Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 270 (18.11.1932)
- Date
- 1932-11-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Preis 35 droschen Jahrgang 6 Freitag, den IS* November I#32 Nr« 270 V« b« b« Zeitung vom Verleger versendet „Journal expidie par rSditeur**. DIE NEUE Titl. UnivcrsitHtsbibUotHck Wien. I. R E V U E Lewa____ ,_______ , jährig ScbwaiMr Fram i Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.- Dinar 40.—: Ramlflltti monatlich ______ monatlich Lewa 40.r-, vierteljährig monatlich Schweizer Francs 1JS0, viertel« HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktton a. Verwaltung Wien OL Un*enüata$tr.6-8, 7 et. B-48-504 - Erscheint jeden Breitag Vetsamiitlungskalender der „Zionistische Liste" Listenführcr: Dr. D. Friedmann, Oberbaurat Robert Stricker, Dr. J. Löwenherz. Donnerstag, den 17. November 1932 K9 Uhr abends: XJILi Cafe Hietziiiger Hof, Hauptstraße 22 Redner: Dr. D. Rothblum, Dr. Heinrich Kiwe, Dr. I. H. Korner, Ing. ..^^Jg^^Sle 18> Heinrichshof, ^9 Uhr abends. Redner: Dr. Steinberg, Frau Dr. Licht enstein-Rappaport. Dr. Egon Zweig. Cafe Kriegsmlnisterium, III., Invalid ensiraße 9, %9 Uhr abends. Redner: Dr. Josef Löwenherr, Frau Margit Buchbinder. Dr. N. Samonsky. Restaurant „Grüner Baum", VII., Mariahilferstraße 56, M9 Uhr abends. Redner: Dr. M. Bernhardt, Frau Ine. Zuckermann, Dr. D. Friedmann. Hakoah, I., Wiesingerstrafie 1, Vu9 Uhr abends. Redner: Dr. Paul Stern, Dr. Hugo Benedikt, Max Schiffmann, Dr. L H. Körner, Dr. J. Löwenherz, Ing. R. Stricker. Samstag, den 19. November 1932: ' ". ' Mosers Saal, XX., Dresdnerstraße 51, y29Uhr abds., Redner: Dr. W. Perl, Dr. Egon Zweig, Dr. I. H. Körner, Ing. Robert Stricker. Cafe Promenade, IX., Roßauerlände 39, ^9 Uhr abends.: Redner: Fritz Richter, Prof. Moses Rath, Siegfried-Grauta^ Ing. Robert Stricker. Schaffer-Tonkino, V.T., Mariahilferstrafie 37. Ii Uhr :iiach/ts: . Filmvorführung „Preyfus". Ansprache Fritz Richter. Bethaus Achwäh Wereut, IL, Taiborstraße 59, 3 Uhr nachmittags. Redner: Dr. Schmerler, Samuel Kantor. Bethaus Jeschuath Achim, II.,. Darwingasse 21, 5 Uhrnachmittags. Redner: Prof. Rath, Dr. Schmer ler, Sonntag, den 20;: Növömbeg-1952: :; Vindobona-Kiitio, XX., Wallensteinplatz, IQ Uhr vbi'mfttags.' ' Redner Frau Margit Buchbinder, Dr. J Klaber.'jjr. D. Friedmann. . , Cafe Abbazia(Präter), IL, Ausstellungsstraße, 10 Uhr Vormittage. Redner: Dr. Oskar Grünbaum, Frau Dr. Lichtenstein-Rappaport, Dr.1 N. Samonsky. Bethaus Auseh Chesed we Emes, IL, Große Sperlgasse 31, 5 Uhr nachmittags. Redner: Dr. Schmerler, Kultusrat Wattn ch.; Bethaus; Bö janer Chassidim, IL, Große Schiffgasee i3, 5 Uhr nachmittags.. Redner: Kultusrat Waltuch, Samuel Kan<t6r. Montag, den 21. November 1932: Theresienbad, XII., Scbönbrunners.traße 271, %9 Uhr a'bends. Redner: Dr. Sanel Beer, Frau Dr. Lichteristein- Rappaport, Prof. M. Rath,! Dr. Samonsky. Cafe Meteor, III., Fasangasse 30, Vs9 Uhr abends. Redner: Dr. J. Klaber, Hans KandL Dr. O. Grünbaum, Ing. Robert Stricker. Dienstag, den 22. November 1932: Gasthof Marschall, U„ Obere Donaustraße 29, J/29 Uhr abends. Redner: Dr. Klaber, Dr. N. Samonsky, Ing. E. Buchbinder. Cafe Kaiser Josef, L, Heinestraße 25, 1ja9 Uhr abend. Redner: Dr. Samonsky, Prof. Rath, Frau Doktor Henny Rappaport „Roter Apfel", XVI.. Neulerchenfelderstraße 49, Va9 Uhr abends. Redner: Dr. Georg Weiner, Dr. J. Klaber, Frau Margit Buchbinder, Dr. D. Friedmann. . Magistratisches Bezirksamt XVIII, Martinstraße, V»9. Uhr abends, Redner: Siegfried Graubart, Erna Patak, Dr. Josef Löwenherz, Dr. Jakob Ehrlich. Gasthof Matzinger, IV., Karolinengasse 14, lU9 Uhr abends. Redner: Fritz Richter,'Dr. Henny Lichtenstein- Rappaport, Dr. I. H. Körner, Ing. Robert Stricker. Mittwoch, den 23. November 1932: Bethaus Tümche Jeschurun, XX., Allerheiligengasse. 1 ^Uhr abends. Redner; Prof. Aron Schwertwnger, Ing. Eugen Buchbinder. _ Donnerstag, den 24. November 1932: Restaurant Führer (Schützensaal), VIII., Alibertgasse 43, */29 Uhr abends. Redner: Dr. Jakob Weiher, Dr. Josef Löwenherz, Dr. S. Wolf. Mariensäle, XIV., Reindorfgasse 2, K9 Uhr abends. SS FrAtZ TRiÄ'' Dr« Mob Ehrlich, Dr. N. Samonsky, Dr. I. H. Körner. .v ' .Cafe .Mariahilf, VII., Mariahilfcrstraße. 89, %9 Uhr trnF$^ne-V: Pr:-WiJK Perl, Frau Margit Buchbinder, \u weis> lnB' R(>bbrt Stricker. ' ' ' ' 1/ o tthJrSi!Z8A A™«*e E"»es? X., - Favoritenstraße 106. w'lSch; R OT! ° SchwertfinSe^ Kultusrat KOHLE/KOKS ANTHRACIT höchster Qualitäten BÄSCH. IV. Argetvti''«rstraOe 22 Tel.: Serie U-47-?-4<> Kommt das Palästina-Parlament? Die Frage des von den antizionistischen Arabern geforderten Parlaments (Legislative Council) für Paliistina ist neuerlich aufgerollt worden, und zwar vor der Mandatskommission des Völkerbundes, welche soeben den Bericht des palästinensischen Regierungschefs, High Commissioner Sir Artur Wauchope, entgegengenommen hat Die Ansicht offizieller zionistischer Kreise, daß die gefährliche Frage nicht aktuell ist, stheiat dadurch erschüttert. Aus Genf wird gemeldet: Auf eine Frage von Lord L u g a r d, englischem Mitglied der Mandatskommission, hinsichtlich des Standes der Frage der Schaffung eines Legislative Council (Parlaments) in Palästina erklärte Sir W a u c h o p e: Die Absicht der Regierung, einen Legislative Council zu schaffen, besteht nach wie vor. Wir werden Schritte zur Bildung eines Legislative Council ergreifen, wenn die jetzt in Vorbereitung befindliche neue Gemeindcordnung in Kraft getreten sein wird. Ich hoffe, daß es möglich sein wird, diese Verordnung, deren Zweck es ist, die Teilnahme lokaler Vertreter an munizipaler Verwaltung zu erweitern und zu erleichtern, a nf aftgs 1933in Kraft treten zu lassen. Ich hoffe zuversichtlich, daß die Stimmung gemäßigt sein wird und daß die Führer beider Parteien die Vorschläge betreffend Schaffung eines Legislative Council akzeptieren werden. Diese Vorschläge werden notwendigerweise definitive Sicherungen nach der Richtung enthalten, daß unter keinen Umständen der Friede und die Sicherheit des Landes gefährdet oder die Durchführung des Mandats gehemmt werden könnten. Unser ganzes Bestreben, fügte der High .Commissioner hinzu, geht dahin, Palästina gemäß den Wünschen beider das Land bewohnender Rassen zu. regieren. Sobald diese Wünsche '< miteinander in Konflikt gqraÄ benütze ich alle Mittel, um einen Ausgleich DAMPFBAD fördert am angenehmsten und wirksamsten STOFFWECHSEL D DAMPFBÄDER „, DIANABAD sind weltberühmt, unerreicht an Größe, Eleganz und Zahl der Räume und Bassins, Komfort and Hygiene und trotzdem BILLICX Im Abonnement (S Karten) nur S 2*" per Bad H Ö HfiNSON NE / B E STRAHLUNG gegen S 1.— Zuschlaf herbeizuführen. Erweisen sich diese Bemühungen als nutzlos, dann muß, die Regierung, ohne der Kritik zn achten, jene Politik durchführen, die; sie für die beste im Interesse der Gesamtbevölkernng* und" als - mit;-dem Mandat übereinstimmend hält. : <ivi^s^i(Ä?lii/Ri-" lVisBi«kälfie^§redit—minderes Wie mini die Juden dumm machen will — Das Gutachten eines Staatsrechtslehrers „Die Zionisten fordern für die Juden die in den Friedensverträgen festgelegten und vom Völkerbund garantierten Min d e'r heit sr ech t ei" — Das ist 'gefährlich! — Minderheitsrp.cht ist minderes Recht.— Also gefährden die Zionisten die Gleichberechtigung der Juden!" Dieser Ruf ertönt überall, wo die Zionisten oder andere jüdischnational eingestellte Gruppen dafür eintreten, daß Juden eine Politik betreiben sollen, welche den besonderen Schutz der besonders schwer bedrohten jüdischen Rechte zum Inhalt hat. Er ertönt natürlich jetzt in Wien in besonderer Stärke bei den Kultuswahlen, im Kampfe um die Führung der Judengemeinde. Minderheitsrecht ist vermindertes Rechtl Unermüdlich wird dieser bösartige Unsinn in allen Tonarten wiederholt, dieser Unsinn, der die Aehnlichkeit von Worten benützte, um den Sinn ins Gegenteil umzukehren. Eine Demagogie, die beim Wähler ein Höchstmaß von Dummheit voraussetzt. Minderheitsrecht ist nicht „minderes" Recht, sondern bedeutet erhöhten Rechtsschutz für nationale und religiöse Gemeinschaften, die inmitten einer andersgearteten Majorität leben und durch einfache demokratische Abstimmung in den maßgebenden Parlamenten und sonstigen Körperschaften nie zu ihrem Rechte kommen könnten. Zum Beispiel: Ein Parlament mit polnischer Mehrheit wird auf dem Wege einfacher Abstimmung nie den. in Polen lebenden Staatsbürgern deutscher Nation das Recht auf deutsche Schulen geben. Das Minderheitsrecht zwingt aber die polnische Regierung zur Einrichtung, respektive, staatlicher Unterstützung deutscher Schulen. Ist das weniger Recht oder mehr Recht? Ist das B edrohung der Gleichberechtigung oder erhöhte Sicherung der Gleichberechtigung? Im Falle der österreichischen Juden: Die Juden haben Spitäler, Versorgungshäuser, Waisenanstalten, Blindeninstitute, Erziehungsanstalten usw. zu unterhalten. Das christlichsoziale Parlament und die sozialdemokratische Gemeindeverwaltung stimmen jeden Antrag, den Juden für ihre Einrichtungen eine Unterstützung zukommen zu lassen, aus den allgemeinen Steuern, entsprechend der Höhe des jüdischen Anteiles an denselben, nieder. Die Katholiken, die Sozialdemokraten bekommen alles, die Juden nichts. Nach dem im Friedensvertrag vorge- Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgelt» i liehen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. | sehenen Minderheitsrecht aber gebührt den Juden diese Unterstützung. Die Zionisten verlangen, daß :i diesem Minderheitsrecht entsprochen, daß der. not- leidenden Judenschaft ihr Recht zuerkannt wird. Ist das Bedroh u n g der Gleichberechtigung oder Wahrung der Gleichberechtigung? * Um diesem endlosen und sinnlosen'Hin- und'Herreden ein Ende zu machen, haben sich die Österreichischen Zionisten um ein Gutachten von anerkannt autoritativer Bedeutung bemüht. Der o rd entliehe Professor für Rechts- und Staats Wissenschaften an der Universität Wien Dr. Adolf M e r k 1 hat über Ersuchen der österreichischen Zionisten ein solches Gutachten abgegeben. Er sagt in' diesem Gutachten wörtlich: „Ansprüche von Angehörigen einer Minderheit in bezug auf Gleichbehandlung mit anderen Staatsbürgern finden demnach im Friedensvertrag eine ausdrückliche, nicht bloß vom Standpunkt des Völkerrechtes, sondern auch der österreichischen Rechtsordnung vollgültige Rechtsgrundlage. Für die rassischen, religiösen und ethnischen Minderheiten verdient sogar die durch den Friedensvertrag geschaffene Rechtslage bei weitem vor der aus dem Staatsgrundgesetz sich ergebenden Rechtslage den Vorzug; nicht bloß deswegen, weil die Gleichberechtigung auch jener Staatsbürger, die rassischen, sprachlichen oder religiösen Minderheiten angehören, nunmehr ausdrücklich statuiert, sondern weil die staatsbürgerliche Gleichberechtigung zugunsten der Minderheitsangehörigen im Friedensvertrag wirksamer sanktioniert ist. Die Gleichberechtigung derjenigen österreichischen Staatsbürger, die rassischen, religiösen oder sprachlichen Minderheiten angehören, ist nämlich nicht bloß innerstaatlich, wie die der sonstigen Staatsbürger durch die Beschwerde an den Verfassungsgerichthof wegen Verletzung der durch die Verfassung gewährleisteten Rechte, sondern auch durch internationale Instanzen garantiert. Mit diesen Vertragsbestimmungen ist zugleich die Aenderung des den Minderheitsangehörigen zukommenden Rechtsschutzes im Vergleiche mit dem verfassungsgesetzlichen Schutze sonstiger Staatsangehöriger wesentlich erschwert — ein weiterer wichtiger Gewinn der Gewährleistung der Gleichberechtigung zugunsten der Minderheitsangehörigen durch den Friedensvertrag.