Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1931-09-11 · Heft 208 (11.9.1931) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 208 (11.9.1931)
Date
1931-09-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2711613-2711790-2711827--2720-2716035
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

•r Nr. m ttffi NEÜß WELT Seifert | Wieder daheim soll Ihr erster Gedanke Ihr Bett sein Lassen Sie Ihre Federbetten, Decken und Matratzen jetzt umarbeiten. Fertigstellung von früh bis abends. Abholung und Zustellung über den Tai; in eigenen Autos mmmmmmmmMMmmmi Alle neuen Bettwaren nur in bester Qualität BETTWARENHAUS BERTHOLD SAMEK WlenVIH,Lerohenfeld8Mtrtßenur30, Tel. A-28-2-75, Wien XVII, Hernais er Hauptstraße 67, Tel. B-44-4-84 Die österreichische Tabakregie auf der Wiener Herbitmesse E Die österr. Tabakregie wird während der XXI. Wiener internationalen Messe (Herbstmesse: 6. bis 13. September 1931) im Fabrikationsraume ihres Rotundenpavillons die Erzeugung der Britanica mit Phönixapparaten und die Verpackung dieser Zigarre vorführen. Diese Zigarren werden mit einem Bing ausgestattet sein, der das Bildnis Mozarts trägt. Im Ausstellungsräume werden einzelne Fabrikatensorten in neuester Verpackung und verbesserter Qualität in Spezialvitrinen gezeigt werden. Wie alljährlich, gelangen im Verkaufsräume des Pavillons sowie im Haupthofe des Messepalastes (zwei Verkaufswagen) sämtliche Fabrikatensorten — die gangbarsten auch entnikotinisiert durch die Entnikotinieierungeanstalt August Falk — ferner Egyptische III. Sorte und Memphis in Kappenschachteln ä 25 Stück (Messepackung) und die „Mozartbritanica" zur Schaustellung und zum Verkaufe. Die Coronas- und Graciosas-Zigarren gelangen auf dieser Messe zum erstenmal in einer besonderen Ausstattung zum Verschleiße. Diese Kistchen werden nicht mehr mit den üblichen Staubblättern aus Papier, sondern mit künstlerisch bestickten Seidendeckchen, hergestellt von der Vorarlberger Stickereiindustrie, versehen sein. Aus Polen Das Elend des jüdischen weltlichen Schulwesens in Polen Warschau, 8. September. In einer in Warschau abgehaltenen Pressekonferenz wurde über die katastrophale Lage des jüdischen weltlichen Schulwesens ein Bericht erstattet, dem u. a. zu entnehmen ist: Die jüdischen weltlichen Schulen, die bis jetzt 75 Prozent ihres Budgets aius einfließenden Schulgeldern decken konnten, haben im vergangenen Jahre nur die Hälfte dieser Quote vereinnahmt. Aus Amerika kommt fast keine Hilfe mehr. Die Stadtverwaltungen und Primtorganisationen, die bislhea: den Schulen laufende Subventionen bewilligten, haben im Zeichen der Sparpolitik diese Subventionen zum Teil oder ajuch ganz gestrichen. Mehrere Schulen sind von Exmission bedroht Das Wilnaer Lehreree miliar, das die jüdischen weltlichen Schulen mit Lehrern versorgen konnte, wurde von den Behörden aus politischen Gründein geschlossen. Es mehren sich die Fälle, im denen jüdische Lehrer, die seit 15 bis 20 Jahren den Lehrberuf ausülben, von den übergeordneten polnischen Schulibehörden disqualifiziert werden. Der Duirchsehinattßverdienst eines Lehrers beträgt monatlich 70 Zloty, aber auch dieser Hungen lohn kann nicht regelmäßig ausgezahlt werden. Als einzige Hoffnung zur Erhaltung des jüdischen weltlichen Schulwesens bleibt ein Appell an die jüdische Oeffentlichkedt. Dos Netz des jüdischen weltlichen Schulwesens in Polen umfaßt 73 Städte, in denen 104 Volksschulen anit insgesamt 13200 Schülern, ferner 43 Kinderheime mit 1300 Kinderm, 60 Abendschulen mit etwa 6000 Schülern, drei Gymnasien (owed in Walna und eins in Bielystok) mit insgesamt 960 Schülern existieren. Am Wilnaer Lehrerseminar studierten zuletzt 160 Lehrospiirainten. Das Gesamtbudget des jüdischen weltlichen Schulwesens beträgt jährlich drei Millionen Zloty. Aus Anlaß der bevorstehenden if&nberufung der vierten Tarbuth-Konf er enz in Polen wird mitgeteilt, daß heute in Polen 173 Volksschulen mit hebräischer Unterrichtssprache existieren, die von 21.174 Kindern besucht werden. Ferner gibt es zehn hebräische Gymnasien mit 2771 Schülern. Die Kindergärten, Abendkurse und Lehrerseminare eingerechnet, verfügt die Tarbuth-Organisation in Polen heute ülber 940 Schiulamstalten mit über 26.000 Schülern und 1243 Lehrern. Neun Schulen verfugen über eigene Schulgebäude, 18 Schulen haben Bauparzellen erworben und bereiten die Schulbauten vor. Die Ausgaben für das Tarbuth-Schulwesen betragen jährlich 4,700.000 Zloty, wovon dm letzten Jahre 1,200.000 'Zloty nicht gedeckt werde© konnten. Die - Lage verschlimimert sich, da Stadtverwaltungen und jüdische Gemeinden die jährlichen Subventionen für diese Schulen ganz. oder zuim Teil streichen. Auch das Uo4erriehtsministerium hat die bisher den Tarbuth-ßchuleft gewährte Subvention von 10,000 Zloty gestrichen. Verzweiflung der Eltern, Wie sich die Krise auswirkt, beweist der Umstand, daß viele jüdische Gemeinden in Polen aus Mangel an Mitteln nicht in der Lage sein werden, zu Beginn des neuen Schuljahres die von ihnen erhaltenen Schulen zu öffnen, und daß andere jüdische Gemeinden die Zahl der Schulklassen werden stark einschränken müssen. Nach dieser Sachlage werden ungefähr 7 0.000 Kinder ohne Schulunterricht bleiben. Hauptsächlich werden davon Kinder armer und ärmster Familien betroffen sein, also Kinder, die in einer Atmosphäre unbeschreiblichen Elends leben und die nun den Teil der Nahrung und Kleidnng, den sie bisher in der Schule erhielten, werden entbehren müssen. Die Gemeindebüros sind von verzweifelten Eltern belagert, die stürmisch die Wiedereröffnung der Schulen, bzw. Klassen fordern. In Warschan, wo an den Schulen der Jüdischen Gemeinde mehrere Klassen nicht wieder geöffnet werden, werden die Schulen von Kindern, die nicht mehr aufgenommen werden können, und ihren Eltern belagert. In einer der Schulen kam es zu einem schweren Tumult. Eine Gruppe Eltern von nicht mehr aufgenommenen Kindern drang in das Büro ein und demolierte die Einrichtung. Aus diesen Tatsachen kann man ersehen, welche Gefahr für die jüdische Jugend und die kommende Generation des größten jüdischen Zentrums Europas besteht. Die polnisch-jüdische Oeffentlichkedt erwartet mit Bangen eine Lösung der schweren Schulkrise. Schließung der jüdischen Fachschulen Nicht minder katastrophal ist die Lage des jüdischen Fachschulwesens. Dieses umfaßt nach einem kürzlich abgegebenen Bericht 3000 Jugendliche und Erwachsene. Es besteht die Gefahr, daß diese Schulen nicht wieder eröffnet werden können, da die ausländischen Unterstützungen gerade jetzt bei Beginn des neuen Schuljahrs eingestellt wurden. Das Unterrichtsministerium hat unlängst einen Bericht veröffentlicht, ans dem hervorgeht, daß das sogenannte private polnische Fachschulwesen faktisch von dier. Regierung erhalten wird. Von dem 30-Millionen-Zloty- Budget dieser Schulen wurden 20 Millionen Zloty, also zwei Drittel, von der Regierung und den Stadtverwaltungen gedeckt.-Die; jüdischen Fachschulen hingegen haben von den? Millionen Zloty, die die Regierung aus speziellen Fonds den privaten Fachschulen jährlich zugewendet hat, . insgesamt 50.0 00 Zloty erhalten, während die Unterstützungen für die jüdischen Fachschulen ans Mitteln der Stadtverwaltungen eine Summe von kaum 100,000 Zloty betraf. . Die jüdischen Fachschulen haben ein Recht, von der Regierung zn fordern, daß sie sie, wenn nicht ans dem allgemeinen Regierungsbudget, so doch wenigstens aus dem speziellen Fonds für Fachansbildung entsprechend subventioniert. ..... Bekanntlich haben die jüdischen Organisationen des Auslands, vornehmlich das Joint Distribution Comanittee und die Ica, das jüdische Schulwesen in reichstem Maße unterstützt und hunderttausende Dollar bereitgestellt. Durch die wirtschaftliche Lage in Amerika wurde gerade die Judenschaft von der Krisis in Mitleidenschaft gezogen und ist daher außerstande, ihr Hilfswerk wie bisher fortzusetzen. Aber die Regierung greift hier nicht ein. Im Gegenteil: Es ist in. der letzten. Zeit.zur Regel geworden, daß die staatlichen Aufsiohtsorgane die von den städtischen Magij Straten bewüligten Subventionen für jüdische Fach schulen einfach streich' Wochen-Kalender Noah und seine Töchter Eine arabische Legende von Mosche StaWsky. Und Allah segnete den Propheten Noah mit Gut und Reichtum — Gold und Silber, Schafen und Kamelen, denn der Prophet Noah wär ganz beim Herrn. Der Prophet Noah hatte drei Söhne und eine Tochter. Und schön war die Tochter, süß und anmutig und bei allen beliebt, die sie kannten. Und viele Jünglinge begehrten ihrer. Einmal kam zum Propheten Noah ein Jüngling, schlank wie eine Zypresse, und sagte: „Friede dir, Vater der Schönen, id) will der letzte Sohn in der strahlenden. Familie sein." Da antwortete ihm der Prophet Noah: „Mit Frieden sei dein Kommen, mein Sahn. Sag mir, ob du schon ein Haus gebaut hast für dich und für die, die zu dir unter deiner Flügel Schutz kommen.** Da schwieg der Jüngling. Da sagte der Prophet abermals: „Es schickt sieh nicht, daß. man eine Tochter einem Mensdien gebe, der seine vier Winkel nicht hat und kein Dach über dem Kopf., Kehr zurück in dein Heim, bau dir dein Haus, und wenn die Zeit kommt, magst du wiederkehren und die Tochter wird für dich sein.** Und der Jüngling ging gesenkten Hauptes und mit den Worten des Propheten im Herzen von dannen. Und er säumte lange und kehrte lange nicht wieder. Nach einiger Zeit kam ein zweiter Jüngling, Hoch wie die Dattelpalme, und sagte zum Propheten Noah: „Frieden und Segen dir, Vater der Süßen! Ich will deine Schwelle übertreten und von deinem gesegneten Haus empfangen." Da fragte der Prophet Noah: „Hast du schon dein Haus gebaut?" Der Jüngling antwortete: „Ja, Vater, ich habe das Haus gebaut mit gewölbter Decke, Schatten gegen die Sonne, Schutz vor dem Regen r Da fragte der Prophet Noah abermals: „Hast du beackert und besät dein Feld, deinen Weingarten bepflanzt, auf daß du deine Frau und deine Kinder ernährst?" Da schwieg der Jüngling. Und abermals sagte Prophet Noah: „Es schickt sich nicht bei uns, die Tochter einem Menschen zu geben« der sein Gesinde nicht ernähren kann. Kehr in dein Heim zurück, beackere den Boden, streu den Samen aus, der Leben gibt, pflanz den Rebenstock, der das Herz der Menschen erfreut. Und wenn die Zeit kommt, magst du Wiederkehren und die Tochter wird für dich sein." Und der Jüngling ging gesenkten Hauptes und mit den Worten des Propheten im Herzen von dannen. Und er säumte lange, der Jüngling, und kam nicht zur Zeit zurück. Und als die Zeit vorüber und der Jüngling nicht gekommen war, kam zum Propheten ein dritter Jüngling, hoch wie die Zeder, und sagte: „Frieden und Segen und Ehre dir, Vater der Teuren, das Haus ist gebaut, das Feld ist besät und der Weingarten bepflanzt. Gib mir die Tochter, und alles was du verlangst, will ich erfüllen." Da freute sich der Prophet des Jünglings, dessen Worte den Weg zu seinem Herzen gefunden hatten, denn der Prophet Noah war der erste, der Pflug- und Schareisen in die Hand genommen hatte. Und er willigte ein .und man rief Gäste herbei, schlachtete Schafe und Rinder und die Freude war. groß, sieben Tage lang. Und am siebenten Tag setzte der Jüngling sein Weib auf ein Kamel und brachte es. in sein Haus. September 1931 nrrrftto. rysnn Pyl-Tischrl 5692, 11 Freitag 29-03 Sabbateingang 6.05 jwn wm 12 Samstag Sabbatausgang 7.00 'M nwn vtn 13 Sonntag 2-a *a iwn wi 14 Montag , 8-3 i 15 Dienstag 4-n . M Mittwoch i-n 17 Donnerstag 6-V kam zum Propheten Noah war wie die Dattelpalme, der und Nach der Feier Jüngling, der so hoch sagte: „Ich habe das Feld besät und den Weingarten bepflanzt Gib mir deine Tochter." Es tat dem Propheten Noah sehr leid, daß er keine Tochter mehr für den Jüngling hatte. Da vernahm Allah dessen Leid. Denn Allah will bei seinen Gläubigen nicht Leid sehen. Und er verwandelte die Eselin in die Gestalt einer schönen, gesunden Tochter. Und als der Prophet Noah dies erblickte* verstand er die Absicht Allahs und gab diese Tochter dem Jüngling zum Weibe. Und das Freudenfest dauerte sieben Tage. Und am siebenten Tage setzte der Jüngling sein Weib auf ein Kamel und brachte es in sein Haus. Nach den sieben Hochzeitstagen kam zum Propheten Noah der erste Jüngling, der hoch ist Wie eine Zypresse, und sagte: „Deine Worte habe ich erfüllt. Ich habe das Haus gebaut, den Boden beackert, Samen gesät und den Weingarten bepflanzt Gib mir deine Tochter I" Da tat es dem Propheten sehr leid, daß er keine Tochter mehr für den Jüngling habe. Und Allah vernahm sein Leid, denn Allah will nicht Leid bei seineu Gläubigen sehen. Und er verwandelte die Hündin in eine schöne, hurtige, anmutige Tochter. Und als Prophet Noah 4

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.