Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 232 (26.2.1932)
- Date
- 1932-02-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2711613-2711843-2711853--2992-2716325- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
186 Titl. Universitätsbibliothek Wien. I. Preis 35 Groschen Jahrgang 6 fteifag/ den 96* Februar f #12 Nr, 932 V«!>• b« REVUE HERAUSGEBER- ROBERT STRICKER BEZUÖSBEDINOMOEN: Oesterreich monatlich S 1.50, viertieljatiiis S4.20. ganzjährttt S 16.-;Polen monatlich Zloty 2.-, vtertellährie Zloiv« - T9^^M<^^jn^m Kc^ vierteljährig Kc 15.^rJ?goil»wien monatl/ch dlnar 14.-, vierteljährig Dinartä- St l*l-W-^.*fffl^i~ldj&i-rl «eatscnrnnd monatlich Mark 1.-, vierteljährig Mark 3.-; Bulearlenmonatlich tewa 40.-7 ^erteliährl» ^miV^ä^FST^1 5'~* vlcrte,lährlg u" 14~i'Www** «ad die übrigen Lände? monatlich Schweizer Francs iTS Redaktion a. Verz^fUung: Wien IXt Universitätssir. 6-8, leL B-48-504 — Erscheint jeden Freitag gV , - •'••'•■> Soijrttag;,' de« 20. März ,1932, 4 Uhr nachmittags, Im Theater Reklame, II, .Praterstraße 34 'S | Theafefvetsiellung uacl Tanxvortöhrungen der Kindergrupße Trude Godwyn § .:• j ,i, 11 'a, es;Es wirken ausschließlich Kinder mit, darunter. Liest weinberger Bestellungen auf Karten nehmen entgegen: die Administration der „Nette WeltV II, Untere Augartenv .5 5 ■• Straße 38, Tel. Ä-45-6-34, und die Damen Pauia Stricker, ' Tel. Ä-48-1-89, und Else Nebenzahl, i SV Tel. U-12-2-16. Karten für Kinder ä S 1.—, für Erwachsene ä< S 2. ~ | illlllllllllllllllllllllllllllllllllllltllllllllllllllllim Bei nervösen Schmerzen, Kopfschmerzen, gichtischeii und rheumatischen Schmerzen sind Togal« Tabletten unübertroffen. Die Wirkung tritt unmittelbar ein, keine schädlichen Nebenwirkungen. Fragen Sie Ihren Arzt. — In allen Apotheken. — Preis S 2.40. BEILAGE .(Seife 6) In der Republik fcfasaryks Nach dem Ritiv .^»rdpfo«eß in Berexna und dem Freispruch Horaks ~ Massenverliaftungen von -k'itäe» unier Mordanklage — Die gut unterrichteteWiener „Reichsposl" . . .1 In cter; t8checho8^waki8cih.eri. Repubhk, deren ..Gründer und Präsident der große Demokrat und Juden*- 1 freund Masaryk ist, herrscht seit geraumer Zeit ein ur$eimliches..Treibeil, dahin gerichtet, da s Völk::ge ge h d.i. ei Ju d en z u'v'hVizen^pe« ' Mittelpunkt dieser örgani,sierten Verhetzung bildet die S lo w akei." Diese Provinz, deren Bevölkerung unter dem früheren Regime der; 'Magyaren, brutal und ^systematisch der höheren Bildung :beraubt wurde und jetzt unter der' Wirtschaftskrise' entsetzlich leidet, ijibV' ej^en:j^l^^H'',gttteh;NähK bodein für den J.u tfe-rfit W&ffif Ws^iit'- daher rß6htr ^tls; ,*ZttfaH»: 2ui>4jetrac1iten;:; •.. -^icn»;'i.||e!f]j!ä^-iinv-'-djejjer' ^^i#B^ manche' Behörden ' ihr« > Hand bieten, wenn es. gilt, Ritiualmb:rd'prözesise, 'zuinszenieren. 'Es ist kein Zufall; daß im Mordprozeß gegen den \ Legionär H.orak 4e4 Slowaken' augenfällig demonstriert wurde,' daß -man £\b w a k i s c h e Juden: straflos ermorden . darf, vweil sie kein besseres^ Schicksal' verdienen. ' So ist es auch kein Zufallp-daß -jetzt: die Behörden: in dsi\ Slowakei darangehen, einen g r o ß e n J u d e n p r o z c ß zu veranstalten, in weichem die: Juden als VC h r'i s t e hm ö r d e r u n d g r au samc— B e d r ücker * des ' s;lo waki sc he n VöIkes h i n g c s t e 1Tt werden.: ■;•; w,* •: . -. ,;; r, ■ ■ : r Aus Prag wird gemeldet: Die Fälle, daß jüdische Bürger in der Slowakei -Tnach dem Muster des Falles V^eißberger — verhaftet werden, weil behauptet wifd, daß sie während der Herbstunruhen 1918; als Offiziere des „revolutionären** Nationalrates Bau e r n erschießen ließen, haben sich in der' l e t,z t e n ] Woche schrecklich vermehrt. Erst wurden 'die Kaufleute . Julius L e n g y e 1 und Viktor Galdherger eingekerkert. Jetzt wurden in Lufienec und',JRiraayska Sobota noch neun Bürger verhaftet, die alle'Ju.den sind und unter, dem gleichen Verdacht, stehen wie Lengyel. . " - Diese Gegend der. Südslowäkei ist von einer ausgesprochenen Panikstinimu'ng beherrscht, die sich noch vertiefte, als .bekannt, wurde, . daß. von , den elf Verhafteten Viktor Goidperger,,, der,einzige Nich.t- | u d e, i r e i g e1 a s s e riw-o r d^e n i s t. Die Namen der neun Verhafteten sind: .Karl M ar t o n (Garagenbesitzer), Bete ^Markstein . .(Vertreter von Skoda), . Emanuel Schneider (Kaufmann), Moritz Sehlesinger (Kaufinann), Jians Kai m ar (Sohn eines Restaurateurs), Josef .. Boros,,, (Eisenbahner),, in Rimavska Sobota Desider Reinitz,.Dr. Wilhelm Reinitz und der Notar $w}olf-.: IffUsys, ^p^e..l|nter8^ch^ng.. wird durch Genäß. rrme r i.e T O f. f.i z i er e', gefügt, v. und es ist, die all-.. g.en^einej;Ai|sicjnt, daß,'m Qegengewicht ewecks r P^aralysi'eru^g '.'desj,'- ,E{n[drucksi^ dep'< Ho r a.kt[ r;t e H§;if u. sc h a f f e n,.; D\e^Gendarmerie erklärt, daß die; Verhaftungen im, ,,hö h e r $n~S t a a t s i n t e r e s s c^- .wi^fnci^en^^rdin^, '. . : .; Ferner bestehtder Eiftdruck; daß' die Behörden-.'; Verisaeiien|- 4a&h -'Sf'?^^b|g[Jtic^^^'er;•'A£^ärelt die wirtschaVtHcKv schwer; iöden^eBauerhbevölkerung v des a^dplpwaKiechen - Flachlandes von5' ihren Sorgen ab- " zulenkenl Bemerkt muß werden, daß die Verhafteten selbst von; den Unruhen der; Vmsturzzeit auf das schwerste betroffen /und die 'meislen. :von .ihnen völlig ausf t»MiMtrt * und wli\ichMtlich gÜns\ich | r u i n i e r t wurden. Die Häuser der Mehrzahl der Veri hafteten wurden vollkommen niedergebrannt. Die Liga | für Menschenrechte hat den Slowakenführer Dr. Ludwig | Bazo vsky aufgefordert,C gegen diese Verfalgungen und I Verhaftungen ^Schritte < einzuleiten. Auch die Jüdische Partei berät über zu treffende Maßnahmen. Insbesondere , wird darauf hingewiesen, daß die vorgenommenen Verv haftungen mit. dem ^ninestiegesetz aus dem Jahre 192Q; in -Widerspruch stehen, nach welchem aüe auf slowaki-1; schem Boden in ein.er gewissen Zeit begangenen Ver*; brechen» soweit^ii^^ Motiven' erfolgten, : straffrei'•sind.* 1''^ ' '': '•'.;: ■^ifL^j.w^ ■ Noch ein Faktum, das auch kein „Zufall" zu sein I scheint. Beypr, noch die tschechischen Blätter über diese Vorfälle etwas zu melden wußten, brachte die christlichsoziale Wiener„Reichspost'V die seit kurzem in schärf- : stem Antisemitismus mächt; Schauermärchen von ■ slowakischen - Juden, welche slowakische B a u e r n und : Geis11 iche• aus . den ki rchen geschleppt und ermordet hätten: Sie wüßten auch zu berichten, daß die Verfolgung dieser; jüdischen Mordgesellen unmittelbar bevorstehe.' Woher; stammte ihre Wissenschaft? Es scheinen da sehr,, sehr; gute Beziehungen zu bestehen. DEUTSCHLAND Die Schande auf dem Skopus Revisionistische Studenten werden relegiert In einem Tempo, das sonst der Verbreitung jüdisch-palästinensischer Nachrichten nicht eigen ist, hat die Meldung von - Krawallen ander hebräischen Universität in J e r usa 1 ein die Presse durcheilt. Wie bekannt, kam es zu Demonstrationen, und zwar seitens einer hedeutenden Zahl der anwesenden AJcademiiikeV. Der Anlaß" der -Demonstrationen war das, Erscheinen des ehemaligen Oberstaatsanwalts und gegenwärtige« Bekleiders; der- Lehrkanzel' für Recht und Frieden, Norm«n "Beut wicih.vWie die Berichte besagten, gab die Hörerschaft zunächst ihrem Unmut über einen Mann Ausdruck, der — man kann es ruhig sageij — neben Sir Herbert Sam u el einer der Totengräber des jüdischen Befreiungsg e d a nkens in Palästina war. und " nichtsdesto-! weniger, wieder analog der Figur Herbert Samuel, mit einer 1 j üd'iseh e n E h r e nstelle betraut w ir.d, zum Danik dafür, ,daß er Helfer. war . jener dunkelsten britischen Bürokratie, ' die ihr a n t i s e mii i s c h e Doppelspiel - hinter den Dolchen der : arabischen Meuchelmörder von II e h r o n und S a f e d; zu rtreiben nicht aufhort.V ' . . •. '> ' Als dann der in allen national jüdischen Kreisen heute .schon berüchtigte Rektor Magnes die ©;«£* 'lasche ' Polizei rief, / wuchs sich' ''die 'Affäre des „Friedens-Bentwich" zu einem wirklichen Skandall. •aus. Zu "einem Skandal; der allerdings nicht die. Demon- - stranten betrifft. ... Zunächst hörte man aus dem Munde des Rektors Magnes, daß -es sichdurchwegs uro „Uni v ersit ä tst r e m d e'^handJe. Erst als er sur -r. T a t ß'chritt) fand er heraus, daß die Malkontenten durohwegs Stüdenteii : tseien, denn dieser erste jüdisdic Rektor der hebräischen Universität-, versuchte' den Univei-sitä,tsG.hara.kter seiner :U. '■ Anstalt dadurch .-zu. demonstrieren, daß er; ,z'u dep&js> üblichen Mittel: normaler , U.niversitiiten. griff, :ihdem[ er vier j;ü.d.i sch e,. St ud e n ten für .. die Dauer ein'es -Jak r'e's,- z.eli n andere für die Dauer,des la u f e n d e;n,S.e m os t e r s relegierte xind noch weitere; Relcgie.rungeu; in; Aussticht stellt. Alsö depnock „Universitätsheimiißche'',' die gegen-den. neuen« „Profes< sor" demonstrieren.' Ein gestrenger Herr unser Rektor Magnes, der , demonstrierende . jüdische Studenten der .britischen' Polizei ausliefert*: 'ihnen das weitere Studium .uninög^ lieh macht sie zu Parias stempelt, indeiB".et: iÜrenqt '-Studentenverein - die unversitätsibehördliGhe Änenkenr ^ühg'.versagt.^ •, .....' * Eirie^ gewisse** Jüdische Presse ist darob vvi).<l un<i nervös. Sie kan-n ßioh nicht genugtun in der Feststellung, daß aif der Universität Jerusalem „Ha,ke.nkreuzmetho.'dcu" herrschen. Und wir könnten ib,r wirklich nicht unrecht geben, wenn sie, die. Brith- Schalom-Presse ä-Ia „Jüdische Rundschau" und „Selbstwchr" und ihre Ableger in Wien und anderswo, ihre Brith-SchalomrFreunde in Jerusalem meinen würde. Sie spricht von Hakenkreuzmethoden. Meint sio etwa den Herrn Magnes, der; den britisdien Gummiknüttel auf die jüdischen Studenten einhauen läßt, der die Juden der Knechtung der Araber beschuldigt, der sich mit dem reaktionärsten britischen Dunkelmann, dem Agenten Ph i Ib y,;an den Tisch setzte, - um gege« die .Jvideii äu konspirieren? •.•..:> , \ ■■ Diese Presse hat recht; Das siu«d Hak en» kreuzmethoden. Ein vollzionistischer Student hat nicht das Recht, au der Jerusalemer Universität zu studieren, er, der Demonstrant nicht gegen eine Minorität, nicht gegen eine andere Rasse, nicht gegen einen friedlich studierenden Gaststudenten, sondern gegen einen ek 1 a t an t en Marpdeur auf dem Kampfplatz des jüdischen Nationalheims. Ein Irrwahn war es zu glauben, daß die zionistische, Studentenschaft an der ersten hebräischen Universität ein Heim habe, .ein Irrwahn, war es \ zu glauben* daß diese Universität ein Werkzeug sei für die Pioniere in Erez Israel; Sie ist ein Werkzeug der schlimmsten assimilatorischen Reaktion, eine volksfremde, volksfeindliche Trutzburg für einige dekadente Raubritter am Geiste des jüdischen Volkes. Die bisher einzig bekanntgewordene Tat, Alle im redaktionellen Teil befindlichen cntgelt» liehen Notizen smd durch ein beigefügtes E bezeichnet Union der Zionisten-Revisionisten Mittwoch, den; 2. Marx 1932, V,9 Ühi abehd>,f «m : Hersloaal des Verbanai« heims, II., Uhtere'Augartenstraße 38'; Gegenstand: Theodor Herd - Unbekanntes Referent: Dr. Tu!o Nu6cnbla<t Regiebeitrag 20 g Freie Aussprächet