Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 210 (25.9.1931)
- Date
- 1931-09-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seile 8 DIE NEUE WELT Nr. 2ft nische Hochschule zu Jerusalem folgen. Der bekannte indisch»islamitische Maulana Schaukat Ali durchreiste das Land unter Duldung, ja ausdrücklicher Förderung der britischen Kreise, und durchreist es nun wieder. Ueber seinen letzten Aufenthalt in Palästina läßt sich die Wiener katholische „R e i c h s p o s t" von ihrem Jerusalemer Korrespondenten einiges berichten, darunter auch dies: „Während seines Aufenthaltes in Jerusalem hatte Schaukat AH zahlreiche Besprechungen mit Bes hörden, Notabein und Pressevertretern. In Be* oprechungen mit Journalisten machte er auch Mit* teiiungen über die Wiederherstellung des mohamme» danischen Kalifates. Bekanntlich ist der Islam infolge der Politik des kemalistischen Regimes, die das Kalifat in der Türkei abgeschaffen hat, eine Glaus bigengesellschaft geworden, die kein hierarchisches Haupt mehr hat. Nun meint Maulana Schaukat Ali, der mit seinem verstorbenen Bruder Moham* med jahrelang zu den eifrigsten Anhängern der Be« wegung für die Wiederherstellung des Kalifates zählte, daß die Zeit gekommen sei, einen neuen Kalifen zu ernennen. Er ist der Meinung, daß das neue Haupt des Islams zu Jerusalem seine Residenz haben soll. Seiner Ansicht nach müssen das Kalifat und die zukünftige Universität ganz international sein, deshalb müßten sie sich in einem Lande wie Palästina befinden, das nicht unter der Herrschaft eines besonderen arabi« sehen Königs steht." . Das ist nun freilich auf den ersten Blick eine über« raschende Meldung, aber eine durchaus glaubwürdige. Sie ist durchaus danach angetan, die oben gezeichnete britische Linie in der Araberpolitik zu bestätigen und zu vervollständigen. o. r. Theater/ Kunftf und iiiiiilliiilllllllilllllliiilliiii Li 6er a für. Konzertsänger J. Segal-Rosenbach, der bekannte jüdische Künstler, wird im Rahmen des am 27. September stattfindenden Jüdischen Musikabends nationale, religiöse und obassidische Lieder zum Vortrag bringen, wird. Von der „Jüdischen Bühne". Unter, der Leitung der bewährten Herren Podzamcze und Braclawski wurde die „Jüdische Bühne" (Theater Astor, II., Praterstraße Nr. 6o) einer radikalen Umgestaltung unterzogen. Sowohl der technische, als auch künstlerische Apparat wurde für die eben begonnene Spielzeit derart umgewandelt, daß die Möglichkeit für ein gutes jüdisches Theater vorhanden ist. Der bekannte Konzertmeister Adolf Braclawski wird für echte jüdische Musik sorgen. Schon die erste Premiere „Das Wolgamädel" mit den ausgezeichneten Gästen Rachel Rosenfeld und Morris Novikoff fand ein überaus beifallsfreudiges Publikum. Neben den Gästen zeichneten sich die Damen Braclawska, Lehrer, Zucker und die Herren Bell, Grimminger, Lehrer, Zucker und Neuwirth aus. Die nächste Novität gelangt am 2. Oktober zur Aufführung. Jüdische Künstlerspiele. Im Theater Stefanie, II., Taborstraße, wird demnächst die jüdische Bühne unter' dem Namen „Jüdische K ü n s 11 e r s p i e 1 e" eröffnet. Das Theater steht unter der Leitung von A. Meiseis, der auf eine langjährige Theaterpraxis zurückblicken kann und daher auch ein entsprechendes Niveau der Darbietungen verbürgt. Jüdischer Musikabend (Volkstümliches Konzert), veranstaltet und ausgeführt von Konzertsänger I. Segal* Rodenbach (Tenor), findet Sonntag, den 27. September d, J., präzise 1IS Uhr abends im Konzertsaale (Theater* saal) des Hotel „Post", L, Fleischmarkt 24, statt. Mit* wirkend die Herren: Prof. Josef Zimbler, Violine; Sam. Schwager, Rezitation; am Flügel; Kapellmeister Rudolf Beck. Es gelangen zum Vortrag nationale, religiöse, ehassidische Lieder (hebräisch und jiddisch), jüdische Volksmelodien, ehassidische Hochzeitstänse (Professor ii Jüdische Bühne, II, Praterstr. 60 (Caf6 Astor) \\ m^mmmmm^mmmmammmmmm^^ <, <> Sensationelles Gastspiel des weltberühmten jüdischen V, '■ \ Stars Rachel Rosenfaid und Morris Novikolf :: | „ „Das Wolgamädel" > 3 Stunden Lachen // Eigenes Orchester < l Volkstümliche Preise j; j>. Karten im Vorverkauf besorgen! <l J. Zimbler, Violine), jiddische Rezitationen (Sam. Schwager). Jakob Rechtzeit, der bekannte jüdisch«amerrka« nische Schauspieler, der sich auch als Komponist betätigt, wurde vom Jüdischen Schauspielerverein eingeladen, an einer der Wiener jüdischen Bühnen ein Gastspiel zu ab> solvieren. Biblische Themen auf dem Internationalen Orientalistenkongrcfi. In der Plenarsitzung des Kongresses in L e y d e n verlas der deutsche Forscher Prof. Grimme aus Münster eine Abhandlung über drei von ihm auf dem Berge Sinai neu aufgefundene Inschriften. Auf einer dieser Inschriften glaubt er den Namen Joseph entziffert zu haben. Professor Bauer aus Halle machte eine Mitteilung über Ausgrabungen bei Ras Schamra, wo er bis jetzt unbekannt gewesene Buchstaben mit Nägelköpfen als alphabetische Texte in einer semitischen Sprache festgestellt hat. In der Sitzung der Abteilung für Assyriologie auf dem Internationalen Orientalistenkongreß in Leyden machte Dr. M. von Oppenheim, Berlin, Mitteilung über Ausgrabungen, die unter seiner persönlichen Leitung in Tel Halaf in Mesopotamien jüngst vorgenommen wurden. Es wurde dort eine Art Engelfigur mit sechs Flügeln ausgegraben, die an gewisse Beschreibungen in der Bibel erinnert. Der bekannte Astronom Sidershy verlas eine Abhandlung über die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Forschungen, betreffend die in dem Buch der Propheten beschriebene Schlacht Gideons, während der die Sonne eine Zeitlang stillgestanden haben soll. Sidershy kam zu dem Ergebnis, daß während der Schlacht eine Sonnenfinsternis eintrat, <3ie die Kämpfenden glauben machte, daß die Sonne stillesteht; Judifdie Sport« und millliiiili Turn be wegung« Meisterschaft der jüdischen Vereine Wieder Niederlagen — W- A. C.-r-Hakoah 6:3 — Bewegung 20—Hasmonea 4:1 Hakoah hätte Gelegenheit gehabt, gegen die durch die vielen Kämpfe geschwächte Mannschaft des W. A. C. siegreich zu bleiben, ließ aber diese gute Chance unausgenützt. Die fortwährenden Umstellungen bei den Krieauern sind viel daran schuld, daß die Mannschaft noch immer nicht eingespielt ist. So konnten im Angriff nur Mermelstein und M ia u s n e r erstklassigen .An* forderungen entsprechen. Mermelstein überraschte durch manch feine Aktion und brachte den Angriff ein paarmal sehr schön nach vorn. Grünwald war zwar etwas besser als in den früheren Spielen, ließ sich aber zahl* reiche Torchancen ■'■ entgehen. Auch Donnenfeld stellte einen Rekord im Vergeben auf. Die Deckung inihrer neuen Zusammensetzung konnte wenig entsprechen. Stroß kam erst nach der Pause auf, von Eisenhofer war wenig zu bemerken, und Platschek war zwar gut, verschuldete aber einen Treffer. In der Verteidigung war Feldmann unsicher, und auch Heß konnte auf diesem neuen Posten nicht entsprechen. Oppenheim hat trotz der empfindlichen Niederlage sich gut gehalten. Gleich zu Beginn werden die Hakoahner überrum» pelt, und bereits in der 6. Minute sendet Huber unhaltbar ein. Die weiteren Angriffe des W. A. C. sind überlegen und Oppenheim muß zahlreiche scharfe Schüsse abwehren. Gegenangriffe der, Hakoah enden mit Fehlschüssen Donnenfelds und Grünfelds. . In der 36. Minute nimmt Platschek dem vorstürmenden Hanke das Leder ab und paßt zurück. Huber ist schneller als Oppenheim, erwischt den Ball und sendet zum zeitenmal ein. Nun kommen die BlaU'Weißen auf und Hiden muß seine ganze Kunst auf« bieten, kann es aber nicht verhindern, daß ein Schuß Mermelsteins den Weg ins Tor findet. Die Freude des Hakoah-Anhanges dauert nicht lange, denn schon eine Minute später sendet Hanke unhaltbar ein. Nach der Pause nimmt das Spiel scharfe Formen an. Hakoah unternimmt heftige Angriffe, doch sind die Stürmer vor dem gegnerischen Tor zu unentschlossen. Während der Angriffsperiode der jüdischen Mannschaft fällt in der 4. Minute ein Tor gegen sie. Hanke war es, der abermals einsendete. Die Athletiker werden in ihre eigene Spiels hälfte zurückgedrängt, aber trotz der starken Offensive kann Hakoah keine Tore schießen. Viel einfacher macht es der W. A. C, der aus einem Durchbruch Hütts aus 30 Meter Entfernung den 5. Treffer erzielt. Aus einem Elfmeter kann Feldmann den Vorsprung aufholen, doch bald darauf schießt Huber den 6. Treffer. Im weiteren Spielverlauf hat Hakoah ausgezeichnete Chancen und hätte sogar bei etwas Glück ausgleichen können. Die ganze Ausbeute war aber nur ein einziger Treffer von Eisenhofer. Hakoah stellte folgende, Mannschaft: Oppen« heim; Heß, Feldmano; Platschek, Stroß,: Eisenhofer; Grünfeld, Donnenfeld, Mermelstein, Grünwald, Mausner, ♦ Eine,unglückliche .Niederlage erlitt Hasmonta gegen Bewegung XX. Beim Stand von 1:0 für Has* monea wurde der Hasmonca*Tormann schwer verletzt und mußte ausscheiden. Im weiteren Spielverlauf wurden auch Rotter und Kestler durch Verletzungen arg hergenommen. Den einzigen Treffer erzielte Po saun er. Hasmonea stellte folgende Mannschaft: Bär; Raab, Feldman Stroß, Fisch, Rottcr; Birnbaum, Neumann, Kestler, Posauner, Reich. * Die nächsten Punktekämpfe. Hakoah spielt konu inenden Sonntag gegen F. A. C. Die jüdische Mannschaft hat alle drei bisher ausgetragenen Kämpfe verloren und nimmt die letzte Stelle ein. Die Floridsdorfer sind nicht viel besser daran, denn sie konnten aus drei Matches nur einen Punkt erzielen. Hakoah wird alles daransetzen müssen, um kommenden Sonntag die ersten Punkte nach Hause zu bringen. In der Hockeymeisterschaft spielte Hakoah gegen V. f. B. 0:0 unentschieden. Die Reserve unterlag 0:1. In der zweiten Klasse siegte Blau-Weiß gegen Blau-Rot 3:0. Alle drei Tore schoß Wengraf. In der Damenmeisterschaft wurde Hakoah von W. A. C. 1:0 besiegt. Hasmonea. Dem Tormann T. Bär wurden am sonntägigen Wettspiel gegen Bewegung XX zwei Rippen gebrochen. Im selben Spiel wurde auch Bela Kistler schwer verletzt. Beide Spieler spielten bis zum Schluß als Invalide mit. — „Hasmonea" spielt Sonntag, den 27. September, um 4 Uhr auf dem Straßenbahner-Platz ihr Meisterschaftsspiel gegen „Ostmark". Vorher Bewegung XX gegen D. A. C. Meisterschaft. Bei Hasmonea hat sich der Hakoah-Verteidiger Berson angemeldet. Das Training hat Fried (ehemals Hakoah) übernommen. Akademische Sektion Hakoah. In jüdisch«akademi« sehen Kreisen war seit einigen Jahren das Bestreben, einen akademischen Sportverein zu gründen. Nun ist dies dem F. C. Hakoah unter Assistenz von cand. iur. Fritz Stein«Sigall gelungen. Die akadem. Sektion Hakoah ist eine vollkommen autonome Sektion innerhalb der Hakoah, steht jedoch mit dem F. C. Hakoah in engstem Kontakt. In der Generalversammlung am 14. Sep« tember wurde der Gründer und Organisator der Akademie sehen Sektion, Herr Fritz Stein*Sigall, einstimmig zum Sektionsleiter gewählt und unterstehen ihm bereits zwei komplette spielstarke Mann« Schäften. Die Mannschaften werden noch indieser Saison in Wettspielen vor die Oeffentlichkeit treten. Beide Mannschaften wurden seit mehreren Wochen einem äußerst strengen Training unterzogen und geben b e r e c h« ti'gte Hoffnung, eine führende Position im Kreise der akademischen Sportvereine Oesterreichs innezuhaben. Training: Montag und Freitag von^2 bis 4 Uhr. Aka* demische Gäste herzlich willkommen. Jüdische Sportausstellung. Auf der Kultur- und Körpersportausstellung in Pardubice (C. S. R.) hat auch' der Makkabi-Sportverband eine Koje errichtet, in welcher die Ziele und der Werdegang d$r jüdischen Sportbewegung in der Tschechoslowakei schematisch dargestellt sind. Die ChinuchkonfeTenz des MisracH Die Chinuchkonferenz, bei welcher Oberr. Dr. D» Feuchtwang, Rabb. Josef Babad, Rosch Beth-Din und Rabb. J. L. Fischmann, Jerusalem, Referate über . die r e Ii gi ö s - na t io n a 1 e Ex zieh u n g halten werden, findet am 2 9. d. M. (2. Tag Chalernoth- Sukkoth) um halb 8 Uhr abends im Saale des Hotel Po.ßt. L, Fleisohmarkt 24, statt Personalnachricht. Freitag, den 2. Oktober, begeht der bekannte Pädagoge, Studienrat Dr. L. Goldhammer, seinen 70. Geburtstag. Professor Dr. Goldhammer wirkte jahrzehntelang am Piaristen gymnasium in Wien. _; Verein „Machsike Hadath" zur unentgeltlichen Ausspeisung jüdischer.Notleidender, Wien, IL, Haidgasse 1. — Der seit dem Jahre 1903 segensreich wirkende Verein hat sein neues : Heim im eigenen Hause bezogen. Speiseräume und Küche sind den modernsten hygienischen Anforderungen angepaßt. Wöchentlich werden hundert Personen unentgeltlich ausgespeist. Verschämten Bedürftigen aus dem Mittelstande werden Speisen in die Wohnung zugestellt. Der rührige Vereinsvorstand, an dessen Spitze seit Gründung Herr Jakob März steht, hat jetzt eine Mittelstandsküche eingerichtet. Für geringes Entgelt werden schmackhafte streng rituell hergestellte Speisen verabreicht. Der Verein richtet an alle den Appell, ihn mit Rücksicht auf den bevorstehefaden Winter und die große Not wie bisher zu unterstützen. Verein§nadiriditeit Verband demokratischer Zionisten, Gruppe VI—VW. Sonntag, den 4. Oktober, veranstaltet der Verband in den Klubräumen des Cafe Helenenhof, VII., Siebensterngasse 42-44, eine S i m c h a t h - Th o r a - F e i e r unter Mitwirkung des Sängers Herrn S. Krybus"aus Palästina. Am Klavier FrL Paula Haar. Entree frei. Gäste willkommen! Beginn 6 Uhr abends. Regiebeitrag1 30 Groschen. Revisionist. Bezirksverband Oberschlesien.. Arn 13. September 1931 trat der Vorstand des Bezirksver« bandes gemeinsam mit dem Vorstand der Ortsgruppe Beuthen zu einer gemeinsamen Sitzung in Beuthen, O.jS., zusammen. Unter anderem wurde zur Frage des Austrittes aus der Z. O. Stellung genommen. Mit überwiegender Mehrheit wurde beschlossen, unbe« dingt für den Verbleib der Weltunion in der Z. O. ein* zutreten, Bezüglich des Verhältnisses zur Z. V. f. D. wurde kein Beschluß gefaßt. In der Versammlung kam jedoch auch die Meinung zum Ausdruck, daß ein Aus« tritt aus der Z. V. f. D. sich für die einzelnen rev. Orts« gruppen praktisch ebenso auswirken würde wie der Ans* tritt aus der Z. O. Der „Verband zionistischer Mittelschüler" veranstaltete von August bis September sein 3. Sommerlager am Keutschachersee. Es war das erste Lager, das der V, Z. M. selbständig führte. Ein Lager einer zionistischen Jugendorganisation hat nicht nur d enZweck der Erholung. In aer freien Natur spricht man viel klarer, ungezwungener über Probleme des Lebens und des Judentums So bekommt mancher in dem einen Monat des