Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 234 (11.3.1932)
- Date
- 1932-03-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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mn Titl u---v«M>,^,lek Wi len, i Prell 35 GrOSChen Jahrgang 6 Freitag, den II* Mfa 1934 Nr« 234 ■ ■•j b» R E V U E 'Zloty 6.-; ^moljaitUch Lewa 120!-; Halfen monatlich Lire 8.*> vierteilig Lire 14.-»; Mttftii tthddle übrlgea Länder monatlich Schweiber Franc» im!v/erte^ (Ihrig Schweizer Francs 4.30 HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktionü. VerwaltungiWien IX, Uniuer$itätt*ir. 6^, Tel. B-48-504 ~ Erscheint jeden Freitag 4Um AndiejiidisdieOffentlidikei«! T«i iühr* l<wn erklärte dieWeltkonferettz i BeweeunEr eerecht zu werden. :,lu deren Unterstütz] Im Jähre 1930 erklärte die Weltkonferettz der U ni ö ri der Zionisten-Revisionisten, daß mit deh?:Wütigen Unruhen in Palästina des Jahre* 1929 unvermeidlich die Periode des „letzten £ perimentes" eingetreten sei, in der sich erweisen müsse, ob die zionistischen Bestrebungen mit Großbritannien als Mandatar macht verwirklicht werden können. Seit dieser Konferenz hat das Weißbuch PäSsfields, das auf dem übereilten, oberflächlichen und ungerechten Bericht? Sir John Hope Simpsons beruhte, die Mandatarmacht noch weiter auf dem Wege ihrer antizionistischen Politik geführt. Der Brief M<t. M a c d o n a 1 d s an den früheren Präsidenten der . Zionistischen Organisation hat die wesentlichen .Punkte' des Weißbuches im Grunde bestätigt. Dem: Land kau f : durch Juden wurden seitdem Schwierigiceitien in den Weg gelegt. -Die: -jüdische Einwanderung nach Palästinawurde faktisch eingestellt •••;jEiri -La n d e ntwickIun g sp 1 an wurde angekündigt undteilweise, in Kraft gesetzt, der die zionistische Arbeit ernsthaft gefährdet. Eine #ahrtfng der B e völkerung wurde unter Bedingungen veranstaltet, ■ die zum Nachteil der. jüdischen Intjeressien führen > mußten.' Die . Uh s-i ch^ r h e it im ■I^nd«:.• nahm:« einerseits: eirwn h^ehst ^edrohUchen X>häraktet än;' -wa^rendylahde"rs:eitfs;• %ir;9eni^&g;^reinier; äng6meissenenj:üdis c h e nr 'StflVs tV'e r't e'idi g ün<g amtiicherseits verhindert wird. ' : Schließlich wurde mit' offizieller Duldung, die ä ni t I i eher Unterstützung gleichkam, systematisch ' der Versuch unternommen, J e r u s al e m zu einem Zentruni pan-is 1 amischer, anti-europäischer Agitationzu machen, die eine schwere Bedrohung der Existenz der JudöRheit Palästinas darstellt. . /Dies' geschieht angesichts eines noch nie-dagew.esenen jüdischen Elends in der ganzen Weh% Die Pforten des jüdischen Nationalheims werden den jüdischen Volksmassen verschlossen, in einem Zeitpunkte, wo die Auswanderung nach Palästina mehr denn je für sie den einzigen Weg zur Rettung bedeutet. Aus aHedem gewinnt man den Eindruck, daß die .Mandatarmacht keine Neigung zeigt, die Ideale der Bewegung zu< würdigen, ja daß sie nicht einmal gewillt ist, der humanitären Bedeutung der großen I Bewegung gerecht zu werden, zu aeren ' England selbst sich verpfHelltet hat. Das Exekutivkomit eU der Zionisten- Revisionisten sieht sich;dHher zu der Feststellung genötigt, daß das „1 e t z t e E '&p e r i m e n t" mit England als Mandatarmacht durch <üe Macht der Ereignisse ergebnislos wurde; daß das Vertrauen in das Wort Großbritanniens, das Generationen hindurch für die Juden geradezu einen Glaubensartikel bedeutete, in raschem Schwinden begriffen ist. Es droht, daß die über die Welt zerstreuten, leidenden jüdischen Massen — ihrer einzigen Hoffnung auf den Aufffau des jüdischen Nationalheimes beraubt — einer Verzweiflung anheimfallen, die die größte Gefättr bedeutet, nicht nur für das jüdische Volk, sondern für alle Kulturnationen, für die ganze Welt. Diese Situation zwingt uns — die Partei, welche in England mehr Vertrauen gesetzt hat als alle anderen — nunmehr vor aller Welt die Anklage gegen die britische Mandatarmacht zu erheben. Die in Palästina geschaffenen Zustände müssen die Juden in der ganzen Welt, insbesondere in Palästina, zwangsläufig-dahin führen, heue Methoden politischer Aktionen zu suchen, um der antizionistischen Politik der Mandatsverwaltung wirksam entgegentreten zu können. ' Das die Öffentlichkeit --warnend:;;daxäft&^ihzuweisen', daß « der Fö'rrSesiand der^g\*genWärtigen; Lage dn Palästina notgedrungen zu einer,; noch weitergehenden R e v is i o n führen muß, in dem Sinne, wie dies tfer frühere Kolonialminister, Herzog von Devonshire, am 13. Dezember 1923 im Oberhaus ausgeführt hat: „Die Balfour-Deklaration war die Basis, auf Grund derer wir von den alliierten Großmächten die Stellung als Mandatarmacht in Palästina zugewiesen erhielten." „. . . Es ist für uns unmöglich, zu erklären, daß wir Teile des Mandats zu behalten und andere aufzugeben wünschen. . . . Wenn wir die Unmöglichkeit zugeben müssen, die Aufgabe durchzuführen, die wir übernommen haben, so müssen wir uns vollkommen zurückziehen." London, März 1932. Exekutivkomitee der Weltunion der Zionisten-Revisionisten; deren Unterstützung »E§ lebe Frankreich!« Protest gegen die britische Palä§linapoh'tik — Zurück zu Henlf ' Vom Paris er Kor respon den ten der „Neuen Welt" . . (' . Paris, Anfang März. Diese Worte erklangen in der Vorwoche am Schluß einer Rede, die hier auf einem jüdischen Meeting gehalten'wurde. -Sie erklangen aus dem Munde einer 20Ö0köpfigen 'jüdischen Menge als Zuruf an einen Mann, der als' führender französischer Politiker den erschienenen Zionisten- und Palästina-Freunden Erklärungen über die Haltung Frankreichs gegenüber den Mandatsverpflichtungen bezüglich Palästinas abgab. r Es;w.aren., Erklärungen, . die deutlichden, Willen , der französischen Politik, kundgaben und;(die anger sichteder gegenwärtigen Mandatspolitik Englands - von höchster. Bedeutung sind; Die Erklärungen Paul;Pain.leves imd anderer Parlamentarier lassen . Frankreichs , besonderes Interesse an dem . Aufbau des Jüdischen Nationalheims erkennen. Im:.großen 'Festsaal der;,Mutualite" hatten-sich; auf. den Ruf der' Ziönisten ' und - des französischen' Pro« Palästina-Komitees 2000 Personen eingefunden, um einer Kundgebung ausschließlich französischer Politiker, und parlamentarischer Fraktion s f ü h r e r beizuwohnen. Den Vorsitz führte der bekannte Senator Justin Godart, der Präsident des Comitä France-Polestine. Das Meeting hatte den Zweck, die öffentliche. Meinung Frankreichs zunt Kampf v gegen die Störungen des palästiüen* sischen Aufbauwerks durch die gegenwärtige britische Mandatarmacht aufzurufen. Justin G o d a r t erklärte einleitend: „Wir, französische Pariamen« tarier, sind zu euch, Juden, heute in diese Versammlung gekommen, um euch im Namen des französischen Parlaments die feierliche Versicherung abzugeben, daß Frankreich seiner unter die Balfour-Deklaration ge- , setzten Unterschrift treu bleibt, daß' Frankreich als für die Balfour-Deklaratioii mitverantwortlich* deren Einhaltung durch die Mandatsregierung in Palästina fordern wird." Diesen eindeutigen Worten des Vorsitzenden gab .die; Rede Paul Painleves den grundlegenden Inhalt. .Painleve, der als -P r e m i ejr m i n i s t e r- Frankreichs „ seinerzeit die offizielle französische Zustimmung ..zur Balfour-Deklaration erteilte, der mehrmalige, Minister . und; Gelehrte von internationalem Ruf, analysierte ,den Sinn der Balfour-Deklaration/ wie die" Großmächtesie verstanden haben. Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen smd durch ein beigefügtes E bezeichnet Union der ZIonlst«n-R«vlf lonlsten Am 15. März, 7j9 Uhr abends, im Festsaal des Hotels Continental, II, TabörstraÖe 4 MASSEN-MEETING Protest gegen Englands wortbrüchige Palästina-Politik Redner: David Nebenzahl, Dr. S.Wolf, F. Richter, Robert Stricker mmmmmmmmmmmmmmmmmm Erscheinet in Massen! Regiebeitrag 20 g „Internationale Verträge", rief er aus, „müssen eingehalten werden, wenn man nicht will, daß d i e . menschliche Zivilisation vernichtet , wird. England muß die Balfour-Deklaration und die Verpflichtungen des Mandats durchführen, genau so wie England selbst die Durchführung der nach dem Krieg geschlossenen Verträge fordert." Nachdem Painleye auf die - einzelnen Bestimmun« geil: 'des; Mandats eingegangen war, faßte er seine Aus* führungen folgendermaßen zusammen: .j,Die- S i che*« lieit der Juden im Lande muß. gewährleistet werden* auf daß sich6' nicht " jene traurigen Pogrome vom Jahre 1929 wiederholen, die eine Schande für die ganze zivilisierte Welt darstellen. Die Tore Palästinas müssen für eine freie jüdische Einwanderung geöffnet werden. In das Jüdische Nationalheim haben vor allem Juden das Einwanderungsrecht. Den Juden muß Boden zur Verfügung gestellt werden ohne jede Einschränkung. England hat das Mandat über Palästina zwecks Kultivierung des Landes übernommen und nicht, um es im alten barbarischen Zustand zu belassen. Es darf den Arabern» kei- ' nerlei Recht gegeben werden, sich gegen den Auf.« bau des Landes durch die Juden zu stellen." .j Painleve schloß mit den Worten: H „Ich rufe euch, Juden, am Schluß meiner besehet; denen Worte zu: Es lebe Israeli Es lebe die jüdische Nation! Es lebe das Jüdische National« heim in Palästina!" „Es lebe Frankreich!" So erklang aus dem Munde der begeisterten Zuhörerschaft der Zuruf an Painleve und an die anderen Redner des offiziellen Frankreich, die im gleichen Sinne gesprochen hatten. Der Wert des Abends? ist aus der Resolution zu ersehen, die die ideologische und Interessengemeinsamkeit zwischen der Entwicklung eines1 jüdischen Palästina und der französischen Orientpolitik feststelltet Die Versammlung fordert die französische Regierung und die französische öffentliche Meinung auf, ihren ganzen politischen Einfluß und das Recht -Frankreichs aufzuwenden, auf daß das gegenwärtige Regime in Palästina so geändert werde, daß eine jüdische Masseneinwanderung vor sich' gehen und der Wiederaufbau Palästinas als jüdischen Nationalheims bewerkstelligt werden könne. ' . Der .Vorsitzende Justin;. Gödart, Wurde^ beauftragt, diese Resolution dem Premier- und Außenminister Tardieu zu übergeben, Vor. kurzem war es Amerika, das durch seine .maßgebenden politischen Männer seiner Unzufriedenheit mit der., englischen Mandatspolitik in Palästina kräftigen Ausdruck gab und gewisse Schritte ankündigtet Nun kommt F r a n kr e i c h. Diese; zionistische Wahrheit, die Unnahbarkeit des britischen, Palästina- Regimes, beginnt in der internationalen Welt; bekannt . zu werden. Diese Umstände lassen erkennen, daß die seit langem schon ironisierte Herzlsche zionistische Taktik, da« Judenproblem auf int«%