Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 224 (1.1.1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis 35 Groschen m»*«* * n»ifa* *m i. mm» im Nr« im V.b.b. DIE HEUE WELT REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BWOSBBDINQUNQENi____________ T«cb«choilow»iri monaülcto Kc 6.-, vli läffftnontmch l£\ öJ^viä S16.-; Polen monatlich Zloty 2.-, vierteljährig Zloty 8.— ---"« . »*—■-•-n ujor'"'-1vlertel 1J0. v i monätffch Dinar 14.-, vierteljährig Dinar,40.-;. Ramlnlen mc vierteljlhrig Mark 3.-; Baiaurlea monatlich Lewa 40.-, viertel i and die übrigen Linder monatlich Schweizer Francs * _monattlcb Schweizer "France 4.» Redaktion a. Verwaltung: Wien IX, Unwersitätutr. 6-8, Tel. B-48-504 — Ers&eint jeden Freitag Zur Tragödie in der Familie Herzl <se..e j> BEILAGE wmmmmmmm (feite •) FÜR DEUTSCHLAND Der Jüdi§die National* fonds in Gefahr! Araber vertreiben jüdische Arbeiter vom Nationalfondsboden — Die Palästina-Regierung will die Araber auf den Nationalfondsboden setzen In der letzten Nummer der „Neuen Welt" wurde aus Palästina berichtet, daß jüdische Arbeiter, welche mit der Arbeit auf Nationalfondsboden in Wadi« Havärith begannen, von Beduinen gestört wurden. Die Beduinen besetzten den Boden. Die angerufene Regierung schritt gegen diesen Raub nicht sofort ein, sondern er* suchte um Einstellung der jüdischen Arbeit bis zur Entscheidung der Angelegenheit. Der Vertreter der zionistischen Exekutive Dr. Ch. Arlosoroff sagte zu. Die ^Regierung versprach umgehende E n t s c h e i« dung. Sie hat entschieden. Aus Jerusalem wird gemeldet: «Wie die Jüdische Telegrapben.Agentur friert, gedenkt die Palästina.Regierung in diesen Tagen an die Leitung des Jüdischen Nationalfonds in Jerusalem mit dem Ersuchen heranzutreten, ihr eine Fläche von 5000 Dunam des WadkHav*rlth*Bodens in Pacht zu geben. Es handelt sieh um jenen Teil des Wadi*Havarith* Bodens, den arabische Beduinen vor einigen Tagen widerrechtlich besetzt haben, nachdem sie die jüdischen Kolonisten, die mit dem Pflügen des Bodens beschäftigt waren, von demselben ver* tr i eben hatten. Die Regierung beabsichtigt, die Beduinen, die sich des Bodens bemächtigt haben, provisorisch für zwei Jahre auf diesem Boden anzusiedeln.4' Die Nachricht scheint im ersten Augenblicke un« faßbar. Ehrliche jüdische Arbeiter werden von ehrlich erworbenem jüdischem Boden durch Räuber verjagt Die Regierung laßt die Vergewaltigten ohne Schutz und die Vergewaltigten tinbehelligt. Dann geht sie von der Pflichtvergessenheit zu nacktem Zynismus über. Sie will dem Beraubten den Boden „abmieten" — für Steuer« geld, d, h. für Geld des Beraubten —, um den Räuber festzusetzen. Und das erlaubt sich eine Regierung, die durch feierliche Eide dem Völkerbunds verpflichtet ist, die Errichtung des Jüdischen Nationalheimes und die Ansiedlang der Juden in Palästina zu fördern! Und der Boden ist Boden des jüdischen Nationalheimes! Heiligster Boden! Durch dreißig Jahre hat heilige Begeisterung die Groschen der Aermsten zusammengetragen. Räuberische Hände greifen straflos nach diesem jüdischen Heiligtum. '•,''■■ Schwer büßt das jüdische Volk die Sünde, die zionistische Sache zehn Jahre lang unfähigen Händen und Veiphten Herzen anvertraut zu haben. Einer Führung, die immer rief: Geld! Geld! Kümmert euch nicht um natio« nales und politisches Recht. Geld! Geldl Dann wird alles gut sein . . . Schwer büßt es die Sünde, die ehrlichen Warner , mit den heißen Herzen, die HerzbZionisten, von sich gestoßen zu haben, als Verrannte, als »Extremisten" I Während diese Führer in London Bankette feiern, mit glattzüngigen englischen Politikern fraternisieren, Lob« hudeleien austauschen, bricht über das jüdische Palästina Unheil herein. Erst Sperre der Einwanderung, dann Vernichtung des Jüdischen National« fonds! Jüdisches Volk! Kopf hoch in schwerster Stunde. Schön regt es sich in den Massen. Schon bricht sich die Erkenntnis Bahn; „Zurück zum Herzl.Zionismusl" Der HerzI*Zionismus wird alles überwinden; Die Schwäche der Führer und den Zynismus der Feind«. Söll Tel-Awiw seine Polixei'Autonomie verlieren? — Dizengoff bei Wauchope Jerusalem, 27. Dezember. (J. T. A.) Der Bürgermeister der jüdischen Stadt Tel-Awiw, Mayer Dizengoff, besuchte den neuen Oberkommissar von Jerusalem, General Sir Artur Grenfell W auchope, und erhob ihm gegenüber Beschwerde gegen den Beschluß der obersten Polizeibehörde Palästinas, die bis jetzt autonome Polizei von Tel-Awiw mit der allgemeinen palästinensischen Polizei zu verschmelzen. Dizengoff führte ins Treffen, daß die Abschaffung der jüdischen Bei nervdfcn idimerxen, KopfcdramMti* gichtischen und rheumatischen Schmerzen sind Togal- Tabletten unübertroffen. Die Wirkung tritt unmittel ein, keine schädlichen Nebenwirkungen. Fragen Sie Ih Arzt. — In allen Apotheken. — Preis S 2. Polizeimacht von Tel-Awiw, der einzigen in der Welt, deren Kommandosprache hebräisch ist, von der Judenbeit als ein Schlag gegen die jüdische Entwicklung in Palästina empfunden werden würde. madilvolle Kundgebung für den Herzl-Zionismus Die 5« tandesfconfevetu der polnischen Revisionisten Spezialgericht der „Neuen Welt" Warschau, 29. Dezember. Unter ungeheurer Teilnahme aller Städte Polens, Ost. und Westgaliziens begann am 27. De?einber dia$. revisionistische Lander« konferenz. Ungefähr 40.0pd%ahler hatten 250 Dele« gferYe entsendet. Der Saat und 4fe Galerie desJüdkleb* akademischen Hauses sind überfüllt, fiter. ''Präsident-der pplnischen Organisation Dr. Jakob Kahan eröffnet. Er weist auf das rapide Wachsen' der revisionistischen Bewegung in Polen hin. Die Richtigkeit unserer Kritik hat Wirkung erzielt, sie und die Geschehnisse im Zionismus haben die bisher neutrale Masse in Bewegung und zum Revisionismus gebracht Als erster Begrüßungsredner spricht Dr. Meir Klumel (Vizepräsident der zioni* stischen Landesorganisation Polens), der zur größten Sen» sation und unter stürmischem Beifall, der Konferenz er»/ klärt: „Wenn ein Zionist an den Judenstaat nicht glaubt, dann ist er kein Zionist. In dieser Frage gibt es zwischen den allgemeinen Zionisten Polens und Revision nisten keinen Unterschied." Es sprachen noch Doktor Schmetterling (Tarbut), Bloch (Keren Kajemeth), Lexner (Keren TeUHaj), Swiff (Schekelkommissjon) und. N elamid (Brith Hazohar, Erez Israel). Unter großem Beifall überbringt Richter (Wien) die Gruße der österreichischen Revisionisten, weist aiif die humer schwieriger werdende »Lage des West judentums hin und auf die Lethargie der zionistischen Führung. In bezug auf Oesterreich weist Richter —- unter tosendem Beifall der Anwesenden —. auf die Wahl Robert Strickers zum Präsidenten der österreichischen Organisation hin und hofft, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Organisationen ausgebaut und gefestigt werden. Sensationell wirkte .das nun folgende pol* tische Referat Großmannns (London), das als richtunggebend zu werten ist. Wir werden über den Verlauf, die Referate und Beschlüsse dieser machtvolle« Kundgebung, all der auch Jabot in sky teilnahm, aus« führlich berichten. Sir Jahn Simpson in die Enge getrieben Sperialberielrt der „Neuen Welt" Die jüdische Welt kennt seit geraumer Zeit den Namen Sir John Hope Simpson, Da« ist der Mann, dessen Expertenbericht über Palletina die Unterlage bildete zu Lord Passfields berüchtigtem Weißbuch vom Jahre 193a Bekanntlich gab dieses Dokument neuerlich das Signal zu jenen Uquidatoriscben Maßnahmen, die die britische Regierung bezüglich Ballour4>eklaration und Mandat unausgesetzt forciert. Nun hat die britische Regierung Herrn Simpson nach Shanghai gesandt, damit «; dort die chinesischen Zustande nach den Elementarkatastrophen ©xpertisiere, und bei dieser Gelegenheit gab er dem Herausgeber der jüdischen Zeitschrift „Israels Metseager" in Schanghai , ein Interview über zionistische Fragen. Diese an und für sich belanglosen, jene Phrasen wiederholenden Aenßerungen Simpsons, die wir von geriehenen. Briten und törichten Brith Schalem- Juden zu hören gewohnt sind, führten aber zu einem sehr wichtigen Resultat Unser Freund N. E. B. Ezra, <tar Herausgeber des „Israels Messenger", ließ stich von Herrn Simpson mit den obligaten Phrasen nicht abspeisen, sondern rückte, seit langem zum arstenmal, einem mäßgebenden offiziellen Engländer mit der Hauptfrag« des Zionismus an den Leib. Und so entspann eich zwischen N. E. B. Ezra und Sir John Hone Sünpso» ein „Neuen Welt- Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgalt» beben Notifen etad durch ein beigefügtes 1 bssefcbnet Briefwechsel, den Herr Ezra der freundlichst zur Verfügung stellte. Das zionistische Ziel in britischer Originalauffassung Sir John Hope Simpson 10 Kiukiang Read Shanghai. Schanghai, 27. November 1951. Werter Herr Simpson, als ich das Vergnügen hatte, Sie am 10. ds. zu interviewen, besprachen wir die nationalen Aspekte des jüdischen Heimlandes und des Rechtes des jüdischen Volkes, in letzter Hinsicht sein eigenes Commonwealth (Staatswesen) in Palästina zu errichten. Sie waren sehr erstaunt, zu erfahren, daß ich Nachdruck auf diese Frage legte, während andere {zionistische Führer, mit denen Sie in Verbindung kamen, solches selten vor Ihnen erwähnten. Sie gaben auch dem Gefühl Ausdruck, daß schwerlich irgendeine Untersuchung der Balfour- Deklaration eine Bürgschaft.auf die schließliehe Etablierung einer jüdischen Regierung im Heimland gibt, und Sie zweifelten auch daran, daß irgendein brititiseher Staatsmann jemals eine Ansticht auf Erfolg oder Möglichkeit einer solchen eröffnete. Als wir am Schluß unseres Interviews zu diesem Punkt gelangten, war keine Zeit mehr, die« des längeren zu diskutieren, wiewohl es mich ziemlich seit-, sam berührte, daß Sie als Kenner der britisch, jüxiisch-arehaeohen Gedankenwelt Erstaunen aus- ..drückten über die ganze Frage und sie gleicherweise 'als einen unwahrscheinlichen Zufall betrachteten. r' Mit Ihrer Erlaubnis will ich einige Statements ^»ütt..