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Die neue Welt · 1932-04-01 · Heft 237 (1.4.1932) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 237 (1.4.1932)
Date
1932-04-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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186 .4»*.hibWotVieVt n«tvet9i*at9to tu\. ^nivcv WVciv 1. Preis 35 Groschen lahrgang 6 Freitag den 1* April Ii hw* / Wmb. füm BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S Tschechoslowakei monatlich Kc 6.~, vierteljährig Kc ... , . „------ Lei 40.-, vierteljährig Lei 120.—j OeutscM«itä monatlich Mark 1.-. vierteljährig A------- . ---------- -------- , ......__„ Lewa 120.~; Italien monatlich Lire 5.-, vierteljährig Lire 14.-; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, viertel« jährig Schweizer Francs 4.50 HERAUSGEBER?- ROÖERT STRICKER Redaktion u. Verwaltung: Wien IX, Universitätsstr. 6-8,1et. B-48-504 — Erscheint jeden Freitag R E V U E Wz* . . mm- •,• <-W:> : ii 'Am Montag,.'den. April, ünf,V,9 Uhrabends spricht § im Verbandsheim, Jf., Untere A'ugartenstraße 38;§ i, . . . Tl^m^:. j | Was fordert 4er H^zKZiönismus | | von der jfi^schen Frau? j §..Jüdische■ Fraue|i>uiid^'J^ädchent:er8chejniet? zahlreich 1 I l!;:;^:^;..^:^ ': - 'J | Komitee zionistisch - revisionistischer Frauen: | I Paula Stricker 1 jjg '-. \; " \-j * ' " \ \' " ^-;* '* SS 1't':..:: > K e-g-i e-B e.i ,t i":-ä;g^:2 0 g. | iiiiiiiiiiiHiiiiiiiftiiiw ■> y\; *'A ': j>\- •;' -. ■■■■"• Der große Irrtum .• In/ %ji .SJ^ejflanpjteib f^j^ß^yittKcheii Kreisen, fevl$^raff^ ., * o-';..' ■. '-r. 'i' . , f/ .iHpWj^t&jiTI- ,, i schen^spMcnt man -^cjjtt^g^n&t, -W^i: die^uden*. firege,V„^^..^veiß-!^'n^GfiA^reGh^lv $as; mair;' < lnit dem. JuiJ eiituine ^qi4i^e:iiJp$U*. -Fu£'. das. jfüclenium einzutreten» gilt als .reaktionär,.' ebenso".' cjie Stellung-, nähme ge g e u das "'Judentum. 'Hiezü kommt noch Hie Rücksichtnalwne auf "die 7t?efühle vieler Führer und ^arteigenösse«. judischer ^tstammung, welche diese ihre Abstammung vergessen haben, nie erwähnt; höre« wollen, wie einen krankhaften Defekt, von', dem zu sprechen^. -'• das- Taktgefühl verbietet. Daher schweigt man siph.,;über die Judenfrage gerne und gründlich;aus,-* gebt um jede Erörterung des Judenproblems': in j Vveiteili .Bogen - herum. >. ,-Aber es etgebeii isich; Situationen, die es einfach -tinmö^Kch''''vma4hen;-\'*"^r:.-. Behandlung der lieikleji;Judte.nlrage'" aus.;'dem- W-ege zu gehen. Und eben jetzt ergibt sich seine so^c'he. Zwangslage. Die Uiai'i o n.^a I i s t i s ,c he: : B;.e w e gu n g, H i 11 e rs-chVr: Art hät-eine^ Umfang.- angenommen, der die7 Liöke" zu' einer grundsätzlichen. Auseinandersetzung nötigt. Angesichts einer Strömung, welche ein Dritteil": der"deutsclien Nation'-'- nilt sich reißt, findet fman mit Witzen1 und --überlegen tuendem Gerede' von" „vorabergeh'endeh1 Krankheitserscheinungen" nicht mehr das Atislängen. Man muß in dihqgrundsätzliche '.Qisk^ssiph'; eintreten.-Anderer? seits:aber spielt die Jü;d emJf <r ä:ge } im nationalsozialistischen, Prograinme und in der ••national-' Sozialistischen' Taktik1 :eine':0so' übterragehde Rolle, daß die größten K ünsiier-'im'-'Dane'ben-Re'den und V6rpeirSchreiben; es 'nieM zuwege ' bringen, ' gegen 4en Nationalismus «ii;arg^fmehtieren'j ohne der jütfenfrage^Erw^ttü^g-. zu"turi. "So -steht denn die' Judenfräge: breiti gro|J und: unverrückbar auf der-- ßoI^isQlien 'Tagesördning. - " j :ti 1 i ......-Alsjö itnüssen 74»^'-tJ«^n''. von' der Linken in die"Iü;de)i-D|skussioi\;ÄutÜ_die' &'terreichir ß^Ke;.'Sozialde'n;6k^^ reiat'iy •\eMrk«te^' und' g^ejs;tig -führende' Gfii^'e''Ahv'Iiitertiatid'n'ale,.' muß; a^aä^Pi'pJfleiri'.'H(5i;att.' Und •,inr:J fällt es wohl. a.m> s"ch>versJteh,.'/denn1 si^ 1 ist''mit^ hic'htjüdisch sein' Vvolje^den ,'iü^'chjbn'^FühW^," reichlicher gesegnet| 4lg Vair*', anderen Gi^peä ".cler 'Iiiteinationale.1W iV; si<jh" ^p^Väi^e'Gi?upJf)e ' niit'" 4er'Erscheinung .'des Antisemitismus der •Ha^kerikreuzler1' abfinden .will, ist iibe:ra\is mterßssaut. \%y ^\Organ, die Wiener ,vArbeite?-Zeitung",. 'i^erläßt bei;' 'Be|andlu^g der Judenfräge der 'bekä^nteh'.' 6Qisiälistis'phen Journalistin 0(ia O l b e r g. das Wort und macht sich ihre Formel tiber die En^tehung des Judenhasses zueigen. Oda Olberg sa^t: . . „Zweitausend Ja^re hat . man. es den Juden eingebleut: 6 0 WÜßf ihr. eeiö,; um als Stamm nicht zugrunde zu geben, klug, treu den Stammesg e n o s s e n^ denen niemand sonst Treue hält,rhilfr reich untereinander, da niemand euch hilft, Müßt tief und fest in d te r F a m i 1 i e w u r z e 1 n, um nicht als einzelne fortgespült zu werden in der ewigen Diaspora ... Und nun sie (die Juden) .geworden sind, was sie werden mußten —die es nicht5 konnten, sind zugrunde gegangen —, da geht eine neue Hetze gegen sie anl" * -. In,welch tollem Irrtum-ist doch diese Gesell-> schaft befangen! Sie stellt sich die Sache s o vor, daß jene Juden Erreger- und Gegenstand des Judenhasses, sind, welche treu zürn'jüdischen' Stamme halten, treu zu ihren Brüder n, hilfreich sind, di e das Familienleben rein,, h e i I i g u n d h o c h halten, die sich zusammenschließen und noch immer leben und arbeiten. Nach dieser bizarren Theorie, welche jüdische Ehrlichkeit und Treue als haßerregend ansieht, müßten die jüdischen Herren von der „Arbeiter- Zeitung" und ihre, geistig und parteimäßig Verwandten, die assimilatorischen liberalen und sozialistischen Parteiführer, Journalisten und Tages-'.; literaten, erklärte Lieblinge d e r H a k e n-. kre ii z 1 e r.s e i n, denn sie .tragen auch nicht ein Quentchen jüdischer Ehrlichkeit und jüdischer Treue, iii sich, . Getauft sind sie, weggelaufcjh voih jüdischön Stäimme. Soweit es nicht das Bedürfnis j naigh-rfrpf i-t'*ipid.- .•.Proiektioa." ■ erforderlicli macht, fliehen-(sie -Jiejde jüdische Gemeinschaft wie dje' Pest und dT'ängenä#ürmiPchin die Gemeinschaft r|er anderen. Werdeir rot, bläß,tuncl grün, wenn'däs : •WoT^^J.ud*' in 'ihrer Gegenwart fällt/ ' tun hypei^; deutsch und hyper^kösniojjolitisch. Vom haßerregenden Verbrechen'; das jüdische Familien- leben rein und heilig zu halten'; „tief und" fest in! der -Familie 'zu wurzeln", sind sie wirklich voll-r kommen frei. Wo; immer eine Richtung zum Ausdrücke kommt, welche das Familienleben als übernommene ' Krankheit zu beschränken, zu überwinden trachtet, Mutterschaft und Vaterschaft als auf ein MinirBünl zu beschränkende Institution ansieht, eheliche-Treue, Tretie zwischen Eltern und Kindern zum - Gegenstände hämischer Gering-' Schätzung macht;' sind sie dabei und laufen allen ISCHIAS SCHKEUKUREN t nach modernster Italienischer Melhed* In der Kuranstalt "l mit höchttem Komiort Junter lacharztllcher Aufsicht DIANABAD Auch alle anderen Kuran an der Marienbrücke In hervorragender Qualität zu billigen PireUen voran. ' Nach Theodor Herzl ist der' Antisemitismus eine gesellschaftliche Erscheiuung, hervorgerufen durch den Umstand, daß die Juden überall in der Minorität leben,' nirgendwo eine Majorität bilden. Solange nicht dieser Zustand geändert wird, bleibt der Antisemitismus gegebene Tatsache, die wohl nicht beseitigt, aber in ihrer Form beeinflußt werden kann. Es gibt Formen des jüdischen Lebens, die den Antisemitismus anfachen, und solche, die ihn mildern. Da. gilt aber gerade das' Gegenteil dessen, was die „Arbeiter-Zeitung" und 04a Olberg behaupten. Ehrliches» sich treues, national betontes Judentum, bescheiden und stolz, ' frei von ^Aufdringlichkeit, in der Hauptsache auf sich selbst gestellt, erzwingt Achtung imd trag* zur Milderung der Formen des Judenhasses bei: Wenn etwas geeignet ist, den Judenhaß zu verschärfen* sei ist es;djas Tun und Treiben dieser treulosen, abgeöplittqrteni Jude^i, der-..überall - rederidW Aihd überall s^hreibendei,, (,i&eitalj. sjeh, .vordrängendej^ überall iführen-;-wollenden^ Deseirteure des Judeiitums., , ,{ ':•••'• . •«V.^^&v^.Äa/,-.-•• * : . •;; :. In einer Kundgebung der katholisch-deutschen Studentenschaft Oesterreichs zum nationalen Studentenrecht heißt es:; - „Im Studentenrecht kommt, eine Anschauung zur Geltung, die in gleicher Weise; erzwungene wie freiwillige Assimilation ablehnt. Auch . di« j ü d i s c h e.N a t i p n kann durch dieses Studentenrecht nur gewinnen, weil es' die Achtung vor d e m e h r 1 i c h e n B e k e n n t n is erhöht und'-die nur Mißhelligkeiten, schaffende Verwischung ,äpr Grenzen zwischen den Volkstümern unmöglich macht." ' r. st. Die Zionistische Organisation Von Vladimir J a b o t i n s k y Wie bisher will der Autor auch diesmal festgestellt wissen, daß seine publizistischen Aeußerungen solche eines unabhängigen, die Partei in keiner Weise engagierenden Schrift- . stellers sind. Ich habeden Brief eines Freundes erhalten, dessen Inhalt ebenso wie; meine Antwort wert ist, abgedruckt zu werden; denn es; geht um eine Sache, die für viele schmerzlich ist.-Der Häuptteü des.Briefes lautet folgendermaßen: „In den breitesten Reihen der zionistischen Organisation greift eine Stimmung um sich, die auf allen Gebieten .eine radika 1 e' Aenderungverlangt: in den politischen Methoden, in der Finanz und Wirtschaft überhaupt, in der Jewish Agency, der Universi-. tat, derrFrage des Schutzes — in allem also. Niemand ist mit r dem Ergebnis desletzten Kongresses zufrieden. Die meisten (ich glaube, die Mehrheit aller Parteien einschließlich, der Linken) wollen nichts. von einer Rückkehr zu; jener - Lage und zu jener Leitung wissen, die vor dem : Kongreß bestand. Es gehen Gerüchte um, daß sogar in- , mitten - der ^Leitung starke Unzufriedenheit, herrscht. M Ob. nun das letztere wahr istr oder nicht : jedenfalls; ist klar daß sich lange vor dem nächsten Kongreß mächtige Forderungen zu einer umfassenden Aende-; rung werden;,hören lassen zur Schaffung einer gesunden! Lage,; zur Loslösung vom verwelkten Erbe der letzten Jahre. Sie selbst haben wahrscheinlich die Resolutionen und die Zirkulare der - verschiedensten allgemein-zionistischen Gruppen aus verschiedenen Ländern gesehen, von Er.ez Israel, bis Amerika, in denen eine radikalneue Beziehung; zu jenem Erbe zum Ausdruck kommt, beginnend mit dem Keren Hajessod als „Basis" Alle im-redaktionellen Teil befindlichen entgelt» liehen Notizen s'nd durch ein beigefügtes E bezeichnet unserer ökonomischen Arbeit und endend mit der mitgiftlosen Ehe mit den N i c h t z i o n i s t e n. t Daß die gleiche Stimmung seit laiigem "in 1 den ' M i s r a c h i- Kreisen herrscht, wissen wir bereits seit Basel; kraft meines persönlichen Kontakts mit den Linken hier in Polen und in Erez. Israel, wo ich vor kurzem weilte, kann ich Ihnen versichern, daß auch unter ihren Massen eine starke Unzufriedenheit herrscht, z. T. gegen ihre eigenen Führer selbst. ' '; . . Kurz, ich bestätige aus voller Ueberzeugung, daß die Stimmung reif ist zu einer radikalen Aenderung. Ich werde nicht erstaunt sein, wenn -diese schon in (Jer nächsten A. C.-Sitzung im Mai klar zum Ausdrück gelangt.; Aber diese unzufriedene Masse will nicht nur „Äenderungen", zunächst will sie „E i o i g u n g", das, was bei den arideren „Vereinigte Front" genannt wird-Und es ist klar, daß keinerlei Einigung möglich ist, wenn nicht an ihr die, zionistisch-revisionistische " Partei teilnimmt, die numerisch auf dem 'letzten Kongreß die zweitstärkste Kraft war und, wie viele.'der Ansicht sind, die erste in moralischer Beziehung.: Was soll nun sein? Ich weiß, daß nach dem Beschluß von Calais viele Revisionisten in der alten zionistischen Organisation geblieben sind und daß ihre zehn Vertreter an den A. C.¬ Sitzungen teilnehmen werden. Aber-andere Revisionisten, auch nicht gering an Zahl und Bedeutung, haben-zu verstehen gegeben, daß sie an das Menschenmaterial der zionistischen Organisation nicht mehr glauben und deshalb von einer Zusammenarbeit in deren Kongressen oder ausführenden Organen nichts wissen' wollen. Jeder begreift nun, daß trotz formeller Möglichkeit der schekelzahlende Teil der Revisionisten in Wirklichkeit an keiner vereinigten Front teilnehmen kann, wenn nicht die ganze revisionistische Bewegung ihre Zustimmung gibt.

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