkt nicht.jüdischen, fremden Willens. Ueber Weisung, und im Amtsbüro des aus dem Judentum <ausgetretenen Nation.alr^^cs ,. Dr."... D"an;ne.b'e'rg'';.haben sich die „Union, österreichischer; Juden" '. ün<L-:die „Werktätigen -Juden" vereinigt ünd"'die „Nichtnatföriale Liste" gebildet. > -Die' üüriidn^ vi^blöger de|iVl e u täWti-B^fr'Si'e n Par tei und Vertreterin .'.'der Großböur ge o isi e, und' 'die „Werktätigen", das Wahlinstrument einer kl assenk ä m p f er i seh e« und freidenkerischen Arbeiterpartei. Der Vertreter des Hauses Rothschild, Beitelheim, und der Kommunist Leo Rath auf einer Liste. Juden und Jüdinnen! Wollt ihr diese unnatürliche, unjüdische, fremden Zwecken dienende Koalition in euer j ü d isch.es Haus, in die Juden gemein de, einziehen lassen? Wachet darüber, daß das jüdische Haus, die Juden gemeinde; rein bleibt, nur einem Willen, unterworfen, dem j,üdi.schen Willen. Was haben Deutschliberalismus und Klassenkampf in der Judengemeinde zu suchen? Rettet die jüdische^ Jugend, die Zukunft unseres jüdischen Volkes! Unter der Herrschaft des „deutschen Liberalismus" der „Union" hat sich die jüdische Jugend massenhaft taufen lassen, unter dem Einfluß des kommunistischen Fr eitle nkert ums der „Werktätigen" tritt sie aus der Judengemeinde aus, wird sie „konfessionslos". Die bisher in der Gemeinde herrschende „Union" hat den jüdischen Jugendunterricht, den Religionsunterricht, einem „werktätigen" Inspektor unterstellt. Das allen Wiener Juden leider zu gut bekannte Resultat: ein jüdischer Religionsunterricht,, welcher die Jugend nicht beim Judentum hält, sondern vom Judentum abstößt. Der Zionismus Theodor Herzls hat uns die J u g e n d z u r ü c k e r o b e r t. Seine glühende Begeisterung für ein treues, stolzes Judentum hat die Jugend. vor der Massentaufe gere11et, er allein kann sie vor,dem Massen aus tritt bewahren. Hütet die Judengemeinde, auf daß nicht der Geist des Abfalles seinen Einzug halte. Wahret unser heiligstes Gut, unsere Jugend! ', In einer Zeit, da 1 das österreichische Judentum aufs ärgste politisch und wirtschaftlich m i ß h a n d e 11 wird, da man unsere Jugend auf den Hochschulen täglich mißhandelt, die jüdischen Gewerbetreibenden, Arbeiter und Angestellten rücksichtslos und schamlos boykottiert,: steht die von der „Ujiion*' und den „Werktätigen" geleitete Judengemeinde u n t ä t i g a b s e i t s. Ganz im Geiste des unionistischen „Liberalismus", der sich nie jüdisch exponieren wollte, und im Geiste jenes „Werktätigen-Sozialismus", der keine „Judenschutztruppe" sein will. Aber das Judentum braucht .einen Schutz, braucht eine „Judenschutztruppe". Das sieht heute auch jeder; ehrliche, noch jüdisch fühlende Liberale oder Sozialdemokrat ein. Die Judengemeinde muß alle ihre Kräfte einsetzen, die Jugend vor M i ß h a n d 1 u n g und. den Kaufmann, Gewerbetreibenden und Angestellten vor dem Boykott ] zu schützen. Die Vertreter der „Zionistischen Liste" bekennen sich offen und frei zu dem Grundsatz der jüdischen Politik in der jüdischen Gemeinde, einer Politik, welche in der Kultusgemeinde und durch die Kultusgemeinde dem politischen und wirtschaftlichen Schutze der Juden dienen und für ihre staatsbürgerliche Gleichstellung auf allen Gebieten arbeiten will. ' Hinter jeder Liste muß nicht nur ein gutes Programm, hinter ihr müssen auch bekannte und erprobte Kandidaten stehen.1 Die Oeffentlichkeit muß wissen, wen sie wählt. Wie ist es damit bei der „Nichtnationnlen Liste" bestellt? Von achtzehn „unionistischen" Kultusvorstehern sind nicht weniger als elf von der Liste verschwunden. Und von den alten „werktätigen" Kultusvorstehern kandidiert auch nicht ein einzigermehr! Geht da alles mit rechten Dingen zu? Wo sind die „Er probte n" und „Bekannten"? . Haben : sie so ganz versagt oder (iahen sie -sich, angewidert' von der k a p i t a 1 i s t i s c hs o z. iäii s t i s c h - o r th od oif r e idenke ris chen tC ö a Mtii p n, ziü'üxjkgezogen?^ Prüfet die Bewerber' der 'ftZionisiiscJneii.Liste'^-^e^et,,:.cler' "nicht .seinganzes Leben hindurch auf einem Gebiet des jüdischen Lebens seine: P f I i c h t erfüllt hätte. Von den Männern, die im,alten Kultusvorstande mit Referaten betraut waren, keiner, der nicht mit Einsatz aller Kräfte die mit dem Posten verbundene Arbeit verrichtet hätte, sei es auf dem Gebiete der Verwaltung und Finanzierung der Gemeinde, sei es im Ressort der Fürsorge, des Unterrichtes, des. Versorgungshauses, des Spitals jisw. Soweit sie es unter der unionistisch-werktätigen Majorität konnten, haben sie beste Leistungen vollbracht. Sie DAMPFBAD fördert am angenehmsten und wirksamsten STOFFWECHSEL De DAMPFBÄDER ™ DIANABAD sind weltberühmt, unerreicht an Größe; Eleganz und Zahl der Räume und Bassins, Komfort und Hygiene BILLIG und trotzdem Im Abonnement (5 Karten) nur S 2«" per Bad HÖHENSONNE/BESTRAHLUNÖ gegen S 1.— Zuschlag haben bewiesen, daß ehrlicher jüdischer Idealismus und ehrliche jüdische praktische Arbeit Hand in Hand gehen. _ . , '. Jüdische Wählejr und Wählerinnen!, Stimmet geg,enWi;.AD''f'alL |ünd /Austrijtt, f ür\ treues, stolzes Judciituml Stimmet gegen eine kapitalistisch - sozialistisch - freidenkerisch - orthodoxe Mischmaschpartei, die ihr Programm verschweigt, die nur sagt, was sie nicht ist, gegen Unbekannte und Unerprobte. Gegen die Versorger. fremder Interessen. Die „Zionistische Liste" sagt, was sie ist und wem sie dient. Ihre Männer kämpfen mit offenem Visier. Wählet am L Dezember die < ■ „Zionistische Liste"! RUNDSCHAU Antisemitismus nach Bedarf In jüngster Zeit rühren die nationalsozialistischen Blätter, vornehmlich die Wiener „Dötz", für den Dirigenten Leopold Reich wein die Werbetrommel. Sie fordern ihre Anhänger auf, die von Reichwein geleiteten Konzerte recht fleißig zu besuchen, nicht vielleicht des hohen künstlerischen Niveaus wegen, sondern wegen der Gesinnung des Musikers; der ein Bekenntnis zum Hakenkreuz abgelegt habe. Leopold Reichwein ist also offiziell Antisemit. Er hat seinem Antisemitismus in einem Aufsatz „D i e Juden in der deutschen Musik" Ausdruck gegeben, in dem er („Völkischer Beobachter") erklärte, die Kunst sei für die Juden nur um des Gelderwerbs willen da. Die Kreise, die Reichwein und seine Tätigkeit kannten, staunten über seine Einstellung. Denn eben dieser Reich wein war es, der noch vor kurzem sein Geld durch Aufführung der Werke des Juden Gustav Mahler in Wien verdiente. Gottes Fügung brachte es mit sich, daß in der deutschen Industriestadt Bochum die Stelle eines städtischen Generalmusikdirektors frei wurde und daß' Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgelt« liehen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. KOHLE/KOKS ANTHRACIT höchster Qualitäten BÄSCH, IV. ArfrentlnterstraRe 22 Tel.: Serie U-47.S-4C der frischgebackene Hakenkreuzler Reich wein Appetit bekam, in Wien und gleichzeitig in Bochum Geld zu verdienen. Er wandte sich an eine Bochumer Familie, indem er ihr schrieb: „Sollte ich das (eine Symphonie von Anton Bruckner) auch einmal in Bochum dirigieren? Wenn ja, dann ist's sicher das Verdienst des ideal gastlichen Hauses ..." Nach der Anstellung durch Intervention eben dieses ideal gastlichen Hauses schrieb er: „Daß es zu diesem erfreulichen Punkt gekommen ist, verdanke ich nur Ihnen und Ihrem werten Schwiegersohn . . . Sie haben dadurch, daß Sie mir in Ihrem lieben Hause Gastfreundschaft gewährt haben, mir die zweimalige Reise nach Bochum erleichtert und die Ge- WÖCHENTLICHE KREUZFAHRTEN im ÖSTLICHEN HITTELHEER 18 TAGE AUF DER SEE ITALIEN ÄGYPTEN PALÄSTINA und SYRIEN RHODOS und CYPERN TÜRKEI GRIECHENLAND Fahrpreise für die ganze Fahit von zirka S700.-aufw. Auskitte und Prospekte: Lloyd Triestino, Wien I, Karntnerring 6, fei. U-47-5-6Q LLOYD TRI ESTIN O FLOTTE RtUNITE LLOYD TRIESTINO"MARITTIMA ITAUAH A-SITM Ad