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Die neue Welt · 1932-10-07 · Heft 264 (7.10.1932) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 264 (7.10.1932)
Date
1932-10-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 26i |«ani i«idt «t1wich WB*Jdrkv«r^j -Mofrkleid mit ichicWtm Soictenputv nnedtrartan vCLt I D P /> YtANTEL-^sna^^ WOCHE ^^§eS3SSSE^ Qualiäts-Mäntel: Tn<h*Mant«l, nanz gerüttert und watt., Kragen und Man>chetten mit grobem Pe.zbesatz . S RalnwolMnatland-ftaglan, ganz Ciepe Mongol, gel., chawoilr watt., Reveis und Kragen sehr apa-t, abgesteppt.........a Diagortal-Mäntal, Drate Paß'orm, mit reicher WHitfs Wallaby-Verbrämung.......S •mahnt« ttodaff-Mäntal t. d. verwöhnte Dame, .„e nsien hocn«eitigen . toiten, reich mit cdeifeil verbr. (auch für starke Damen) > 49 69 79 98 SIOFFE: Arghafalna edar Well- Caorgetta, re ne Wo'le, 130 cm br.. alle Mouef . S Sport-Noppe, dti praktische Mantetstoft. 14( cm . . S 590 r^.90 Pelze, Felle, Verbrämungen: 41- .s Bralttdwanxramm-Jäcfcchan, 8Cnwarz ode. brau i, sehr modern Hutria-Lamm-Mäntal, 190 u verwüstlich..............S 16(9 Fohlan-Mäntal mit großem Lammhllkragen, ganz gef ttert und waiteli'tt......S 149" Echt« Maturbiiam-Mäntel, 9Q&-— ganz pikiert, geüttett und watteliert . . S 6&0 Vlnatta-Lamm* Braitsdiwanx-Moirc« Klagen . . .S 2.50 lammfalia, drap, Saai-Elacfrlc* giau, braun, schw. Krag«n, gef.. S 6.90 Sd.10, 2 9ü . .S 1.90 Nutria^amm, Kra- Saal-Elactric- Ken».Mansch.s 19.50 Falle S3.M) . . S 2.90 Mod. langhaarig* CroOe Nutria- Kaninr«ll«S3.!*0, 3.20 lamm-Fall« .. S 2.90 Kleider — Kostüme: RalnwoIhStoffkleidar, einfarbig, flotte Fasson, 1/fl.— mit neuar ig Crepe Mongol-Kragen , ■ .S H Für sehr starke Frauer» (nis Hättenweite 150 cm) Frauen-^teff m&ntel, sehr wa mt-s Ganztutier »veite Hasson mit roßem Pelzbesatz S VOilrlps-MBntel, b au oder schwarz, ganz geiut.ert und wattiert, mit großtm Nutrialamm- oder Seal-El-erde Kragen . . . .S Oouble-Velour-Olaqonal-K e'der, Herreniasson o . Klappe m eidenblenden S Fesohe Relnwoil* rauenkleloer, gute ualifai Sp<zia"cnnitr.......S tleg«*nte Crepe*Mongo|-Kle>dar mit reize, der eid-ngarni u ........ .S 59 9 20 25 Hüte, Schuhe: Moderner Filzhut mit Filz oder Band garniert. Handarbeit..........b 3,90, Eleganter Samthut mit fescher Masche, Seide getutttrt............S 4.90, Lack- oder SSmlsch-Damenschuhe, Pumps- oder Spange .asson, ganz Cuunessc- Absntz (u isar Sch.ag >)..........S Trottaurlamens huh m festem Lrder- absatz und Ma.ker bohle, uiieüiößen, braun "nd schwarz ........ .......S 90 3 ,90 1P 7>TO Aus unserer K nder-Abteilung: Huber tua-Man'erl für Mädchen und Knaben, alle stoßen lagernd . .... ab ä Baumwoll Schulmanterl, ganz gef., ScIm wo if Wrfttei ert ........ab S Boy Manterl du ke blauer Ratind. ganz gefuttert und watteliert mit Samu ragen und Goldknopfen . . . .... . . ab S Reizende MSd hen - Ripsoopellneivltlder mit: Mon;ulkragen gep . . ab Herzloe RelnwoW-f weedkleider mit ■feschem beidenscnlipsKtagen.....ab S •JT.90 17-30 24» ß.50 ljf.90 Sahrfdilcfce Crapa.Mongol Klaidar mit großem, *|Q.50 vielfaib. oeidenkragen.........slw Vornahme Nachmittagskleidar aus Reinwol- Oft.— uranella, Velour-Chilion, geputzt. . . . . 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Ich bin in jenen Jahren viel in der russischen Provinz gereist und habe dort aus dem Munde braver, aber etwas undiplomatischer Provinz-Bolschewiki direkte Beweise für die systematische Ausschaltung der jüdischen Parteileute erhalten, Stalin hat in den Kampfjahren gegen Trotzki nach meiner Ueberzeugung bewußt das Anwachsen antisemitischer Strömungen in der Partei selbst geduldet. Diese Haltung der Diktatur hat natürlich, trotzdem man den Antisemitismus mit den Lippen weiterhin verdammte, ihre Wirkung auf die breiten Massen nicht verfehlt Das äußerte sich im Alltagsleben darin, daG man auf der Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in den Betrieben das Wort „Schid" wieder täglich hören konnte, ohne daß Polizei und andere Amtsorgane gleich dagegen eingeschritten wären wie bisher. Darüber hinaus aber ist es, besonders 1928 und 1929, in allen Teilen des Reiches zu antisemitischen Roheitsakten gekommen, die manchmal fast den Charakter von Pogromen annahmen. Ein kleiner Teil dieser Fälle wurde an die große Glocke gehängt, und dabei stellte sieh bezeichnenderweise fast immer heraus, daß die Delikte in Anwesenheit und unter stiller oder lauter Billigung nicht nur der Arbeiterschaft, sondern auch der Partei-, Gewerkschafts- und Betriebsorganisationen verübt worden sind; das bestätigte die Breite der antisemitischen Einstellung der Sowjetbevölkerung, die man ja aus dem täglichen Leben bereits sattsam kannte. In einer Reihe von Prozessen wurde auch festgestellt, daß sich Parteileute selbst, insbesondere Jungkommunisten, an der Beschimpfung und Mißhandlung jüdischer Proletarier beteiligt haben. Der heimliche Kampf der Partei gegen die jüdischen Genossen hat mit der Niederschlagung der Trotzki-Opposition seinen Zweck verloren. Man spürt ihn heute nicht mehr. Neuerdings sind sogar einzelne Juden wieder in bolschewistische Machtpositionen aufgerückt Auf den machtpolitisch unbedeutenden Arbeitsposten der Sowjetmacht gibt es nach wie vor unzählige jüdische Bolschewiki. Die Volkskommissariate wimmeln von ihnen; in den Ministerien des Handels, der Außenpolitik und des Volkserziehungswesens sind die Juden heute absolut dominierend. Aber konzentierten Einfluß, „Herrschaft", üben sie weniger denn je im bolschewistischen Gemeinwesen, Von dieser Wahnvorstellung sollte sich das Ausland endlich freimachen. Sonst versteht es; den Bolschewismus nicht und bekämpft ihn mit falschen Mitteln, wo er wertrevolutionär in Aktion tritt Brit Trnmpeldo* (Vom Büro des Shilton, Paris.) Palästina. Die in Tel-Awiw vom Betar veranstaltete Feier des 15jährigen Jubiläums der Jüdischen Legion fand ihren Ausdruck in einer Massenversammlung und einer Parade des Tel-Awiwer Ken- Betar vor ehemaligen jüdischen Legionären. Beide Veranstaltungen fanden unter re»er Beteiligung der Tel-Awiwer Bevölkerung statt. Viele Tausende lauschten den revisionistischen, betarischen und legionistischen Rednern, und viele Tausende waren bei der Parade des Betar zu Ehren der ehemaligen Legionäre anwesend. Der gesnmte Ken Betar in Tel-Awiw marschierte in Paradeuniform an einer Gruppe ehemaliger Legionäre unter Ehrenbezeigung vorbei. An der Parade nahm auch .der ehemalige Natziv des Betar in Palästina, Sergeant der Jüdischen Legion Menahem A r b e r, teil. Es ist bezeichnend, daß weder die Regierung, noch die zionistische Exekutive, noch die Organisationen der ..Arbeiterpartei" bei der Feier vertreten waren. Als sich nach der Parade soontan ein Zug bildete, aus ehemaligen Legionäen, Betarim und vielen hunderten Zuschauern, der durch die Straßen der jüdischen Stadt ziehen wollte, um die Erinnerung an die Jüdische Legion zu demonstrieren, trat Polizei dazwischen und löste den Zug auf. Lettland. In Lettland fanden Kreiskonferenzen des Bertar statt. An der Konferenz in Lettgallen nahmen der Natziv, M. G o 1 d, und die Ketzine ha Netzivut B o dnia und Friedmann teil. An der Konferenz der Kenanim Kurlands, die vom 24 bis zum 25. September in Mi tau stattfand, nahm auch Ketzin ha Shilton A. Dissentschik teil und hielt das ideologische Referat. Vereinigte Staaten. Der neue Natziv des Betar in den USA., Prof. Smertenko, inspizierte bereits alle Oedudim des Betar in New York und übernahm aktiv die Führung der Netzivut in den USA. Polen. Die Netzivut in Warschau nimmt zurzeit eine Dezentralisierung der Verwaltung der Kenanim in Polen durch eine Erweiterung der Funktionen und Kompetenzen der Mifkadot Geliliyot (Kreisleitungen) vor. Dies bezieht sich insbesondere auf die Intensivierung der Harbshara ha?anatitt (Wehrsport), die nunmehr planmäßig in allen Kenanim des Betar in Polen durchgeführt werden soll. Legitimationsaktion. Die vom Shilton in seiner Pekuda N. "54 vom t6. September 1932 eingeleitete Aktion zur Verteilung von Legitimationen unter alle Betarim der Welt mit der eine allgemeine Zählung des gesamten Betar verbunden sein wird, ist in vielen Landesorganisationen, wie Tschechoslowakei, Oesterreich, Danzig, Polen u. a., bereits in Angriff genommen worden. Es ist zu hoffen, daß diese Aktion, als eine Probe der Disziplin der Betaiischen Bewegung, hundertprozentig gelingen wird. KB 19 e SporS- und iiliiiiiiiill Turnheweguit» Die Anfänge des jüdischen Fußballsports in Wiem Vor kurzer Zeit versendete der Deutschösterreichische Turnverein an seine Mitglieder ein Schreiben, worin die Mitteilung enthalten war, daß er seinen Namen in „Allgemeiner Turn- und Sportverein" umgeändert habe. Diese scheinbar' belanglose Nachricht geht auf ein Stück interessante» Sportvergangenheit zurück. Der im Jahre 188? gegründete Deutschösterr e i ch i s c h e Turnverein war es nämlich, der unmittelbar nach der Gründung der beiden Vereine V i e n n a und C r i c k e t e r, eine eigene Fußballsektioa in der Saison 1894/1895 ins Leben rief. Als Klubfarbe wurde Blau-Weiß gewählt, dieselben wie die der heutigen Hakoah. Zu den Stars dieser Mannschaft gehörten u. a. Josef Prager (Hanas genannt), Rosenfeld, Stöhr, Roller, Wiesner. deren Reihen durch einige Nichtjuden verstärkt wurden. Die Erfolge dieses Teams waren bedeutend; so arbeitete es sich im Jahre 1897 bis ins Finale des von den Cricketern gestifteten Chalenge-Cup, wo es aber von den Blau-Schwarzen geschlagen wurde. Die Fußballmannschaft des Deutschösterreichischen Turnvereines kann also mit Recht als der Vorkämpfer der heutigen Hakoah bezeichnet werden, wenn auch zugegeben werden muß. daß nicht nur allein derDeutschösterreichische Turnverein als der Pionier des jüdischen Fußballsports bezeichnet werden darf, sondern auch die damals von zwei Benmten der Anglobauk, Stiasnv und Spitzer, gegründete Olympia, die vorwiegend aus jüdischen Spielern bestand. Hakoah-B. A. C. Der jüdische Verein tritt Sonntag zum Meisterschaftsspiel gegen den B. A. C. an. Das Treffen geht auf dem W. A. C.-Platz vor sich und beginnt bereits um ili2 Uhr. Die Brigittenauer haben bis jetzt achtbare Erfolge erzielt, die Hakoah-Mannschaft dürfte aber, wenn sie nur ein wenig Sohußglück hat, den Kampf sicher gewinnen. Die Hukoahner Löwy, Dounenfeld und Platschek wirkten im sogenannten Team der Talente das Sonntag das Vorspiel zum Städtekampf Wien—Budapest auf der Hohen Warte bestritt, mit gutem Erfolge mit. Besonders Löwy, der das Tor der Oesterreicher hütete, konnte sich durch einige gelungene Paraden auszeichnen. Student legt 4000 Kilometer zu Fuß zurück. Der jüdische Student Julius Saloraon aus Wien, ging zu Fuß nach England, durchquerte dieses Land und legte hiebei 4000 Kilometer zurück. Er tritt in den nächsten Tagen den Rückmarsch nach Wien an. Derselbe Student hat schon seinerzeit eine ähnliche Leistung vollbracht, als er die Strecke Wien—Paris zu Fuß zurücklegte,

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