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Die neue Welt · 1932-09-09 · Heft 260 (9.9.1932) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 260 (9.9.1932)
Date
1932-09-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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TM. U»WerSitStSWWioth«-W Wien. I. Preis 35 Groschen Jahrgang 6 Freitag/ den September 1932 Nr* 260 V.b. b. REVUE BEZU0SBB01NQUN0BN: Oesterreich monatlich S Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc Lei 40.-, vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Lewa 120.—; Italien monatlich Lire 5.—. vierteljährig jährig Schweizer Francs 4.50 HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion u. Verwaltung: Wien IX, Universitäts$tr.4-8, leL B-48-S04 — Erscheint jeden Freitag I Achtung I Illf Zeichen Theodor Herzls! \ Große Persertepptth-OkkKlon Zu Beginn der Jetzigen Saison weiden herrliche echte Perser- Achtungl Die V* Weltkonferenz der Ziomsten.Revisiomslen — Die Judenstaatsidee voran I — Das jüdische Volk aufgerufen Keine zionistische Tagung ist wohl mit so ungeheurer Spannung erwartet und in ihrem Verlaufe Verfolgt worden als die soeben abgeschlossene Wiener Weltkonferenz der Zionisten-Revisionisten. Die unter Jabotinskys Führerschaft stehende, mächtig aufstrebende Partei, die den Zionismus revolutioniert und ihm ein neues Georäge gegeben hat, stand vor einer entscheidenden Phase ihrer Entwicklung. Es ging darum, den Revisionismus aus dem Stadium der stürmischen und siegreichen Opposition überzuführen in den Stand einer positiv und selbständig arbeitenden Massenpartei. Der Revisionismus stand vor jener Feuerprobe, die für so viele, große, aus der Opposition geborene Bewegungen das Ende bedeutete. „Der Revisionismus kann diese Probe nicht bestehen: Jetzt kommt die Spaltung, der Niedergang", so lautete die Prognose. Die um den Zionismus ehrlich besorgten Kreise fürchteten, die auf ein enges Parteiinteresse bedachten Kreise erhofften diesen Ausgang. Aber der Revisionismus ist siegreich aus der Probe hervorgegangen, Stark und einheitlich wie nie zuvor. Nicht dank, der Geschicktlichkeit der Führer und ihrer Routine. Hier wurden nicht Risse ».verstopft und verkleistert. Hier wurde eine.Einheit geschmiedet! Kämpfe gab es; erschütternder Art. Doch kontiten sie den Bau nicht zerstören. Denn seine Grundlage ist unzerstörbar, unzerstörbar ist die ldee Theodor Herzls, ist die Idee v o n J u d e n s t a a t e. Menschen, die sich in ihr zusammengefunden haben, bleiben zusammen. Man kann sie nicht mehr von innen her auseinandertreiben, von außenher nicht auseinanderreißen. Sie bleiben zusammen... * Die Großtat der Konferenz war der Beschluß, das jüdische Volk zu einer Großtat aufzurufen, der Beschluß, eine Massenpetition für den Judenstaat zu veranstalten. In einigen Monaten wird eine Bewegung einsetzen, welche das ganze jüdische Volk mobilisiert. Erst hatte Theodor Herzl das Volk aufgerufen, dann setzte die Arbeit der Politiker und Diplomaten ein. Dann kam die Phase des Versagens dieser Arbeit. Heute ist das jüdische Nationalheim schwer bedroht, in seinem Werden, in seinem Aufbau. Wieder muß die ganze Kraft des ganzen Volkes eingesetzt werden, wenn nicht Feindseligkeit und Unverständnis von außenher, Schwäche und Unglauben von innenher das herrliche Werk zermürben, zertrümmern sollen. Der Revisionismus hat es auf sich genommen, das Volk, das ganze alte, große Volk in die Schranken zu rufen. Wo die Kraft der Führer versagt, soll die Kraft, die unwiderstehliche Kraft der ganzen Nation heran. Was die Revisionisten als Partei begonnen haben, wird Revolution des über die Erde zerstreuten und in die Heimat strebenden Judenvolkes werden. Durch diese ihre Tat ist die V. Weltkonferenz der Revisionisten ein Markstein in der jüdischen Freiheitsbewegung geworden. * . Auf der V. Weltjconferenz hat der Revisionismus durch den Mund4 der berufenen Führer sein rückhaltl o s es Bekenntnis zum V o 1 k e, zur Demokratie abgegeben. Selten noch ist eine Bewegung so verleumdet," so systematisch in ein Gewebe böswilliger Lügen verstrickt worden wie gerade der Revisionismus. Revisionismus ist Reaktion, ist Gewaltanbetung, ist Versklavung, ist weiß Gott was,alles. An!clie unbedachten Worte und Gesten unbedachter Menschen, durch berechtigte Verzweiflung in unberechtigte Exaltation getrieben, knüpfte man an und stempelte den Revisionismus zu tollem Chauvinismus. Hitleristen, Leninisten ... Den Revisionismus, der die Jugend zur Hingabe an den Volksdienst erzieht, stempelte man zur geistlosen Militärspielerei, Jetzt ist der ekle Spuk zerstreut. Nur bewußte Lüge kann nach dieser Konferenz den Revisionismus als Bewegung zur Diktatur, zur Versklavung verdächtigen. Das klare Bekenntnis dieser Konferenz zur Demokratie war eine große, richtungbestimmende Handlung. * Revisionismus ist Abkehr von einem Zionismus, der auf den nationalen Inhalt verzichtet, das Geld und die Protektion reicher, halb- und ganzassimilierter Juden als ausschlaggebend ansieht und umwirbt, Rückkehr zur Herzischen, Idee, welche nichts vom Wohlwollen und den gnädig hingeworfenen Bettelmünzen entjudeter Reicher, alles von der Kraft des Volkes, von der Volksarbeit und vom Volkskapital erwartet. Unzweideutig hat die Konferenz jede Kolonisat i o n auf p h i'la n t h r o p i s c h e r Grundlage abgelehnt. * ....... Die Konferenz hat ausgesprochen, daß keine nationale Arbeit dem Revisionismus fremd sein darf. Sie hat durch einstimmigen Beschluß die Pflicht jedes Revisionisten festgelegt, an allen Aktionen, welche den Schutz der bürgerlichen und nationalen Rechte der Juden, in den Ländern, der. Diaspora bezwecken, voller! ^Anteil zu<meh<men. Sie hat auch den geplanten ^j ü-d i* sehen Weltkongreß, der dieser Aufgabe gewidmet ist, freudig' begrüßt und seine Forderung auf sich genommen. * Unter einheitlicher Leitung, deren Zusammen- O teppiene von Qualität, fabelhaften Paiben sowie Dessins in grotter Auswahl zwecks Reklame bis SO Prozent reduziert. Teppichhaus „ORIENT" 4Pgffi& mr Messestand Nr. 4808, Neue Hofburg, 1. Stook, ~V| Union der Zionisten-Revisionisten Mittwoch, den 14. September 1932» Va9 Uhr abends, im Herxl-Saal des Werbandaheima, II., Untere Augartenstraße 38 VORTRAG Gegenstand: Nach der Weltkonferenz — Rückblick und Ausblick Referent: Dr. D. Bukspan Regiebeitrag 20 g Freie Aussprache 1 Setzung Sachlichkeit; und Schwung in der Arbeit verbürgt,. ist der Revisionismus aus der V. Welk* kopferenz hervorgegangen. Hier wurde nicht nur >4i9et-Pa^ejvj|^nsoli'diert.' Hier wurden die Vorbedingungen dafür geschaffen, alle Kräfte des Volkes, yoff*"' allein aber die Kräfte der jüdisch e n1 J ü g e ri d um das leuchtende, unzerstörbare Ideal zu sammeln, das uns Theodor Herzl gegeben hat. r.st» Die revisionistische Weltkonferenz in Wien Die Hauptprobleme der Generaldebatte Kritik an der Exekutive In Fortsetzung der Generaldebatte sprach Dienstag, den 30. August, für Palästina Ben Chor in (Klub der Maximalisten). Der Redner beschäftigte sich mit den Vorwürfen, die die Exekutive und manche Debattenredner gegen die palästinensischen Revisionisten (siehe die „Neue Welt" vom 2. September 1932) gerichtet hätten. Ben Chorin schilderte eingehend die Bedingungen, unter denen die Revisionisten Erez Israels arbeiten mußten, den Kampf nach vielen Fronten und die große, rein menschliche Leistung, die die größten Opfer an Kraft, Nerven und physischem Widerstand erfordere. Zur Kritik des Galuth-Revisionismus übergehend, wollte Ben Chorin festgestellt wissen, daß die revisionistische Presse unzulänglich, die organisatorischen Leistungen unzureichend seien. Im Zusammenhang damit kritisierte der Redner die Haltung der revisionistischen Mitglieder im A. C, bemängelte die als Errungenschaft ausgegebene Durchsetzung des Sonder Verbandes und forderte radikale Umkehr. Zum Schluß warnte der palästinensische Delegierte davor, sich an der Autonomie der palästinensischen Revisionisten zu vergreifen, und berief sich auf die revisionistische Konzeption der Maxima- | listen. (Die palästinensische Delegation setzte sich auf der .Weltkonferenz bekanntlich aus den zwei Gruppen: Aktivisten und Maximalisten, zusammen. Den Maximalsten schlössen sich mehrere Delegierte der Galuth, darunter zwei aus Wien, an.) Ben Chorin schloß mit den Worten:. „Dem Ruf .Zurück zu Herzl', muß die Parole ' »Zurück zu Jabotinsky' beigefügt werden!" Als nächste Redner sprachen die beiden Trumpeldor-Führer Halperin und Dissen tschik. Während Halperin die Angriffe gegen die revisionistische Exekutive energisch zurückweist, streicht Dissentschik die Forderung nach aktiver Arbeit für die Jugend heraus. Die revisionistische Jugend brauche ein reales Arbeitsgebiet, da sie sonst der Einseitigkeit verfalle. Alle im redaktionellen Teil befindlicher» entgeltlichen Notizen s'nd durch ein beigefügtes £ bezeichnet Zu Beginn der Nachmittagssitzung vom Dienstag, den 30. August, erstattete Dr* B. Lubotzky sein von - uns bereits veröffentlichtes J u g e n d r e f e r.a t» Anschließend daran sprach ß. Weinstein (Palästina) über palästinensische Fragen. Charakteristische Episoden Am gleichen Tage wurde die Generaldebatte fortgesetzt. P. Haller (Wien, Klub der Maximalisten) wendet sich zunächst gegen bestimmte Behauptungen in der Diskussionsrede Robert Strickers. Als er feststellte, daß das Vorgehen des gewesenen Exekutivemitgliedes Richard Lichtheim (Berlin) einer verräterischen Handlungsweise gleichkomme, wird er vom Präsidenten zur Ordnung gerufen und zur Zurücknahme seiner Aeußerung verhalten. Redner geht nun auf das Verhalten Lichtheims in der Frage des Paktes von Calais ein, stellt fest, daß dieser als Exekutivemitglied dem Pakt bis zur Ratifizierung durch (die Weltkonferenz zugestimmt, ja ihn in der Berliner „Jüdischen Rundschau" verteidigt habe und somit keinen Anspruch darauf erheben durfte, noch vor der Weltkonferenz in aller Oeffentlichkeit gegen den Pakt aufzutreten. Redner wendet sich dann sehr scharf gegen den Vorwurf der Disziplinlosigkeit, mit dem man die Opposition zu belasten versuche. Der unmögliche organisatorische Zustand, der im Pakt von Calais seinen sichtbaren Ausdruck finde, habe Desorientierung, Verwirrung, Hemmung der revisionistischen Arbeit zur Folge gehabt. Die revisionistische Exekutive sei mit geschickt gehandhabten, Dementis und Desavouierungen rasch zur Hand gewesen, gerade gegen jene, die die Jugend Palästinas zu Taten führen wollten. Redner schließt mit dem Appell, Klärung in den strittigen Fragen zu schaffen. Joels on (Rumänien) spricht zu den verschiedenen Fragen der Politik und Organisation und fordert, gleich. einigen anderen Rednern, der revisionistischen Jugend alle Aufmerksamkeit zu schenken. Dienstag, den 30. August, abends, fand die Generaldebatte ihren Abschluß. Eine Reihe von Rednern gab

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