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Die neue Welt · 1932-01-08 · Heft 225 (8.1.1932) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 225 (8.1.1932)
Date
1932-01-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 229 ECKSTEIN'S llll!l!ll!llllll!llll!!lllll!ll!lll!ll!lllll!!lllll!IHIi:!il!ii!i:! FAMILIEN-PENSION Restauration, Kaffeehaus / Täglich S»Uhr-Tee SEMMERING igS^KüKSSSr*43 Mäßige Preise, vorzügliche Küche, Zimmer mit Pension S 12.- aufwärts. Zentralheizung, fließendes Warm¬ und Kaltwasser in jedem Zimmer. / Auskunft unter Telephon U-27-6-24 JW«Rii»wnii«ijm»?:Trmm j$|EGM KORNMEHl I OROSSPLflSCHHAUeiiei I Zentrale: iX.. Berg.ga«se 19. Tel. A-17-3-V9 u. A-I6-9-34 | L i e f e r a ii 1 ü r Heilanstalten I AÄSSSÜ!i^^ I unter Aufsicht des Ehrwürdigen Kabbmats der Isr. Kol»!" tusgememae Wien | Autosusteilung kostenlos Ii IX. Berggasse IS > XVIII., Währfngarstr. 97 | B?™«mm'm!V>!umiii'iti'iMiimiiM'imiiniT.,,.iiiHimmmimiim^ ^JJJJSiiutimimmMm^.....miimimmmiiimiimimininwimiiuimiimmiuiiin.« loiiiiitminmiiwimmittmfflim kin, der beschuldigt war, am erwähnten Pogromtag einen Soldaten und eine christliche Frau geschlagen zu haben. Obwohl der Angeklagte die Tat leugnete und sich bisher weder der Soldat noch die Frau als Beschädigte gemeldet hatten, verurteilte das Gericht Dworkin auf Grund vager Zeugenaussagen zu 18 Monaten Gefängnis. Das Urteil hat in der Wilnaer jüdischen Oeffentlichkeit Bestürzung hervorgerufen. Das Gericht sprach den jüdischen Studenten Taubenhaus, der beschuldigt war, während der antisemitischen Studenteriex'zesse in Wilna die Scheiben in einem christlichen Laden eingeschlagen zu haben, wegen Mangels an Beweisen frei. In der Wilnaer jüdischen Oeffentlichkeit fragt man sich, wann endlich auch die Prozesse gegen die Huligans beginnen werden, die an dem schweren Judenpogrom am 10. November, bei dem es zahlreiche jüdische Verletzte gab und jüdische Läden demoliert wurden, teilgenommen haben. Bisher bat man nur Juden, gegen die die nationalistischen Hetzer irgendwelche vage Beschuldigungen ausheckten, vor das Gericht gezerrt. Der a k a d e m ische Senat der Wilnaer Universität hat alle akademischen Organisationen, die die in den Straßen, den Theatern und Kinos verbreiteten antisemitischen Hetz- und Boykottaufrufe unterzeichnet haben, in ihrer Tätigkeit bis auf weiteres suspendiert. Baden #Terrorverordnung in Palästina Der jüngste Streich der Administration Nach-dem Angriff der Palästina-Verwaltung auf Keren Kajemeth-Boden zugunsten nomadisierender Beduinen, liegt nun eine Meldung aus Jerusalem vom 27. Dezember vor, ' die eine weitere Beschränkung des Bodenkaufes seitens Juden beinhaltet. Zwar war bisher schon der jüdische Bodenerwerb den unerhörtesten S c h i k a n e n von seiteil der Palästina-Administration ausgesetzt; was aber jetzt, seit dem Herbst 1929, durch administrative und legislative Maßnahmen versucht wird, bedeutet nichts anderes als die vollkommene Sabotage jedes jüdischen Bpdenerwerbs und im weiteren Verlauf die Unmöglichmachung jeder jüdischen Aufbauarbeit im Lande. Nach dieser Meldung haben die Distrikts- Kommissionen das Recht, kraft der von der Palästina-Administration erlassenen Verordnung mit Beziehung auf Bodenbesitz, dem gegenüber die Gefahr des Friedensbruches besteht, Bestimmungen zu erlassen. Die Disriktskommissäre sind kraft dieser Verordnung berechtigt, die Landstfecken, auf die durch schriftliche Erklärungen Anforderungen erhoben werden, nach Prüfung dieser Erklärungen zu besichtigen und in diese Erklärungen Einsicht zu nehmen und zu entscheiden, wer im wirklichen Besitz dieses Bodens zur Zeit des Einspruches ist. Wenn es dem Distriktskommissär scheint, daß in den zwei dein Einspruch vorhergegangenen Monaten irgendwer gewaltsam verdrängt wurde, so kann diese so verdrängte Partei als zu diesem Datum im Besitz befindlich erklärt werden. In einem solchen Fall soll diese Partei als Besitzerin bis zu einer anderen Gesetzesentscheidung nominiert bleiben. Nur bei den für den Distriktskommissär zweifelhaften Besitzverhältnissen kann dieser eine Entscheidung dem Gericht überlassen. Bei der praktischen Handhabung dieser Verordnung kann es sich infolge der feindseligen Haltung der Palästina-Administrative nur darum handeln, Boden, der rechtmäßig von jüdischen Händen durch Kauf erworben ist, den Arabern in die Hände zu spielen, sobald sie auch nur den Versuch eines. Einspruches erheben. Dazu kommt noch, dafl der Distriktskommissär sogar die eindeutigsten Besitzrechtsverhältnisse als zweifelhaft erklären und somit dem Gerichtsverfahren eine unendlich lange Prozedur überantworten kann. Jedenfalls werden die nächsten Maßnahmen bezüglich Böden, die von arabischen Beduinen dem jüdischen Besitz strittig gemacht werden, den praktischen Wert dieser Verordnung aufzeigen. Lord Reading Ehrenbürger von Tel-Awiw Tel-Awiw, 29. Dezember. Die Bevölkerung von Tel-Awiw bereitete dem früheren britischen Aufiennjinaster und einstigen Vizekönig von Indien Lord Read i n g bei seinem Besuche in der Stadt einen Empfang, wie er bisher nur Lord Balfour und Baron Edmond de Rothschild bei ihrem Besuch in Tel-Awiw zuteil ge-, worden ist. Duroh ein dichte«. Spalier von Menschen wurde Lord Reading in das Stadthaus geleitet, wo ihm Bürgermeister Mayer- Di« eagoff mitteilte, daß der Stadtrat ihn cum Ehrenbürger der Stadt ernannt hat. Lord Reading ist damit nach Lord Balfour, Baron Edmond de Rothschild, Sir Herbert Samuel, Professor Albert Einstein, Samuel Untermayer und Achad Haam der siebente Ehrenbürger der jüdischen Stadt Tel-Awiw. Lord Reading dankte bewegt für den ihm. bereiteten Empfang und sagte unter anderem: Als ich heute die jüdische Stadt Tel-Awiw erblickte, übermannte mich ein Gefühl der Begeisterung, wie ich es bis heute bei mir noch nicht kannte. Ich gewann die Erkenntnis von der großen F r e i h e i t s 1 i e b e der Juden. Ich lernte die Unabhängigkeit ihres Denkens schätzen und ihr Bestreben, ihre Kinder zu freien und unabhängigen Menschen zu erziehen. Ohne mich in Eolitische Auslassungen ergehen zu wollen, erklärte ord Reading, will ich nur feststellen, daß der britische Arm weit reicht und das jüdische Nationalh e i m, wie es in der Balfour-Deklaration verkündet worden ist, für England ein nicht unwichtiges Unternehmen bedeutet. England wird an der Politik des Nationalheims festhalten. Die Juden in Palästina haben Anspruoh auf eine absolute Garantie für Sicherheit ihres Lebens und Eigentums. Veranstaltungen des palästinensischen Ingenieur' ▼ereins und des Aerzteverbandes im Rahmen der Levantemesse Der palästinensische Ingenieur* und Ar Chi* tektenverein hat beschlossen, seine diesjährige Tagung während der PessachüTage in Tel»Awiw im Rahmen der LevantesMesse abzuhalten und die Inge« nieure und Architekten aus Syrien, Aegypten u. Meso* potamien zur Teilnahme einzuladen. Auf der Tages* Ordnung stehen Fragen des Häuser« und Wegebaus, der Irrigation u. a. m. In der gleichen Zeit wird auch der jüdische Aerzteverband Palästinas in TeUAwiw seine Jahresversammlung abhalten. Hauptthema dieser Tagung wird sein: „Palästina als Land der Heilkur e n". Jüdische Aerzte aus verschiedenen Ländern werden zur Tagung eingeladen werden. Brifh Trumpeldor Vom Schilton-Büro in Paris Beschlüsse. Es ist die Schaffung des Tozeret- Haareiz-Departements beim Schilton beschlossen worden. Zum Leiter desselben ist L. Czesk i s bestimmt worden. Das Departement hat sich mit den zuständigen Stellen in der Frage der Uniformierung des Betar aus Tozeret- Hajishuw-Erzeugnissen in Verbindung gesetzt. Informationen. Zwecks Intensivierung der Wehrsportarbeit hat der Betar in Cha rbin einen jüdischen Offizier zum Instrüktor angestellt (bekanntlich arbeitet der Ken in Tientsin unter der Leitung eines englischen Sergeanten). — Die. Netzivut in China teilt mit, daß die Nachricht Übe^antijüdische Unruhen in Gharbin übertrieben ist und^daß in allen Fällen antijüdischer Auftritte" von Hooligans seitens des Betar eine würdige Aatwori gegelfel»* wird, so daß diese' rauflustigen Elemente sich des Respektes gegenüber dem Betar nicht verschließen können. — Dpi* amerikanische Betar hat neue, wertvolle Kräfte für die Arbeit gewonnen und die Arbeit konnte intensiviert werden. Ein Hindernis in der fortschreitenden Entwicklung des Betars ist Mangel an materiellen Mitteln. — In L e 111 a n d hat der Netziv und die Ketzine Hanetzivut zwölf Inspektionsbesuche in den provinziellen Ortsgruppen vorgenommen. — Zur Schaffung eines Kontaktes unter den Olim des Betar in Palästina und eines Kontaktes mit der Weltbewegung wird mit Genehmigung des Shiltons die Herausgabe einer periodisch erscheinenden Zeitschrift „I g g e r e t" vorbereitet. Die Zeitschrift wird die Probleme der Betaralija und ihrer Organisation behandeln und den Olim eine umfassende Information über das Leben des Betar außerhalb Palästinas vermitteln. — Um in die Kreise der orthodoxen - Jugend Berlins einzudringen, hat der B e r 1 i n e r B e t a r ein Cheder gegründet. Jubiläum. Am 27. Dezember sind es acht Jahre geworden, daß die Betar-Bewegung in Riga unter dem Namen „Histadrut Trumpeldor" in Leben gerufen worden ist Rosh Betar Aktion. Bisher haben 160 Ortsgruppen ihre Spenden als Erwiderung auf den Ruf des Rosh Betar eingeschickt. Die gesammelte Summe beträgt über 11.000 Franken. Presse. In Lettland ist „Hamadrich" Nr. 11 für die älteren Betarim und Nr. 3 für die Jungmannschaft erschienen. Frida Haber gestorben Eine der treuesten und aktivsten Mitarbeiterinnen ist der zionistischen Bewegung in Wien entrissen worden. Am 3. Jänner ist Frau Frida Haber nach langem, schwerem Leiden gestorben. Bis in die letzte Zeit war die unermüdliche Frau dort zu sehen, wo es schwerste zionistische Arbeit gab. Mit ihr ist ein Vorbild zionistischer Pflichterfüllung geschwunden. Wir drücken ihrem Gatten, Gesinnungsgenossen Redakteur Sigmund Haber, unser tiefstes Beileid aus. Theater, Kunft und iilliililiillliiiiiiliillillllliiiLiteratur Gastspiel Ben-Zwi — Paul Baratoff. In den Jüdischen Künstlerspieien, II., Praterstraße 34, gelangt ab Freitag, den 8. d., bis inklusive Donnerstag, den 14. d., Schalem Asch* „Gott der Rache", neu inszeniert, mit Paul Baratoff als Jankiel Schapsowicz unter Mitwirkung des gesamten Ensembles dieser Bühne, zur Aufführung. Die Direktion entspricht mit dieser Aufführung einem vielfach geäußerten Wunsch des Wiener jüdischen Publikums. Karten im Vorverkauf an der Tageskassa. Im Neuen Jüdischen Theater, II., Taborstraße 12, gelangt kommenden Freitag die Komödie «Der goldener Chulem", mit Se vi 11 a Pas t or in der Hauptrolle, zur Aufführung. Das Stück wird Samstag, den 9, Sonntag, den 10., Montag, den Ii., Mittwoch, den 13. und Donnerstag, den 14. Jänner wiederholt. Sonntag, den 10. Jänner, halb 4 Uhr, Nachmittagsvorstellung „Pipsi von Odessa". Dienstag, den 12. Jänner „Der Deserteur". Volkstümliche Preise. Das Künstlerpaar Rosenfeld-Novikoff, das in der Jüdischen Bühne, iL, Praterstraße 60 (Cafe Astor), große Erfolge erzielte, verabschiedet sich kommende Woche in dem Sensationsstück „Das Leben der Unterwelt". Dieses Stück gelangt Freitag, den 8., Samstag, den 9., und Sonntag, den 10. Jänner, zur Aufführung. Sonntag, halb 4 Uhr, Nachmittagsvorstellung. Zur Aufführung gelangt das historische Lebensbild „Schulamis . Kinder zahlen 50 Groschen und erhalten ein schönes Geschenk. * Monatsschrift iür Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Seit wann spricht man vom Juden staat? Nicht erst seit dem Zionismus und seinen Vorläufern. Vielmehr hat es im 19. Jahrhundert mehrfadi Pläne einer geschlossenen jüdischen Siedlung außerhalb Palästinas gegeben. Im Dezemberheft der Monatsschrift behandelt der Wirtschaf tshistoriker Jakob Lestscbinsky diese Pläne in einem Aufsatz „Jüdische Wanderungen und Staatsträume im Lichte der vergangen hei t". Unter den Männern, die in Sibirien; Neurußland, Amerika und Algier solche Siedlu^o-eu begründen wollten, haben sich Philanthropen, Philosophen, auch Rabbiner (wie L. Philippsohn) gefunden. Das gleiche Heft bietet eine lehrreiche Darstellung der G eschi chte d e.v Juden in Köln aus der Feder dea Rabbiners und Geschichtsforschers Dr. Adolf Kober und den Abschluß der großen Artikelreihe über das jüdische S c h u 1 *v e s e n der Gegenwart: B. Weinryb berichtet 'tik;.r die jüdischen Schulen und Lehrerbildungsanstaltsn Sowjetrußland. Unter den Besprechungen wird die eingehende Stellungnahme von I. Scheftelowitz zu dem vielbesprochenen Falascha-Prt blem weite Kreise interessieren. So schließt dann das Heft würdig den 75. Jahrgang ab. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von M. 10 an die Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 7030) oder an einen der Vertrauensmänner sendet, welche in jedem Heft der Monatsschrift aufgeführt sind. Jüdifdh® Spoffff und illlilllHlll Turnbewe*j«än& Vor der »Makkabiah« Große Vorbereitungen in Palästina In einigen Monaten wird die erste Makkabiah in Tel-Awiw stattfinden, die alle bisherigen jüdischen Sportveranstaltungen übertreffen soll. Wir haben schon des öftern darauf hingewiesen, daß die Vorbereitungen seitens der zionistischen Organisation und jüdischen Sportverbände mangelhaft sind. In Oesterreich, wo die Juden im Sport eine bedeutende Rolle spielen, ist bisher von einer Vorarbeit nichts zu merken. Auch in der Tschechoslowakei und Polen ist es in dieser Beziehung nicht viel besser. Die jüdisch-nationalen Kreise in Palästina erhoffen sich von der ersten jüdischen Olympiade eine gewaltige Hebung der wirtschaftlichen Lage. Dort wird schon seit Monaten eifrig gearbeitet Die palästinensiche Regierung hat in einer Zuschrift das Präsidium des Makkabi-Weltverbandes verständigt, daß sie den Teilnehmern an der Makkabiah zahlreiche Erleichterungen gewähren wird. So sollen alle eingeführten Sportgeräte vom Zoll befreit werden, außerdem wird eine 50prozentige Ermäßigung auf den palästinensischen Eisenbahnen gewährt werden. Eine große Filmgesellschaft wird einen Tonfilm der jüdischen Kampf spiele herstellen, der in allen Ländern gezeigt werden soll. Großes Interesse für die Makkabiah. besteht in Deutschland, England, Frankreich und Amerika, von wo auch die meisten Teilnehmer erwartet werden. Hakoah in Jägerndorf Die jüdische Eishockeymannschaft der Hakoah» die in letzter Zeit schöne Erfolge erzielte, wurde nach Jägerndorf eingeladen, wo sie am 14. und 15. d. M. zwei Gastspiele austragen wird, Hakoah trägt kommenden Sonntag ein Freundschaftsspiel gegen den führenden zweitklassigen Ligaklub Weiße Elf aus. Hasmonea absolviert kommenden Sonntag um 10 Uhr vorm. auf dem Straßenbahner-Platt; das ausständige Herbstmeisterschaftsspiel gegen Viktoria XXI. Die Floridsdorfer stellen eine äußerst starke Mannschaft ins Feld und die Blau-Weißen werden tüchtig kämpfen müssen, um ungeschlagen zu bleiben. 35 jüdische Sportvereine in der Tschechoslowakei Der jüdische Sport hat sich in der letzten Zeit in der Tschechoslowakei stark entwickelt. Es gibt bereits über zwölf Fußball vereine, die dem jüdischen Fußbnllverband angehören. Gemeldet sind beim Verband

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