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Die neue Welt · 1931-12-04 · Heft 220 (4.12.1931) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 220 (4.12.1931)
Date
1931-12-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 9 DIE NEUE WELT Nf. m SIEGM. KORNMEHL QAOSSFLEISCMHAUBAII Zentrale: IX., B«rgg»«a* 19, IV. A»l7..3»y» u. A»16-V-34 Lieleran Ab! SmSSS ür Hei<anstat(en jl en fOr ^£'?.Fielsch Ii unter Autsicht des Ehrwürdigen Kabbinats der Isr Kul- Ii tüsjremeinde Wien l) Autoxustaflung kostonlo» Ii IX. Barggast« 13 ✓ XVIII., Währlngarstr. 97 jf * jirmm«in»tmitii!ttirt>Ttmhf <utnat*nir>niini innuAtn midi i lutnnmmtmtmnnnü l nttniitMmtmnintti:r.wt» gönnen, der ihre Fertigstellung gerade bis Mucharem ermöglicht. Die während der letzten drei Monate erteilten Bauerlaubnisse umfassen 500 Zimmer und 30 Läden. Die meisten Gebäude sind Privathäuser, einige aber anoh öffentliche Gebäude, wie z. B. da« T a I p io t h- G y ,m n a s i u m und der Maccabi-KIub, ferner Werkstätten (für Tischlerei, Strickerei usw.). Die Bauarbeit ist nicht auf ein bestimmtes Stadtviertel beschränkt, sondern ist überall, wo es noch freie Bauplätze gibt, zu beobachten. Der Stil der Gebäude erstreckt sich von palastartigen Wohnhäusern bis zu a 11 c r k 1 e i n s t c n Wohnungen, die von einigen Arbeitern auf gemeinsame Rechnung erbaut werden: daneben gibt es schöne Miethäuser und weniger elegante Miete Wohnungen. Auch für neue Reihen von Läden liegen PJäne vor und viele Häuser sollen aufgestockt werden. Hypothekenanleihen werden von privaten Kapitalisten zu 8,5 Prozent angeboten (die Banken berechnen nur 8 Prozent Zinsen, schlagen aber Spesen dazu, eo daß sich der gesamte Zinsfuß auf über 8 Prozent.; beläuft); auch Versicherungsgesellschaften gewähren Hypotheken. Der Wert der Bauplätze im und nahe beim Zentrum ist im Steigen begriffen. Bisher ißt die Zahl der leerstehenden Häuser nicht größer als sonst, doch werden wahrscheinlich bis Pessach die Mietpreise herabgesetzt werden . Die Schwierigkeiten des hebräischen Schulwesens in Palästina Jerusalem, .29. November. (J. T. A.) Die Palästinnregierung hat in einem Schreiben-an die Exekutive der Jewish Agencv mitgeteilt, daß sie deren Ansudien um Gewährung «iner zusätzlichen Subvention von 4000 Pfund über die etatmäßige Subvention von 20.000 Pfund hinaus ablehnen müsse. Der Waad Leuini (Jüdischer Nacionalrat) hat seinen zur Lösung der /Schulbudgetfrage unternommenen Versuch aufgegeben da er es für unmöglich hält, den Fehlbetrag von 8000 Pfund Im diesjährigen Unterrichtsbudget, der sich auch nach dem Verzicht^der Lehrer auf Gehaltsbeträge in der Höhe von 8000 Pfund noch ergibt, aufzubringen. Die Exekutive der Jewish Agency hat den Vorschlag des Stadtrates von T e 1 - A w i w die Sdiulgebühren um einen Betrag von 2000 Pfund zu erhöhen und die zum diesjährigen Budget noch fehlenden 6000, Pfupd als Defizit auf die folgenden Jahre vorzutragen, abgelehnt. 255 Synagogen in Jerusalem. Laut einer von Herrn Spigel im Auftrage des Vereines - jüdischer Hausbesitzer in Jerusalem unternommenen Zählung gibt es gegenwärtig in allen jüdischen Wohnvierteln von Jerusalem 3996 Häuser. Außerdem gibt es 255 Synagogen (unter ihnen eine Anzahl kleiner). 55 jüdisch-religiöse Schulen, 36 jüdische Bäder und 5 jüdische Hospitäler. Brith Trumpeldor (Vom Büro des Schilton in Paris.) Auf Antrag des Verlegers Leichter (Tel-Awiw) hat der Schilton beschlossen, ein Bethar-Liederh u c h, das unter der Redaktion des Schilton im Verlag Leichter in Palästina gedruckt und erscheinen wird, herausgegeben Die Lieder werden mit Noten versehen sein. , Die Danziger Weltkonferenz des Bethar (April" 1930) beauftragte den Schilton, daß Programm eines all weltlichen Bethar Manocwers (Timronim) auszuarbeiten. In Ausführung dieses Beschlusses ist eine Kommission vom Schilton eingesetzt worden, die laut Anweisungen des Rosch Bethar und unter Mitarbeit des K. Seh. I. Halperin an die Ausarbeitung des Programms herangetreten ist.; Ee wurde der Netziwut für die C. S. R. gestattet, die - vom Schilton herausgegebene Broschüre über Wehrsport in deutscher Sprache herauszubringen. Die Uebersetzung besorgt Wien. r Die Landeskonferenz des Brith Trumpeldor in der C. S R. wird zu Weihnachten in Koschice tagen. Der Schilton wird vertreten sein. * Der Aufruf des Rosch Bethar an die ßetharim in Frage der Aktion des Bethar in den Rosch BethöF-Tagen, Chanuka 1931, ist vom Schilton an alle Ortsgruppen in 850 Exemplaren versandt worden. In der .'Beilage: Instruktionen des Qeneralsekretariats für diese Aktion. Der polnische Bethar ist an eine energische Toisereth Haarez - Aktion herangetreten. Die Waren werden von der „Hewrah Lemaan Tozereth Haarez** in Warschau geliefert. Zur Finanzierung der Bethar-In&trukt o re nk ur se in Warschau (Dezember 1931, Februar 1932) hat der Keren Tel-Hai eine Geldaktion proklamiert, die vom Bethar durchgeführt wird. Originelle Spendenausweise (Ziegel- und Nagel-, als auch jedem Jugendlieben zugängliche Jugendspenden), versehen mit Bildern aus dem Leben der palästinensichen und lettitBdischen Inetruktorenkurse sind erschienen. — In Scheu .SamfU/«« 3«-J9 Zf Po ... ____^^"^^"r''"^rr^nu,_ ,'^m^*+ ' ■ 1 •* •*.• •.'» ,' ' vt'T'Si ' j\ J9- ' ' *' öci$ uann, ****** Jcll lfffftOL 71?tJ7& »HOVINZVF.RSAND PER NACHNAHME/AN HÄNDLER KEIN VERKAUF1 Oesterreich hat der Bethar Werbewochen proklamiert, die durch eine öffentliche Einweihung des Bildes Aaron Sternbergs s. A., des Gründers und ersten Natziw des Oesterreichischen Bethar, einKoleitet wurden. Mit Genehmigung des Schilton ist Dr. Heinrich Glücker (Wien) in den Bethar aufgenommen und zum Bethar-Arzt ernannt worden. In Rosch Pinah lebt zur Zeit eine Bethar-Arbeitergruppc, die erste organisierte j üd is ch e Arbeitergruppe im Galil. Trotz der jetzt dort herrschenden Arbeitslosigkeit beharren die Betharim auf dem eroberten Arbeitsplatz bis zum Be- Pinn der Saisonarbeit. Einer der Führer des Bethar in alästina, Dr. W u n d e r 1 i c h. ist gestorben. Oer Schilton hat der Netziwut in Palästina und der Familie des Verblichenen das Beileid ausgedrückt. Line spezielle Pekudah ist an den Bethar Palästinas erlassen worden. * Presse. Es sind erschienen: „Cahicr du Bethar" Nr. 7 mit Artikel« voii Jabotinsky, Huben, S. S. über Bethariut, Informationen usw. Der „Choser le C. S. R." Nr. 45, gewidmet der Diskussion aktueller Probleme der bevorstehenden Konferenz. Die ungarische Betharzeitung „B e t h a r'* Nr. 1 ist in schöner Aufmachung erschienen. In Brasilien wird, beginnend ab November, eine Monatszeitung „H a s c h a c Ii a r" erscheinen. T heafer, ICtanfö und iillllllllilllillllliiüllllüii'Literaeur Das judi§diffamerBkam§die Gesicht Bemerkungen zum Gastspiel Maly Picon Wir erinnern uns an das, was Schalom Alejc h e m in seinem Roman „Komödianten" (Irrende Sterne) über den Hexenkessel New York erzählt, worin all die Instinkte der entwurzelten, von Unrast, Gelderwerb, Angleichung getriebenen Juden brodeln, und mitten drin die Welt des jüdischen Theaters, das diese Erscheinung reflektiert. Die jüdische Kunst gibt zwar im allgemeinen eine Mischung von Trauer und seelischer Schönheit, die im Leben selbst verborgen ist, aber das, was uns im jiddischen Boulevardtheater Amerikas als jüdisches Wesen gezeigt wird, ist ein Querschnitt durch jene geistige und soziale Schicht, die im Begriffe ist, der mitgebrachten Güter der Tradition und des Volkstums im Hexenkessel Amerika verlustig zu gehen." Es geht hier nicht um die Betrachtung einer Assimilation, deren erschreckendes Gesicht wenig Hoffnung auf Stillstand übrig läßt; es geht darum, daß die Freude" an der Assimilation auch noch in deren Darstellung keine Scham kennt Die Singspiele, Lebensbilder, Melodramen, Operetten gefallen sich gerade darin, das Alte, Osteuropäisch-Jüdische (als Hemmnis der Freiheit in Haus, Gesellschaft, Lebensstil) zu ironisieren und wenn in Text und Melodie Assoziationen an eben jenes „Mitgebrachte" herangezogen werden, so geschieht dies aus einem Sentiment heraus, dem noch einzelne „Autoren" erliegen. »Marael e'\ die Operette, mit der Maly Picon am Wiener Bürgertheater ihr Gastspiel begonnen hat, ist die Untat von Wort- und Musikkonfektionären, die nur die eine Absicht hatten, der berühmten Soubrette eine Rolle zu schreiben, und gewiß waren, ihr Material würde sublimiert, geadelt, möglich gemacht werden. Denn die Arroganz dieses Kitsches ist so groß, daß in der Tat nur ein Wesen wie die Picon ihn erträglich, stellenweise sogar glaubhaft werden läßt. Wie sie jede Banalität ins Märchenhafte umbiegt, den Kopf mit den schelmischverträumten Augen zur Seite wendet, die Beine kindhaft schlenkert, das Spiel der Hände sogar im Grotesken abdämpft, in einer anderen Sphäre allerdings zwischen Elisabeth Bergner und Lia Rosen die Mitte haltend, das ist der Zauber einer Kunst, der man nur mit lächelnder Träne begegnen kann. Vom Ensemble ist nicht viel zu sagen. Daß es bei aller Unausgeglichenheit stilecht wirkte (die Damen Smilovici, Dreiblatt, Glücksmann, Podlubna und die Herren Eisen, Schneidow, Podlubny und Kaiich), kann nicht überraschen; verwundern allerdings der Mut, neben Maly Picon einen Wiener Komiker jüdelnder Konfektion in der Rolle eines — Cbasen. wenn auch Operettenchasen, auftreten zu lassen. Abbe Elstern, der Dirigent, versteht jede Note von New York über Odessa bis Warasdin dem vor Begeisterung tobenden, feiugemischten Publikum mundgerecht zu machen. Ein Erfolg der o. r. Picon gegen Amerika. EmpfatiKskomltce für H. N. ßlaltk In Wien. Sonntag,, den 39. November, fand unter Beteilijwnjr der Vertreter sämtlicher-Jüdischer Parteien. Organisationen und Institutionen Wiens die konstituierende Sttzuns: des Rialjk-Empfangsk'otnitecs statt. Nach den Erötfnurig;sworten des Herrn Dr. D Rothblum unterbreitete M. Unser fel"d ein EmpfanKSDrogramm. Zum Präsidenten des EmpianKSkomitees wurde Dr. D Rotbblum gewählt. Jüdische Künstlerspiele, IL, Praterstraße 34. Reklame. Ab Freitag die Komödie „Amerikaner Kalles" mit Gißa Heiden. Salo Prisament, Max Zelniker und dem neu engagierten Miseha Bernstein. Sonntag nachmittags „Die Blumenkönigin", Einheitspreis S 140. Montag populäre VoLksvorstellung, S 1.10. Dienstag, Veranstaltung der Ringsektion Hakoah. Der „Verein zur Förderung jüdischer Musik" veranstaltet seinen nächsten Kammermusikabend Sonntag, 6. Dezember, halb 6 Uhr nachmittags, im Saale der B'nai Brith, Wien, IX., Universitätsstraße 4, mit Werken von S Alman, J. Wolfsohn, M. Stillmann (Uraufführungen) und von Gnessin, Rosowsky und Engel. Die Mitwirkenden sind: Hanna Schwarz (Gesang), Hans Levitus (Klarinette), Isr. Brandmann und Elsy Stein (Violine), Marcel Dick (Bratsche), Joachim Stutsohewsky (Cello) und Robert Spitz (Klavier). Dialog über Literatur- und Zeitprobleme. Unter dem Titel „Pathos, Zynismus, sakraler Schund und tiefere Bedeutung" findet Samstag, 5. Dezember, um halb 8 Uhr abends im Festsaal des Alten Rathauses, I., Wipplingerstraße 8, ein polemischer Dialog zwischen N. Brind und M. Groß statt. Die Auseinandersetzung wird einen Querschnitt durch die Ideen- und Gestaltenwelt Franz Werfeis, Ilja Ehrenburgs und Schalom Asch' bieten. 1 üdifdie Sport* und llilliiiiilli Tiirnbewegung Ein bemerkenswerter Sieg der Hakoah gegen Austria 311 Die Hakoah^Mannschaft bewies neuerdings, daß sie zu spielen versteht. Daß der jüdische Verein in der Meisterschaft gegen Austria o: 6 unterlag und zwei Wochen später gegen den gleichen Verein 3' i siegte, ist daraus zu erklären, daß die Krieauer in Freundschafts* spielen, wo es nicht um Punkte geht, die Nerven nicht verlieren. Die Mannschaft wird sicherlich bis zur Früh* jahrsmeisterschaft eingespielt sein und die zum Ver* bleiben in der Klasse notwendigen Punkte erkämpfen. In Eisenhoffer scheint man den richtigen Angriffs« führer gefunden zu haben- Er war der beste Mann im Feld und seine Schüsse waren erste Marke. Der neue Budapester Stürmer B u d a i zeigte kein besonders hohes Können. Doch kann man noch kein abschließendes Urteil fällen. Grünwald ist ein Schatten von einst und läßt jede Energie vermissen. Die Deckung leistete ausgezeichnete Arbeit, auch das Verteidigungstrio gefiel. Löwy vollführte zahlreiche scharfe Schüsse. Hakoah war von An* fang an überlegen, und bereits in der 9. Minute konnte Eisenhoffer nach einem Vorleger Budais die Führung erzielen. Angriffe der St. Veiter wurden von der Ver* teidigung abgewiesen. In der 23. Minute erhöhte Grün* wald den Vorsprung. Gleich nach der Pause verwertete Feldmann einen Elfmeter. Bei 3:0 gaben sich die Blau« Weißen mit dem Resultat zufrieden. Gegen Schluß holte Austria auf und erzielte durch

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