Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1931-11-06 · Heft 216 (6.11.1931) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 216 (6.11.1931)
Date
1931-11-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2711613-2711790-2711835--2815-2716138
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 21* ■>I $ 5 VN:, Astraohan-PIUschmantel ^fiSSr^ Engl. Reinwoll-Tweed-Mäntel spornen, in «cuönen Modefarben...........S 39.60, Sehwarze Frauen-Mäntel, au« Tuch, veiours oder Ottoman, ganz gejfittert und wattelirrt, - 39 so, Elegante TMh-MtafalrfÄ*8^ Der Mode-Diaoonal-Mantel, mit echtem Bisamkragen, ynnz aul Seide........b 125.—, Relnwoll-Tweed-Kleider, mit breitem uckgürtel und aparter Garnitur, alle Orötten . . nur S 29.— 29.- 49.— 79.- 98.- 19 — Moderner Damen-Filzhut, in Modeiarben mit kleinem Gesteck, S 3.90, Ö Qfl mit Seiden-kipsband.......S *'«u RUMMEL s * ^"J MI MmSm ■^na ^\»sä^^ 'X£&Un<l OuCläÜtt ^i^v* W/^7^«i Damen-Halbschuhe, SifSM?™ s 11.90 I '-I.^ :/: •^W-'-^ c ' - •/ > i >'^.t"^ ' i Y'* L/ i ^^■■mirnmiiin ...... l i»frgatoH»*U 'v»Jfcw ^S5&.^117-»^.. ' Ii : Mk^ fi A\-J;b) /y /fYTWFl f niTit VB Isvlin^cJ1 r ImM ^g^^iifcarl,,t^jß.rjW-ß^MeffcfZ*' JLL-*>> ffhwMiKß*1^»* JpQ' Nutria-Lamm-Mäntel, ganze Feile s iot.-, 149.— Moire-Fohlen-Mäntel, Ä&rfÄ** t59.— Feh-Kid-Mäntel, ganz gefü,tert' ganze Fel,i 189.— Seal-Electric Mäntel, SJüfÄlif-iSSrä 198.— Echte Bisam-Mäntel, aibnl, Kganzlinpi-ook quiert, watteliert u. Cr6pe-de-Chine gefüttert. S K. Seiden-Crepe Mongolkleider nur s 29.50 mii Volants und Fichu-Garnitur, modernste Fasson Zeit mehr als 5 00 0 Seelen zählte und hauptsächlich in.den Provinzen Parahyba do Norte, Pernambuco und Bahia siedelte. Die Gemeinschaft besaß drei große Synagogen, die gleichzeitig Lehrstätten waren, wo die heiligen Schriften in Hebräisch, aber auch in Lateinisch und Por» tugiesisch studiert wurden. Frei von katholischen Be* schränkungen, wurden die jüdischen Feiertage offen be* gangen, mit religiösen Prozessionen durch die Straßen, öffentlichen Reden und Diskussionen und offener Ver* breitung von Schriften über jüdische Gebräuche und Zeremonien. Eine Brps.chüre, betitelt „M'me Jehudah", die die sozialen und kulturellen Interessen der Juden Brasi* liens. behandelt, wurde in Pernambuco von den zwei auf. Besuch befindlichen Rabbis veröffentlicht. , " Aber die Mächte der Inquisition waren nicht ganz inaktiv. Sie richteten an den holländischen Gouver* neur Moritz von Nassau eine Petition, die Juden* r e c h t e z u b e s c h r ä n k c n, und versuchten, die por* tugiesische Bevölkerung gegen . sie aufzustacheln. Die holländische Macht a.ber , fuhr fort, den. Juden vollkom* mene religiöse Freiheit im Lande zu gewähren, und die Judenwurden keineswegs in ihren religiösen Uebungen gestört. Sobald aber 'die Holländer Brasilien räumten, im Jahre '1654, überfiel die Inquisition wieder einmal die Wehrlöse Juden und nahm bitter Rache. Im kurzen Zeit» räum von drei Monaten wurden die Juden ihres ganzen Besitzes beraubt, die Inquisition führte ihr Werk vollständig durch und die jüdische Gemeinschaft wurde zum Teil niedergemacht, zum Teil mußte sie im Verborgenen leben. Die jüdischen Synagogen wurden bis. auf den Grund eingeäschert und an ihrer Stelle Kirch er und Klöster errichtet. Der ganze Handel der Juden war vernichtet. Selbst der jüdische Fried* hof iti Pernambuco und seine Gräber wurden zer* stört und an deren Stelle ein neues Stadtviertel erbaut, genannt Boa V i s t a. Sonderbar, daß in diesem Viertel die meisten der . heutigen jüdischen Emigranten heute wohnen. Der Teil des alten Friedhofes in Bahia, der irgendwie der Verwüstung entging, ist heute der gemein* same Besitz der jüdischen und englischen Einwohner der Stadt. (Weitere Artikel folgen.) Wochen-Kalender November 193t wn .a"jnn Cheschwan 5692 8 Freitag 28-ra Sabbateingang 4.25 7 Samstag 27-d Sabbatausgang 5.25 nn "iböm «bed ,nw vn 8 Sonntag 88-rra 9 Montag 10 Dienstag W-> rrn »* 11 Mittwoch 1-« mi '3 n Donnerstag 8-3 healer, Kunft und iiiilliiliiiililiiliilHHilliliii Literatur Eli§dtewa in Wien Gespräch mit der Dichterin — Vorfrag über hebräische Kultur — Abend der Histadruth Iwrith je. Von der hebräischen Dichterin Elischewa, die sich zur Zeit auf einer europäischen Studienreise befindet, brachten wir in unserer, letzten Nummer einen von ihr selbst verfaßten Lebensabriß, der den interessanten Weg vom echten christlichen Russentum zur jüdischen Gemeinschaft und hebräischen Kultur skizziert. Eine persönliche Berührung mit der Dichterin war geeignet, die überaus anziehende Persönlichkeit dieser Frau zu bestätigen* deren literarische /Produktion im hebräischen Schrifttum, hauptsächlich in der modernen hebräischen Lyrik, Rang.Vund Wert einnimmt. Frau Elischewa weijßY aber, auch überliterarische Probleme hinweg ihre 'tiefe Verbundenheit mit dem palästinensisch-jüdischen Leben sowie ihre glühende Liebe zur jüdischen Renaissance auf allen Gebieten zum Ausdrucke zu bringen. Wenn man das, was ihr Wesen ausmacht, in eine ihr gemäße Formel bringen will, so kann man es ungefähr so sagen: „Weil ich das jüdische Volk liebe, die jüdische Kultur liebe, bin ich Zionistin geworden und nach Palästina gegangen. Dort soll und muß der große Gedanke von Herzls Judenstaat verwirklicht werden. Wenn ich den zionistischen Gedanken richtig verstehe, so kann er nichts anderes bedeuten als eben die Verwirklichung von Herzls Judenstaat, seine Physiognomie findend im hebräischen Kultur- und nationaljüdischem Staat. Davon ausgehend, daß nationale Werte national bleiben müssen, bin ich jüdische Nationalistin geworden." Ein überaus würdiger Empfang wurde der Dichterin im Festsaal des „Bayrischen Hof" zuteil, den auf Einladung der Histadruth Iwrith Gäste aus allen Teilen derjüdischen Bevölkerung Wiens füllten. Nach einer Begrüßung durch einen Vertreter der Histadruth und nach Vorträgen moderner jüdischer Musik durch den Violinvirtuosen Max Jaekel las Elischewa aus eigenen Schriften, worauf hebräische Lieder von Ornstein und Schitlofskaja vorgetragen wurden. Den Hauptteil des Abends bildete eine temperamentvoll vorgetragene und begeistert aufgenommene Rede der Elischewa über die hebräische Kultur in Palästina und in der G a 1 u t h. Als sie von der alten jüdischen Kultur und für die Einheit des jüdischen Volkes sprach, standen alle Zuhörer im Banne ihres leidenschaftlichen Bekenntnisses, das sie zum Pathos der AnklagegegenjeneTeile der jüdischen Jugend steigerte, die von der hebräischen Kultur und vom jüdischen Volksgeist abfallen. Den Abend beschloß eine Rezitation von Gedichten Elischewas durch Fräulein Le^bensohn. Die Anwesenheit der Elischewa vermittelte den Wiener Zionisten die Bekanntschaft mit einer äußerst wertvolleu Arbeiterin an der hebräischen Kultur. So konnte ihr nicht nur die. engere hebräische Sprächgemeinde danken, sondern auch weitere Kreise, wie das hebräische Gymnasium, die hebräischen Lehrerverbande und ähnliche Organisationen sowie die jüdische Jugend und verschiedene jüdische Institutionen Wiens, Jüdischer Kammerabend. Der Verein zur Förderung jüdischer Musik veranstaltete Sonntag, den 1. November ein Kammerkonzert, an dem die bekanntesten jüdischen Musiker Wiens mitwirkten. Zu Ehren des in Wien an* wesenden New Yorker Komponisten Frederic J a c o b i wurde dessen Streichquartett (unter Führung von Israel Brandmann) aul geführt. Frau Maria Winkler*Fialko sang Lieder-von Achron und Brandmann in hebräischer Sprache. Prof. Wolfsohns Hebräische Suite (2 Sätze) und Vier Tan-zstücke von J. Stutschewsky fanden in dem Pianisten Robert Spitz einen ausgezeichneten Interpreten. J. Srutschews k y brachte Cello« kompositionen von Zeitlin und Weiner, ferner seine eigenen Stücke D'wejkuth und M'chol Kedem zu Gehör. Den Abschluß des genußreichen Abends bildete Josef Achrons bereits populäre Kindersuite für Streich* quartett, Klavier und Klarinette mit Israel Brandmann am ersten Pult. — Im Monat Dezember findet der nächste Konzertab.end des tätigen Vereins zur Förderung jüdi* scher Musik statt. Der „Sohar" in deutscher Sprache. Dieser Tage erscheint in Wien (Verlag Dr. Heinrich Glanz) zum ersten Male in deutscher Uebertragung der „Sohar", das Stan* dardwerk der jüdischen religiösen Mystik der Kabbalah. Der Uebersetzer Emst Müller (Wien), der bereits iri seiner Schrift „Der Sohar und seine Lehre" einen Grund* riß der „K a b b a 1 a h" gegeben hat, legt nun in diesem neuen Werk eine umfangreiche Sammlung von Sohar* Teilen vor, die in der Art ihrer Aufeinanderfolge und Auswahl ein lebendiges Bild der klassischen Mystik in der Tradition des Judentums vermittelt. Der deutsche Sohar gruppiert sich in sieben Abschnitte, die in der Hauptsache den Zusammenhang der Menschenwelt mit den über* sinnlichen Sphären, ferner die Tradition Israels und die Legendenbildung um die Persönlich* keit des Rabbi Schimon ben Jochai umfassen. Das über 400 Seiten starke Werk, das die grundlegenden Textstellen des „Sohar" zum ersten Mal in deutscher Sprache bietet, wendet sich ebenso an die Wissenschaft* liehe Welt wie an jene Kreise, die in das wenig bekannte Gebiet der jüdischen Mystik Einblick gewinnen wollen. Joachim Stutschewsky im Radio. Am Sonntag, den 8. November, spielt Joachim Stutschewsky im Wiener Radio seine eigenen Bearbeitungen klassischer Werke für Violoncell und Klavier. Neues Jüdisches Theater. Wien, IL, Taborstraße 12 (Hotel Stefanie). Sonntag, den 8. November, halb 9 Uhr abends, zum ersten Male die Komödie: „Gechapt a Chusen", ferner Solo der glänzenden Interpretin Hilde D u 1 i t z k a j a. Als Gäste wirken die von ihrer erfolgreichen Auslandstournee zurückgekehrte Soubrette Dina Podlubna und Charakterdarsteller E. Podlubna mit. Donnerstag, den 12. November (Staatsfeiertag) zum ersten Male die Komödie: „A kuscher jiddisch Wabl", ferner als Solist Karl U j v a r y. Karten im Vorverkauf zu S 1 und S 2 für beide Vorstellungen schon jetzt im Restaurant Operer, IL, Taborstraße 12, zu haben. Jüdische Bühne, IL, Praterstraße 60. Freitag, den 6. d., gelangt das Lebensbild „Verspielte Welten" zur Erstaufführung. Mitwirkend die Damen Rosenfeld, Braclawska, Glattsein, Zucker, Lehrer und die Herren Novikoff, Bell, Zucker, Neuwirth, Grimminger, Hausknecht und Reißmann. Das Stück wird Samstag, den 7., und Sonntag, den 8. d., wiederholt. Sonntag xhi Uhr Nachmittagsvorstellung. Einheitspreise S 1.10, für Kinder 50 Groschen. Zur Autführung gelangt „Der Chasen aus Odessa". Mittwoch, U. d., „Der Chasen aus Odessa". Donnerstag, 12. d„ „Wer ist sie?" Beginn täglich */»9 Uhr. Volkstümliche Preise. Großes jüdisches Konzert in Bratislava. Die JU* dische Frauenorganisation in Bratislava hat Joachim Stutschewsky eingeladen, ein großes Konzert zu ver* anstalten, das ausschließlich jüdischer Musik gewidmet ist. Oer «m 22. November stattfindende Abend bringt;

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.