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Die neue Welt · 1932-08-05 · Heft 255 (5.8.1932) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 255 (5.8.1932)
Date
1932-08-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Titl. Universi tärsbi bliotho1. PraJs 35 Groschen freitag, den J. Augu REVUE BEZUOSBEDINQUNOENf Öaltirrdch monatlich S 1.50. vierteljährig S4.20, ganzjährig S. 16.-; Polen monatlich Ztoty 2.-, vierteljährig Zloty 6.- Tscfieeboslowskel monatllcH Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.-; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.-; Rumänien monatlich Lei 40.—, vierteljährig Leit [w.—; Deutschland monatlich Mark f.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 120.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Franc« 4.50 HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion u, Verwaltung: Wien IX, UniversUätsstr.6-8, Tel. B-48-504 — Erscheint jeden Freitag 1 ' " ' ' " " " ' v .-i , ) ■ .■: . .. ' - - Sonntag, den 28. August, pünktl. 7,8 Uhr abends 5. WELTKONFERENZ DER ZIONISTEN-flEVISIONISTEN Vortrac^^ Dia Lage <les Zionismus und die Aufgaben dar Union - Die Politik und Taktik der Union seit Prag KARTEN von 1 bis 4 Schilling werden im Sekretariat» Wien, II., Untere AugartenetraSe Nr. 38, Telephon A-45-6-34, vorgemerkt BEILAGE ■•«»fa» 6) FÜRDEUTSCHLAND Die Tagung des Aktionskomitees in London //Bröl und Wveiheit" X Die bulgarischen Zionismen fordern reinen Herzl- . Zionismus r . Angesichts; der jüdischen Weltlage, der brennenden Judennot, bricht sich. die Konzeption des Herzl- Zipnismüs.wieder..Bahn.. Herzls Losung von der Lösung der. .'materiellen J u den not durch den Judenstaat, dringt wieder einmal, tiefer indie Gemüter der Zionisten der. Welt. Derdefa-itistische .„Kulfarziönismus". wird von Tag zu Tag als antizionistisch, zur Judenfrage in keiner ReJ§t}«$ 'stehend'.entlarvt. Ein, cliarakteristischös Beispiel dafür ist das Memorandum, daß äas Zentralkomitee der Zionistischen Förderation in Bulgarien an -das-An .London; tagende ' 'Zionistische Äkt'ions-!Komitee gerichtet . hat. Das' hedeütsarae Dokument.' hat folgenden t Inhalt: r „Das Zentralkomitee spricht sein Bedauern darüber aus, daß nach dem jetzigen System kleinen Landsmannschaften, wie der Zionistischen Föderation in Bulgarien, keine Möglichkeit geboten ist, mit der Zioninistischen Weltorganisation durch, eigene Vertreter im A-Cv.in Kontakt zu stehen, und protestiert gegen die Verletzung des Kongreßbeschlusses über Abhaltung der A.-G.-Sitzungen in E r e z I s r a e l. Im Hinblick darauf, daß die Mandatarmacht gegenüber dem Jüdischen Nationalheim eine durch die geringfügige Anzahl der bewilligten Ei n wa n der u'n g.s z e r t if i k a t e, durch absurde Verordnungen, die den Raub jüdischen Bodens durch Araber fördern, und durch ■ Nichterfüllung des Versprechens, Juden bei öffentlichen Arbeiten in « entsprechendem: Ausmaß; zu beschäftigen, gekenn-r zeichnete Erstickimgspolitik, führt, sowie im Hinblick dajräuf, daß verschärfter A n t i s emi't ismu s und schwereWirtschaf tsriot; die Existenz des jüdischen •Volkes in der Galüth hedrohen, Verlangt das Zentralkomitee von der Exekutive, sie möge das tragische Problem des jüdischen Volkes vor den maßgebenden Faktoren des Völkerbundes und der Mandatarmacht in seiher H er zischen Formuli e r u n g aufrollen. Es solle aufgehört' werden, vor ■ der Welt in der Sprache des Achad-Haamismus zu spreaen. Vielmehr soll der Welt die tragischeste Seite des Judenproblems gezeigt und der Kampf um die zionistische Lösung der Judenfrage unter';. der Losung „B r o t. u n d F r e i h e i t" geführt-werden. Es soll verlangt wenden, , daß das Mandat in einer dieser Forderung entsprechenden Weise ausgeübt; werde, widrigenfalls die jüdischen Bestrebungen andere internationale. Faktoren zu ihrer Unterstützung heranziehen würden. Ferner möge die Exekutive in nächster Zeit zwei Broschüren herausgeben, von denen die eine die si11IicIie Berechtigung des Zionismus gegenüber dem Vorwurf, daß er das Selbstbestimmungsrecht der Araber negiere, darlegen und die zweite den .ideologischen zionistischen Kampf gegen den kommunistischen Antizibnismus behandeln soll. Schließlich lenkt das Memorandum die Aufmerksamkeit des Aktions-Koniitees darauf, daß SÖl)he wohlhabender Eltern in einzelnen Kibuzim des „Hasc'honter Hazair" in Palästina, sich niedergelassen haben und es nunmehr ablehnen, ihren Eltern, die ebenfalls nach Palästina kommen wollen, hiebei behilflich; zu sein» um es zu .verh|ndern, 'daß „kapitalistische . Unternehmungen im Lande ~ entstehen". Durch dieses Verhalten werde das' Einströmen ' jüdischen Kapitals nach Palästina., unterbunden. Der Ausfall an neu zu investierendem Kapital' in einigen solcher Falle, übersteige den in Bulgarien im Verlaufe von: drei Jahren; für den Keren Hajessod gesammelten Betrag, Deshalb verlangt das Zentralkomitee, daß in Hinkunft jenen Kibuzim, die in ihrer Mitte Söhne aus wohlhabendem Hause haben,1 die sich weigern, gemeinsam mit ihren Eltern Unternehmungen in Palästina zu gründen, . jede. Unterstützung durch die nationalen Fonds verweigert .werde.'* , , Alle im redaktionellen Teil .befindlichen entfielt» mm Hotten \»M dugsb sia&ige$fitsa B' toijnwfc Das in London am 28. Juli zusammengetretene zionistische Aktiorivs - Komitee, die Tagung der 1 am Kongreß gewähren zionistischen, Führer im kongreßlosen Jahr, hat sien in seinen Sitzungen mit den Hauptproblemen des jüdischen Nationalheims und der Zionistischen Organisation " beschäftigt. Da die Sitzungen geheim sind, ist die zionistische Oeffentlichkeit auf die von der Jüdischen Telegraphenagentur ausgegebenen Bulletins angewiesen. Von , den bisher abgehaltenen Sitzungen liegt eine Reihe, von ' J.T. AI-Berichten vor, die wir ini nachstehenden zusammenfassen. Deft Vötsitz führte det Präsident. Dr.'LeoMq.tz- , k i n.. Anwesend. waren, altewMft gliedere.'d«r> Lo n d o n e r Exekutive, die Exekütivmitglieder, Emanuel Newman und H. F a r b s t e in und seitens der Palästina-Exekutive Dr. Chaim Arlbsoroff und- Werner Senator. Zunächst erstattete der politische Referent Dr. S. Brodetzky sein Referat, in welchem er sich mit der politischen Arbeit in London, mit den Immigration s- und Bodenproblemen; Palästinas, der S i c h e r h e i t s f r a g e, den politischen Problemen innerhalb der Exekutive und der zionistischen Organisation, dem Araberproblem und dem French-Bericht beschäftigte. Brodetzkys Referat bemühte sich im ersten Teil, Kritik an der britischen Mandatarmacht zu üben, um sich dann nach einer schärfen Wendung gegen die zionistisch-revisionistische Opposition als treuer Befolger der von Weizmanngegangenen politischen Wege zu bekennen. Daraus erfließen Brodetzkys Wendungen gegen einzelne Kollegen in der Exekutive, die geglaubt hätten, er werde eine andere Politik führen. Brodetzky schildert die Arbeit der Exekutive in Lohdon nach dem Kongreß, seine Bemühungen, die Kontrolle der Bodentran s a kt ionen in Palästina seitens der englischen Administrativorgahe in London und Jerusalem hintanzuhalten. Er sagte wörtlich mit Beziehung auf das Immigrationsproblem: „Niemand kann behaupten, daß der müde Fuß Israels, der an die Tore Palästinas stößt, dort in einer Weise empfangen wird, die unserem von bloßer .Duldung' der Zulassung sich unterscheidenden »Recht' " auf Einwanderung entspricht."' Seine Stellungnahme zu den anderen Fragen hält sich auf jener Linie, die jede scharfe Opposition gegen die Mandatarmacht strikt ablehnt. Bezüglich, des French - Berichts kündigte Brodetzky Vorschläge an, die die politische Kommission des A. C. auszuarbeiten und zu behandeln haben wird. Vorher hatte der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Nahum S o k o 1 o w,. den Bericjht .der Exekutive über, ihre Tätigkeit im abgelaufenen Jahr und. über . die Resultate seiner amerikanischen Reise' erstattet. « Ausführungen inder Debatte . Am zweiten Verhandlungstag , erfolgte das. Referat des poUtischen Leiters der Palästina-Exekutive, Dr. Chaim A rlos.örof f. Es.ist in eijienv ersten Teil 'durch ein LohlLod auf den gegenwärtigen rligh Commissioner Sir Arthar Wauchope gekennzeichnet, der , nach ''Arlqsoroff seine, Aufgabe objektiv verwalte, und in einem Teil seiner. Beamtens^häft; gleic^e^rmtel':;'Iii|itarbeiter . habe. Des weiteren stellte Arlosoroff fest, daß der Exekutive gegenwärtig keine entsprechenden Mittel zur Vornahme von Bodenbäufen in Trans Jordanien zur Verfügung Der erste Teil der Verhandlungen stehen und daß Transjordanien in die Sphäre der jüdischen Kolonisationstätigkeit unbedingt einbezogen werden müsse. In der Debatte sprachen für Poale Zion Ing. S. Kaplänsky, für die radikalen Zionisten Dr. Nahum Goldmann, für die palästinensische Arbeiterschaft Josef Sprinzak. Dr. Viktor Jacobson berichtete über seine Arbeit' beim Völkerbund' in Genf. Auch Doktor Leo Motzkin ergriff in der Debatte das Wort und machte der Exekutive den Vorwurf, daß sie das A. C. im, Hinblick auf die Wichtigkeit des ' Frerich-Berichtesnicht schon früher einberufen habe, was gegebenenfalls Modifizierungen des French-Berichtes hätte V: ergeben können. Der deutsche Revisionistenführer Richard Lichtheim (Berlin) legte nach dem vorläufigen Bulletin seine Ansichten dahin dar, daß die Exekutive die Unterstützung der Revisionisten finden werde, wenn sie die Verwirklichung ihres Programms anstrebe, das sich in seinen Differenzen gegenüber der Opposition letztens anscheinend verringert habe. Im allgemeinen wurden in der Debatte die Beziehungen zwischen Organisation und H i g h C o mmissioner, der French-Bericht und die Frage der Wadi-Chawarit-Böden verhandelt. Exekutive und French-Bericht Auf die lebhafte Kritik einzelner A.-C.-Mitglieder erwiderte Nahum Sokolow, bezüglich der a 11 gem e i ri e n politischen Richtlinien der Exekutive, Professor B r p d e;t z k y in der Frage des French-Berichtes. Brodetzky negiert eine bedingungslose Ablehnung des French-Berichts und , erklärt, ' daß die Exekutive die Absicht habe, in Verhandlungen über die Einzelheiten des Berichtes einzutreten. (Fortsetzung auf S.?) Die' Forderung der palästinensischen Arbeiter- ,• partei an das Aktions-Komitee Wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur seitens' der Delegation der Jüdischen Artbeiterpartei mitgeteilt, wird,' hat diese Partei bestimmte Richtlinien festgelegtdie für ihre Vertreter auf der Sitzung > des Aktious- Komitees maßgebend sind. Die Delegierten der Arbeiterpartei werden' dafür eintreten, daß die vorn letzten Kongreß auf der Basis einer bestimmten vereinbarten Politik eingestzte Koalitionsexekutive ungestört weiter funktio-, nieren könne. Die Arbeiterpartei steht auf dem Stundpunkt, daß es notwendig ist, 'demnächst .Verhandlungen mit der Mandärmacht aufzunehmen im Hinblick auf Erzielung einer klaren- Verständigung und Aufstellung eines genauen Einwanderaings- und Kolönialisationsplanes für die nächsten^ vier oder fünf Jahre, durch den der Zionismus der Verwirklichung seiner kolonisatorischen Ziele nähergebracht werden soll. Für diese Verhandlungen müssen alle' einflußreichen und bedeutenden Kräfte im Zionismus eingestzt werden. . Die Jüdische Arbeiterpartei Palästinas, die jede jüdische Initiative, privater oder öffentlicher Art, für das Aufbauwerk in Palästina billigt, erachtet es als eine der" wichtigsten Pflichten des Aktions-Komitees, dem Keren; Hajessod und dem Keren Kajemeth die bedeutende Stellung wiederzugeben, die diese Fonds in der zionistischen Arbeit eingenommen haben. Die Jüdisch« Arbeiterpartei ist der Ansicht, daß

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