Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 257 (19.8.1932)
- Date
- 1932-08-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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, Seite* _ DIE NEUE WELT_Nr. 25T n Aus Deutschland Octtagc der »Heuern Weh« fär Deutochland # Fttialredaktion und Admlnjtteaiiout Bahn, Chariottenburg % loachhuslalcrfiwrfte Hlllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll.....llllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllilllNIIIIIIIIIIIIIIIIlllH Tageskolonie der jüdischen Gemeinde Berlin — ein kommunistisches Jugendlager Wenn man in den Ferialtagen in die Nähe des jüdischen Sportplatzes im Grunewald kam, sah man mit Freude Hunderte jüdischer Kinder spielen und turnen, die dort von der Berliner Jüdischen Gemeinde in einer sogenannten Tageskolonie untergebracht worden sind. Wie erstaunt ist man jedoch, wenn man an verschiedenen Kindern kommunistische Abzeichen entdeckt und hört, wie sie sich mit lauten „Rot-Front!"-Rufen begrüßen. Auch kommunistische Lieder, aus dem deutschpolitischen Leben sattsam bekannt, ertönen von Zeit zu Zeit wie selbstverständlich aus der Mitte dieser Knaben und Mädchen im Alter von 8 bis 14 Jahren. Dieses erstaunliche Verhalten der Kinder wird erklärlich, wenn man ihre erwachsenen Beaufsichtiger, die sogenannten „Führer", betrachtet. Diese sind zum großen Teil degenerierte Elemente, kommunistisch organisiert, die die Gelegenheit weidlich ausnützen, die ahnungslosen Kinder vier Wochen hindurch im Sinne ihrer Heilslehren intensiv zu „bearbeiten". Selbstverständlich geht all das auf Kosten der Berliner Jüdischen Gemeinde, die sich diese „Jugendpflege" ein schönes Stüde Geld kosten liefl. Der Erfolg ließ denn auch nichts zu wünschen übrig. Wir aber fragen: Wie stellen sich die Eltern und die Kulutssteuerzahler zu der Art, wie hier mit ihren Geldern von der „religiös-liberal" geleiteten Jüdischen Gemeind dem Kommunismus Vorschub geleistet wird? S. Ben-Zion. Vom Seminar des Betar Abschlußprüfung der Führerprüfung des Betar- Berlin I. Jü d i s c,h e Ge s c hi ch te: 1. Die Gestalten der Bibel. 2. Die Juden in Palästina als Staatsnation. 3. Die Judenwanderungen. 4. Emanzipation — Autoemanzipation — Zionismus. 5. Die Lage der Juden in der Gegenwart. II. Zionismus und B e t a r d u t: 1. Die nationalen Strömungen im Judentum vor dem Auftreten TL Herzls. 2. Der Judenstaat. 3. Die Zionistische Organisation und der Zionismus bis zum Kriege. 4. Die Jüdische Legion. 5. Die Balfour-Deklaration und das Mandat. 6. Die Wedzmann-Periode. 7. Der Revisionismus. 8. Die Araberfrage und Transjordanien. 9.. Die Ideologie des Betar. 10. Der Betar als Bewegung, li. Die Struktur des Betar und die Methode seiner Erziehung. 12. Der Betar im Kampf nach-Außen und-Innen. 13. Targdle Mischtar. III. Palästinakunde. 1. Die Geographie Erez Jisraels. 2. Die bisherige Aufbautätigkeit im Lande. 3. Die Wirtschaftskapazität und die Bevölkerung. 4. Das wirtschaftliche Hinterland. * Anschließend müssen Prüfungen in Sport-Hygiene, Zofiut und erster HÜfe abgelegt werden. Legionsfeier Revisionisten Berlins! Freunde des Bethar! Kommt zu unserer am Sonnabend, den 20. August, abends 2.1 Uhr, stattfindenden Legions-Nachtfeier auf den Jüdischen Sportplatz Grunewald! Herr Direktor Kareski, Herr Issai Klinoff und Herr Dr. Oskar Rabinowitsch haben bereits zugesagt, zu erscheinen! Wir hoffen, daß insbesondere diejenigen, die bisher versäumt haben, den Berliner Bethar als Gesamtheit in seiner neuen Entwicklung kennenzulernen zu unserer Legionsfeier kommen werden! Gemeinschaftliche Abfahrt: Bahnhof Börse 20.15 Uhr, Bahnhof Zoo 20.15 Uhr, Bahnhof Savigriyplatz (Eingang Bleibtreustraße) 20.15 Uhr. Der Sportplatz Grunewald ist wenige Minuten vom Bahnhof Grunewald entfernt. Ende der Feier 24 Uhr pünktlich. Brith Trumpeldor, Berlin Im Rahmen des Führerkursee sprach am Mittwoch, den 10. August, Herr Issai Klinoff Über da« Thema: Nationale Minderheiten und die Lösungsversuche der Judenfrage durch Galuthpolitik. Der Aufsatz „Vom deutschen Brith Trumpeldor" in der vorigen Nummer ist ohne Kenntnis und Zutun der Mifkada des Ken Berlin veröffentlicht worden. Der HaMensportabend der Darga Alef findet an jedem Donnerstag von 18 bis 20 Uhr in der Turnhalle Gartenstraße, der Hallenabend der Dargoth Beth und Gimel dortselbst von 20 bis 22 Uhr statt. Der Völkerbund und die deutschen Juden. Das Antwerpener Organ der katholischen Regierungspartei „La Metropole" nimmt im Leitartikel seiner letzten Nummer zur Lage der Juden in Deutschland Stellung und verlangt, der Völkerbund solle die jüdische Minderheit in Deutschland, deren bürgerliche Gleichberechtigung durch <?en Nationalsozialismus bedroht sei, in seineu Schutz nehmen. Solange die Rechte der deutschen Juden nicht gesichert seien, könne keine Rede davon sein, daß der Völkerbund Deutschland« Forderung nach Gtächbß&chfigung m der. AÄH^unge&öge erÄe, Berliner Nachrichten I Regelmäßige Zusammenkünfte: Die Revisionisten Berlins treffen sich auch in den Sommermonaten im Kaffee Kornreich, Charlottenburg, Fasanenstraße, direkt neben der Synagoge, an jedem Dienstag ab acht Uhr abends. Bei schönem Wetter im Garten! Auch die von auswärts in Berlin eintreffenden Gesinnungsgenossen werden auf diese Zusammenkünfte aufmerksam gemacht. Hamischmar: Soeben ist die neueste Nummer des von der Netziwut des deutschen Brith, Trumpeldor herausgegebenen „Hamischmar" erschienen. Die Nummer ist zur Gänze der Erinnerung an die Jüdische Legion i gewidmet, enthält einige bemerkenswerte Artikel nebst Illustrationen. „Hamischmar" ist deutsch geschrieben und i zu beziehen: G. Z. Berest, Berlin^Wilmersdorf, Zähringerstraße 34. Vom Revisionistischen Landes vorstand: DerLandesvorstand der Zionisten-Revisionisten für Deutschland hielt am 10. d. eine Sitzung ab, bei welcher teilnahmen: Dr. H. Bloch, Dr. E. Fischer, Dr. E. Ettisoh, Dr. O. *mm*nmmMamKmmmmmmMmmmommmmmtmm Au§ der jüdi§dien Well Cotys „Ami du Peuple" vor der Einstellung? Die Zeitung des Pariser Parfümfabrikation C o t y, „Ami du Peuple", die bis in die letzte Zeit eine ungemein gehässige antisemitische Propaganda betrieben hat, dürfte Ende August oder Ende September wegen finanzieller Schwierigkeiten ihr Erscheinen einstellen. Die Aktionäre des „Ami du Peuple" sind zu einer außerordentlichen Generalversammlung einberufen worden, deren Tagesordnung Maßnahmen angesichts der schweren finanziellen Lage der Gesellschaft, eventuell Veräußerung der Aktiven, vorsieht. 300-Jahrfeier des Geburtstages Spinozas. Anläßlich der bevorstehenden 300-Jahrfeier des Geburtstages Baruch Spinozas wird in der Zeit vom 5. bis zum 0. September im Haag ein internationaler Philosophen- Kongreß stattfinden. Eine Spinoza-Gasse in Czernowitz. Die Stadtverwaltung von Czeriiowdtz hat beschlossen, eine der größten Straßen des jüdischen 'Vier'telsva^'läßlich der 300-Jahrfeier des Geburtstages Spinozas in Baruch-Spinoza-Straße umzubenennen. Beendigung des Streiks der jüdischen Konfektionsarbeiter in New York. Der Streik der jüdischen Konfektionsarbeiter in Ne w T o;fr k, an dern sich 20.000 Arbeiter beteiligt hatten, wurde , nach Annahme der Forderungen der Arbeitnehmer...durch den größten Teil der Betriebsinhaber beendet. 55' Fabrikanten haben die neuen Kontrakte unterzeichnet, di&' den von der Gewerkschaf t aufgestellten Bedingungern, - 44-Stunden-Woche, keine Lohnkürzungen, kein Sweat-shop-System, Rechnung tragen. Weitere 305 Fabrikanten haben die Bedingungen ebenfalls angenommen. Vor einem Katastrophenwinter in Karpathorußland. Wie der J. T, A. mitgeteilt wird,.sehein die leitenden Steilem der' jüdischen Soizialanbeit in Karpathoriußland dem. kommenden Herbst und Winter mit größter Besorgnis entgegen. Der /großen Not unter der jüdischen Bevölkerung dieses Gebietes konente durch die im Frühjahr insbesondere seitens der jüdischen Frauen der Tschechoslowakei durchgeführten Hilfsaktionen nur teilweise und vorübergehend gesteuert werden. In den letzten Monaten hat eine Invasion karpathorussicher und ostsiowakischer Juden in die Ihistoriscben Länder eingesetzt. Scharen jüdischer Bettler lebem jetzt in den größeren Städten, insbesondere dn Prag, Bratislava und Brünn, und geben so ein Bild von dem furchtbaren Eilend, das in Karjpathoriußlamd im Winter noch größere Dimensionen ammehmen wird. Der Nestor der hebräischen Schriftsteller Polens gestorben. In Krakau verstarb hochbetagt der Nestor der hebräischen Schriftsteller Polens, Schimon Menachem L a z a r. Lazar hatte seine literarische Laufbahn vor 45 Jahren als Mitarbeiter der hebräischen Zeitung „Haosif" begonnen. Später war er Redakteur der Zeitschriften „Hainagid". Er war auch Mitarbeiter des „Haschiloach" und Herausgeber eines hebräisch-deutschen Wörterbuches. I 10. Todestag David Frischmanns. Am 11. August fand zur Feier des 10. Todestages des großen hebräischen und jiddischen Schriftstellers und Kritikers David Frischmann eine vom Verband der jüdischen Schriftsteller dn Warschau veranstaltete Gedenkfeier statt. Ansprachen wurden u. a. von den Schriftstellern Dr. Gottlieb, I. Heftmann, Jakob Tunkel (Tunkeier), I, M. NeV mann, Aaron ZeitHn, Schwalbe gehalten. Palästina-Presse auf der Zeitungs-Weltausstellung in Kaschau. Am 21. Auguirt wird in Kaschau eine Zeitungs-Weltausstellung eröfftiet, die ursprünglich bereits im Frühjahr hätte stattfinden sollen. Auf dieser Ausstellung, die bis zum 11. September dauern wird, wird auch eine Sonderexposition der hebräischen Pressein Palästina untergebracht werden, die auf Anregung des ehemaligen tschechoslowakischen Konsuls in Palästina, iDr. Wladimir Fric, durch den Keren Hajessod nach Europa gesandt wurde. Dde Ausstellung der hebräischen Presse umfaßt viele hundert Exemplare palästinensischer Zeitungen ( und anderer Presseerzeugnisse. Die jüdische Presse wird auf der Expoeition außerdem im Rahmen der Sonderexppaition „Masaryk und dde Weltpresse" zur Geltung kommen, in der zahlreiche jüdische Pressestimmen, die aus Anlaß d«* 80. Geburtstages des Präsidenten der Republik laut wurden, gezeigt werden. „Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs", Wien, II., Aspernbriickengasse 2. Jüdische Frontsoldaten» welche ihren Frontdienst, bzw. ihre Auszeichnungen oder Verwundungen dokumentarisch nachweisen können, wallen sofort äfoffea Beitritt zum Bunde anmelden, Rabinowicz, Alexander Reiter, Julius Reiter und Doktor J. Schloß. Dr. Rabinowicz referierte über dde Probleme der Weltkonferenz, worauf sich eine Debatte entspann, in welcher fast alle Anwesenden das Wort ergriffen. Todesfall: Der Vater des Herrn Hans Sternberg, Sekretärs der deutschen Union, ist in der Vorwoche verschieden. Tiefstes Beileid zu diesem Verluste drücken aus: Landesverband der Zionisten-Revisionisten; Kontinentalbüro des Tel-Chaj- Fonds; Brith Trumpeldor; „Die Neue Welt" (Red. für Deutschland); P a w a g. Frankfurt a. Main, Sonntag, den 21. August, abends 8.30 Uhr, veranstaltet der Brith Trumpeldor im großen Saal des jüdischen Jugendheimes, Eschersheimer Landstraße 65/11, aus Anlaß des 15. Gründungstages der Jüdischen Legion eine Jubiläumsfeier. Festansprache: Ernst Hamburger: „Die j'üdische Legion ein Kapitel Geschichte von der nationalen Wiedergeburt jüdischer Jugen d." Eintritt frei. David Nebenzahl David Nebenzahl, der am 24. August sein 50. Lebensjahr abschließen wird, kann an diesem Tage auf einen Weg zurückblicken, der reich ist an jüdischer, zionistischer Arbeit. Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß der aus Przemysl nach Wien gekommene Jüngling, sobald er in die Politik trat, sein Ziel klar vor Augen sah und ihm länger als ein Vierteljahrhundert kompromißlos diente. Zuerst widmete er sich den Aufgaben der in Wien aufsteigenden jüdischen Arbeiterpartei, um dann auf breiterer Basis für den Herzl-Zionismtts tätig zu sein. Besonders die Jugend war es, deren zionistische Erziehung er sich als Gründer und Obmann zahlreicher Jugendvereine angelegen sein ließ. Als langjähriger Organisationsreferent des Zionistischen Landeskomitees für Oesterreich, als Obmann der Zionistischen Sektion und Tischgesellschaft Landstraße und Leopoldstadt stand er mitten ini zionistischen Leben, die Tagesarbeit meisternd und die Aufgaben der Stunde bewältigend. Immer tiefer empfand er die Ideen des reinen Herzl-Zionismus, die ihn zuerst in den Verband Radikaler Zionisten und in letzter Konsequenz zum Revisionismus führten. Als Leitungsmitglied der Zionistisch-revisionistischen Union Oesterreichs steht David Nebenzahl vor einer neuen Aera zionistischen Schaffens. Daß ihm diese ebensolchen Erfolg wie bisher bringen möge, ist der Wunsch seiner zahllosen Freunde, die in ihm den unermüdlichen, aufopferungsbereiten und verdienstvollen Mitarbeiter, den rastlosen zionistischen Kämpfer sehen. Jüdisches Ferienheim in der Schweix Aua Zürdch wird der „Neuen Welt" geschrieben: Ann 7. August hat das jüdische Ferienheim in Engelber g für heuer seine Pforten geschlossen. Engelberg, in airka 1100 Meter Höhe gelegen, war drei Wochen hindniroh der Mittelpunkt der jüdischem Jugend. Insgesamt 50 junge Leute aus allen Kantonen der Schweiz, ferner aus Deutschland, Holland /und Oesterreich hatten Gelegenheit, ihre Ferien gemeinsam zu verbringen. Uim das geistige Wohl war vor allem Herr Doktor Harsch ans Berlin bemüht, der einen sehr interessanten Vortrag über zionistische Probleme hielt» fenner konnte «in Teilnehmer des Ferienheim es, der einige Jahre in Palästina gelebt hatte, in sehr anschaulicher Weise über die dortigen Verhältnisse berichten. Nicht au vergessen die Herzd-Feder, die einen sehr würdigen Verlanif nahm und auch von vielen Kurgästen besucht war. Zum Schlüsse sei an dieser Stelle dem Leiter des Ferienheimes, Herrn Wohlmann, gedankt, der wieder in vorbiidlicher Weise unter EineQtzuag ail sedner Kräfte um das Gelingen de* schÖQfm Eejdea bemüht war»