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Die neue Welt · 1932-03-18 · Heft 235 (18.3.1932) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 235 (18.3.1932)
Date
1932-03-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 235 versichern, daß die Hauptursache darin bestand, daß die Ausländer — Juden waren. Es git)t aber zwei besonders krasse Fälle. In Manchester ermordete ein Jude" namens Stein, ein junger Mann von 21 Jahren, seine Geliebte. Er verzichtete auf einen Prozeß, indem er die Mordtat offen eingestand, und in zwei Minuten wurde er cum Tode verurteilt Die Sache fand ungeheures Interesse in England: erstens, weil der Täter sich selbst überlieferte, zweitens, weil er so jung war, und drittens, weil es sich um einen Affektmord handelte. Es wurden Beweise erbracht, daß Stein nicht nor,mai sei. Viele tausende Bittgesuche mit Unterschriften der bedeutendsten Persönlichkeiten gingen an den Innenminister Herbert Samuel. (In England übt nicht, wie anderswo, der König oder Präsident das Recht zur Begnadigung zum Tode Verurteilter aus, sondern der Innenminister, also jetzt Sir Herbert Samuel.) Und dieser jüdische Innenminister, der Mann des Fortschritts, der Befürworter kultureller Reformen, bewies in diesem Fall die — „Stärke" seines Charakters und wies die Petitionen ab. Der halbverrückte junge Mann wurde hingerichtet. Ein paar Wochen später, fand sich in England wieder ein Mörder, ein älterer Mensch, Christ. Auch er gestand und auch er wurde zum Tod verurteilt Für ihn wurde keine Petition eingereicht, nur die obligate Bittschrift an den Innenminister, und Herbert Samuel begnadigte ihn. Diese zwei Fälle sind bloß Illustrationen einer bestimmten Richtung. Es ist eine bestimmte Linie in Dingen, die mit Juden zu tun haben. So war es in Palästina und so scheint es auch jetzt zu sein. Es ist eine wahre Tragödie, DIE NEUE WELT Seite f KMe ln$truktoren§diuIe in Paris Ende April soll in Paris die zentrale Instruktorenschule des Brit Trumpeldor, die mit Hilfe des Keren Tel-Chaj organisiert wurde, eröffnet werden. Die Schule wird ein weitgehendes Arbeitsprogramm den Schülern bieten- Sowohl die wehrsportliche Arbeit als auch eine große Kulturtätigkeit sollen den Schülern die nötigen Kenntnisse für ihre Tätigkeit als Erzieher in den Jugendorganisationen geben. Die Schule wird sich in der Nähe von Paris befinden. Die Schüler werden daselbst in kollektiver Wohnung und vollem Internat wohnen. Damit sie nach Absolvierung der Schule die Möglichkeit eines Erwerbes erhalten, hat die Leitung der Schule beschlossen, ihnen auch die Möglichkeit zur Erlernung eines Faches zu feben. So sind Kurse für Chauffeure, Mechaniker, lektrotechsik usw. vorgesehen, und die Absolventen dieser Kurse werden ein spezielles Diplom bekommen. Die Schule hat in den Interesseutenkreisen großes Interesse^heryprgjerufen un^.irn Sekretariat, des'Shiltpn laufen taglfch' Viele"Anfragen ein. Des weiteren soll jedem die Möglichkeit der Erlernung einer Fremdsprache nach Wahl (Englisch, Französisch oder Deutsch) gegeben werden. Der erste Kursus wird etwa ein Jahr dauern. Die Reflektanten müssen Zeugnisse über die bisher absolvierten Studien einschicken: Sprachenkenntnisse, ärztliches Zeugnis, bisherige militärische oder sportliche Ausbildung, Kenntnisse der hebräischen Sprache, Empfehlungsschreiben *des ortigen Betar oder bekannter Persönlichkeiten, Curriculum vitae usw. Die Ausgaben, die mit dem Besuch der Schule verbunden sind, werden sehr gering sein. Die Schulleitung übernimmt alle Ausgaben, die mit der Ausbildung direkt verbunden sind, wie Lehrerhonorar, Lehrmittel usw. Die Schüler werden nur für Pension zu zahlen haben. Somit wird jeder Schüler monatlich 275 französische Francs zu entrichten haben, desgleichen ein Privatbudget im Betrage von Fr. 50. Natürlich werden vom Schüler auch die Heisespesen vom Wohnort nach Paris und zurück gedeckt werden müssen. Bezüglich genauer Informationen haben sich die Reflektanten unverzüglich au die Leitung der Schule: Ecole centrale superieure des Instructeurs, 9bis, rue Vineuse, Paris 16, zu wenden. healer, Kunft und iiillllllllilliiüiiiiiiillllllli! Literatur Gastspiel Dr. Paul Baratoff-Ben Zwi in den Jüdischen Künstlerspielen, Theater Reklame, Wien, II., Praterstraße 34. Vielseitigem Wunsche entsprechend, hat die Direktion der Jüdischen Künstlerspiele das Gastspiel Dr. Paul Baratoffs noch um einige Wochen verlängert. Am Donnersjlig, den 17. d. M., findet die Erstaufführung von „Der V*ater", Drama von August Strindberg, in jüdischer Sprache statt. Die Hauptrolle wird von Dr. Paul Baratoff kreiert., Für diese Aufführung wurde auch Frau Mira Floren, bekannt unter Magda Carmen, von den Jarno-Bühnen, verpflichtet. Ferner mitwirkend: Frl. Ola Schlifkowitz, Herr Preiß, Herr Zelniker u. a. Karten sind im Vorverkauf an der Tages- und Abendkasse erhältlich, telephonische Reservierungen werden unter Nr. R-40-0-94 entgegengenommen. Das Stück „Der Vater" bleibt bis auf weiteres auf dem Spielplan. Jona-Reißmann-Matinee. Sonntag, den 27. März, 3 Uhr nachmittags, findet im Theater Reklame, IL, Praterstraße 34, zu Ehren des bekannten jüdischen Charakterschauspielers Jona R e i ß m a n n eine Vorstellung statt, bei der die besten jüdischen Schauspielkräfte mitwirken werden. Die Matinee steht unter dem Patronat eines besonderen Ausschusses. daß die in Geschmack und Qualität unübertroffenen er4tklatafe*altrenommierten Alle wissen es, Schmidl-Mazzoth heuer besonders wohlschmeckend sind I Kostprobe genügt! Erzeugt unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Bauath — Die Mazzoth werden aus tf«m lelnsten Mehl erzeugt! Seit vielen Jahren genießen die „Schmidl-Masioth" das beste Renommee und werden vor allen anderen bevorzugt! Ä?.ÄÄK SPEZIAL-MARKE „H.B.4<i&S.W«Tv.'2I Zentrale: N. Brodetikl, 11. ieopotd<-a<te 43T" jSJSff In allen besseren QeschWfen erhSltilchl IffPWrPPrrPPWWrfflflWWrWTr^ Jfidische Bühne, II., Praterstraße 60. Als Benefizvorstellung für die zwei beliebten Künstler Braz- 1 a w s k a und Bell gelangt am Samstag, den 19. d., die Komödie „A Mann a Schlymasi" zur Aufführung. Sonntag, den 20 d., große Purimvorstellung. Gespielt wird die lustige Komödie ,<F r a d 1". Sonntag */a4 Uhr Kindervorstellung mit Beschenkung. Gespielt wird „A Mann a Schlymasi*. Der Verein zur Förderung jüdischer Musik, der seit einigen Jahren große Erfolge mit seiner Tätigkeit erzielte, beruft am 2. A p r ^28 Uhr abends, im Saale der Vereinigung „B'nai^Brith", Wien, IX., Universitätsstraße 4, eine Konferenz ein* zu der sämtliche jüdische Vereine und Organisationen eingeladen sind, je einen Delegierten zu entsenden. Der Zweck dieser Konferenz ist die Heranziehung der breiten j ü d i s c h e n Oe f f e n 11 i c h k e i t zur Mitarbeit, um die Propaganda für die jüdische Musik auszubauen. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Ansprache des Präsidenten Prof. Dr. Max Graf. 2. Vortrag über die Entwicklung der jüdischen Musik. Prof. Julius Wolfsohn. 5. Organisationsfragen. Vizepräsident Direktor Hugo Winter. Der Verein ersucht, die Namen der Delegierten vorher der Sekretärin des Vereines, Frau Marie Bernay, Wien, I., Rotenturmstraße 25, bekanntzugeben. Vor der Eröffnung der Konferenz spielt Is>. Brandman, begleitet von Dr. Erich Simon» die Hebräische Melodie und Hebräischen Tanz für, Violine und Klavier von Josef Achron. " Konzert des CtiorvertJanäVs '^äsinir&iH'' 'An dem am '23. "d. M., Jhaib 8 Uhr^'abeffdSj"ijfä-'Grp&en'Kodiert-' haussaäle vom Chorverbande*>,,'Öäsimrah'' gemeinsam''mit der Wiener Jüdischen Konzertvereinigüng stattfindenden liturgischen Konzert, dessen Reinerträgnis einer Winterhilfsaktion , zugunsten der schwer notleidenden Vereinstempelsänger verwendet werden "soll, 'haben (neben den Chören jüdischen Tempelgesänges üritef ' Leitung von B. Hirsch man n, H. S c<h o r r und -H. Oesterreicher) die Oberkantoiren M. Abrahamsohn (Budapest), J. Bor im (Breslau), G. Marguli es, L. Müller und S. Landerer' (Wien), ferner die Klaviervirtuosin Grete Koller und der Geigenvirtuose Kurt Fuchsgelb ihre Mitwirkung zugesagt. Konzert J. Segal-Rosenbach. Als vorzüglicher Interpret des jüdischen Liedes hat sich der Tenor J. Segal-Rosenbach neuerdings erwiesen. In seinem letzten Konzert sang er palästinensische, arabische und jemenitische Gesänge, selten gehörte jüdische Volkslieder, ferner italienische Arien und neapolitanische Kanzonen. Unter den jüdischen Liedern fielen vor allem „Mesinke ojsgegeben", „A git woch" und „Jissmach mojsche" auf. Anskis „Schneider" und ein nach den Augustpogromen 1929 entstandenes palästinensisches Wiegenlied übten tiefe Wirkung. Hohe Gesangskultur und Qualität der Stimme vereinigen sich bei Segal-Rosenbach zu wohltuender Harmonie. Auch ist der Ernst, mit dem er an die Durcharbeitung des Repertoires geht, anerkennenswert. Ein Trio vom jungen ausgezeichneten Julius Chajes mit dem Komponisten am Klavier bereicherte den gelungenen Abend. Rudolf Beck als Begleiter der Gesänge bestätigte von neuem seine pianistischen Fähigkeiten. —d. Palästina-Reise zur Levantemese Zu der am 7. April 1. J, beginnenden Levantemesse in Tel-Awiw hat sich am-"15. März eine aus"32 Personen bestehende Reisegesellschaft von Wien nach Pa" lästina begeben. Die Reisegesellschaft wird sich zunächst einige Tage in Tel-Awiw aufhalten, um an den P u r i m- Feierlichkciten teilzunehmen, und tritt sodann die Reise durch das Land an. Der Besuch der wichtigsten Städte und vieler Kolonien wird den Reiseteilnehmern Gelegenheit bieten, Land und Leute kennenzulernen und wirtschaftliche. Beziehungen anzuknüpfen. Die Reisegesellschaft kehrt sodann nach Tel-Awiw zurück, wo sie mehrere Tage verbleiben und an der Messe sich beteiligen wird. Die Leitung hat Frau Berta Taubes inne. Haushaltungen zur Beathtung In den letzten Jahren werden von den verschiedenen Nationen große Anstrengungen gemacht, um die Gesunderhaltung des Volkes durchzuführen. Wir müssen konstatieren, daß Deutschland in dieser Beziehung an der Spitze der Kulturvölker marschiert. Es kam uns erst jüngst ein Büchlein zu Gesicht, welches vom R e ichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter Mitwirkung des Reichsausschusses für Ernährungsforschung herausgegeben wurde und sich in der Hauptsache mit dem Vitamingehalt der deutschen Nahrungsmittel beschäftigt. Speziell wird in dieser wissenschaftlichen Schrift dem Mehl und dem Brot eine große Bcdeu?, tung für die richtige Volksernährung gewidmet. Interessant in diesem wissenschaftlichen Werk ist die Konstatierung, daß das von uns konsumierte Wefrfi- und Schwarzbrot nur Spuren der für den Körper notwendigen Aufibau- und Lebensstoffe — Vitaraine — enthalten und somit kommt dieses wichtigste Nahrungsmittel als nennenswerte Vitaminquelle nicht in Frage. Von den deutschen Forschern wurden auch viele Spezialbrote gründlich untersucht und da ist ^ie Feststellung bemerkenswert, daß die deutsche Wissenschaft nur im Steinmetz -Brot die gesamten Vitamine des verwendeten Getreidekorns konstatierte. Nachdem wir ja auch in Oesterreich heute Steinmetz-Brot zu kaufen bekommen, so wird sicherlich dieses Brot, das von der Wissenschaft an erste Stelle gehoben wurde, bei weiten Kreisen der Bevölkerung Eingang finden. : , üdiCdie Sporf* und >iiiiiiniiill Tu rnbewegung Unglückliche Niederlage der Hakoah Austiia—Hakoah 3 :2 (2 :2). Selten noch hat die Hakoah so unverdient verloren. Die Blau-Weißen haben die Chance, mindestens einen Punkt aus. diesem Ligakampf herauszuholen, versäumt. Nicht' etwa, daß die Krieauer schlechter gespielt hätten als ihre Gegner. Das Glück war gegen sie. Immer kam der Austria ein Zufall zu Hilfe. Die Hakoah-Mannschaft fand sich auf dem großen Platze des Stadions bald zurecht und führte ein Spiel vor, das ihre Anhänger in helle Begeisterung versetzte. Trotzdem die St. Veiter durch geschickte Manöver nach kurzer Zeit zwei. Treffer erzielten, ließ sich die Mannschaft nicht aus ihrer. Ruhe bringen und konnte den Ausgleich herstellen. Nach der Pause ließen sich die Violetten einige" Derbhelten zuschulden kommen, besonders S i n d e 1 a r, der Löwy mehrere Male in unfairer Weise anging. Die Mannschaft der Unterlegenen wies keinen schwachen Punkt auf. Das Verteidigungstrio arbeitete musterhaft und auch die Deckung hielt der gegnerischen Formation stand, Vorne war wieder Eisenhoff er der beste Mann, er brachte auch beide Treffer zustande. Weiß köpf und Ehrlich spielten weit besser als sonst. Gleich zu Be- §inn gelingt es M 0 c k, die Führung zu erringen und in er 15. Minute ist Austria bereits durch Sindelar zum zweiten Male erfolgreich. Die Krieauer inszenieren Angriff auf Angriff und in der 31, Minute gelingt es Eisennoffer, nach einer Flanke Weißkopf, den Vprsprung zu verringern. Die Hakoahner bedrängen stark und fünf Minuten später fällt durch Eisen hoffer der vielbejubelte Ausgleich. Nach der Pause artet das Spiel zeitweise aus, es kommt im Zuschauerraum zu Krawallszenen und zum Einschreiten der Wache. Bei einem Angriff Austrias versetzt Sindelar Löwy einen Schlag, obwohl dieser den Ball schon längst abgewehrt hatte. Löwy fällt zu Boden und es dauert einige Minuten, bis er sich von diesem tückischen Ueberfall erholt hatte. Merkwürdigerweise schritt der Schiedsrichter nicht ein. In der 19. Minute fällt der entscheidende Treffer. Sindelar Uberspielt Feldmann und sendet unhaltbar ein, Gegen Schluß ist Hakoah stark, überlegen, doch gelingt es ihr nicht, den Ausgleich.; zu: erzielen. Hakoan spielte in folgender Aufstellung; Löwy; Strohß 2, Feldmann; Platschck, Strohß 1, Heß;, Weißkopf, Buchhalter,' Eisenhoffer, Mausner, Ehrlich.' Samstag, den 79. März 1932, Sofiensäle, HI, Marxergasse 17 Musik: Tango- und Jazzkapelle M i scha PURIM-BALL unier der Devise »Purimnachi inTel Awiw ' Tanzarrangement: Fred Erdstein / Tombola / Kostümfestzug Karien sind erhältlich: Zionistisches Landeskomitee, 1, Kärntnersir. 28, Tel. R-27-4-86; Zionistisches Bezirkssekretanat U, 11, Praterstraße 13, Tel. R-44-3-45: Bücherstube M. Rath und bei allen Komiteeraitgliedern

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