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Die neue Welt · 1932-07-29 · Heft 254 (29.7.1932) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 254 (29.7.1932)
Date
1932-07-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. «T Menorah und die Korporationen Emunah, Kwirej Emunah, El-Al. Außerdem wurde ein Komitee des Tel-Chaj-Fonds ins Leben gerufen. Es fand eine Protestversammlung gegen die unrechtmäßige Zertifikaten Verteilung statt. ~ In W'lH ezka wurde dank der Bemühungen des Herrn Dr. Damm ein B r i t h Trump e 1 d o r gegründet, der 80 Mitglieder zählt. Rumänien, Das Zentralkomitee der allgemeinzionistischen Organisation Alt-Rumäniens wandte sich am 27. Juni d. J. mit einem (von Herrn M. Weißmann unterzeichneten) 1 Protestschreiben an die Jewish Agency in Jerusalem gegen die illegale Verteilung der Zertifikate in Rumänien und wies darauf hin, daß diese Verteilung dem Beschluß des 17. Kongresses zuwiderlaufe. Union der ZionfstemRevisionfeten Oesterreichs Wien, II., Untere AiigartenstroBe 38. Telephon A-45-6-34 An die Revisionisten Oesterreichs! Wie wir schon in der letzten Nurunier der „Neuen Welt" mitgeteilt haben, findet in der Zeit vom 2 8. August bis einschließlich 1. September i n W i e n die V. Weltkonferenz der Zionisten-Revisionisten statt. . ' Die Parteileitung bittet unsere Freunde und Mitglieder vor Abschluß der Dinaraktion alle Anstrengungen machen zu wollen, um die Zahl der österreichischen Delegierten so groß wie möglich zu gestalten. Jeder Judenstaatler mti ß einen Dinar haben! Das Sekretariat bittet ferner dringend bekanntgeben zu wollen, welche Gesinnungsgenossen bereit sind, Delegierte und Gäste bei sich zu beherbergen und welche Räumlichkeiten dem Sekretariat zur Verfügung gestellt werden. Wir appellieren an alle Gesinnungsgenossen, sich dem Sekretariat zur Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Wi* sind sicher, daß alle österreichischen Mitglieder ihren Ehrgeiz dareinsetzen werden, der Konferenz in Wien einen würdigen, gut organisierten Verlauf zu sichern. Alle Anfragen sowie Anforderung von Dinarim sind an das Sekretariat, Wien, II., Untere Augartenstraße 38, Telephon A-45-6-34, zu richten. Für die Parteileitung der Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs: Fritz Richter. Oberbaurat Ing. Robert Stricke». Weltkonferenz revisionistischer Studenten Gleichzeitig mit der V. Weltkonferenz der Zionisten-Revisionisten findet in Wien eine Weltkonferenz revisionistischer Studenten statt, deren Tagesordnung noch genauestens bekanntgegeben wird. Alle Korporationen (Verbindungen, Vereine, Klubs usw.), wie auch revisionistische Hochschtiler, die nicht in Studentenkorporationen organisiert sind, werden aufgefordert, sich in Angelegenhedtein der Studentenkonferenz an das Sekretariat der V. Weltkonferenz, Wien, II., Untere Augartenstraße 38, zu wenden. Aus Deutschland Huflar de* »Heuern W«H« Hkr IteuMilawll F*lf«h*edaktion und Admmiatraüonj Berlin, Charlottenburg % loaAfoirtafe***«fle %t* Im Namen der Z*V*f*D+ -r. Berlin, Juli 1932. Die letzte Nummer der „Neuen Welt" berichtete ausführlich über die Warnungsserie der Zionistischen Vereinigung für Deutschland (Z. V. f. D.) in der „Jüdischen Rundschau" gegen die Aktion des Herrn E. B e n Horin aus Palästina, die dieser im Auftrage des Tel Chaj-Fpnds in Deutschland unternahm. Trotz der dokumentarischen Beweise über die unberechtigten Verdächtigungen gegen Herrn Ben Hordn, hat es weder die Z. V. f. D. noch ihr Zentralorgan für richtig gehalten, ihre „Feststellungen" un<l .„Warnungen" zu widerrufen. Wenn in dem vorigen Aufsatz der Nachweis erbracht wurde, daß die Sammelaktion des Herrn Ben Horin legal war und im Auftrage des Tel Chaj-Fonds geschah, so scheint es diesmal notwendig, zumal sich die Verleumder gründlich ausschweigen, auch die Hintergründe dieser, letzten Endes gegen den Tel Chaj-Fonds gerichteten Attacke zu beleuchten. Der Initiator dieser Kampagne und ihr tatsächlicher Autor ist Herr Dr. G. Land a u er. per jüdischen Oeffentlichkeit fast nicht bekannt, ist von Dr. L. zur Information bemerkenswert hervorzuheben, daß. er besoldeter Beamter der Z. V, f. D, ist. In dieser Eigenschaft hat er' seine „Warnunigs"-Aktion unternommen, Allerdings, und das ist durch Zeugen bekräftigt, war Herrn j Xiandauer bekannt, daß Herr Ben Horin im Auftrage des Tel Chaj-Fonds reise. Und dennoch schrieb,er you dei" yunlegitknüerten Institution", die hinter dieser Aktion stehe. Herr Dr. Landauer wußte aber auch, daß der „Makkabi'* sehr regen Anteil -an"der Aktion des Herrn Ben Horin nahm und dieseni eine Empfehlung an seine Mitglieder in Deutschland gab, so daß hinter der Aktion des Herrn Ben Horin nicht nur der Tel Chaj-Fonds allein stand, sondern auoh der „Makkabi" gewissermaßen die Mitverantwortung für diese Sammlung übernahm. Herr Ben Horin besuchte Berlin, Leipzig und Frankfurt am Main und verließ, programmgemäß am 4- Juli Deutschland, Die Erklärung der Z, V. f. D. jedoch erschien erst am 8. Juli, also zu einer Zeit, da die „Warnung" keinen praktischen Wert für weitere Sammlungen haben gönnte und bloß den einzigen Zweck verfolgte, das Vergauigene zu diffamieren. Ob dieser Tatsache zur Rede gestellt, antwortete Herr Dr. Landauer, er habe ein Schreiben erhalten, in welchem mitgeteilt wurde, Herr Ben Horin habe die Absicht, noch ein halbes Jahr in Deutschland herumzureisen. Um dje Vorlegung dieses Briefes gebeten, fragte Herr Dr. L.: „Bin ich Ihnen nicht glaubwürdig?" Aber den „Brief" legte er nicht vpr . . . Herr Pr, Landauer verlangte vpin „Makkabi* vor der Veröffentlichung seiner „Warnung" die Zurückziehung der Herrn Ben Horin verabfolgten Empfehlung an die MakkahirMitglieder, wenn er die Erklärung nicht in der „Jüdischen Rundschau" zum Aihdruck bringen solle, Da, wie oben schcwi bemerkt, Herr Ben Horin Deutschland bereits verlassen und er dem „Makkabi" die Empfehlung, die doch nur für Deutschland von Wert war, bereits zurückgesandt hatte, wurde diese Herrn £>r, Landauer vorgewiesen. Herr Dr. Landauer hat aber trotz Vereinbarung jdie „Warnung" veröffentlicht .... Allerdings, als nach der Veröffentlichung mit ihm über dieses merkwürdige Verhalten gesprochen und darauf hingewiesen wurde, daß ihm bekannt sei, daß diese Aktion vom Tel Chaj-Fonds in die Wege geleitet worden s.ei, hat sich. Herr ür, Landauer bereit erklärt, an alle Spender einen PHV»tobnef zu schreiben und ihnen die Erklärung zu geben, daß die Gelder tatsächlich dem riehtilgen Zweck zugeführt werden. Als man darauf verwies, daß eine solche Erklärung doch in dje Zeitung müsse, weigerte sieb Herr Dr, Landauer. 4ies zu tun. Oeffentlich war doch so. eine Blamage nicht inögllch , , , Ejt bleibt nur npch die Frage offen, wer eigentlich Herr« Dr. Landauer legitimiert hat, seine Erklärungen in d4o Zeitung w geben, Der Vorsitzende der Z. V. f. D, befindet siqh auf Urlaub, eine Anzahl, von Vorstandsmitgliedern ebenfalls. Und auf eine mesbeziigiliche Frage antwortet© Herr Pr- I*: „Ja, eigentlich hat der Vorstand der Z. V, f. D, keine Sitzung abgehalten, in der diese Frage besprochen wurde, aber ach habe mit einigen Herren darüber gespro<3ien." Und dennoch trägt die „Warnung" die Unter*edehnijng: „Zionistische Vereinigung für Deutschland". Doch das kümmert schon uns nicht. Das ist Angelegenheit der deutschen Zioniaten und deren Instanzen . . , . Aber ein merkwürdiges licht wirft all <\m auf die WiHkünherreonaft de» »ionistwehen Beamt§utu*»s, Die Aktion des Herrn Ben Horin hatte *§br schöne Erfolge Ävfauweise» und in jtionj5tdseh-bttrokrat*seh g-auj? ungewofeatW Weise floß da# gesamte Qsld tetilächtteb dem Zweejf xu, fül welchen eg ge*anwuelt worden war. Das mx fem <fewh wfom JUmm ut, Imtomt w ym» Im seinem unglaublichen Haß gegen alles, was nicht in seinen Kram paßt, hat er wenigstens versucht, im Nachhinein zu diskreditieren. Das Öffentliche Gericht und das zionistische Kongreßgericht werden zu diesem System ein Wort zu sprechen haben. Die jüdische Oeffentlichkeit aber hat schon heute Gelegenheit, ihr Urteil über diesen Pseudoziondsmus zu fällen. Es erübrigt sich wohl in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, daß Herr Dr. Landauer nicht nur Beamter der Z. V. f. D. ist, der seine Stellung mißbraucht, sondern auch zu jenen E t 'h i k e r n und Moralpa ukern gezählt zu werden wünscht, die den schönen Namen tragen: Brüh Sohalom. Die Osfjudenhelze in Deulsdt'Sdiksien Daß die antisemitische Bewegung nicht die mutigsten und ehrlichsten Elemente der deutschen Bevölkerung zu ihren Hauptstützen zählt, können wir ohne Schwierigkeiten aus der Geschichte des Antisemitismus in Deutschland lernen. Es ist daher nicht verwunderlich, daß gerade die niedrigsten Subjekte der radikal^natianalistischen Parteien sich zu ihrem Objekt denjenigen Teil der jüdischen Bevölkerung in Deutschland. ausgesucht haben, der naturgemäß und rein numerisch den geringsten Widerstand zu leisten imstande ist: nämlich die Ostjuden, In den letzten Wochen erlebten wir, daß in vielen Blättern, (politisch wichtigen Zeitungen und besonders in den Skandalblättern), in der übelsten Weise über die meist armselig und mühsam sich durchschlagenden Ostjuden hergefallen wird. Den Gipfel einer solchen Hetze erlaubte sich vor kurzem ein Breslauer Skandalblätt, das besonders in der Breslauer Unter- und Nachtwelt viel gelesen wird. Der Artikelschreiber besudelte und beschimpfte die Ostjuden in einer nicht 'zu wiedergebenden Art, wies auf die Gefahr hin, die die Ostjuden dem einheimischen deutschen Juden bringen, und behauptete, 99 Prozent aller Verbrecher in Deutschland seien Ostjuden. Man könnte denken, daß die derart bedrohten und bedrängten Ostjuden eine feste Stütze und Verteidigung durch ihre deutschrjüdiseben Brüder erfahren. Weit gefehlt! Abgesehen von einigen führenden deutsch-zionistischen Kreisen, empfindet ein sehr bedeutender Teil der einheimischen Juden, besonders in Schlesien, über eine derartige Ostjudenhetze eine gewisse Genugtuung. Dieser Teil der hiesigen Juden wäre nicht ungern bereit, durch Opferung der Ostjuden sich die Ruhe, beziehungsweise das Wohlwollen der Antisemiten, zu erkaufen. Angesichts dieses Bestrebens muß ich mich an eine alte Geschichte, die in Galizien sehr populär ist, erinnern: Die bäuerliche Bevölkerung von Radymno wurde gegen die Juden des Städtchen aufgehetzt und zog, mit Sense und Sichel bewaffnet, gegen die Juden los. Als Die Neue Weh während der Weltkonferon* der Zianisten-ftevisio» nisten in Wien vom 28. August bis 2. September, Um unsere Leser und die weiteste Oeffentlichkeit über alle Vorgänge auf der 9. Weltkonferens der Zionisten-Revisionisten genauest und raschest zu Inforr roteren, wird die „Neue Welt" während der Dauer der Tagung mehrere Spezialnummern erscheinen lassen. Vorausbestellungen auf diese Spezialnununern zum Gesamtpreis von S 3 werden bei der Administration entgegengenommen, Einzelexemplare asum Preis von 20 Grosehen wer« den an allen Verkaufsstellen und bei Kolporteuren erhältlich sein. Administration der »Newea Welt1* Wien, Ii., Untere Attg*rten,8tr. 38. sie sich beim Hause des Schammes zur Plünderung anschickte, stellte der Schammes die Frage, was sie eigentlich haben wolle. Darauf erfolgte die Antwort: „Ihr Juden habt unsern Heiland gekreuzigt, dafür wollen wir jetzt Rache nehmen." Der geistesgegenwärtige Schammes meinte darauf: „Das waren ja nicht die Juden von Radymno, d sawaren doch die Juden von Mielcowa." Mit dem Ruf: „Auf! Los nach Mielcowa!" zogen die wütenden Bauern ab und ließen die Juden von Radymno unbehelligt. Nach diesem System wollen scheinbar viele unserer deutschen Brüder in der jetzigen Situation verfahren. Wir zweifeln jedoch daran, ob die deutschen Antisemiten mit den Bauern von Radymno gleich zu bewerten sind. Sogar, die höchsten Instanzen deutsch-jüdischer Organisationen nehmen sich kein Blatt vor dem Mund, wenn es gilt, die Östjuden zu difamieren. So gab vor kurzem in •Gleiwitz O/S. der Direktor des „Centrai-Vereines deutscher Staatsbürger jüdischen Glauben s", Herr Dr. Ludwig Holländer, in einer Pressekonferenz folgende Aeußerung über die Ostjuden ab: „Unter den Ostjuden befinden sich zahlreiche entwurzelte Elemente, von denen das deutsche Judentum selbst nichts wissen will und für deren Treiben es auch nicht verantwortlich gemacht werden kann. Das altansässige Judentum besitzt auf solche heimatlose, .aus dem Osten Europas zugewanderte Ostjuden keinen Einfluß, denn vielfach hätten diese Ostjuden sich völlig aus der jüdischen Religionsgemeinschaft gelöst/' („Oberschlesischer Wanderer", Gleiwitz, vom 7. Juli 1932.) .„Zwischen dem kulturlosen Elend der Ostjuden und dem deutschen Juden bestehe ein unüberbrückbarer Unterschied." („Ostdeutsche Morgenpost", Beuthen, vom 7. Juli 1932.) Aus diesen Erklärungen vor nichtjüdischen Pressevertretern läßt sich deutlich die Haltung und die Einstellung eines maßgebenden Teiles der deutschen Juden gegenüber den Ostjuden erkennen. Leider jedoch vermissen wir in dieser bedrängten Stellung ein tatkräftiges Einschreiten der zionistischen Instanzen in Deutschland und vor allem in Schlesien. Insbesondere wäre es Aufgabe der „Jüdischen Volkspartei" in Schlesien, die vor Wahlen sehr energisch zu agitieren weiß» sonst aber von sich nichts hören läßt, hier einzugreifen und gemeinsam mit den Ostjudenverbänden die Oeffentlichkeit eines besseren zu belehren und vor allem auch' eine ökonomische Unterstützung innerhalb der ostjüdv sehen und zionistisch gesinnten Kreise der deutschen! Juden durchzuführen. In der jetzigen Zeit des wirtschaftlichen Niederganges benötigen die unteren Schichten der deutschen! Judenheit und insbesondere die Ostjuden mehr denn je! gegenseitige Hilfsmaßnahmen in ökonomischer Hinsicht und in bezug auf Arbeitsvermittlung und Arbeitsbeschaffung. Wir wollen hoffen, daß die führenden zionistischen Kreise sich der bisherigen Vernachlässigung dieses dringend wichtigen Arbeitsgebietes bewußt werden und Maßnahmen für eine sofortige Besserung er« greifen. Erst dann wird sich das Verhältnis zwischen! Ostjuden und dem national eingestellten Teil der hiesigen deutschen Juden so innig gestalten, wie, dies im Interesse des Gedeihens einer bewußten jüdlsQh-uationalen! Volksarbeit erwünscht wäre. L, Gold, Mas Lieber«!«»» -~ EhrenprSsidept der 'Akademie* dqr Künste Der Gesamtsenat der Preußischen Akademie deu Künste hot Professor Max Liebermann in Würdigung seiner großen Verdienste um die Akademie während seiner awäU Jahre dauernden Präsidentschaft zum Ehrenpräsidenten gewählt. Diese "Wahl i$t vom Preußischen Staatsministerium, bestätigt worden. Esist das zweitemail in der Geschichte der AkadeimÄe, daß die Würde eines Ehrenpräsidenten, die der Senat Max Liebermann zu seinem 85. Geburtstag darbringt, ser^ liehen wird.

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