Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 236 (25.3.1932)
- Date
- 1932-03-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2711613-2711843-2711857--3036-2716373- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Preis 35 Groschen Iftlmjatig * frtiiaq, Jen «♦ Mit* ltlt Nr« 33* Titl. Universitätsbibliothek Wien. I. HERAUS GEB ER R OBER T STRICKER Redaktion a. Verwaltung: Wien IX, Universitätsetr. 6-8, Tel. B-48-504 — Erscheint jeden Freiing Wir verkaufeil und VERLEIHEN Elektr. Lich'büder - „ Thermöpi) re „ Faramkusapp. Qalvanlsationsapp. Hochfrequenzapp. Solluxlampen Prolunduslampen Blaulichtreflektortn Langwellenstrahler Ultrarotllchtlatrtpeh nach' Dr. Baar Quarzllchtlfimpen Bettische „ heber -----„ boRen . „ lehnen Kühlapparat« Luttk ssen Krücken Krückstöcke Zimmerklosette Uehachulcn. Snugltnaiswaagen zum wiegen Jaschkeu Wasserstrahl-Pumpen Fu'SArm« und Uz- Badewannen WitsBetkissen Haartlockner etc. BANDAGEN MI KOL AS C H Bandagen aller Art, Sanitätsartikel. Verbandstoffe, Gummiwaren,' Krampfadernstrümpfe, Senkfußeinlagen etc. Taborstraße 22 . Telephon R-47-1-85 Krankenkassen u. Anstalten verlangen SpezialOfferte BEILAGE (Seife 6) FÜR DEUTSCHLAND Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen s'nd durch ein beigefügtes C bezeichnet .iilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllli, Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreich« Donnerstag, den 24. März 1932, P unkt V*9 Uhr, im; C a fein d u s t r i e, IX., Porzellangasse 39, Versammlung: „Die Lage des jüdischen Volkes" — „Was kann zur Abhilfe geschehen?" — „Das Programm des Zionismus-Revisionismus". —- Redne r: Oberbaurai Ing. Robert S t r i c k e n . 'i|||iii)jiiiii)|||iiiiiiii|||)iiiiiiiiiii|t|ii||||||i|||||il||||il|||||i' das Ringen einer Idee Von Dr» Max Nußbaum/ Breslau ' Josef Trunipeldor, ein Führer and Mitj . begrtieder •der'jÄdisc.hen':;tegion,; der fi^r; die Befreiung Palästinas im Weltkrieg gekämpft hat, ist beX d^ •'• 'gegen'eiiien7'''h"einttUfeki8cffen '~'Ueb.erfaj.C-äer Araber, gefallen, Zur-Ehrung ,des /Andenkens dieses•': jüdischen;:Heldfen;;:erhiqlten i-V^irv-ypn revisionistischer Seite nachstehenden Aufsatz:.. t " In diesen Tagen gedeckt die jüdische Welt zum zwölften Male des Todes JosefTrumpeldors. Ueberall, wo Juden Wohnen, werden Trauerfeiern veranstaltet; der 11. Adar gehört bereits zum zionistischen Kalender. Wenn dieser Tag naht, beginnen die zionistischen Schreiber die Welt mit Artikeln zu überschwemmen. Jeder versucht, Trumpeldor „mundgerecht" zu machen und ihn seineriPartieiideologie einzureihen. In den letzten Jahren richtet sich die ganze linke wie allgemeine Brith Schalom-Presse anläßlich dieses Trauertages imnier gegen uns Revisionisten. Sie begreift" es nicht, wie die revisionistische Union Trumpeldor den Ihren nennen kann und wie der Brith Trumpeldor als „reaktionäre" Jugendbewegung Trumpeldor, den revolutionären Kommunisten, auf seinen Schild erhebt. Gehässigkeit und verbittertet Neid treiben unsere Brith Schalomisten zu lächerlichen Verzweiflungsakten: Zuletzt sprach man in Berlin.'. von einem Schiedsgericht über das Eigentum „Trumpeldor". So kurzsichtig sind unsere Gegner Und so wenig kennen sie Trumpeldor... Warum ist Trumpeldor unser? Es ist sehr traurig, daß diese Frage heute, zwölf Jahre nach Trumpeldors Tode, noch beantwortet werden muh*. Dies um so mehr, als die Entwicklung des, jüdischen Lebens in den letzten Jahren Unserer These recht gegeben hat. Aber die Antwort muß doch einmal präzisiert werden, damit es unsere Jugend lernt, Phrasen des Gegners mit nüchternen Tatsachen entwaffnen zu können.1 ' . r : ,L ,. , . .; , ...„, Wenn man Heroen der Geschichte und. des Geistes? lebens etwas eingehender studiert, so stößt man mit der Zeit auf eine merkwürdige Tatsache, nämlich auf die Möglichkeit ihrer •Typisierung. Je nach dem, ob Menschen vom ersten. Tag, ihrer Geburt bis. zum letzten. Tag ihres Lehens unter dem ausschließlichen Zeichen einer Idee stehen und ,sie buchstäblich verkörpern oder ob sich Persönlichkeiten erst im Ljiufe ihres Lebens nach schwerem Riagen für eine Idee "entscheiden, um sich mit der Zeit zu ihrem Träger, zu erheben. , Wenn solche :Herben, des Geisteslebens zu Heroen; der Geschichte werden,'das heißt wenn sie' die Sphäre des. rein Geistigen'verlasen und ins praktische Leben, eingreifen, wird auch da' eine verschiedene Aktivität zu verzeichnen sein. Die ersteren ' werden immer „Helden" sein, die letzteren „Heilige". : : : •' . , n. \; " .;■ , ' ■: Thomas Carlyle war es, der den ewig wahren Satz geprägt hat: „Nicht hat der Held-seine Idee, sondern die Idee hat ihn." Und so. fasse ich. den Begriff des Helden als den eiies Menschen, dessen ganzes Leben von der Wiege bis' zum Grabe* nur die" Personifikation einer Idee darstellt. Vertieft man sich in das Leben eines Helden,- so^ muß man den^jEihdruck gewinnen:' Hier hat sich eine gröJße*44^w$^ - und zu. mannigfaltigen Statioheh dieses Lebens messen auf einen bestimmten Punkt hinweisen, der sjcb t^fcV^ni' roter Faden durch dieses Leben zieht. Nur von der tragende! Idee aus. ist . der Held als ihr Personifikator und Expouent zu fassen. , / Studiert man Trumpeldors Leben und vertieft man sich in seine Persönlichkeit, so wird es nicht schwer fallen,: in ihm den He 1 d ein zu entdecken und die. ihn tragende' Idee, die Idee von Tel-Chaj, aufzufinden. Man: könnte das ganze Leben Trumpeldors in all seinen verschiedenen Phasen und Entwicklungslinien untersuchen, zu guter Letzt wird es sich mit Leichtigkeit auf einen einzigen Nenner bringen lassen — auf die Idee von Tel-Chaj. Angefangen mit den Schlachtfeldern in der Mandschurei und der japanischen Gefangenschaft — über die Zeit der jüdischen Legion auf Galipoli und des Kommandierens der Selbstwehrbrigaden — bis zum Arbeiter- und Hechaluz-Führer Trumpeldor auf den Schlachtfeldern von Obergaliläa, überall wird man die Mächt und die Führung der Tel-Chaj-Idee vorfinden als eine Art waltender Vorsehung über all seinen Taten und Handlungen. So steht das Heldentum Trumpeldors vor uns, so sehen wir Josef Trumpeldor. Und versteht ihr jetzt, ihr Herren vom Brith Schalom, warum Trumpeldor unser istund nicht euer? Weil Trumpeldor zum ersten Male nach Jahrhunderten die überragende Figur eines jüdischen Helden1 abgibt, der vor dem Worte Militarismus nicht erschrak und so gern beruft, ein einfacher und schlichter Soldat des trotz aller kommunistischen .Theorien, auf die ihr euch jüdischen Aufbauwerkes gewesen ist. Weil Trumpeldor nicht zu den Pazifisten gehörte, dort wo es darum ging, die jüdische Sache zu verteidigen, und weil Trumpeldor DARM BSDER in der Kuranstalt neu asten Systems mit höchstem Komfort unter fachfiritllchcr Aufsicht DIANABAD n de Marienbruck«- Auch all« anderen Kuren in hervorrn ender Qualität zu billigen Preisen zwar nicht in die Reihe jüdischer Märtyrer eingegliedert werden kann, dafür aber um so eher ein neues Glied in jener starken Kette darstellt, deren erste Glieder aus Juda Makkabi, Bar Kochbn, Bar Giora, Marsutra und ähnlichen „Reaktionären" zusammengesetzt sind. Weil Trumpeldor nach jener langen Galuth wiederum eine Heldenepoche eröffnet hat, deinetwegen Tausende von jungen jüdischen Menschen auf seinen Namen schwören* Und endlich, weil wir auch mit der zionistischen Assimilationspsychologie und Galuth-Tendenz Schluß machen und unsere Jugend so erziehen wollen, wie ein gesundes und freies Volk seine Jugend erzieht: Zu Mut, Kampf und Heldentum. , •. III. Kann man aber negieren, so wird man mich fragen, daß Trumpeldor Kommunist war? Darauf erwidere ich, daß wir das nicht leugnen und nie geleugnet haben. Und gerade das ist ja^ eines der schlagenden Beweis«» für die Hohlheit der' < Ärgunte^ Schaifora,. der, den Revisionismüss: zu » einer ^rechts« reaktionären Bourgeoispartei gestempelt, um ihn leicht«!*." bekämpfen zu ^könileTil^'Und auch dies muß dem; BritH Schalom und unseren Linken einmal gesagt sein: Der Revisionismüs ist nie eine Rechtspartei gewesen und wird es auch nie sein. Der Revisionismus ist ein Herzlscher Vollzionismus und repräsentiert eine zionistische Weltorganisation, in der alle Menschen von rechts >b|s links, ' bei denen der Zionismus Prifaiat ihrer Welt-* anschauung ist, Platz haben. Und deswegen scheuen wir auch nicht den Namen des „Kommunisten" Trumpeldor auf unseren Schild zu setzen. Denn vor uns steht nicht diese oder jene Theorie Trumpeldors, sondern sein geschlossenes, heldenhaftes Leben. Und dieses Leben hat in all seinen Lagen nur eine einzige Idee gehabt, die» Idee von Tel-Chaj, und nur einen einzigen Primat anerkannt, den Zionismus und das jüdische Volk. Dieser Idee und diesem Primat folgte das Leh^n Trumpeldors ausnahmslos und unbedingt zu jeder Zeit, ob es der kommunistischen Idee entsprach oder nicht Trumpeldors Leben kannte einen Tempel und dpr hieß Ercz Israel. In diesem Tempel stand ein einziger Altar, von Trumpeldor erriditet, und der hieß T e l- Chaj. Dort opferte er sich seinem einzigen Gotte, und der hieß jüdisches Volk. Und das ist etwas, waj wir Revisionisten zionistischen Monismus nennen. Einen solchen Tempel soll unsere Jugend erbauen, denselben Altar soll sie zu errichten lernen und zum selben Qojtt zu beten verstehen. Darum, wenn wir an Trumpeldors Grab stehen, trauern wir nicht und vergießen keine Tränen. Das hieße ja etwas Heiliges profanieren. Alles, was wir tun, ist ja für ihn, durch ihn und in seinem Sinne. Wir sagen nur: Jisgadal wjiskadasch sch'me..* Um das jndi'sdie Redil! Die politische Aktion der Weltunion der Zionisten-Revisionisten V om Londoner Korrespon denten der »Neuen Welt** London, 22. Mär*. Das Exekutivkomitee der Zionisten-Revisionisten hatte am 11. März eine Erklärung .erscheinen lassen, in der! die tatsächliche Lage in Palästina geschildert und gegen die P a 1 ä s>t i n a - P'o Ii t i k . d e r;britischen M>andatar,mach,t in unzweideutiger .Weise Stellung genommen wird.: Die-,. Erklärung lenkte die' Aufmerksamkeit auf. das antizionistische : Weih- .buch . . Pas.sfields, die judenfei-.nd.liche B 6 de n g es'c t zg.eb ung der Administration, das Einwanderungsverbot und die im Lande herrsehende Unsicherheit; außerdem wurden die systematischen Bemühungen hervorgehoben, Jerusalem in ein Zentrum einer pan isla mischen, antieuropäischen Hetze umzugestalten, Die Lage in Palästina, heißt es in der. Erklärung weiter, fordere, eine radikale Revision, mag diese, auclr jüdischer, seits mit neuen Methoden politischer Aktionen England gegenüber verbunden sein,; Die Erklärung; verwies in diesem Zusammenhange auf die am 13.; Dezember 1923 vom datv.aligsn Kolonialminister Herzog von Devonshire im Oberhaus gemachte nachstehende Aeußerung: „Die Balfou?- Deklaration war die Basis, auf Grund derer wir von den alliierten Großmächten die Position der Mandatarmacht in Palästina annahmen ... Es ist uns nicht möglich, zu erklären, daß wir Teile des Mandats zu behalten und andere aufzugeben wünschen. Wenn wir die Unmöglich-