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Die neue Welt · 1932-11-04 · Heft 268 (4.11.1932) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 268 (4.11.1932)
Date
1932-11-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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«" . rf«i*i»*tatte'k , «'«ver9 ijVic«- Titf- Preis 35 Groschen lahrgang G Freitag/ den 4« Noveml —• xoä V* b* b* Zeitung vom Verleger versendet „Journal expedie pur reditenr**. HEUE WELT REVUE BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50. vierteljährig S 4.20. ganzjährig S 16.—;Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6,— Tschechoslowakel monatUch Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.-; Jugoslawien monatlich Dinar 14.-, vierteljährig Dinar 40.-; Rumänien monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei'120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.»; Bulgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 120.—; Italien monatlich Lire5.—. vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50 HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion n. Verwaltung: Wien IX% Universitätsstr. 6-8, 7 ei. B-48-504 — Erscheint jeden Freitag Versammlungskalender der „ZIONISTISCHEN LISTE // Donnerstag, den 3. November 1932 Jugendversammlung, Revisionistenheim, IL, Untere Augartenstraße 38, 8 Uhr abends. Redner: Erich Wolf, Ing. Eugen Buchbinder, Dr. Oskar Grünbaum. Montag, den 7. November 1932 Wählerversammlung, Tschechisches Restaurant, V.. Margaretenplatz 7, Redner: Hans Kandl, Kultusrat Dr. Jakob Ehrlich, Dr. Oskar Grünbaum, Oberbaurat Ins:. Robert Stricker. Frauen Versammlung, Mirjamheim, I., Jordangasse 7, 1. Stock, 5 Uhr nachmittags. Redner: Dr. Josef L ö w e n h e r z. ' Wählerversammlung, Cafe Neptun, XX., Gaußplatz 7, %9 Uhr abends. Redner: Dr. Josef Löwenherz, Prof. Moses Rath, Dr. Jtfahum: S a m o n s k y. Dienstag, 8. November 1932 ' Wähl er Versammlung, Bayrischer Hof, IL, Täborstraße 39, 8 Uhr abends. Redner: Prof. Moses Rath, Dr/Na.hum Samonsky, Dr. I. H. Körner, Dr. Oskar Grün bäum, O'berbaurat Ing. Robert Stricker, Frau Margit Buchbinder. _ . ,_ : Wählerversammlung, .• Cafe.' Lovrana, III., ' Löwengasse 36, %9 Uhr. ahends, Redner: Dr. Willy Perl,, Hans Kandl, Dr. Josef Auerbach, Pr. Oskar Grüribaum. >■ - . ' -'^^ .; - -^Mdtttwöc'hi den- 9; November 1932;; '• '• W:ä h l e r'v e r s:a m m 1 u-n'g, Märiehsälc, XIV., Reindorfgasse" 1, Vt9 Uhr abends, Redher: Ingi Eugen Büchbinder, Dr. I. Klaber, Dr. Siegfried Bader, Dr. Josef Löwenherz. Wählerversammlung, Restaurant Kornmehl, IX-.,. Kolingasse. 3, . /^9 Uhr abends,' Redner: Dr. Josef L.öwenherz, Dr. L.H. Körner, Hans K a n d 1, Oberbaurat Ing. S t r i c k e r. ■ v. ". 'Wählerversammlung, Revisionistenheim, IL, Untere Augartenstraße 38, %9 Uhr abends, Redner: Doktor Dagobert Rybaczewski, Kultusrat Josef Waltuch, Dr. N. Samonsky, Dr. Jakob Ehrlich. W ä h l.e r v e r sä m m 1 u n g, Restaurant Gabriel „Zum Radfahrer", Prater, Ausstellungsstraße 86, H9 Uhr abends. Redner: Prof. Moses Rat h, Dr. Michael Steinberg, "Dr. Oskar Grün bäum, Dr. Desider Friedmann, Oberbaurat Ing. Robert Stricker. Donnerstag, den 10. November 1932 Wählerversammlung, Cafe Palace, VI., Mariähjlferstraße 99, %9 Uhr abends. Redner: Dr. Richard T a u s s i g, Dr. Nahum Samonsky, Dr. Sanel Beer, Dr. Oskar Grünbaüm, Dr. Josef Lö wen h e r z. Wählerversammlung, Restaurant Führer (Schützensaal), VIII.', Albertgasse 43, V*9 Uhr abends, Redner: Hans Kandl,' Dr. Desider Friedmann, DK;L H; K:ö rner, Oberbaurat Ing. Robert S t-r i c k er. L " Wähler Versammlung, -Festsaal des Cafe Hietzinge'rhöf, XIIL, Hietzinger Hauptstraße 22, 149 Uhr abends'. Redner: Dty Josef Löwenherz, Dr. Oskar R b s e h f e 1 d, Dr. Isidor Klaber, Dr. Georg Weiner. /Wählerversammlung, %9 Uhr abends, S.eudath Sabbat, IL, Malzgasse 2. Redner: Kultusrat Prof." Moses R a t h, Dr. Abraham Schme'rler, Doktor Dagobert Rybaczewski: . .Samstag,.den' 12. November. 1932 . , W ä h 1 e r v, e r.s a m m l u n g , . %9 . abends, , Cafe „Orient'?, IL,. Praterstraße. 66. Redner: Fritz Richter, Dr. Sanel B. e e r, Dr.- Josef .Low en'he r'z, Oberbaurat Rob. -S t.r.ic.'k er. ■ ../. - Mittwoch, den 16. November 1932 Wählerversammlung, Hotel Continerital,' IL,-Täborstraße 4, H9 Uhr abends. Redner: Frau Margit Buchbinder, Frau Dr. Henny, Lichtenstein-! Rappapo r t, Dr. I. K1 a b e r, Dr. Lö we n h e r z, Dr. Ehrlich, Plans K a n d 1, Dr. I. H. K ö r n e r, Oberbaürat Ing. Robert Stricker. Wählerversammlung, Saal der Bezirksvorstehung, XVIL, Elterleinplatz 14, M Uhr. Redner: Doktor ' Oskar R o s e n f e 1 d, Dr. Desider Friedmann, Dr.'I. H. Körner, Dr. Oskar Grün bäum, Leopold S i t z m a n n, Vertrauensmüunervcrsammlungen der „Zionistischen Liste" I. Bezirk: Täglich ab 8 Uhr abends Cafe Excelsior (Extrazimmer) L, Rotenturmstraße. II. Bezirk: Täglich, Sektionsheim, IL, Praterstraße 13. Prater: Täglich ab 8 Uhr, Sektionsheim, IL, Jungstraße 8. III. Bezirk: Montag, Mittwoch und Samstag: ab 8 Uhr abends Cafe Lovrana, III., Löwengasse 36. IV. und V. Bezirk: . Täglich, Terrassencafe, V., Margaretenplatz. VI. und VII. Bezirk: Täglich, Phönixlokal, VL, Mariahilferstraße 3. VIII. Bezirk: Täglich, Sektionsheim, VIII. Bennoplatz 8. IX. Bezirk: Täglich, Cafe Metropol, IX., Berggasse 33; Cafe Klein, IX., Schlickgasse 5. X. Bezirk: Dienstag, den 8. November, 8 Uhr abends, Ansehe Emes, X., Favoritenstraße 106.. XII. bis XV. Bezirk: Täglich, Bezirkssektionsheim, XV., Herklotzgassc 21. XIIL Bezirk: Donnerstag, den 3. November, %9 Uhr abends, Hietzingerhof, XIIL, Hietzinger. Hauptstraße. XVI. und XVIL Bezirk: Dienstag, den 8. November, 148 Uhr abends, Cafe Alt-Wien, XVI., Ottakringerstr. 45. XVIII. Bezirk: Montag, den 7. November,M9 Uhr abends, Cafe Stadtbahn, Gersthofersträße 47 (Telephon B-44-3-68). XIX. Bezirk: Donnerstag, den 3. November,. 8 Uhr abends, Cafe. Döblinger. Hof, XIX., Billrothstraße 49, Referent: Dr. L H." Körner.' XX. Bezirk: .Täglich ab 8- Uhr,-Sektionsheim, XX., Jägerstraße'30.' /, . - Billigstes und bequemstes Winter-Weekend im Dianabad SAMSTAG und SONNTAG nur S I.SO für DEN GANZEN NACHMITTAG 12-V,7 Uhr WE&&EN-SCHWIMMBAD FAMILIENBAD So m m er-Temperatur — Warme Brausen Hohensonne-Bestrahlung S Vorzügliches Restaurant und Büfett Alle im. redaktionellen Teil' befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes-" E' bezeichnet. iiii«! Reidfe§ä&g§wahlen // Ixk den deutschen Wahlen am 6« November Von Direktor Georg Kareski (Berlin) Direktor Georg K a r e s k i, Gründer und Führer der Jüdischen Volkspartci, früherer Präsident der- Berliner Jiidengemeinde, ist heute wohl die markanteste Persönlichkeit im jüdischen politischen Leben Deutschlands. Er vertritt seit Jahren die Ansicht, .daß unter den gegebenen Umständen das Zentrum die einzige Partei ist, mit welcher die national organisierte Judenschaft Deutschlands kooperieren kann. Bei den letzten Wahlen hat auch unter dem Einflüsse Kareskis eine große Zahl von Juden für das Zentrum gestimmt. Vor den letzten Reichstagswahlen am 31. Juli war trotz der Fülle von zwei Dutzend Listen, die um die Gunst der Wähler rangen, die Entscheidung für die d e u t s c h e n Juden relativ einfach. Für das sehr laute, aber nicht sehr zahlreiche Grüppchen jüdischer Kommunisten stand die deutsche Filiale von Moskau zur Verfügung. Ein erheblicher Teil der deutschen Juden war entschlossen, wie seit Jahren, für die Sozialdemokratie zu stimmen, wobei ebenfalls, wie seit Jahren, wirkliche Sozialisten und Bourgeois mit völlig antisozialistischer Einstellung eine peinliche Einheitsfront bildeten. Ein kleines, Häuflein Unentwegter wollte trotz der Aussichtslosigkeit für das Banner der Staatspartei sich hinopfern, während der größere Teil der bürgerlich eingestellten deutschen Juden in Erkenntnis der gefährlichen Situation und in Würdigung der verantwortungsvollen Steuerung des deutschen Staatsschiffes durch Brüning für das Zsentrum votierte. Das Wahlergebnis mit seinen 230. nationalsozialistischen Abgeordneten, war erschütternd genug, und doch waren die zwei schlimmsten Möglichkeiten. vermieden worden. Weder war es: Hitler gelungen, sich allein in den Besitz der. Mehrheit :zu setzen, noch . gab es ■ im > Reichstag , eine Mehrheit der Harzburg er Front, also eine Mehrheit aus geschworenen Judenfeinden und solchen, die Juden in ihren Reihen nicht dulden wollen. , Wenn jetzt am 6. November die deutschen Wähler wieder einmal an die Wahlurne gehen, wird sich — wie es den Anschein hat — für viel)? jüdische. Wähler die polU tische Welt verändert haben: Es ist unstreitig, daß gewisse Maßnahmen der - Regierung P.apen in den Kreisen der . Wirtschaft, also auch bei vielen jüdischen Wählern, Zustimmung erlangt haben. Dazu kommt das Gefühl, daß in den nächsten Jahrzehnten in Deutschland der Marxismus seine entscheidende Rolle ausgespielt haben dürfte. Nicht wenige solcher Wähler, die in den letzten Jahren aus Gründen ihrer eigenen Sicherheit sozialdemokratisch wählen zu sollen glaubten, ohne Sozialdemokraten zu sein, scheinen diesmal den etwas weiten Weg von der Sozialdemokratie bis zu Hugenberg gehen zu wollen. Was ficht sie, die sich innerlich als Schutzjuden fühlen, an, daß in dem Programm der Deutschnationalen Volkspartei noch immer der Tivoli-Geist lebendig ist, daß Juden hier sowohl wie im Stahlhelm von der Mitgliedschaft auageschlossen sind. Auch der galizische Schlachziz pflegte ja Juden nicht als gesellschaftlich gleichwertig zubehandeln und wurde trotzdem von ihnen lange Jahre hindurch gewählt. Hatten bei der letzten Wahl immerhin noch Tattsende von Juden die Staatspartei gewählt, weil sie den lebenden Leichnam, den diese Partei heute darstellt, noch immer für einen lebendigen Organismus hielten, so dürfte das letzte Wahlergebnis ausreichend aufklärend gewirkt haben. Es wird wehig Leute geben, die nicht begreifen, daß die nächsten Wahlen das Verschwinden der Staatspartei> die nicht einmal mehr in Groß-Berlin ein Mandat erringen konnte, aus dem Parlament bewirken werden. Infolgedessen ist dieses Mal wirklieli jede Stimmenabgabe für die Staatspartei gleichbedeutend mit dem Verlust der Stimme, und so viel politische Reife müßte eigentlich selbst bei den deutschen Juden vorausgesetzt werden, daß sie die Bedeutung dieser Gefahr nicht verkennen, zumal die Staatspartei auch dieses Mal wieder mit der stolzen Leichtfertigkeit, die sie seit einiger Zeit auszeichnet, für eine Sicherung gegen Stimmverluste durch Listenverbindung nicht Sorge getragen hat. Nur der Kuriosität wegen auch ein Wort über die Parteineubildungen auf der Linken. Während die radikaldemokratische „Partei" Listenverbindung mit den Sozialdemokraten geschlossen hat, ist die Sozialistische Arbeiterpartei wieder mit den Kommunisten gekoppelt. Daneben erscheint dieses Mal. die neue „Partei" des verdienstvollen Herrn Hör sing, des Gründers und langjährigen Führers des. Reichsbanners, auf der politischen. Bildfläche. Alle diese Splitterbildungen werden wie bisher irgendein Mandat nicht erreichen können, ihre Stimmen daher lediglich dazu dienen, diejenigen, Listen zu stärken, mit denen sie verbunden sind. Unter diesen Umständen ist es nicht gerade sehr eindrucksvoll,: wenn den jüdischen Wählern versichert wird,-:.wie-"weitgehende- Berücksichtigung Juden bei der Kandidatenaufstellung dieser „Parteien" gefunden haben. Ob auf diesen Listen jüdische oder nichtjüdische Kandidaten durchfallen, scheint mir bei der Bedeutungslosigkeit dieser politischen Gebilde praktisch und politisch völlig gleichgültig. Viel weniger gleichgültig x, B. ist, daß das einzige jüdische Mitglied der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, das

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