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Die neue Welt · 1932-01-15 · Heft 226 (15.1.1932) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 226 (15.1.1932)
Date
1932-01-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 DDE NEUE WELT Nr. 226 und hielt ihn 4S Stunden im Keller verschlossen. Einige Male befragte er den Gefesselten, ob er irgendeiner jüdischen nationalen Organisation angehört. Durch einen Zufall wurde der Hausierer beireit. Am 26. De?'sibev wurde ein jüdischer A-vzt zu einem angeblich Erkrankten in eine entlegene Wohnung geführt. Dort wurde er mit einem Revolver bedroht, mit, eisernen Ketten an - den- Boden geschmiedet dann an die Wand gespannt Die Banditen erzwangen durch «olehe Martern vom Arzte Btjefe an seine Frau und seinen Schwiegervater, in denen er ersucht, dem Ueberbringer 200.000 Lewa zu übergeben, andernfalls er getötet würde, Als der Gefesselte kurze Zeit allein gelassen wurde, rief er um Hilfe. Vorbeigehende alarmiertön die Polizei, die ihn Und. den jüdischen Hausierer, der im Keller des gleichen Hauses gefesselt lag, befreien konnte. Es würde festgestellt, daß der Bandit, der den Arzt und den, Hausierer in die Falle gelockt hatte, Mitglied der Organisation „Röd'tia Zastita" „seit 1926 ist. Er konnte noch nicht festgenommen werden, aber einet seiner Helfershelfer,-, ein S t u d e n t,. wurde verhaftet i und,, sagte aus, v esbestehe bei der Organisation eine besondere Gruppe, die sich die. Ter r o r isi e r u n g und A u sbe u tu n-g, j-üd j s.c-h'.e'r'B.ti rge r zur Aufgabe gemacht hat. Die.se; Gruppe gibt ein spezielles Organ „P r e 1 p,m" . heraus, der Student . ist einer der Redakteure dieses Organs. . , Am 29. Dezember wurde gegen einen jüdischen A u tom ob i lh ä nd 1 e r, als er sein Auto bestieg, ein Bonibenattentat verübt. Der Insasse blieb durch besonders glückliche Umstände unverletzt, .das Auto wurde schwer beschädigt. Man nimmt an, dal! auch dieses Attentat von der erwähnten Terroristengruppe verübt wurde. Wieviel ist Gold werft? Das weiß kein Mensch genau, es wird jetzt sogar vielfach überwertet und überzahlt. Edle Seidengewebe aber haben ihren bestimmten Mindestwert — und doch können Sie jetzt Seidenstoffe und Seidenwaren jeder Art weit unter Wert kaufen, wenn Sie die letzten Tage von Schiffmanns „Seiden-Wochen" ausnützen! Bedenken Sie doch: Reinseiden-Crepe-de-Chine, Reinseiden-Crepe-Georgette, Reinseiden-Gazc Mousseline, je 100 Zentimeter breit, in vielen schönen Pastellfarben, per Meter nur S 2.90; künstliche Seide, 10 verschiedenartige Gewebe, per Meter schon 49 bis 69 und 98 Groschen — was wollen Sie noch mehr! In der Bekleidungshalle — Tausende Reste — spottbillig! 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Galizianer Chascne" zur Erstaufführung. Das Stück wird Samstag und Sonntag wiederholt. Sonntag M4 Uhr: Nachmittagsvorstellung. Zur Aufführung gelangt die lustige Komödie „Itzikel". Kinder zahlet^, nur 50 Groschen und werden mit schönen Geschenken bedacht. Jüdische Bühne, II, Prqter» raftg CO ."'!!"! 1 1 ' ■ . 1 t. '."'»■ "!.....i( 1 .1 im in i ...... um _i ■ -«.....■. Ab »5. Jänner 1932 kurzes Gastspiel , des bekannten Künstlerpaares QUo Heiden und Salo PrlMm«nt in der Operette „Die Galizianer Chasene" Sonntag, '/,4 Uhr nachmittags: „ITIIKL" Kinder zahlen nur 50 Groseben eafeiy Muntt un II iiiiii!iiiiiiiii!iiiiiiii!iiiiin: Li e e r a für Gott der Rache ' " Gastspiel Paul Baratow ■ Es ist kein Wunder, daß jüdische Schauspieler, auf der Wanderschaft begriffen, Schalom Aschs „Gott der Rache" in ihrem! Rollengepäck m'tführen. Sie wissen, daß man'ein so hart ge/immertes Stück mit j*dem geschulten Ensemble - zur Geltung bringen kann, wenn nur der ^Darsteller der Hauptfigur genügend Tragkraft besitzt/Denn es . gibt" noch immer viele Tausends, deren Herzen zittern, - wenn Jankel Schäpschewitsch mit Gott hadert, wenn eine jüdische Familie schuldlos ihr Kind j „verliert". Und Paul "> Baratow besitzt alle Talente, zu packen, zu ergreifen,.zittern zu^ machen.'..,. .-,,,<>r» Paul Baratow bewährt sich auch in diesem Stüqk.der älteren Dramatik als kluger,.reifer, feiner Darsteller.- Seinem Kunstverstand entging nicht die Notwen- 4tgke.it, gewisse Pointen zu mildern, der Verführung zur ^uljss^nreißerei; zu' entsagen. Sein Vaterherz , polterte nicht; es vibrierte;; seine Hände malten gedämpften Schröck, seine ^ugen. umflorten;sich mit verinnerlichtera Schmerz. Daß er den.Schluß in Ton und Haltung milderte, die Szen;e der Thorarolle ihres brutalen Charakters entkleidete, ,muß,ihm hoch angerechnet werden.;';..«..•-'Das Hausensemble stellte'.Paul B-aratow, lebendige Staffage. Clara Mejsels; Max Zelniker, Benzion Sigall, Lea Weiin t raub-Gr af und die übrigen bezeugten wiederum. das durch viel Arbeit und noch mehr Entbehrungen erreichte Niveau der „Jüdischen Künstlerspiele". Neben Baratow. stand als Gast Fräulein S c h 1 i fkow.itsch auf den Brettern, ein neues interessantes Talent, aus derp sich;-. unter starker Regiehand noch viel Schon es. entwickeln wird. Das Haus war voll, der Beifall für!Baratow und seine Schar stürmisch. Starkes Theater zu, sehen, ist dem Wiener jüdischen Publikum trotz zahlreicher Enttäuschungen immer noch Bedürfnis. or. Neues Jüdisches Theater II., TaborsfraOe 12 Freitag, d«n 13. Jänner, Erstaufführung der Komödie TÄTE DI LACHST V* mit Sevilla Pas'or in der Hauptrolle Volkstümliche Pieise ff Neues Jüdisches Theater, IL, Taborstraße 12. Freitag, den 15. d. die Komödie „Täte di lachst?", Musik von Rumschinski, mit Sevilla Pastor in der Hauptrolle. Erstaufführung. Das Stüde wird Samstag, «Sonntag und Montag wiederholt. Sonntag, 17. d., f^4Uhr: „Hallo L i 11 y." Dienstag, 19. d.: Das Neger* mädl." Mittwoch, 20. d.: „Kreuzersonate." Don* nerstag, 21. d.: „Schokoladenköni g." Volkstum* liehe Preise. WohWätigkeifskon/ert. Sonntag, den 24. Jänner 1932, findet um halb 8 Uhr abends im Großen Konzerthaussaal zugunsten der Notstandsaktion der israelitischen Kultusgemeinde in Wien ein großes Konzert statt Mitwirkende sind: Herr Oberkantor Ingo Mann, Brünn; Herr Prof. Julius. I s s e r 1 i s und Herr Kurt F u c h s g e 1 b. Kartenverkauf Wien, L, Seitenstettengasse 2, III./23. Jüdischer Kuustabepd. Donnerstag, 21. Jänner 1932, pünktliche Mirjamh,^im,:I^Jotdahgasse 7, 8 Uhr ab ends: D r. Oska r' N e u in a h' x£ B rät isla va. Ii es t „Aus eigenen Werken"; Dagoberte B u c b h o 1 z (Klavier); Hans Lewi tue (Klarinette)!' Israel Brand mann, Elsy Stein (Violdne) i MarceliTj i c k (Bratsche); Joachim Stntschewsky (Vxoloncell), bringen: Joel Engel: Suite aus „Hadibuk"; J. Siutsebewsky: Kompositionen; Isr*. Brandmann: Streichquartett.' Sondervorstellung Paula Dreiblatt. Mittwoch, den 20. Jänner, halb 9 Uhr abends findet im „Neuen Jüdischen Theater", IL, Taborstraße 12 (Hotel Stephanie), eine Sondervorstellung ■ statt." Zur Aufführung gelangt Gördins „Kreutzersonate"; mitwirkend Paula Dreiblatt, Sevilla Pastor und die gesamte Siegler-Truppe. Begrüfiungsabend zu Ehren des, Vorsitzenden des Warschauer jiddischen Schriftstellervereines. Zu Ehren des in Wien weilenden jiddischen Schriftstellers B. Karlinius, Vorsitzenden des Jiddischen Schriftsteller- und Journalistenvereines in Warschau, veranstaltet der Wiener Jiddische Kulturklub Samstag, den 16. Jänner 1952, halb 8 Uhr abends, im Klubsaale des Cafe Arkaden einen Begrüßungsabend, zu dem alle Freunde der jiddischen Literatur eingeladen werden. B. Karlinius ist Redakteur der literarischen Beilage der bekannten jiddischen Warschauer 1 Tageszeitung „Der Momept" und einer der feinsinnigsten Essaisten und Kritiker des modernen jiddischen Schrifttums. Neue Ausgrabungen in Palästina Bei den in der Nähe von Nablus in Mittelpalästina gegenwärtig betriebenen Ausgrabungen sind Funde von großem archäologischen Wert gemacht worden, die aus der Zeit des jüdischen Königtums stammen. So stieß man unter anderem auf eine von den Juden errichtete mächtige Mauer, an die die Römer zur Ze't des Herodes das Forum gebaut hatten, ferner auf Gräber mit zahlreichen Gold- und Silbergegenständen, sowie Glasgefäßen, auf einen ausgezeichnet erhaltenen, aus Stein gebauten Wasserleitungskanal und auf ein römisches Mauseleum mit steinernen Särgen. 1 udifdie Sport« und liliilliiiiii Turnbewegun9 Ein Freundschaftsspiel der Hafcoah Gegen Weiße Elf 1:1 Nach längerer Pausetrat^ Hakoah wieder in Aktion, und zwar absolvierten^, dje Blau-Weißen ein Freundschaftsspiel gegen den zweitklassigen. H e r b * ferne ister Weiße Elf. Die Mariahilfer traten mit einer verstärkten Mannschaft an, in der unter anderem Wiltschl (ehemals Ilapid) und Jeüinek (ehemals Wacker) mitwirtkten und gaben einenrecht guten Gegner ab. Die Hakoab-Mannschäft, die qjine Drucker und Eisenhofifer antrat, faßte das Treffen mehr als Trainingskampf ai|f ' und legte keine besondere Amibition an den Tag. Den einzigen Treffer für Hakoaih erzielte Grünwald. Während des Spieles kam es, infolge Provozierungeö des gegneriedben Aii<> <?es zu Rauiercien, doch herbeigeeilte Wache konnte die Ordnung sofort herstellen. Der jüdische Verein trat in folgender Aufstellung an: Löwy; Amster, Feldmann; Heß, Strohß, Platschek; Weißkopf, Mermelstein, . Ehrlich, Griinwakl, Mausner. Hakoah in Prag. Nach längerer Pause wird Hakoab wieder einmal ein bedeutendes i n t e r n a t i 0nales Match austragen. Die jüdische Mannschaft spielt am 24. d. in Prag gegen Slavia Hakoah wird es nidit leicht haben, sich gegen Slavia, die Rapid und Vienna abfertigte, durchzusetzen. Makkabi aus dem Cup ausgeschieden. Der Sp. Cl.; Makkabi hat eine günstige Gelegenheit versäumt. Der jüdische Verein unterlas gegen die Landstraßer Amateure 2 :7 und schied aus dem Wiener Cup aus. Hätte Makkabi diese Niederlage abwenden können, so wäre der Verein in der nächsten Runde mit Rapid zusammengekommen und die Einnahmen hätten den Verein sanieren können. Die Makkabi-Mannschaft trat aber gegen die Landstraßer Amateure vollständig untrainiert an und darin findet die Niederlage ihre Erklärung. Jüdischer Snortr und Schützenverein Menprah. Das neue Heim befindet sich, Wien, IX., Nußdorferstraße 16. Die Eröffnung der Schießstätte findet demnächst statt. Amtsstunden: Mittwoch 20 bis 22 Uhr. — Studentencorps „H a g a n a h". Die Amtsstunden finden ab 10. Jänner im neuen Heime, Nußdorferstraße 16, statt, an welche Adresse auch Zuschriften zu senden sind. Zeit der Amtsstunden: Montag und Mittwoch von 20 bis 22 Uhr. Eisenhoffer bleibt bei der Hakoah. In letzter Zeit Ist viel von der angeblidi bevorstehenden Übersiedlung des Hakoah-Sp'elers Eisenhofifer nach Budapest zum U. T. E. die Rede gewesen. Wie wir erfahren, he-, absichtigt Eisenihoftfer trotz der verlockenden Anffpbote Wien nicht zu verlassen, um so mehr als er bei;detf Hakoah bis Juli 1932 vertraglich gebunden ist. / Au§ der Fi! Sedb§ prosninenfe Naiwen im neuen Jannings-i Den neuen Jannings-Filrn „Stürme der LeId enschaf t" verfaßten Hans Müller, Robert Liebmann, die erfolgreichsten deutschen Tonfilmautoren. Die Produktionsleitung liat Erich Pommer inue, dessen Filme seit jeher Marksteine in der Entwirk-, lung der . Filmkunst bildeten. Die Musik komponierte Friedrich Holländer, Schöpfer vieler bekannter Torlfilmoperetten und Schlager, so der berühmten Marlene- Dietrich-L.ieder. Die Regie führt Robert S i 0 d m a k, der trotz seiner Jugend auf ganz große Filmerfolge, wie „Voruntersuchung", zurückblicken kann. Und die Hauptrolle spielt schließlich der größte Filmdarsteller der Gegenwart: Emil Jan nings.;, : „Der Hochtourist4' In Wien erscheint im Gartenbau?, Ufa-Ton-, Stafa- und Kolosseum-Kmo das von Paul Frank verfaßte Tönfilmlustspiel der Ufa, „Der Hochtourist", das auf einem ausgelassenen Münchener Atelierfest beginnt und in der einsamen Gletscherwelt endet. Die Hauptrollen verkörpern das Komikertrio Otto W a 11 b u r g, Max Ehrlich und Eugen Rex und die Damen Maria Solv e g, Erika G1 ä ß n e r und Trude Berliner. Die musi- Wochen-Kalender Jänner 1932 tsaff Schebat 5692 n Preitag 7-T Sabbateingang 4.25 16 Samstag 8-n Sabbatausgang 525; ■ "wk n:nn ucn ,m 17 Sonntag 9-53 1 18 Montag 1(M 19 Dienstag 11-^ ' ' 20 Mittwoch 12 3' 21 Donnerstag II-*

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