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Die neue Welt · 1932-02-12 · Heft 230 (12.2.1932) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 230 (12.2.1932)
Date
1932-02-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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. . ^«teWbUot^ Tirt. un»verst i »,tl- Wien. »• Preis 35 Groschen Jahrgang 6 PMtag/ den 12« Wehn Hr. 930 V.b.b. R E V U E BBZUOSBBDINOUNQEN: Oesterreich monatlich S 1.90, vierteljährig 8 4.20. nanzlährlB S16.—5 Polen monatlich Zloty 2.-, viertellährlR Zlotvö.— l»checho*loWaKel monatlich Kc 6.-, vierteljährig Kc 15.-; Jagosfawfcn monailfch Dinar 14.-, vierteljährig Dinar 40.-; Rumänien monatlich' Lei 40.-, vierteljährig Lei- 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.-, vierteljährig Mark 3.r; BtUitarten monatlich Lewa 40.—, vlerteliährle Lewa 120.-; lullen monatlich Lire 5.-, vierteljährig Lire 14.-; Schweix und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, viertel Jährig Sfchwelier Francs AJO. H ER Ä U S Q EBE R: ROBERT STRICKER Redaktion u. Verwaltung: Wien iX, Univeraitatsstr. 6.8, Tel. B-4S-504 — Erscheint jeden Freitag AtlUlK WlPNIt | WcM'f^rt&ffw k ■\\?m®pm&m&&m .•ir.v! c')..v.i rr.'JZ il *A w-i?•;: .•: f - \ "*"7——,.//•,.',,.,, ,•-,—..'"», Wer kann das jüdische Volkssdii'dcsal qesfalten t Wien,' 1&. Februar!/. . Die, Aktivi.tät cler .sijcii schließenden antisemitischen Fronti. aAif .deren politische Symptome wir letztens, hinwiesen,., hat. nichts, -an aktueller Schärfö,. eingebüßt. Kun.sghaks antisemitische ,.lj.ede hat bei den 'Sozialf demo,kraten das von uns erwartete Echo gefunden: Die höhnischen „Zwischenrufe links'', daß es cter Antisemit jKunschak' leider .'mit' seinem "Antisemiti&ulüs nicht ernst meine. Der -sozialdemokratische Jude Ab- .-'■'■£> geordneter Dauneberg hat im Sinne seiner Partei und-gemäß ihrem Auftrag Kuhschäk im Parlament gestellt, mit dem Vorwurf, daß er, Kunschak, mit dem Antisemitismus bloß dann und wanu" k q k 6 t1 i e r e, in Wirklichkeit aber die antisemitischen Interessen seiner Wähler. . vernachlässige. Wie in der jüdischen '. ■; j 1 ■ <•' 1 ' ' ■ j ' ' ) B e a mf e n f rage ' mit" die'"Cre"dil-Ahsta'lt-Affäre auch sonst - das zweideutige Gesicht der österreichischen Sozialdemokraten in Judenclingen enthüllt. Einige österreichische;:-Zeitungen; 'und, Zeitungshmte' bekamen 'bekanntlich vom Pressefonds der Credit-Anstalt Zuwendungen in dieser oder jener Form, Uber die man wie immer denken mag — aber die „Arbeiter-Zeitung" ließ';es•sich" nicht nehmen,:das/zu einer jüdischen Affäre zu. machen, um'mit :mehrt Geschrei als Beweis in ihrer Pr0pa£^udawut die Purqie, von einer Koalition „H a kenkreuz und J u d e n g e 1 d" auszugeben. So versuchen die israelitischen Führer der österreichischen, deutschbetonten Sozialdemokratie die .»\rbeiterntassen d$r Republik im Punkt ,Judenfrage" systematisch zu vergiften: Mit nicht wenig Erfolg, wie es sich . verschiedentlich zeigt. Auch hier also schließt sich eine antisemitische Front/'--'-"!';-;! '-: '■ '■ - '■■ r :i Als 'jahrelang eine wüste Judenhetze in Oesterreich betrieben wurde; als Wirtschaftsboykott gegen die Jüdin gepredigt lurid ito'-zunehmendem Maßei gehandhabt würde, als mair den' jüdischeu Mitbürgern i jeden Zugang* zu - wirtschaftlicher.' Brödiiktivierung; in Laden, Werkstatt,' Fabrik: undr Amt verschloß,1 als' an den' Wiener rftrclisclüileii. mit . nahezu, naturgesetzlieher Periodizität die jüdische studierende Jugend aus den Hörsälen: verjagt, geprügelt und* Unter "Druck' 'gesetzt wurde, als Beschwerden über'die völlige Vernachlässigung staätsgruhdgesetzlich verborgter!: Pflichten gegenüber;' der österreichischen Judenheit brüsk'' uthgangen würden" -J ih' all 'diesen Fällen und Zeiten'gab es seitens der-österreichischen Parteien und der öffentlichen Publizistik nur nne.. Reaktion:;S.c h w'e;i:g;e,n!Und/es. bedürfteeines mderen Anlasses, damit das Schweigen gebrochen werde. Erst ein S t u d e n t e n r e c h t s p r o j e k t, das die verschiedenfarbigen Israeliten in ihrem — Deutschtum zu bedrohen schien und sie in die j ü d i s c h e G e m e i n s c hr a f t einzustellen versprach, öffnete den Schweigenden den Mund und sie protestierten alle. Es meldeten sich die;Liga für Menschenrechte, der Verband der Friedensvereinigungen, die Union österreichischer, Juden, die / sozialdemokratischen „werktätigen Juden", die verschiedenen demokratischen Liberalen, die sozialdemokratische Partei. Hier auf einmal entdeckten sie ihr Herz für den Schutz jüdischer Interessen, die durch das projektierte Studentenrecht bedroht seien. Nicht die Pauperisierung der Juden, nicht die Pogromhetze, nicht die Unterminieruug der jüdischen Existenzen, sondern das Studentenrecht gibt ihnen Anlaß, im Namen der Kultur zu protestieren. Wir haben zur Genüge unsere Stellungnahme zum neuen, auf der Basis nationaler Gliederung gedachten Studentenrecht präzisiert. Unser Ausgangspunkt war der, daß der n a t ion a 1 e' Zusammenschluß der einzelnen Studentenschaften zu. b e g r ü ß e n sei, wenn er v o 116 Gleichberechtigung gegenüber den kompetenten Behörden und in weiterer Folge einen ruhigen,, ungestörten Studienbetrieb Verbürge. Die „Katholisch- Deutsche HpchschUlerschaft" geht nicht fehl, wenn sie in-einem Brief an den;rUnterrichtsminister erklärt, daß die Idee der Schaffung von Studchtennatiohen „durch die ihr innewohnende/ Anerkennung naturgegebener Tatsachen und/organischer Ordnungbefreiend und. gestaltend wirken kann. (. ( pieser I&^ vorläufig immer noch, akademische^; .'ti$.:ii'6e=b:en l^^piüpf-iAllpfyt^, ^andera,^.. -.jgiajt jüngst hat es, in den ^Tageh, da der Gesetzentwurf im Parlament, eingebracht, .wurde,' ^wieder blutige > Lteberfälle lauf jüdische) Studenten'gegeben, kein gutes Omen für die kommenden Ereignisse und angesichts der sich schließenden antisemitischen Front. . i * Wir verkaufen und VERLEIHEN Elektr. 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BEILAGE FÜR (Settegifc Und gerade das Problem des Studentenrechts, um dessentwillen sich die Herrschaften so sehr aufregen, für das sie ihren Elan des Protestierehs aufbringen; zeigt uns wieder einmal,'.. wie verfehlt es ist, Hilfe und Unterstützung von außenher zu erwarten, d; h. von. jenen Kreisen, die das jüdische Problem unter anderern Gesicjhtswinkel: s,ehen; müssen als unter dem: der1 W< e J,£- ||^^,S.Q 1 i'dia:ri t'a t. pie;österreichiscHe Juden-» heit ^nnte an diese^' Exempe fahrün|,''^^e^^^'-^ur j'üd isch n a'ti'o^a^eW'.^'ri antwortüngsgef ühl und Gesamtbewußtsein':die, Tragkörper sind für alle jüdischen Gxistenztrageii^dli»'i|. das! jüdische Sehicksa 1 nur vört jüdischen H ä nden. gestaltet werden kann.* ' '.'•'•' "" MM ein neues t . ' ■ . . :. -(' .■ : .,...... ' r .f. 0\.y Arabische Plane — Abschaffung des Mandates und Einsetzung einer arabischen Nationalregierung — Jüdische Einwanderung nur unter arabischer Kontrolle — Die Juden werden in Bezirke gesperrt — Was tut die zionistische Leitung! daß man die jüd|§chen: Vertreter dazu bewegen will,'/ . Aus-London erhielt die „Neue -Welt" nachstebende Meldung über eine im Londoner Büro c]er Weltexekutiv'e der Union der Zionisten - R e v i s i o n i s t e n abgehaltene Pressekonferenz. [ Vizepräsident Meir .Groflmann. erstattete folgenden Bericht: , ' , Die neuerlichen Ereignisse in Pa 1 ästina sowie gewisse Hinterkulissenspiele machen eine gründliche Aufklärung der ,Oeffentlichkeit notwendig. Das Exekutivkomitee der Union hat erfahren, redaktionellen ■ Teil -befindlichen entgelt» s'rid durch ein beigefügtes E bezeichnet Alle im liehen Notizen anv Mittwoch, den 17.. Februar, «in h,alb Q Uhr. abends im Saale des Hotel Continental, Wien II, TaborstraUe Nr..4 Gegenstand; _' Das Judentum in schwerer SlUlille} --$bll PalSsfina ein Ghetto werden I — Vor ge# l^lossener anlisemitischer Front Referenten: .' ,. Oberbaurat Robert Stricker Dr* D* Bukspan Qr» N* Samonsky Jüdische Bürger! Jüdische Jugend! Erscheinet in Massen! ' Reglebeiti ag 20 Groschen , na einer arabisch-jüdischen „Round Table^; > , Konferenz" teilziinehmen, /die unter' den~ge-( . genwürtigen Um$t|tadei» eine sichere Niedert,-,• Inge des Zionismus bedeuten würde. Dies gcsdiieht, nachdem die zionistische Bewegung durch' das' Passf j;iel.dsche Weißbuchy die Einwanderung5sperie und die tatsächliche, E i n s c h r ä ri k u h g d e s V a n d k a u f s ' d u r c'h Juden in eine außerordentlich schwierige Lage versetzt wurde. A r a b i sehe Kreise,, die . übet die Haltung der britischen Regierung gegenüber dem Zionismus genügend orientiert sind, erachten nun die Zeit fürdie- Pröklamierung ihrer Bedingungen für Uberaus günstig. Es genügt, dfe allgemeine Richtlinie der arabischen Vorschläge für eine arabisch-: jüdische Konferenz zuverfolgen, um zu erkennen, daß es sfeh um eine Konspiration handelt, die dazu bestimmt ist, das Werk der V e rnichtung des jüdischen Natio^aU heims zu vollenden* Die folgenden Vorschläge wurden der, Regierung unterbreite^; in der Annahme, daß sie die Basis der Verhandlung mit den Juden und der von der. Regierung . einzuberufenden „Round;.Table- Konferenz" bilden werden: Ein gesetzgebendet Rat (Parlament), clcr West- und .O^J-Palästina (Transjordauien) zu yertre|eh haben wird, soll so bald als möglich gewählt werden. Dessen erste Aufgabe wird sein, mit der britischen, Regierung einen Vertrag•„ ähnlich demjenigen des Irak abzuschließen, der eine Vorstufe, zur Auf ebung des Mandats bilden soll.; 1! Palästinar sijUY in a r a b i s c h e .und' jü d is c H e Bezirke eingeteilt werden. Diejenigen Teile» in denen die Juden j e t z t eine Bevölkerungsmajorität darstellen, sollen als jüdische Bezirke erklärt werden und provinzielle Autonomie unte»

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