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Die neue Welt · 1932-04-20 · Heft 240 (20.4.1932) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 240 (20.4.1932)
Date
1932-04-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 210 wem Reichst« Auswahl Garantiert gute PaOlorm - Neuester Schnitt Für jede flgur $tMtiht*>Mtm& .dt. %bhiü.) frong. %acon, &Q K.*©eibe aefütiert . . . S tftl Äaoimgnr^ c^Sresco^nsuo (it. mm.) blau, grau, öraun mit $eferöe»0&erfrngen. . . S eleganter Diaaottal'Wtüttg iimt mumm) neuerer 7Q ©djnttt, mit 9teferbe*D&erfra8eit ............. S tl 6|2.0tt«Jltt$ltg stoeiteilig (ft. ym\b.), au2 fittien, «tobernen ©portftoffett . S 39 $ettett*>8)l0tt'$ClIilfAtl(er Brem« unfc fätom. ®-'%oi . ... . . . ... . ^B&ft ^gpM £ 40 Wchiffmann< g.SB Wurden ' über . 20 neue Faibriken im' Jahre 1931 gegründet. ■'. ,. Im "folgenden geben wir eine Zusammenfassung der Export- und Imp.or.tziffern für verschiedene Waren: 1927 1928 .1929 1930 1931 Import 6,518.000 6,950.000 7,432.000 7,140.000 6,117.000 LF Export 2,275.000 1,842.000 2,012.000 2,254.000 2,000.000 LP Die hauptsächlichen Waren, die aus Palästina nach dem Auslande a/usgefiührt wurden, sind: Orangen (LP 886.000), Waschseife (LP 117.000), Wassermelonen (LP 47.000), Wein (LP 30.000), Zement (LP 20.000), Strümpfe (LP 16.000), Felle (LP 21.000), Mandeln (LP 20.000) usw. Die hauptsächlichen Importwaren waren: Baumwollwaren (LP 358.000), Schlachtvieh (LP 206.000), Seidenwaren (LP 170.000), Weizen (LP 165.000), Weizenmehl (LP 151.000), Bauholz (LP 153.000), Holz für Orangenikisten (LP 100.000), Zucker' (LP 105.000), Wollwaren (LP 106.000), Benzin (LP 163.000), Automobile (LP 115.000), Reis (LP 117.000) usw. Die verschiedenen, durch die Regierung eingeführten Waren beliefen sich auf LP 329.000 und die durch die Militärverwaltung eingeführten auf LP 172.000. Unter den Ausfuhrländern, von denen Palästina Waren bezieht, nimmt Aegypten die erste Stelle ein (17,26 Prozent); danach folgt Syrien (17,12 Prozent), dann England (16 Prozent) .und schließlich Deutschland (10 Prozent) usw. Palästinensische Waren führen 'hauptsächlich folgende Länder ein: England (45 Prozent), Syrien (14 Prozent), Deutschland (12 Prozent), Aegypten (II Prozent). Aus Lettland! Starke Kürzung der Staatssubventionen für das jüdische Schulwerk — Antisemitischer Redeexzeß Riga, 15. April. (J. T. A.) Der Budgetausschuß des lettländisehen Sejm nahm eine starke Kürzung der Staatssubventionen für die Berufsschulen der Minderheiten vor. Die Zuschüsse für die jüdischen Elementarschulen wurden von 24.000 auf 10.000, die für jüdische Haadwerkerschulen von 64.000 auf 15.000 Lat gesenkt. Der Vertreter der jüdischen Schulverwaltung, Dr. G r ü nmann, erklärte, die Juden in Lettland seien infolge der scharfen Wirtschaftskrise nicht in der Lage, ihre Fachschulen selbst zu erhalten. Würde die Regierung, was ihre Pflicht wäre, die jüdischen Fachschulen in eigene Verwaltung übernehmen, so würde sie sich noch schwerer belasten, als wenn sie die Subventionen ungekürzt läßt. Der lettländische Deputierte A. E g 1 i t erklärte, die Regierung müsse die Verbreitung des Handwerks unter den Juden so weit als nur möglich stützen. Die antisemitische Deputierte Stern forderte die Auflösung der jüdischen Handwerkerschulen und erklärte, man müßte mal wieder die Nagaik^a über die Rücken der Juden tanzen lass.ejn, sie würden dann ernüchtert und nicht so anspruchsvoll sein. Stern wurde wegen dieses Redeexzesses zur Ordnung gerufen. Nationalrat des lettländisehen Judentums Riga, 15. April. (J. T. A.) Die lettländische Regierung genehmigte die Ausschreibung von Wahlen zum Jüdischen Nationalrat in Lettland, die am 11. und 12. September d. J. stattfinden werden. Die erste Session des neugewählten Nationalrats wird am 18. und 19. September abgehalten werden und sich mit der allgemeinen Lage des lettländisehen Judentums, der Lage der jüdischen Kreditinst.itutionen, mit Fragen der sozialen Hilfe, der Kulturarbeit, des Gemeindewesens, der Schaffung neuer Gemeinden beschäftigen und einen Zentralrat wählen. Wahlrecht zum Nationalrat, der sich aus etwa 75 Deputierten zusammensetzen wird, haben alle jüdischen Männer und Frauen von 21 Jahren aufwärts, die lettländische Staatsangehörige sind. Gegen die jüdischen Mediziner in Lettland. Der Senat der lettländisehen Universität in R i g a hat beschlossen, Medizinern) die ihren Doktorgrad im Ausland erlangt haben — in der Hauptsache handelt es sich um jüdische Mediziner —, die Praxis in Lettland zu verbieten. Dies bedeutet einen schweren Schlag gegen zahlreiche jüdische Mediziner, die wegen Unkenntnis der lettischen Sprache und aus anderen Gründen ihre Studien im Auslande beendet haben und nun in ihrer Heimat die medizinische »>»-..-^ ausüben wollen. Der Senat fordert von solchen Graduierten, daß sie mindestens zweieinhalb Semester an einer lettländisehen Universität studieren, wouei me Erlernung der lettischen Sprache unerläßlich ist. Mehreren der im Auslande Graduierten ist es aus materiellen Gcämlea und aus Gründen der Sprachschwierigkeiten unmöglich, das Studium aufs neue aufzunehmen. In jüdischen Kreisen wird der Beschluß des Universitätssenats scharf kritisiert. Aus Bulgarien Am 15. Mai finden in allen bulgarischen Gemeinden die Delegiertenwahlen zur zweiten Rep läsen, taiitenversammlung der bulgarischen Judenheit statt Im ganzen werden 61 Delegierte gewählt, die das Zcntralkonsistorium der bulgarischen Juden zu wählen haben. Die zweite Repräsentantenversammlung wird im Juni d. J. zusammentreten. Die erste Reprüsentantenversammlung, die im Jahre 1920 zusammentrat, war die Konstituierende Versammlung der bulgarischen Juden als nationale Minderheit. Diese Versammlung schuf ein Statut für alle bulgarisch-jüdischen Gemeinden, das zwar bis. heute vom Staate offiziell nicht anerkannt ist, jedoch schweigend toleriert wird. Die Versammlung wählte ein Zentralkonsistorium als das oberste Repräsentationsorgan des bulgarischen Judentums. Die Juden Bulgariens sind in 34 Gemeinden, 31 sephardischen und 3 aschkenasischen, organisiert. Die Gemeinden werden von Räten geleitet, die aus zwei Ausschüssen, einem Schul- und einem Synagogenausschuß, zusammengesetzt sind. Bei dem Schulausschuß haben nur bulgarische Staatsangehörige aktives und passives Wahlrecht, an den Synagogenausschüßwahlen beteiligen sich auch Auslandsjuden, das passive Wahlrecht haben aber auch hier nur bulgarische Staatsbürger. Bei den Wahlen zu der Repräsentantenversammluug haben alle Gemeindemitglieder aktives Wahlrecht, passives Wahlrecht aber nur bulgarische Staatsangehörige. Alle diese Wahlen müssen vom Staate bestätigt werden. Die Wahlen zu den jüdischen Schulausschüssen, die aus je 5 Mitglieder bestehen, fanden am 20. März, die Wahlen zu den Synagogenausschüssen am 10. April statt. In Gemeinden bis zu 500 Familien setzen sich die Synagogenausschüsse aus 5, in Gemeinden mit über 500 Familien aus 7 Mitgliedern zusammen. Bei den Wahlen treten zwei Gruppen in Erscheinung: Zionisten und N i cJi t z i o n i s t e n. Die sehr kleine Gruppe jüdischer Sozialdemokraten und die etwas stärkere Gruppe der jüdischen Kommunisten konnten bis jetzt nirgends Mandate erlangen. Eine eigentliche ideologische Trennung zwischen Zionisten und Nichtzionisten gibt es kaum, da auch die Nichtzionisten für das Palästina werk rückhaltlos eintreten. Die parteiliche Schattierung hat ihre Ursache einzig und allein in lokalen Verhältnissen, sowie in der K u 11 u r a u f f a s s u ti g. Während die Zionisten für eine vollständige H e.b r a i s i e ru n g der jüdischen Schulen kämpfen, befürworten die; Nichtzionisten' ein > Erziehungsprogrdmm; nach welchem den jüdischen Kindern die hebräische Sprache soweit beigebracht werden soll, daß sie sieh ihrer frei \ bedienen und hebräische Bücher und Zeitungen lesen können; im übrigen solle im Hinblick auf die Wirtschaftskrise am Schulbudget gespart werden. Während die Zionisten dafür eintreten, daß die Leistung eines Zuschusses für den Keren Hajessod für jede Gemeinde verpflichten d sein soll, stehen die N.iohtzionisten auf dem Standpunkt, daß die Gemeinden für den Keren Hajessod nur im Rahmen der finanziellen Möglichkeit beisteuern sollen. Gegenwärtig ist es so, daß manche Gemeinden in ihr Budget eine bestimmte Summe für Keren Hajess'od, Keren Kajemeth und Palästina-Emigrationsfonds einsetzen, andere Gemeinden es ihren Mitgliedern freistellen, diesen Verpflichtungen aus eigenem nachzukommen. Wenn demoiaoh die Nichtzionisten die lokalen Bedürfnisse der Gemeinde in erster Reihe berücksichtigt wissen wollen, so ist doch ihre Gesamteinstellung zur Judenfrage der jüdisch-nationalen Konzeption sehr naihe. So trägt das bulgarische Judentum im Grunde das Gepräge einer bewußten nationalen Minderheit, das noch dadurch unterstrichen wird, daß die Zionisten in den Gemeinden wie in der Repräsentantenversammlung eine Mehrheit darstellen. Die Juden in Weit im Norden, isoliert von den jüdischen Kulturzentren Europas, wohnen in drei Städten der Republik Finnland, in Helsingfors, Abo und V i b o r g, etwa 1800 Juden, meisten Nachkommen der sogenannten „Nikolai-Soldaten". Sie leben seit etwa 120 Jahren in Finnland und befassen sich mit Handel und Kleinindustrie. Man findet dort ein nach jeder Richtung hin positives Judentum. Kein einziges Land kann sich rühmen, daß seine Juden insgesamt der zionistischen Organisation angehören, auf Finnland trifft dieses zu. Besonders hervorzuheben ist die Stadt V i b o r g, wo alle 100 Prozent der jüdischen Bevölkerung für den Keren-Kajemeth erfaßt sind. Die zionistische Arbeit in Viborg konzentriert sich um den Verein „Achdus". Die Ortsgruppe der „Wizo", unter der zielbewußten Führung von Frau Rechtsanwalt Jacobson, leistet viel für die Zionisierung der Frauen und der Jugend. In Helsingfors wird die zionistische Arbeit von dem Verein „Hatechijah" betrieben.. Die Juden in Finnland zeichnen sich durch Gastfreundlichkeit aus. Sie empfangen jeden fremden Juden wie einen Bruder. Wenn sie einen Gast auch nicht nach seiner Parteirichtung fragen, und jeden, der hinkommt, ob es sich um einen Delegierten des Kcreu- Hajessod, einen Beamten der P. L. D. C, einen Abge-

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