Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 235 (18.3.1932)
- Date
- 1932-03-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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.;„^SUHtsbtbUothek Wie«. -Hl. ^n»ve,"si{ , PrfciS 35 0rOSCheil Jahrgang * trtUäq, den!«♦ Mirz 1932 235 v.ö. b» R E V UE ¥EZUOSBEDINGUNGEN: OeatertyMti monatlich S IJO. vierteljährig S4.3D, ganzilhrL scnetitosloWakei monatlich KeoV*, vierteljährig Kc 15.-; Jagoalawiea monatlich Dinar Lei 40.-. vierteljährig Lei 120.-; pentschlaild monatlich Mark 1.—. vierteljährig Mark Uwa 120.-; Itaifen monatlich Lift 5.-, vierteljahrig Lire 14.-; Schweis und die übrige jährig Schweizer Franca 4JS0' 3.-5 Boigarien „monatlich Lewatt.-, vierteliährie n Lander monatlich Schweizer Franca 1.50, wertet- HERAUSQEBER. ROBERT STRICKER Redaktion n. Verwaltuni: Wien IX, Universitätutr. 6*8, Tel B-48-504 — Erseheint jeden Freitag Nadi der Wahl des Reidi§präsidenifen Die - antisemitische . Flut — Wahlen zum preußischen Landtag —• Die Sünden der deutschen Assimilntion Die Resultate des ersteh Wahlgangs 2ur deutschen Reichspräsidentenwahl haben zwar eine gewisse Klärung der gegenwärtigen politischen Situation des Deutschen Reiches gebracht, aber die letzten Entscheidungen über das innerpolitische Geschick Deutschlands stehen noch aus. Die offiziellen Ziffern sprechen von 11,338 Millionen Hitler- Stimmen neben -18,661 : Millionen . Stimmen für Krudenburg und geben so unausgesprochen kund, daß die Nationalsozialistische Partei — die antisemitischeste Deutschlands — die. stärkste Partei darstellt. lieber 11 Millionen mündiger deutscher Männer und Frauen haben sich zu Hitler, Göbbels und Frick bekannt, zu den Männern also, die in den letzten zehn . Jahren propagandistisch und ideologisch wohl das, Aeußerste an blutrünstiger Judenhetze geleistet haben. : Als die wilhelminische Aera zu Ende ging und ein^neues Regime einsetzte, als die republikanische Verfassung die Gleichberechtigung aller Bürger und den Schutz ihrer Rechte statuierte, herrschte , unter - den .^u'feßjhen. Juden, Befriedigung über - die neuen .Verhältnisse und sie ließen sich in, ihrer Freude und'.in i]ireT.pa^io;t|? s^er^Begete^ Rfgjdtate^^ tu Symptome. anköndig^en, -die\ mit - der .weaTg, im'EinkJang."standen.. * .* /:;? :■.: Die deutschen; Juden exponierten sich in der dfiuteehen. Pplitiki indem sie an den „verschiedensten Parteifronten kämpften, ja - teilweise . sogar an führender Stelle standen. Namen wie Kurt E i s n e r und Walter R a t h e n a u bezeichnen die Exponentenrdieser - Haltung. Wie : der^ neuerwachende deutsche ■ Aniisemitismus .auf dieses laute Betonen des.'jüdischen Deutschtunis "reagierte, ist .zur Genüge; bekannt' Eine; beispiellose.;antisemitische. Welle in :Einzeläktionen und publizistischer Propa? ganda: ergoß: sieh: über ganz - Deutschland. .Auch jetzt wollte .der große Teil der ass.imilatoxi sch >o rganisi.erten deutschen Judenheit darin eine :bjitzartig auftauchende Reaktion sehen,, die mit: der Konsolidierung der Verhältnisse rasch .verschwinden-würde; ''. r > " Als dann im Jahre "1930 sich über Nacht ge-- zeigt hätte; daß die gewaltige Menge von 6,5 Millionen Deutscher sich zum Pogromantisemitismus bekenne, gelegentlich der deutschen Reichstagswählehi' entstand für kurze Zeit Panik unter den deutschen*'Juden. Es schien, als würden sie nun den wahren Zustand erkannt haben und gewillt sein, aus rder brutalen Realität die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen, zumal gegen sie ein offener' und vernichtender Wirtschaftskrieg begann, die Attentate „gegen ihre Ehre und menschliche Existenz an Schärfe und Zahlj zunahmen, ja ge- ="' Union iier Zioniaten-Revisionisten Oesterreichs | ss...... ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■aBi äs § ,Mittwoch,, den 23. März 1932, aoends ü 3- , /Va9.Uhr,imHeim,lI,Unt.Augartenstr.38 .§§■ Lustiger [ Purim-Abend | mit durchwegs neuem Programm || 11 Zur1 Aufführung gelängt eine =j Esther-Oper § Persisph-wienerische Revue mit Tanz und Gesang, ■ =§ Mitwirkende: Oskar Teller, Viktor ( . Schlesinger, Artur Hort und andere Ü SS. Karten im Sekretariat, Il. Unt Augarten- || aa aße 38, bei Herrn Theodor Grubner, Telephon A-U-ü-10 3< I waltige Angriffe auf Straße, Schule und' Haus ander Tagesordnung waren. Auf die plötzliche Panik folgte wieder das alte faule Sichselbstbelügen. Wiederum rückten die israelitischen Schreiber mit der Trostprognose heraus, daß das antisemitische Fieber vom deut* sehen Volk bald weichen und ruhiger, sachlicher Demokratie Platz machen Werde. Und heute, angesichts des zahlenmäßigen Erfolges Hindenburgs, den „niöhtantisemitische' Parteien als ihren Reichspräsiqentenkandidaten aufstellten, stecken sie die Kopie in den Sand vor der Gefahr, die die 11 Millionen Hakenkreuzler in Deutschland bedeuten. Der politische Kampf der Pogromantisemiten um die Macht ist noch lange nicht abgeschlossen. Wenn auch die Wahl Hinde^urgs zum Reichs-, p r ä s i d e n t e n so gut -wlp' gesichert erscheint, so wird das Ringen um die Machtpositionen im Reich und in den Ländern sicherlich ein weiteres Ansteigen des judenfeindlichen Rechtsradikalismus, bringen, dessen Wirkungeil gegenüber die Wahl Hindenburgs für die Jüden von . nur geringer, i Bedeutung ist. Schon der 24, April, an dem die Wahlen, in den neuen preußischen Landtag stattfinden, kann für die Juden TÖn unabsehbar traurige» SCHNEUKUREN nach modernster Italienischer Methode nrshil mit hftchstum Komloi unter Iach8rstlicii«r Aufsicht In der Kuranstalt an der" Marlenbrücke Auch all« andertin Kuren in hervorragender Qualität zu billigen Preiieo Folgen werden. In Berlin und im übrigen Preußen lebt der größte Teil der deutschen Judenheit, Und eine nationalsozialistische Herrschaft im. preußischen Landtag, eine Regierung unter starkem 'nationalsozialistischem Einfluß,; birgt die Gefahr einer maßlosen Verschärfung der jüdischen Situation in sich. So stellt sich der von jüdisch-nationaler Seite so lange schon geforderte' Zusammen- Schluß der deutschen Judenheit zu einem einheitlich e n politischen Körper t mit k 1 a r e m jüdischem Verteidigungs- und Kons.O' Iidierungsplän als zwingende: Notwendigkeit dar;. Die bisherige AssimilationV •?pölitik hat sich als verhängnisvoll erwiesen. . : «SV MW :t$thd^ cle* Amtsgewalt ■ä^M^'^^^^-^i^^. HnA. .....' -.r;«-^..,.,,..»^,, Weit" Die „Neue Welt";-hat:^^p|»fV»t*i«jten M^raem : berichtet, 'daß das;;i)ire^toriü;ra.^^^^M^tt|,|^|orial^ fonds in Palästina fsich vöh d^i ^^^^ßw^ä^^^k Boden des Nationalf önds, der untrerä;uJJerliiches^ Eigentum des jüdischen Volke » ist; <an Araber, zuverpachten, nachdem letztere jü^sche^Arnheiter gewaltsam von diesem Boden verdrängt;hätten., Aus nachstehenden Meldungen ist zu erkennen, daß die! verantwortlichen Faktoren, Direktorium des J. N.-^F.1 und, Zionistische Exekutive, sich durch erp r e s s e j; i.s c he; D r o Ii u n g e n englischer Beamter die Zustimmung zü; einem nackten Raub haben abzwingen lassen. Diese Faktoren haben damit bewiesen, daß sie der - Verantwortung, die sie vor dem jüdischen Volke tragen sollen, nicht recht bewußt und nicht gewachsen sindl * ' Die London e r Exe kii t i v e der Union der Zionisten-Revisionisten teilt mit: . ' Die Wahrheit über die zwangsweise Verpachtung der Wadi-Chawarit-Böden sickert ' allmählich durch. Wir fragten am 31. Jänner das J. N.-F.-Direk* toriüm telegraphisch um nähere Angaben., Die Antwort bestand aus den Worten „Brief folgt". Vor zwei Wochen schrieben wir nochmalig, erhielten aber bis jetzt keine Antwort. Trotzdem sind wir in der . Lage, folgende Tatsachen zu verkünden. Die jüdische Qeffent-, lichkeit soll wissen, welchen neuen Gefahren wir in Palästina gegenüberstehen. , Es ist jetzt bekannt: 1. Daß . die Araber ^am 3. Dezember 1931 J. N.-F.- Boden in Chawarit widerrechtlich betraten und* sich weigerten, denselben zu verlassen; 2. daß die Palästina-Regierung, , statt sie zu vertreiben, den jüdischen Arbeitern Befehl gab, das Pflügen einzustellen; . . 3. daß Herr Louis French, .Regierungsdirektor für Landentwicklung, in den darauffolgenden' Unterhandlungen die Palästina-Regierung vertrat; , 4. "daß er folgendes erklärte: ,jWenn der J. N.-Fv nicht bereit sei, seinen Boden/ den' Beduinen zu Überlassen, dem J. N.-F. der Boden durch eine Gesetzes* Verordnung genommen werden würde; 5. daß das J. N.-F.-Direkto^iüm daraufhin beschloß, den Boden an die Palästina-Regierung zur A n s i e dlung von Beduinen zu verpachten; 6. daß die Palästiua-Regieirung sie Ii.weigerte, ihre offizielle V e r s i c h e r u nß zu gebend daß das Land nach Ablauf der Pachtjjjeriode dem Jüdischen Nationalfönds zurückerstattet werde und daß der High- Alle im redaktionellen Teil befindlicher« entgeltlichen Notizen s'nd durch ein beigefügtes E bezeichnet ^^mmMsionet;hlrtrr^"S'eiij'e persohliche) •▼•e^i» ||i_cherjing'.gab. Ein präzedenzlqser Fall, der sicher^» |liph nicht däWlbeit¥^ die-.^jmit^ft Haltung v der Palästmä-'Regierungi * gegenüber jüdiscljen ^Interessenten vertraut sind, zu beruhigen? -;:v'^-?. daß die Palästina-Regierung zugeben mußte». . daß das Land unbestrittenem Eigentum de» J. N.:F. ist,- der es seinerzeit von d*er Regierung durch Vermittlung des offiziellen „Execution Office" erwarb. Diese Details beleuchten zur Gänze die 'HäU rtjiing des Ehtwicklüngsdirektors und die Gefahren, ^welche die „Pläne" dieses Mannes für uns bedeütemln .keinem anderen Lande würde eine Regierung . öffentlichen Körperschaften oder Privatpersonen auC iio gesetzwidrige Weise legal erworbenes und registrierte« Land entziehen. Besonders auffallend ist, daß der Direktor 1 F r e n c h noch vor Bestätigung seines. Beriöhtes seitens : der Regierung einen Schritt , unternommen hat, der von vornherein jüdischen Landkauf und Siedilüng unsicher gestaltet. Ebenso gefährlich sind die Versuche der J. N.-F.-Diiektoren, die -jüdische Unruhe zii dämpfen. Es liegt iii ünserejtn . Interesse, die letzte schändliche Tat so weit als möglich bekanntzumachen* Nur auf diese Weise wird die Welt; das Maß der uns dn Palästina widerfahrenden Unge^ reohtigkeit erkennen; ' ' * Die Beduinen wollen den »verpachteten** Boden nicht mehr zurückgeben Die J. T.-A. meldet aus Jerusalem« . In de? am- 6. März stattgefundeneh Sitzuug deif Arabischen - Exekutive Palästinas, würde ein Telegramm der auf Vadi-Havarith-Boden des Keren Kajemeth durch die Regierung zeitweilig ange* s i e d e 11 e n B e d u i n e n verlesen, in dem die Beduinen der Exekutive dafür Dank sagen, daß sie sie in der Erhailtung des. Pachtrechts auf 'den Boden unterstützt haber.'und' erklären! 'daß sie sieh 'uie: damit abfinden werden, den gegenwärtig 1 von ihnen besetzten Vadi-Havarith-Boden gegen Boden in andere» Gegend' auszutauschen. * •Und wieder wird jüdisches Land geraubt *- Die Behörden ermutigen die Eindringlinge? Die J. T.-A. meldet am, 13. März aus J e r u s a 1 e m: : ' Auf dem der Meschek Company gehörenden Kusku,s-Ta;bun-Boden im Emek Jesreel kam es am 3. Mörz zu einem Zusammenstoß zwischen arabischen und jüdischen Pflügern, in dessen Verlauf drei Juden verletzt und 12 Araber und drei Juden von