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Die neue Welt · 1931-10-02 · Heft 211 (2.10.1931) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 211 (2.10.1931)
Date
1931-10-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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TH1. Universitätsbibliothek Wien. I. Preis 35 Groschen Jahrgang 5 freftag, den f♦ Oktober foji Nr« 2fl V« b» ha REVUE BEZUOSBEDINOUNQEN: Oesterreich Tsenechostowaket monatlich Kc tSKBi2^^vSS^mt^Sl& 5.-,™Jerteljährig Urt U^'stbwüzuriWförig e n"L»'n Ter Inönatiich S^wetaer Fimcs ÜÄ' vfciwP jährig Schweizer Francs 4.50 HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion n. Verwaltung: Wien IX, Universitätsstr. 6-8, Tel. — Erscheint jeden Freitag GUMMISTRUMPF (auch eummilos) SPEZIALIST Kniekappen Stück von 2.90. Wadensttlcke von 7.80 ■I STKUMPFE von 5.80. Gtimmisockcii (Fcsselformer) rnJUm VOn 2-90- ARMGELENKMANSCHETTEN von 1.20. VHS FACHANSTALT für BANDAGEN aller Art. Leib- ■ binden von 7.S0. SCHLÜPFER von 5.80. Buscnhnlter von 1.20. Guinmilcibbinden von 13.— BRUCHBAENDER mit und ohne FEDER von 3.50 Mieder. Monatsbinden von 1.32 Fußstützen (Plattfulleinlairen) fertic oder nach Giosabdruck. Entfcttunßsleibbinden. ALLE Artikel zur Gesundiieits-. 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Haben wiir die Maßnahme gegen Jabotinsky als das bezeichnet, was sie ist, als eine Schande, so gibt uns der Fall Bentwich Gelegenheit, ein"iweitesinal die Einstellung zum Jüdischen Nationalheim zu erkennen. Diesmal gibt sich das Kolonialamt noch ungeschminkter als im Fall Jabotinsky. Thomas gibt offen zu, daß die Entfernung des bisherigen Chefs des Justizdepartements in Palästina, Norman Bentwich, lediglich aus dem Grunde erfolgte, weil Bentwich Jude ist. Die Entfernung Bentwichs sei geschehen, der — „besonderen nationalen und politischen Verhältnisse in Palästina" wegen. Als diese Antwort dem Interpellanten Colonel J. Wedgwood erteilt wurde, wollte er von der Regierung wissen und wörtlich hören, ob der Jude Bentwich, weil er Jude sei, entfernt wurde. Die Regierung gab keine Antwort. Jabotinsky darf nicht ins Land, weil er ein jüdischer Führer ist, Bentwich muß aus dem Land, weil er ein jüdischer Beamter war. So sind eben die nationalen und politischen Verhältnisse im Jüdischen Nationalheim. Ja, wie sind sie denn? Alle Welt glaubt, sie seien so beschaffen, wie sie den Funktionen des Jüdischen Nationalheims entsprechen, wie sie der Völkerbund konzipiert und der M-andatarmacht England übertragen hat. Und heilte, nach 12 Jahren, darf Jabotinsky nicht ins Land und Bentwich kein Beamter sein. Die nationalen und politischen Verhältnisse des Landes! Schaukat Ali, der islamitische Hetzer, geht in Palästina ein und aus, obwohl weder Mandat noch Balfour-Deklaration ein arabisches Nationalhedm in Palästina statuiert haben. Minister Thomas hat noch eine dritte Antwort erteilt, über den Landentwicklungsplan. Hier verschanzt er sich hinter die Bemerkung, der Landentwicklungsdirektor French werde alles machen, er selbst könne nichts sagen. Drei charakeristische Antworten. Das zynische Zugeständnis, daß ein jüdischer Führer und ein jüdischer Beamter ferngehalten werden müssen, weil es die Araber so wollen. Nationale und politische Verhältnisse! Und schließlich im Fall Landentwicklungsplan Manipulationen hinter den verschlossenen Türen des Kolönialamts. So sieht die bisherige Stellungnahme des Nachfolgers von Lord Passfield aus. Unterdessen geht die Arbeit der Araber zäh und unbeirrt weiter. Sie verstehen sehr gut die Winke aus London und verstehen, einen bravourösen Partisanenkampf zu führen. Ein „Rumpfkongreß", wie die Nachricht lautet, hat die Non¬ Cooperation mit England beschlossen, als wären nicht alle arabischen Gebilde' in Palästina nur Rumpfgebilde, morphologisch nur sichtbar, weil es eine britische Administration will. Die politischen Verhältnisse des Landes, nicht die nationalen, Her gen also zunächst klar zutage. Sie erweisen sich als zynische Sabotage unseres Natiionalheims. ff Das heutige England befändet sich in einer schweren Krise. Es scheint seinen imperialen Traditionen nicht mehr gewachsen zu sein. Die erschütterten finanziellen "Verhältnisse, die politische Unstabilität im ganzen großen Imperium — sind sie Ausfluß objektiver Umstände oder abhandengekommener imperialer Fähigkeit? Die Art, wie von England das Problem „Jüdisches Nationalheim" angegangen wird, würde für das letztere sprechen. Als England dem großen Gedanken zustimmte, in sein vielfarbiges imperiales Gebilde Palästina als Jüdisches Nationalheim einzufügen, wußte es wohl, daß dies auf der Linie seiner imperialen Interessen liege, jener wohlverstandenen Interessen, die Großbritannien zu einer einzigartigen Weltgeltung verhalfen, und es verstand auqh, den jeweiligen Machtverhältnissen und konzentrischen Angriffen Rechnung zu tragen. Viele bezweifeln, ob die politische Leitung Englands auch jetzt noch so beschaffen ist, und weisen gerade auf das Problem des Jüdischen Nationalheims bin, wo eine Verwaltung der Un- Am Bauernmarkt, beim TesspSera-Scfaeii», Kauft man stets mit Frejden ein! Doch helsst es sich vor Irrtum schützen, Da wir< Jt#lita-*iltMiÄiesffeeri!r- Bei rheumaffsdien Sdtmerzen aller Art haben sich Togal-Tabletten ganz hervorragend bewährt* Zahlreiche Dankschreiben über Togal bei veralteten Leiden, bei denen kein anderes Mittel half. Ein Versuch überzeugt! t- In allen Apotheken» t- Preis S 2.40. fairness, der Labilität, ja der Schwäche am Werke ist. Unter solchen Umständen mußte man die Operationen der englischen Politik in Palästina anders betrachten. Die Methoden der zionistischen Politik haben sich bis jetzt einer bestimmten Auffassung von englischer Politik angeschmiegt. Ihr zuliebe glaubte man, ein gut Teil zionistischer Ideologie und Praxis opfern zu müssen. Der letzte Kongreß noch zeigte ein hartnäckiges Beharrenwollen auf dieser Linie, und die spärlichen Nachrichten von den — wenn man so sagen darf — letzten Aktionen der zionistischen Exekutive lassen darauf schließen, daß sie, die Exekutive, das „Gesetz der Trägheit" bestätigen will. Ein Gang der Herren Sokolow und Brodetsky zum Uniersiaatssekretär Hamilton, Konferenzen und Beratungen des Expräsideuten Prof. Weizmann mit irgend welchen englischen Herren — sind Beweise unveränderter Mentalität.. Daß gerade Prof. Weizmann von der Exekutive ausersehen wurde, in ein Treffen mit den Engländern geschickt zu werden, gibt anscheinend jenen recht, die bisher behauptet haben, Weizmann sei gegangen und das Weizmann-$ysieni geWiebeh. * Wir haben Heute ein anderes England vor ans, aber vorläufig keine andere zionistische Politik, und Zionismus vor der andatskomnussion 20. Session der Ständigen Mandatskommission/ 9«b» 27. Juni 1931 Von Dr. S. E. Soskin, Genf der Kommission geschenkt wurde. Herr Van Rees, be* zog sich auf die im Jahresbericht der Regierung für das Jahr 1930 wiedergegebenen Stellen des Weißbuchs vom Oktober 1930, als er konstatierte, daß die Mandatarraacht die Absicht hätte, den 1923 mißlungenen Versuch der Schaffung einer gesetzgebenden Körperschaft auf Grund läge des Weißbuches von 1922 zu wiederholen. Auf Grund der Bestimmungen des 3. Teiles des Palestine Orderen* Council von 1922 soll sich diese Körperschaft zusammen* setzen aus dem Oberkommissär als Präsidenten und aus 22 Mitgliedern, von denen 10 nominierte Beamte und 12 gewählte nichtbeamtete Mitglieder sein sollten, Die Zusammensetzung dieses letzten Teiles des Gesetz* gebenden Rates war nicht in der erwähnten Kabinetts* order bestimmt. Liegt nun schon ein Beschluß vor, fragte Herr Van Rees, über die Zahl der arabischen, jüdischen und christlichen Mitglieder dieses gewählten Teiles des Rates? Darauf erwiderte Dr. Shiels, es läge z» dieser Frage kein Beschluß vor! ... Und nun entspann sich zwischen Herrn Van Rees und dem akkreditierten Vertreter der Mandatarmacht eine Diskussion, die klar bewies, wie genau und mit welchem Sinn der Verantwortlichkeit die Obliegenheiten des Mandats von einzelnen Mitgliedern der Mandatskom* mission ins Auge gefaßt werden und wie andererseits leichthin, oberflächlich, ohne Kenntnis der Verpflichtungen die wichtigsten Fragen dieses Mandats von den Beauf* tragten der noch eben am Ruder befindlichen Labour* Regierung behandelt wurden. Wird sich das Verhältnis der Mandatarmacht zur Ausübung des Mandats mit dem Dieser Aufsatz Ausführungen. beschließt Dr. Soskins 3. Legislative Council und Fragen der lokalen Administration Schon in ihrer 17. (außerordentlichen) Tagung vor einem Jahr nahm die Mandatskommission Veranlassung, in ihrem Bericht an den Völkerbundsrat indirekt ihre An* sieht zur Frage der Schaffung eines gesetzgebenden Organs in Palästina zu äußern, als sie die Aufgaben , des Mandats definierte. Von den beiden Aufgaben des Man* dates — der Schaffung des Jüdischen Nationalheims und der Einführung von Instituten der Selbstverwaltung — könnten die letzteren, nach Ansicht der Mandatskommis* sion, nur im Verlauf der Zeit zur Tatsache werden. Sie gab ihrer Meinung zu dieser Frage in folgenden Worten Ausdruck: „und keine politische Führung, mag sie noch so auf« klärend und noch so wirksam sein, kann die poli« tische Reife zur Entwicklung bringen, wenn nicht im Prozeß der Zeit, ohne welche die Erwerbung einer völligen de jure Unabhängigkeit durch ein Volk eine reine Illusion ist." So war es nur begreiflich, daß auch während der letzten Tagung der Frage der Einführung des Legislative Council, in Verbindung mit den verschiedenen Ankündi* gungen der Regierung, Zeit und Aufmerksamkeit seitens Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet Z OPPOT freie Stadt Danxte Internat Kasino«Roulette Daccara Das ganie Jahr geöffnet. Auskunft in Wien Internat Reisebüro Schenker & Co., Wien, I, Schottentor. Tel U, 20*3-10, U. 294-35.

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