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Die neue Welt · 1932-08-19 · Heft 257 (19.8.1932) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 257 (19.8.1932)
Date
1932-08-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Titl. Universitnts? Preis 35 Groschen Freitag, den 19. Augurt 1938 R E V U E BEZUGSBEDINGUNGEN.« Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S4.20. ganzjährig S16.-; Polen monatlich Zloty 2.- Tschechoslowakel monatlich Kc6.—, vierteljährig Kc 15.-; Jugoslawien monatlich ----' -------•—- -~ Lei 40.-, vierteljährig Lei 120.-; Deutschland monatlich Mark 1.-, vierteljährig Lewa J20.~; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.-; Schweiz und die üb jährig Schweizer Francs 4.50 HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion u. Verwaltung: Wien IX, Universitätsatr. 6-8, 7 et B-48-504 — Erscheint jeden Freitag Revisionistische Fraktion Sonderverband Die letzfe Sitzung des Aktionskomitees, die in der Nacht vom 8. zum 9. August abgehalten wurde, befaßte sich vor allem mit dem Antrag der Revisionisten, als Sonderverband anerkannt zu wer« den. Nach lebhafter Aussprache wurde der revisionistische Antrag mit. 22 gegen 21 Stimmen angenommen. Der entsprechende Beschluß lautet; „Auf Grund der für alle Sonderverbände geltenden Bestimmungen beschließt das Aktionskomitee auf Antrag der revisionistischen Fraktion des A. G, den Sonderverband der Zionistcn- Revfciönisten anzuerkennen." . Der Text dieses Beschlusses wurde dem Ä. G. von der revisionistischen Fraktion vorgeschlagen und mit einer Majorität von 23 gegen 14 Stimmen in . einer Kampfabstimmung angc- Geqen die jüdische Weltkonferenz < - Die in Genf bestehende kleine äntisemitis c he Gruppe, die seit Jähren die internationalen Kreise in Genf in jndehfeindlichem: Sirin zu j beeinflussen sucht, hat anläßlich der Tagung der jüdischen .Weltkonferenz unter dem Titel „Reaktion'4 eine Flugschrift ver-' öffentlicht, die allerhand antisemitische 'Schmähungen, und Verleumdungen - (enthält. Die Juden werden als Feinde aller Völker; und als die; größte, G€fahr hmgestellt. Jüdische Kapitalist näre seien im Begriffe, die ganze ,WeIt zu versklaven. Die ausländischen. Delegierten; der Weltkonfernz haben ihrem Erstaunen über die Möglichkeit des Erscheinens einer solchen Schrift in der Stadt des Völkerhundes Ausdruck gegeben. Arabische Exekutive und French* Bericht ' /- Jerusalem, 10. August., (J. T. A.) Wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur vom Sekretär der p al Ustruensisch-arabischen . Exekutive, . Auni Be-y Abdul JHadi, mitgeteilt wird* hat das Präsidium der arabischen Exekutive beschlossen, den French-ßericht abzulehnen, «weil er auf dem von den Arabern nicht anerkannten Brief. des Ministerpräsidenten MacD ona 1 d an Dr. Weizmann beruht. Für Anfang September wurde eine Plenarsitzung der arabischen Exekutive einberufen, um den endgültigen Text der dem High Commissioner vorzulegenden * Antwort' zu: redigieren. Hindenhurg über die antisemitischen Ausschreitungen . Berlin, 15.. August. (J. T. Ä.) Der, Zentralverein deutscher Staatsburger jüdischen Glaubens hat den Berliner Tageszeitungen ein ihm als Antwort auf einen an Reichspräsident von H i n d e n b u r g unter Beischluß von aktenmäßigeni Material über antisemitische Drohungen der -NSDAP, gerichteten' Brief' zugesandtes Schreibendes Staatssekretärs Meißner zur Veröffentlichung' über-; geben," in' dem' es u. a. heißt: „Der Herr'Reichspräsident, der jeden Versuch einer'Einschränkung der verfassungsmäßigen' politischen' und religiösen Rechte deutscher Staatsbürger und' die mitgeteilten Au s sehr ei tu n'g'en }ii d i sc he n R e i eh s a-'n.g ehö t "i'g'e n gegenüber : lebhaft mißbilligt und bedauert, hat das Schreiben und' die ' Anlagen dem;R'eichsministe'r: des' Innern : zur'-'Nach-., prüfuhg zugeleitet." •' .; '< Ni'ditzi'om'sti'sdie Gallith unsicher Palästina zuversichtlich Der heurige Sommer , ist angefüllt mit Konferenzen, Tagungen, Besprechungen, die der gegenwärtigen jüdischen Lage gelten. Die Beratungen, die hier abgeführt werden, können als der Barometer der jüdischen Stimmung angesehen werden. Ueberall geht es um die Organisierung von Teilen der jüdischen Welt, die sich im Zustand verschieden abgestufter psychischer Haltung befindet. Der Monat August allein ^brachte neben der Tagung des zionistischen Aktionskomitees und des Administrativkomitees der Jewish Agency die Konferenz des allgemeinen S t u d e n t Service (auf der die Frage der jüdischen Studenten breitesten Raum einnahm), die Tagung des Weltverbandes für das liberale Judentum und schließlich die bedeutungsvolle J ü d i sc.he We 11konferenz. Auf den ersten Blick könnte es scheinen, als ginge durch die Judenheit ein starkes Streben nach neuen jüdischen Zielen, nach dem Ausbau ihres Weltbildes, nach kräftiger :■ Bejahung ihrer Existenz und Gellung. CMiÄ^ZweifeFkänn diese Er« s^J^inung; das Zusamirieirtrelf eti judisener: Per? sönlichkeiten aus; allen Teilen der "Welt als Symptom dafür angesehen werden, daß ein positiver jüdischer Wille vorhanden ist, der einen Weg sucht. Ohne Zweifel aber ist bei näherer Betrachtung der Konferenz-Substanzen das unmittelbare Motiv, dem sie ihre Entstehung verdanken — die Erschütterung, die Nervosität, das Gefühl, das Gleichgewicht zu verlieren: Die Judenfrage i.st an der Tagesordnung. Der Weltantisemitismus ruft zur Stellungnahme selbst jene Juden, die sich bislang im Schoß der Völker, in deren Mitte sie leben, wohlgeborgen fühlten. Der Weltantisemitismus ist es, der fast alle Teile der in der Welt verstreuten Judenheit unter bisher kaum geahnten Druck stellt. Wie immer man aber diesen Prozeß und seine Voraussetzung betrachten mag — wichtig ist für uns doch nur, was er als inner jüdisches Phänomen aufzeigt. Die Jüdische Weltkonferenz als solche z. B. birgt, trotzdem sie sich aus dein oben gezeigten Gegendruck-Moment herausgeschält hat, immerhin einen positiven Kern. Und wenn sie sich befähigt zeigt, aus der augenblicklichen Situation heraus einen schöpferischen Weg zu. finden, d. h. der r Gallith-Judenheit die prinzipielle, nationale, yolksbewußte Richtung zu weisen, dann kann sie, die Jüdische Weltkonferenz, welche Wegbereiterin eines jüdischen Weltkongresses sein will, in mancher Hinicht mithelferisch zur Seite stehen. So od,er so, die jüdischen Galuth-Tagungen des heurigen Sommers stehen im Zeichen einer Depression, eines Zustandes, den man nahezu mit dem Begriff „Fieber" bezeichnen kann. Hat doeji das Schicksal der deutschen Judenschaft ein Beispiel dafür gegeben, daß alle Verwurzelung und Be- , Alle,. im ', redaktionellen - Teil; befindlichen; entfielt» liehen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet tonung der Schicksalsgemeinschaft mit der deutschen Umwelt nicht im geringsten Bürgschaft ist für ruhiges, werktätiges, friedliches Beisammenleben! Das deutsche Beispiel ein Paradigma für die Judenheit der Welt! So müssen diese Tagungen das Bild einer Galuth-Judenheit zeigen, die nervös und unsicher in eine schier hoffnungslose Zukunft blickt und durch Erledigung einer „Tagesordnung" für die nächsten Stunden zu sorgen hat. Eine so geartete und in eine solche Situation gestellte Judenheit muß sich in Klagen, in Petitionen, in Abwehraktionen ergehen. „Aber ich glaube, man wird uns nicht in Ruhe lassen!" Herzls Wahrheit ist heute auch schon die Wahrheit der Klagenden, Petitionierenden, Abwehrenden geworden. Es kommt nur darauf an, welche Konsequenz man aus dieser Wahrheit zieht. Die Zionismen haben sie gezogen. Als kleines Häuflein, gegen tausenderlei Widerstände im eigenen Volk, in einer Zeit der schwierigsten Weifeise, haben sie iiieht jammernd, niebt petitie« njeretfd, nicht äbVenrend einen gigantischen Bali aufgeführt, Platz gemacht für unzählige Galuthteile, eine Zufluchtsstätte für das bedrängte jüdische Volk, immer wachsend, immer neue Kräfte aufnehmend, immer weitere Kreise ziehend — Judenland für Judennot. Der zionistische Gedanke triumphiert. In London bei der zionistischen Aktionskomitee- Sitzung kämpfte man wohl, rang mit Problemen, stellte sich Widerständen entgegen, aber im Mittelpunkt der Tagung stand die Quecksilbersäule, die den Aufstieg aufzeigt. Wirtschaftliche Perspektiven wurden eröffnet, die neuen jüdischen Menschen bezeugten den neuen Horizont voll Lebensfreude und Lebensmut. Palästina ist heute. das einzige Land der Welt, in dem sich die jüdische Arbeit und der jüdische Geist hemmungslos spiegeln.' Galuth? Im Zeichen dieser Konferenzen ein aufgescheuchtes, nervöses, hoffnungsarmes Judentum. Das zionistische Palästina? Mehr als Hoffnung! Zuversichtliche Erfüllung. Einberufung einer katholischen Palästina« Konferenz . , . Danzig, 11. August. (J. T. A.) Die „I^andeszeitung", das in Danzig erscheinende Q'rgan der katholischen Zentrumspartei, veröffentlicht anläßlich des 10jährigen Bestehens des P a lä s t i n a - M a n d a t s einen Artikel, in dem gegen England und die zionistische Politik in Palästina, die auf eine Entweihung des Landes der Bibel abziele, scharf Stellung genommen wird. In diesem. Zusammenhang wird mitgeteilt, daß der katholische Missionsverband für das ^Heilige Land am 2. September eine. Konferenz abhalten wird; die sich mit der Stellung der Katholiken gegenüber der gegenwärtigen englischen Politik in Palästina befassen soll. Qas: Hauptreferat auf * dieser . Konferenz wird der bekannte katholische Palästina-Kenner Dr. .Volkmar Kramer halten. 5. WELT KONFERENZ DERZIOM Vortrag t Vladimir Jabolinsky und Meer Grössmann 1. Die Lage das Zionismus und die Aufgaben des Revisionismus 2. Die Politik und Taktik der Revisionisten seit der letzten Weltkonferenz Kortenpreise: Logensitze 0,8 4,-, Parkettsitz ö.S 3.-, I. Rangsitz ö.S 2.-, II. Rangsitz Ö\ 8 1.— - ' Vor Verkaufsstellen* Bücherstube, Prof. M. Rath, Wien II, Taborstr.20 (Tel. R-43-1-58), Papierwarenfabrik Josef Grubner, Wien IX, Wasag. 7 (Tel. A-n-0-10), Abraham ächächter, Wien VII,Burgg.44 (Tel B-30-6-F9), Sekretariat der rev, Union, Wien II, Untere Augaitenstr. 38, Tel. A-45-&-34

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