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Die neue Welt · 1932-01-15 · Heft 226 (15.1.1932) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 226 (15.1.1932)
Date
1932-01-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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18* .,„. V,»i«r9itStsWWioH.ck Wien, 1. Preis 35 droschen Jahrgang 6 Freitag/ den 15« Himer 1932 Nr* 22* V.b.b. BEZUGSBEDINGUNGEN: Oeftfierrticb monatlich S 1.50, vierteljährig S4.20. ganzjährig S 16. -; Polen monatlich Zloty 2.-, vterteUähriR Zloty b.T Tsehecboftlotfakel ■ " ' " * "' "~ ' * ------ ~' " -------~>—- >~ - «—------ Lei 4C Lewa jährig Schweizer Francs WO HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion «. Verwaltern!: Wien IX, Universitätsstr. 6-8. 7c/. B-48-504 — Erseheint jeden Freitag REVUE Zur Tragödie m der Familie HerzI (Seile 5) AUe im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen s;nd durch ein beigefüßtes E bezeichnet BEILAGE (Seife 6} FÜR DEUTSCHLAND yHISTAPRUTH I VftITM ■ BRTH IVR1TH OLAMiW' CH.N.BIALIK spricht im DIENSTAG, DEN 26. JÄNNER, SU Uli ABENDS (Nach Beginn das Vortrags kein Einlaß!) Kai te>ivorve> Hanl, von I bis 6-Schithng zm Büro dcsjüdixchen NntimtalfondH, I,Kärntnersir 2S; Bücherstube Rath, II, Taborxti nß* 20a, u. beim Sekt, der Zinn, Hegirkssekti6n, Ii PraUistr 10 Zum IÖ.Todesl^g * "fr-j^lch dTe Werke von er-Lyii 7: w zu tief herabgesetzten Preisen an: PHANTASIEN EINES REALISTEN 17. bis 21. Auflasce. Großoktav. 378 Seiten. ..; Halbleinen, früher S 16.20. Jetzt S 4.50. ftAS RECHT ZU LEBEN UND DIE PFLICHT ZU STERBEN 4. Auflage. GroGoktav. .141 Seiten. Brosch.. früher S 5.40. letzt S 3.40. Halbleinen, früher S 7.20, letzt S .4.50.' DIE ALLGEMEINE NAHRPFLICHT als Lösung der sozialen Frage 2. Auflage. . Großoktav. 396 Seiten. . . Leinen, früher S 18.—. letzt nur S 4.50. KRIEG, WEHRPFLICHT UND STAATSVERFASSUNG GroBoktav. 380 Seiten. Broschiert, früher S 8__. letzt S 4.50. PHILOSOPHIE DES STRAFRECHTS i / Broschiert, früher S 3.—. letzt S 1.50. Halbleinen, früher S 4.SÖ, letzt S 2.50. VOLTAIRE ■ 'iL bis 13. Tausend. GroGoktav. 317. Seiten. , Broschiert, früher S 12.-. letzt S 4.80. Leinen, frübnr S 15. letzt S 6.50. . ' FÜRST BISMARCK UND DER ANTISEMITISMUS 2. Auflage.. GroQoktav. 154 Seiten. Broschiert. Irüher S 5.40. letzt S 3.40. Halbleinen, früher S 7*0, letzt S 4.50. ÜBER RELIGION Großoktav. 329 Seiten. Broschiert früher S 7.20. fetzt S 3.40. Gebunden, früher S 9.—. letzt S 4.80. '. zu beziehen: durch Buchhandlung R. LÖWIT, Wien I, Wo Izeile 6-8 AKAOtMlc (Chamiscna-Assar) d«s Jüd. ak«d. Phlloiophenvcreta» Im Her«l-Saal, Ii, Unt. Ausartet« r.38, Sonntag, 23. d„ 9 Uhr abends PROGRAMM: Tanzgruppe Gertrud Kraut Vitalf« Niemand: Lieder und Arien. Begleitung:. Prof. Maohari Dr. Früz Ftadmer: Allerlei Heiteres Se :at-fto«enbach: Jiddische u hebräische Lieder Samuel Schwager; Rezitationen' igna« Ulansberg; Streichquartett Karten ä S 1.50 im Verein, IX. Zimmermannpl. 8, täglich zwischen 1 unri 2 Uhr mittags und an der Abendkasse Fünf junge Juden ersdioffen (Vom rumänischen Berichterstatter der „Neuen Welt") Bukarest, lä. Jüiincr. In der Nacht vom 10. aiif den 11. Jänner hat sich . an der rumänisch-russischen Grenze eine Tragödie abgespielt, der fünf junge Juden, ein 16jahriges Mädchen und vier Burschen im Alter von 1? bis 20 Jahren, zum Opfer fielen'. Im bessarabischen' Städtchen So^öka am Dnjestr, welches hauptsächlich vou ärmereu' Judenfamilien bewohnt ist, leitete die Gendarmerie eine Untersuchung wegen kommunistisch e i- T)m t r i e b e ein. Die fünf oben erwähnten jungen Juden hatten Nachricht erhalten, daß ihre Verhaftung bevorstehe, und beschlossen, mit Hilfe eines Schmugglers über den vereisten Dnjestr nach Rußland zu fliehen. Aber ihr'Plan wurde verraten. Eine Abteilung von 12 Soldaten belauerte die Flüchtlinge, ließ sie bis 200 Schritte an den Fluß heran und erschoß sodann, wie behauptet"'■wi^d>-0h«c jeden Anruf, die fünf jungen Judenund! deiti, Schjnuggler. Die Leichen wurden nach Sorok^ .gebtacht^ I>ieV verzweifeltenEltern wandten sich an - d£n} jüdischen -:' ^.bg^rdftetea "'©r.1 L a n d a u, „/u^ vom Kriegsminister Ä m za fönieJ^ rt'c*fjerte, insbW^ warum1 die ."• ., :.: 1 •'''■.'> •' .<*' J\; . ■ '■ ■'■ ' Bei Nervenschmerzen, Kopfsdimerseifr rheumatischen und gichtischen Schmerzen wirkt Togal rasch u. sicher. Laut notarieller Bestätigung anerkennen über 6000 Aerzte, darunter viele bedeutende Professoren, die horvbrrag. Wirkung des Togal. In all. Äpoth. S 2.40. Gendarmerie, statt die Verhaftung vorzunehmen, jungeii Leuten eine Todes falle stellte. den In den rumänischen Kerkern befindet sich derzeit eine große Zahl junger Juden unier dem Verdachte, kommunistische Propaganda zu betreiben. Die traurige Wirtschaftslage, verbunden mit planmäßiger Bearbeitung durch Emissäre Moskaus, hat dazu geführt, daß idie kommunistisch? Bewegung bei der jüdischen Jugend Eingang gefundeu hat. Stark hat auch der Umstand .dazu beigetragen, daß die zionistische B e w egung in'i'hrer heutigen G e s t a 11 den jungen Menschen keinen Anreiz bietet und die Verhaltnisse in'Palästina, wo im Zeichen des Antiziontemus regiert wird, Zweifel auslösen. Während früher der 'Zionismus die jüdische Jugend 40 sich fesselte und vor der Flupht in den Bolschewismus bewährte, ist jetzt seine 'Wirkung geschwächt; Dieser Zustand gibt selbstverständlich deni gewaltigen -rumäms'ebfen Antisemitismus -neue INfahrung ^ifä7ff!trVGWäTt&~m"~ einer barbarischen Behandlung aijvr.'• verdächtigen- Juden. .'• tftf&w uiifg- ♦ Der geniale Preuiid Herz 1 s und Ju d e ns t a a 11 e r, der euglis c h e D i c b t e r I s r a e 1 Z a n g w i. 11, h a t vor zehn Jahren geschrieben: .. „Wir.sehen denn auch die merkwürdige Erscheinung, daß in dem Augenblick, in dem Hindus, Aegypter, Iren wetteifernd das eng tische Joch abzuschütteln sucheu, die Juden eifrig ihren Nack e ir d a r u n t e r beugen. Die ,Z i o n i s t e n f ü h r e r haben versagt.^ Sie sind K i nder d e s Gh e 11 o s; der Freiheitsluft ungewohnt ■. und eingeschüchtert von der fremden ' Bürokratie,, benahmen sie «ich nicht anders als die ii nterwürfigeji Unterhändler der Ghettozeiteu" „Unter der Fuchtel von Geherai Dver mußten die Hiudus kriechen. Bei den Zionistehführern — rait der versöhnlich stimmenden Ausnahme von J a b otinsky — bedurfte es gar nicht des Befehjs von. General Allenby, daß sie k r o c h e n . . ." Vladimir Jabotinsky, der Führer der Zionisten-Revisionisten, darf Palästina nicht betreten, der Führer und .Gründer der jüdischen Legion, welche im Verbände der ^englischen Armee um dieses Land gekämpft hat. Weil er laut in die Welt tuft, wenn man heilige Verträge bricht und dem jüdischen Volke Unrecht, antut, hat ihn die eng» Jische Bürokratie in Acht und Bann getan. Kein schönes Blatt in der englischen Geschichte. Doch ist. es keine ungewöhnliche. Sache, daß: eine Bürokratie brutal wird,, wenn man ihr Verlegenheiten bereitet. ■■■.'•'(. , Aber es bedeutet ein schmutziges Blatt in der jüdischen Geschichte, daß die wortbrüchige und brutale englische Bürokratie. bei ihrer Hetze gegen Jabotinsky jüdische, zionistische Helfer bekommen hat, die sich — unaufgefordert und in liebedienerischer Eile dazu hergegeben haben, auch ihrerseits den mutigen Mann in Acht und Bann %u tun« Die Herren Dr. Eder, Dr. Brodetsky und d'Avtgdort Goldsmith, als Vertreter der Zionistischen Exekutive in London und englischer zionistischer und nichtzionistischer Juden, haben vor der englischen Regierung und in der englischen Presse erklärt, daß sie von Jabotinsky abrücken, daß sie mit diesem gefährlichen Menschen nichts zu tun haben wollen und seine Worte gegen die englische Jabotinsky in Acht und Bann getan Regierung und sein Programm aus tiefster Seele ablehnen. Eine brünstige Bitte, mit diesem Revolutionär nicht identifiziert zu werden, um Himmel? willen nicht. Wie ist es zu dieser Kundgebung gekommen? Vor zwei Wochen hat Jabotinsky auf der Konterrenz der polnischen Revisionisten geschildert, wie die englische Politik heute dahin gerichtet ist, das jüdische Aufbauwerk in Palästina zu zerstören. Die jüdische Einwanderung ist gesperrt. Es .werden Gesetze vorbereitet, welche den Erwerb von Boden durch Juden erschweren oder unmöglich machen. Die Palästina-Regierung duldet es, daß arabische Räuber jüdische Arbeiter von rechtmäßig erworbenem Boden verjagen und ihn besetzen. Sie duldet die arabische Hetze gegen die Juden und macht anderseits jeden Versuch der Juden,. sich zur Wehr zu setzen, unmöglich. Sie löst die jüdische Polizei im Lande auf. Sie entfernt die Juden aus dem Regierungsdienst und besetzt die einflußreichsten Stellen mit ausgesprochenen Antizionisten. Jede neue Aufnahme bedeutet eine Bedrohung der Juden und eine Ermutigung ihrer Feinde. Und Jabotinsky hat der englischen Regierung zugerufen, sie möge doch nicht glauben, daß man •ungestraft das Recht von 15! Millionen Juden ip den Staub treten kann. Die Balfour-Deklaratjpn hat England 15 Millionen jüdische Freunde in der Welt verschafft. Die Politik der Verleugnung der B a 1 f o u r - D e k 1 a r a t i o n, die Politjlc gegen den Zionismus wird in 15 Millionen jüdischen Herzen den Haß gegen ein England aufflammen lassen, das sein Wort bricht und den Juden die Hoffnung auf Befreiung rauben will.-Er hat England an das Schicksaid es zaristischen Rußland erinnert. Das Echo auf dieses Grollen beleidigten uncl betrogenen Judentums war ein Angstschrei der .jüdischen Herren in London, ein Gewinsel vor der englischen Oeffentlichkeit, eine Bitte um Entschuldigung vor der englischen Bürokratie, Knieschlottern und fieberhaftes Betonen, daß man niit diesem schrecklichen Jahotinsky auch nicht' die leiseste Gemeinschaft pflegen will. Keine neue Sache. Als Griechen und Römer im alten Palästina wüteten, hausten die jüdischen

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