Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 261 (16.9.1932)
- Date
- 1932-09-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2711613-2711843-2711882--3316-2716678- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 8 ©IE NEUEf WELT Nr. ttf \ Set Statt* im ffiarenöaus 6cfjiffmann $at feinen nennenswerten Sdjaben an« gerietet unb bie SBerlaufsräume $at nid^t Berührt. (Es gint olfo feine „nom 5Btonbe Belobigten SBaren". ...Mnb bodj ßnb bie greife für fer)Ietlo|e 2Baren öiel niebriger gehalten als für Be* fd)äbtgte. (£ine SBeftdjtigung ber in 52 Sajaufenftern ausgeftettten SBaren unb greife toixb Sie üBerjeugen. Herren-Kragen, •teif oder halbsteif, Markenware, modernste Fassons, alle Halsweiten, per St. f Ä (statt S 1.-) nur......S "~",^|| Knie-Unterhosen, weiß und alle Modefarben . . . S Weiße Hemden,. SÄ Popeline-Auflage (statt S 4.90) S Weiße Nachthemden, m. Bordüre od. in Pastelifarben S Engl. Mode-Hemden, neueste Streilenmuster, indanthtenfarben mit 2 sep. Kragen (statt S 7.90) nur......S Moderne Hüte, ^Lr1 alii Farben und Orößen (statt S 6.90) (lt. Bild) nur..... S -.98 Z.90 2.90 4.90 3.90 Knickerbocker, aus guten Sportstoffen, komplett breit. S 12,90 ... ........ S 2-teil. Sport-ÄnzUge, Sakko halb Refüttert. S 39.- . S Eleg. Straßen-Anzug (It. Bild), moderne Streifendessins, neueste Fassons, garantiert gute Paßform.........S Trenchcoat, au« Reinwon- Oabardlo, mit Karofutter, erstklassige Ausführung. S 49.—, (lt. Bild)............S 2 reihige Herbst-Ulster, aus den modernsten Stoffen, mit Konkavschulter, S 69.—. . . . S Moderne Halbschuhe, Pariser, schwarz und braun, feste Sohle.......... S 9.80 29.- 49.- 29.- 59- 9.80 J üdifdie Sport* und liiiiliiiiii! Turnbewegung Die Vorlalle im Sdiwhnmverband Seit den letzten Schwimmeisterschaften im Sommer 1931, während welcher ein Mitglied des Ewa sc erklärt "hatte, mit Juden in einer Wasserballmannschaft nicht spielen zu wollen, bestand zwischen dem E w a s c einerseits und der Hakoah andererseits ein fast unerträgliches, überaus gespanntes Verhältnis. Da der Ewasc im Schwimmverband infolge der Unterstützung der Vereine in den Bundesländern die Majorität besitzt, war es ihm ein leichtes, der Hakoah ein Unrecht nach dem anderen zuzufügen. Als es schließlich soweit gekommen war, daß unter nichtigen Vorwänden das Herbstmeeting der Hakoah verboten wurde, nahm sich der Präsident des Hauptverbandes für Körpersport, Herr Kommerzialrat Dr. Theodor S c h m i d t, der Sache an und nach langwierigen und schwierigen Konferenzen wurde schließlich eine Formel gefunden, die eine gemeinsame friedliche Arbeit und gewissermaßen einen Burgfrieden bis Ende Mai 1932 gewährleistete. Dies ging jedoch Herrn Hans Zimmermann, der sich bei jeder Gelegenheit brüstete, daß er trotz seines durchaus jüdischen Aussehens der nationalsozialistischen Partei angehöre, gegen den Strich. Ihm schwebt nur ein Ziel vor, das ist die Vernichtung der Hakoah, wenn wir von dem höheren Ziel, Vernichtung aller Juden, einstweilen absehen wollen. Er verstand es immer wieder, den mühsam hergestellten Frieden zu gefährden, bis es endlich so weit war, daß anläßlich der Strommeisterschaften in K r e m s im Sommer 1932 unsere jugendlichen Schwimmer, darunter auch Kinder, von Ewasc-Mitgliedern überfallen, aufs schwerste bedroht und zum Teil auch geprügelt wurden, ganz abgesehen von dem Sachschaden, der einigen Hakoahnern durch Beschädigung ihrer Autos zugefügt wurde. Eine Genugtuung für diesen Vorfall, an dem sich nachweisbar Ewasc-Leute beteiligt hatten, war nicht zu erhalten. Alle dem Ewasc nicht angehörigen Mitglieder des Vorstandes des Schwimmverbandes legten ihre Aemter nieder und die Hakoah selbst war genötigt, den Beschluß zu fassen, überall dort, wo Ewasc-Schwimmer an den Start gingen, ihre Mitglieder nicht antreten zu lassen. Obwohl wir genau orientiert waren, daß Friedensverhandlungen mit dem Ewasc mit Rücksicht auf das Ueberhandnehmen der radikalen Anschauungen des Herrn Zimmermann keine Aussicht auf Erfolg haben würden, erklärten wir uns doch bereit, der Einladung des Redakteurs Philipp Winter der „Neuen Freien Presse" Folge leistend, am grünen Tisch zusammenzukommen. Wie wir vorausgesehen hatten, blieb die Intervention des Herrn Winter ergebnislos und wir besuchten den für den 10. September 1932 ausgeschriebenen Verbandstag in der sicheren Erwartung, dort alles eher als unser Recht zu finden. Der Rumpfvorstand legte seine Mandate nieder. Bevor die Neuwahlen vorgenommen wurden, wurde nach Rechnungsabschluß und Rechenschaftsbericht gefragt. Beides konnte nicht vorgelegt werden. Es konnte niemand darüber Aufklärung geben, wie die finanzielle Situation des Verbandes aussieht und es hütete sich auch jedes Mitglied des alten Vorstandes, über das mehr als blamable Ergebnis der letzten schwimmsportlichen Veranstaltungen auch nur ein Wort zu verlieren. Ein Vertagungsantrag, der nur gestellt wurde, um dem alten Vorstand Gelegenheit zu bieten, seinen Rechenschaftsbericht vorzulegen, war von Haus aus aussichtslos und es kam schließlich zu der Nominierung der Liste der neuen Vorstandsmitglieder durch Herrn Zimmermann. Wir hätten alles widerspruchslos hingenommen, wenn der Ewasc es nicht für gut befunden hätte, Herrn Zimmermann zu ermächtigen, sich selbst als Schwimm w a r t des Verbandes zu kandidieren. Der Schwimmwart des Verbandes ist jene Person, mit der die Vereinsvertreter in jeder, auch der kleinsten Angelegenheit, Fühlung zu nehmen haben. Mit dem Schwimmwart Hans Zimmermann wollten und konnten wir nichts zu tun haben, weshalb wir uns zu der Erklärung veranlaßt sahen, daß wir zwar unserer Pflicht als Verbandsverein nachkommen, aber keineswegs Veranlassung nehmen würden, uns am Verbandsleben zu beteiligen. Nach dieser Erklärung entfernten sich unsere Vertreter und der Venbandstag beschloß mit der durch den Ewasc repräsentierten Majorität die Wahl jener Vorstandsmitglieder, die Herr Zimmermann präsentiert hatte. Von diesem Verbandsvorstand hat der Schwimmsport in Oesterreich nichts Gutes zu erwarten. Dr. Paul Stern, Präsident des Schwimmklttbe ltHako*JiMi Warenhaus der Sparsamen Schiffmann Hv TaborsiraBe 48 Die Hakoah#Handballer* Meisterschafts* anwarf er! Die Hakoah-Handballer sind nun auch auf dem Wege, sich die Erstklassigkeit zu erkämpfen. Obwohl die Handball-Abteilung die jüngste Sektion der „Hakoah" ist — sie besteht erst fünf Jahre — hatte sie einen rapiden Aufschwung zu verzeichnen. Die ersten Jahre ihres Bestandes mußte sich die Hakoah stets mit dem letzten Platz der zweiten Liga begnügen. Mit dem herrschenden Starsystem wurde nun von der ausgezeichnet arbeitenden Sektionsleitung gebrochen und lauter junge Spieler eingestellt. Die Früchte stellten sich ebenso wie bei den anderen Sektionen, die so arbeiteten, bald ein, die Kampfmannschaft eroberte trotz schwerster Konkurrenz in der Meisterschaft den dritten Platz. Die heurige Meisterschaft1 verspricht sehr interessant zu werden, da von elf teilnehmenden Vereinen nicht weniger als sieben um den Aufstieg kämpfen. Die Hakoah zieht wohlvorbereitet in den Kampf. Es wurden einige glänzende Spieler erworben, um das Ziel zu erreichen, obwohl wie in allen Sportarten auch im Handball größter Mangel an jüdischen Spielern herrscht. Das erste Spiel ging durch eine ganz ungewöhnliche Pechserie gegen den Tabellenersten 4:5 verloren, doch fand; sich die Mannschaft bald und konnte ihr zweites Spiel'' gegen Gymnastikklub 9 :3 gewinnen. Vergangenen Sonntag wurde in einem Prachtspiel Rapid-Oberlaa 14 :0 (6:0) bezwungen. Die Treffer warfen Klein, Stein, F. Weininger (je 3), Landau, Krauß (je 2) und Eigler. Am kommenden Sonntag tritt die Hakoah vormittags auf dem W. A. F.-Platz in Hütteldorf gegen die Austria an, und hat hier eine schwere Hürde. Aber nicht nur die „Erste", sondern auch die Reserve, ferner eine dritte Mannschaft und die Damen- Elf, welche sich jetzt im Umbau befindet, sind tätig. Der Stolz der Sektion ist jedoch die Jugendriege, welche erst vergangene Woche der. Jüd.- Pfadfinderbund (J. P. Oe.) korporativ beitrat. ■ Die Trainingszeiten äuf dem Hakoah-Platz sind Mittwoch und Freitag ab 16 Uhr. In kürzester Zeit wird auch das Saaltraining beginnen. Die Spielerversammlung findet jeden Donnerstag, ab 20 Uhr, im Klubheim, I., Wiesingerstraße 11, statt. Die Mitgliedsbeiträge sind sehr niedrig angesetzt. Die rührige Sektionsleitung setzt sich wie folgt zusammen: . Sektionsleiter: Matrikelamtsleiter Julius Rosenfeld; sportlicher Leiter (Herren): Max Roth, (Damen, Jugend): Alfred Rosenfeld; Schriftführerin: Elly Offner; Kassier: Robert Blau; Materialverwalter und Pressereferent: Otto Feri; Revisoren: Alfred Deutsch, Rudolf S'üß; Delegierter der Klubleitung: Otto Glücksmann. Die systematische Aufbauarbeit der Handballsektion verdient daher großes Interesse. Hakoah (Graz) wurde am Sonntag von Wacker mit 1 :7 geschlagen. Makkabäa Bratislava, wurde in der Meisterschaft vom Sp. Cl. Kabelfabrik 5 :1 besiegt. Makkabi-Proßnitz trägt sich mit der Absicht, ab 1. Jänner 1933 zum Professionalismus überzutreten. Palästina ist dem Weltverband für Frauensport beigetreten. Sieg der Hakoah-Ringer. In der Mannschaftsmeisterschaft im Ringen (Wien), hatte Hakoah über Herkules einen grandiosen Erfolg. Das starke Team von Herkules wurde mit 21 :1 Punkten besiegt. Einzelergebnisse: Bugeester (H.) siegt nach Punkten über Gorschal, Flamm (H.) gegen Vinzenz nach 11 Minuten, Fincus (H.) gegen Pytela in der 9. Minute mit . Untergriff nach vorne, E. Gottlieb (H.) über Jellinek in der 12. Minute durch Eindrücken der Brücke, Bergmann (H.) nach 3 Minuten über Bein, Birnbaum und Müller über Bechstein und Batak. Hockeymeisterschaft. Hakoah siegte über V. f. B. mit 2:1. Beide Tore erzielte Ullmann. Der Sp. Cl, Blau-Weiß (Debüt in der ersten Klasse) wurde von W. A. C. nach gleichwertigem Kampf 2:0 geschlagen. Hasmonea unterlag in der Meisterschaft gegen Gersthof-iWähring 3:4. Zslgo WeriheJmer, der bekannte Schwimmtrainer der Hakoah, ist von seiner Sommertätigkeit aus Pörtschacli zurückgekehrt und hat die Schwimmunterrichterteilung im Diana-Bad wieder aufgenommen. Die von ihm veranstalteten Crawlkurse beginnen ab 15. September fortlaufend. Auskünfte tclephonisch im Dianabad (Tel. A-47-5-20). eines gut frequentierten Geschäftes sucht stillen Kompagnon mit Einlage von 3000 Schilling Zuschriften unter »Streng orthodox" an die Adm. des Blattes f An die jüdischen Theaterbesuche* I Im Jahre 1927 errichteten wir durch eigene; Kräfte die „Jüdischen Künstlerspiele". Dieses klein« Tibeaterchen war stets ein Heim guter jüdischer Kunst. Gastspiele hervorragender Künstler losten einander ab. Nun droht uns die Gefahr, das Theater in dieser Spielzeit überhaupt nicht eröffnen zu können. Wir haben alle nötigen Vorbereitungen getroffen, um einen der .gediagensten Regisseure und Darsteller aus Warschau zu verpflichten. Diese jahrelange Arbeit scheint vertan. Wir sind dieses Jahr nicht imstande, das Kapital aufzubringen. Dalier wiendien wir uns an die jüdische Oeffentlichkeit. Ein Jeder nehme Anteil an unserem Theater* Jeder Schilling wird rückerstattet oder als Eintritt!- karte umgetauscht. Wir wenden uns an die jüdisches Vereine: Beangabt eure Vorstellungen und ihr helft die einzige Stätte erhalten, wo das jüdische Wort, die jüdische dramatische Literatur gepflegt wird. In zwölfter Stunde fordern wir euch auf: Rettet das jüdische Theater! Laßt nicht seine Pforten fttt immer schließen. Für die Schauspieler der „Jüdischen Künstler* spiele": A. M eis eis, B. Sigall. In dieser Angelegenheit allabendliche Besprechungen von 7 ibis 10 Uhi, Cafe" Reklame, II., Pxaterstraße 34. Ein Aufruf des Talmud-Thora-Vereines An die jüdischen Eltern des 4. und 5. Bezirkest Die jüdische Erziehung ist zu einem wichtigen Problem geworden! In der Atmosphäre, in der sich heute das jüdische Kind befindet, stumpft das Empfinden de« Kindes für sein Judentum gänzlich ab und es wird allmählich dem Einfluß seiner jüdisch denkenden Eltern entzogen. Das tägliche Leben hat für den Juden nur Hohn und Spott übrig und um den Erniedrigungen zu entgehen, flieht die heranwachsende Jugend scharenweise aus unserem Lager. Eltern! Wollt ihr das verhindern, so gebet dem Kinde, solange es noch in eurer Obhut ist, eine jüdische Erziehung, denn nur jüdisches Wissen kann dem jungen Menschen den notwendigen inneren Halt geben, um allen Verlockungen zu widerstehen! Schickt eure Kinder, ob Bub oder Mädel, in unsere Talmud Thora, denn nur dort wird eurem Kind echt jüdisches Wissen nach modernen Prinzipien vermittelt. Der Unterricht ist unentgeltlich! Neueinschreibungen: Ab 19. September 1932, täglich von; 3 bis 4 Uhr nachmittags, in unserem Schullokal, Wien, V., Wiedner Hauptsrtaße 130 (Eingang Rampersdorfergasse). Achtung! Sämtliche Schüler und Schülerinnen vom vorigen Schuljahr versammeln sich am 19. September 1952 um 3 Uhr nachmittags im Schullokal! Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, IX*" Türkenstraße 9. Unser Lesesaal, der allgemein zugänglich ist, wurde wiedereröffnet und ist täglich von aM bis* 3/48 Uhr mit Ausnahme von Sonn- und jüdischen Feiertagen offen. Es liegen 120 Zeitungen in verschiedenen Sprachen und verschiedenster Richtungen auf, Für die Haganah In dem Kampf, der uns aufgezwungen wird, darf niemand abseits bleiben! Ein Meer von Haß brandet gegen das jüdische Haus. Die Vernichtung des Judentums ist das Ziel einer mit außerordentlicher Kraftanstrengung arbeitenden Strömung. Unser Recht als, Menschen, als Bürger, als Arbeitende soll zerstört' werden! Ganz offen und deutlich wird diese Parole verkündet. Täglich hallt uns allen die Morddrohungentgegen! Die jüdische Gemeinschaft und jeder; einzelne Jude ist in Gefahr. Mann und Frau, Erwach-' sener und Kind wird bedroht. Können, dürfen wir untätig bleiben? Es muß jedem klar sein, daß wir uns alle zusammenschließen müssen, daß wir alle unsere Kräfte vereinigen müssen, um gemeinsam die geg^n unser Leben und unser Eigentum gerichteten Anschläge abzuwehren. Wir alle müssen in die W eh r spart verein i g u n g eintreten, um, sie stark zu machen. Jede Gefahr können wir überwinden, wenn wir einig sind. Jedes Attentat kann von allen gemeinsam abgewehrt werden! Zeigen wir, daß wir diese Notwendigkeit erkennen! Zeigen wir den Unsrigen, daß wir sie schützen, wollen und können! . Zeigen wir dem Feind, daß wir zum Kampf entschlossen sind! Jeder in die Haganah! Jeder noch heute in die Haganah! Jüd. Wehrsport- und Sohtitzenverein ■■ : Haganah, Wien, IX., Nußdorf erstraße 16. Amtsstunden und Anmeldungen Montag, Dienstag und Donnerstag von 8 bis 10 Uhr abends. Wer die Möglichkeit hat, unterstütze uns finanziell. Ermöglicht und erleichtert uns durch Beistellen von Geld unsere Arbeit und sendet heute noch nachstehende Erklärung ein!! Ausschneiden! An den Jüd. Wehrs-port- und Sohtitzenverein Haganah, Wien, IX., Nußdorferstraße 16; loh verpflichte mich hiemit, der Haganah für die Zeit vom bis , , « g * a einen monatlichen Beitrag von S zu zahlen, und ersuche um Uebersjendung von Erlagscheinen (beziehungsweise Inkasso durch ein Mitglied). Name: . « « Adresse: % y H H t 8 M k (. Unter« oh rift, II