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Die neue Welt · 1931-09-04 · Heft 207 (4.9.1931) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 207 (4.9.1931)
Date
1931-09-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Till. Universitätsbibliothek Wien. I. Preis 35 Groschen f*ff*g*itg If ■ bi b« R E V U E BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1J50, vierteljährig $4.20, ganzjährig S16.-;Pölen monatlich Zloty 2.—, vi erteliJUirlg Zloty 6.-; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierWljlhflg Kt 15.-; Jugoslawien monatlich ~ — . ...... Lei 40.-, vierteljahrig Lei 120.-; Deutschland Monatlich Mark 1.-, vierteljährif Lewa 120.-; Itaifen monatlich Lire 3.-, vierteljährig Life 14.-; Schweiz und die ü jährig Schweizer Francs 4.50 . Dinar 14.—, vierteljahrig OlnaY 40.-; Rumänien monatlich Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljährig irigenLander monatlich Schweizer Franca 1.50, viertel« HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion a. Verwaltung: Wien IX, Universitätsstr. 6-8, Tel B-48-504 — Erscheint jeden Freitag AUCH DU SOLLST WISSEN,.... SbODTUATTED OüaNWItwarm am tZ2S2«l*&Ä1Dlllissten verkauft ^"uÄraÄH^i:^ Wipplingeritr.Ö A Besichtigen Sie rechtzeitig unser Riesen-Ski-Lagerl dmi^m Andere glücklich machen Jüdische Friedensapostel — Albert Einstein und Leon Blum Professor Albert Elmstein hat wieder einein Appell an die Menschheit gerichtet, in einer Sache, die ferjiab . von seinem wissenschaftlichen Fach liegt, in der Sache der Abrüstung und' des Weltf riedens. Seine Kundgobutiig .ist" au eine Konferenz, von Kriegsdienstverweigerern in den Vereinigten Staaten geriahtet und lautet: . - ■ ..Diejenigen, die glauben, daß die .Kriegsgefahr üiberwuinden sei; loben in einem Na.r r enpa ra- ,d i es. Wir .. stehen beule einem Militarismus gegen- . über, der npdi weit mächtiger und destruktiver ist als jener Militarismus, der das Unheil des Weltkrieges •herbfeigeif'üihrt hat. Das ist der Erfolg der Regierungen. Aiber" unter den Völkern der'Erde gewinnt der Gedanke der Kriegsdienstverweigerung an Ausbreitung Ich appelliere an die 1 n t eil c k t u e 11 e n der ganzen Welt, -ich ^appelliere au meine Ko 11 e gen i n de r w ia s'e n ä c ii a f 11 dc«h e n A r b e i t,' Kooperation bei Jorisöliuingsarbeit ziii Kriegszwecken zu verweigern. Ich Höhte »ji alle den Appell, vor dein Zusammentritt der AfatTisrungskonferenz in Genf'ÄLF^^ar'itt erklären; daß sie künftighin je 3 e M i t w i r k ü'ii'g a ni JvViege 94&ifW».\&pjjip&tV&.be r ei toi 4'igc.<n"'^.lohaieh' wer- >d«'rj.:^ich fordere Sie auf, «diesen Entechluß Ihren Regierungen, schriftbch mitzuteilen und Irnich über diesen Schritt zu informieren."' .•■•-■>..• Zu gleicher Zeit hat ein anderer Jude in hervorragender: Stellung,. Leon ß l u m, der Führer der französischen Sozialdemokratie, eine Schrift gegen den Krieg herausgegeben. Er. schildert in "dieser Schrift anschaulich, daß alle Bemühungen, die-politische und wirtschaftliche Weltkrise zu lösen, nutzlos sind, solanige . nicht eine allgemeine Abrüstung vorgenommen wird; Er sagt: „Alle Kongresse,: Konferenzen und Projekte sind hinfällige Mache, wenn nicht der Bestie Militarismus die Zähne ausgerissen werden. Die', Abrüstung muß erzwungen werden, unter jeder Bedingung!" " " - Die jüdische Presse' hat selbstverständlich diese Kundgebung stolz registriert. Wieder haben Juden an der schönen, erhabenen Sache der Menschheitsbeglückung und. Menschheitsbefreiung niu'tig, rückbaltslos ' Anteil genommen. Das Konto der Judenheit ist um ziwei schöne Pasten bereichert.' Die Welt horcht auf! Ja, die Welt horcht auf,' wenn solche Juden sprechen. Und gerade darum genügt es! nicht, wenn schöne Kundgebungen für eine schöne Sache einfach losgelassen -und von der Jounialistik mit fetter< Lobest linke übergössen werden. Diese Kundgebungen müssen an die richtige Ad.resse gerichtet und von t i e f i n u e liehe r.Eih r 1 i chk e i t getragen sein. .Besonders da»n, wenn wc von jüdischer Seiteausgehen. Denn da ihoroht dir Weh verteufelt scharf; auf. , . ... : i •* Vlbert ^Einstein richtet den Appell gegen die kriogsfurie an seine Faobgenossen, die Wissenschaftler, die; Professoren. Die Geschichte aller;Kriege,; besonders über die Geschichte des letzten Krieges lehrte, daß der losgelassene Militarismiiis unter den Dienern der .heiligen Wissenschaft die willigsten Knechte für seine blutige Sache findet. Der"einfache Mensch hat den Krieg gezwungen".mitgemacht, gezwungen und bedrückten Herzens. Er tat, was er tun mußte/Die Herren Wissenschaftler haben sich mit perverser-Freude a«; die Oberschlächter heirangedrängi, .tiibereiihTig,' liebedienerisch.- Die giftigsten Hetzaufrufe .und „patriotischen'' Paraiphiqto waren voin Akademikern verfaßt und Uin.torstvlii'ioben. ' Die Fakultäten aller Länder lliabeii sieli beeilt, den Generälen die akademischen: Lorbeeren ,vor die kotigen, blutigen Stiefel zu legen, Die Arimeckoniiriiändanten aller. Grade erhielten Tjhrendoktprate[ Die - Herren Rektoren und Dekane drängten sich in ihre Vorzimmer, ua\ ihnen Ehreudipl.oiue zu überroipl\en . und ^wissenschaftliche" Abhandlungen über die Gerechtigkeit u<nd Zweokimäßigkeit des Krieges. An diese Herren, die er doch kennen sollte, rjditet Albert Einstein die Forderung, ihm mittels Postkarte einen Treuschwmr gegen die Kriegsbestie ins Haus zu liefern. Das kann eine schöne Sammiluing werden. Albert Einstein adressiert seinen Appell an die weite Welt, der Wissenschaft. An eine ihm nähere Adresse richtet er merkwürdigerweise keine Forderung. Er ist ein Förderer und Freund der russisch-bolschewistischen Sache. Er ist im Präsidium der Vereinigung der Freunde der Sowjetrepublik in Deutschland. Sein Name ist in Moskau hochgeachtet. Die Sowjetrepublik stellt heute die größte Armee auf die Beine, Weibe* r-egimanter — mit Giftgasgranaten ausgerüstet — sind auch da. In den Arsenalen arbeiten Wissenschaftler: Warum korrespeödiert Einstein in Aibrüßtungsangelegcniheiten nur mit dem fernen Westen, warum nicht mit den? ihim so nahen Osten? Ist er ■vielleicht der Ansicht, daß die russische' Armee einer heiligen Sache dient, also eine Ausuahime bildet? Dieser Ansicht sind auch die italienischen Faschisten und die französischen, deutschen und englischen Nationalisten, soweit es ihre Armeen und Kriegswerkzeugebetrifft... Es fehlt die tiefe Ehrlichkeit. * Auch" Leon Blum schweift in die Fenne, spricht schöne Worte zur großen Welt. Warum spricht er sie nicht bei sich: zu Hause? 'Er und die von ihini geführten Sozialisten .'hahmen an demvor" wenigen 'Wochen in Wien, abgeliaitenenf Kongreß der sazialdexnokratischen Xntenna'Soirade'.-.teäl^Er -spielte dof t selbstverstäudlicii eineganz. .große :RalleV :,Dcn': größten" Teil der' Beraturigon naihip die/ A b Yü sj. u.'n:ga ge in A^spru.qJ?^'/Radikaile Anträge''auf ^brüstiiug^ i'deic:;^b^t^rscliefit'.-aii4;.l^^'ll^£n^ii^trkal», aui Militärdienst .,iT-; als. Anträge imj d^;.>B^^e»;,y^n-;Le/cm- Blum, — wjur^ii-^m'i t d e-n St i.m m e n. Le o ü: ßi u in.s u nd. ,s.«iiü.er cäxg e^t,e.n Qeu oes e ii; p.big elebn t. Dafür' gab der;.' Vertreter *!der französischen Spzialdemor kratie, "d. C r an P r.a'js'jd.^.n t B1 u.ni . i s t, folgende Erklärü-ngL im „Namen, der französischen Partei,, 'also auch im/Namen Lcbn' Biums, aib:; : ' „Auf ihrem letzten Parteitage halben die französischen Sozialisten .den für ihre Vertreter' in den . Parilamenten . bindenden-.. Beschluß •. gefaßt,-. j e d-e r bürgerlichen Regierung die Militärkredite zu v er weige r n. Der Wortlaut unseres Beschlusses aber schließt solche Regioiunigenaus, an dejien Sozialisten teilnehmen. Solchen■ Re- GUJS1MISTRUMPF (auch «ummilos) SPEZIALIST Knrekappen Stück von 2.90. Wadenstücke von 7.80 +STRÜMPFE von 5.80. Gummisocken (Fessel(ormer) von 2.90. ARMGELENKMANSCHETTEN von 1.20. FACHANSTALT für BANDAGEN aller Art. Leib* binden von 7.50. SCHLÜPFER von 5.80. Busenhalter von 1.20. Gummileibbinden von 13.— BRUCHBAENDER mit und ohne FEDER von 3.50 Mieder. Monatsbinden von 1.32. Fußstützen . (PlattfuBeinlaccn) fertig oder nach Giosabdrnek. Entfettungsleibbinden. ALLE Artikel zur Gesundheits-. Kranken- und KinderDflesre. WS(. HEISSLUFTAPPARATE, elektr. Heizkissen von 8.40. Inhalationsapnarate von 5.40. FaracHsatlons- VArlailtAn anbarate. Soluxlamoen. HÖHENSONNEN, wvi elektr. Kocher. Gnmmiwärmeflaschen von 2.60. alle Kranlfpn- Zimirterklosette von 40.—. 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Die anderen la,ssen; sich ihöchsteus * ünigeru von uns glücklich ' machen»' -Weu« 'eiin;;Juide;: und 'trägt er aüoli "den beitejii'.Nameu, andie ' Behwudhiing,' grofieip/:'!M^^^ä^V prcblerhe" herähtritt, muß eV .auf vieifactien Widers^ifd ge^aBrrsein.J Sein . SchJjicl muß ,g>fiuz bl.anis, seiue vSa^-cbe x0n ui±d';$fnßt seiii.'Uiefennst, tie£ehrlic|v Sonst ^ffltet;.^r> und mit lliipaMas'1.Judentum,, nur;.y-e(räcbincb.^\A^e^u^; Der Drabig, die anderen glücklichzu..-.niaoh«'Q>. .asjt -'bvel uns. Juden stank, entwickelt, vielleicht zu stank.'.£r verdunkelt oft jede klare Erkenntnis, raubt, die Fähigkeit für Sellbstkritiik. Er verleitet zum' Drauflosreden und Drauflossohreiben., Um jeden- Preis. muß gerettet, muß glüokliph gemaeht - werden! Wenn dieser -fatale Drang Menschen von hoiher Qualität, Menschen,, wie Albert Einstein und Leon Blum, befällt, ist das Schauspiel.uooh kläglicher.. Daneben trommelt und trompetet "die jüdische Presse: „Wieder, einiiual haben wir Juden die anderen glücklich gemacht f" . ■ .....• , -r.-st. Ein ^vertyoiles Ein'geständlnis. . Es geht uns in Palästina gut. Wir Nimmersatte' haben uns immer beklagt, .die Palästina- Regierung tue nichts für uns, werfe uns Prügel zwischen die Beine. Endlich bat die Regierung uns eines Besseren belehrt, öffentlich vor aller Welt. Sie hat zuerst gezeigt, wie sie uns schützt: wie sie uns Waffen gibt, kühl bis ans -Herz hinan gegen das Toben der Araber; wie sie noch weitergegangen ist, indem sie die sogenannten „illegal" eingewanderten Juden amnestiert und im Lande läßt, auch hier kühl bis ans Herz hinan < gegen das Toben der Araber. ' ' Es geht uns gut in Palästina. Chancellor ist unser Freund; er sorgt für Sicherheit, er sorgt für Vergrößerung des Jischuw. Nur hapert es mit dem JSs. geht ui\s rgut in Palästina". Die Waffen, die uns Chancellö,r in versiegelten Lagern gegeben hat, sind nicht viel an Zahl und nicht gerade gut an Qualität — alte. Jagdgewehre. Die Araber haben mehr undbessere und eigene. Ihre sjehießen auf 600 Meter, unsere versiegelten auf 60 Meter. . Und mit der Amnestie ist's aiic„h niqht .weit her. Mit vollem Munde wurde verkündigt, -, daß 25.000 illegale Juden von nun ab ein.—'gesetzliches Dasein in ihrem, jüdischen. Nät.ionalftehn führen werden. 25.000 Juden? Und kein einziger, Araber? ,Und nun kommt aus, demselben, vollen Mund ein wertvolles Eingeständnis., Die J. T. A. ,berichtet nämlich unter deni 24 August aus Jerusalem: Entgegen der von der arabischen Exekutive aufgestellten Behauptung, . die aöläßlioh der Volkszählung verkündete Amnestie für illegal Eingewanderte sei eine ausschließlich zugunsten der' Jüden getroffene Maßnahme, durch die '25.000 illegal eingewanderte Juden nachträglich die gesetzliche Aufeuthalisbewilligung erhalten 'sollen, erklärte der High : Commissioner Sir Jöhii Chan- cellor am Sonnabend, den: 221 August, einer arabischen Delegation, unter den 25.000'Personen, die für die Amnestie in Betracht kommen, seien 18.0 0 0 Araber, die1 seit der letzten Volks Zählung im : Jähre' 1922 die Grenzen Palästinas illegal ü'be rsch ritten haben.; Ja, es geht uns gut in Palästina; Nationale Pflicht und Partejidc^ina Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß die Männer, die länger als zwei Jahre die Geschicke des britischen Imperiums gelenkt haben, sich eines Tages angesichts einer tiefgehenden, gefahrdrohenden Krise vor eine Entscheidung gestellt sahen: den theoretischen Prinzipien derer, in deren 'Auftrag sie-mit den Regierungsgeschäften betraut wurden, unbedingt zu folgen oder, diese zurückstellend, dem ganzen Staat und dem ganzen Volk zu dienen. ' MaeDonald, Thomas, Snowden sind ' Männer, 'die, aus dem Proletariat stammend, an der Wiege der britischen Arbeiterpartei standen und sie zur heutigen Mächt und Größe führten. Diese Männer, die nahezu identisch waren mit dem Begriff „Laböur-Party", die man in der ganzen Welt als Träger des sozialistischen Gedankens kannte, haben keinen Augenblick gezögert, ihrer Partei selbst «SSKBPSSSS999S99^^ Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch sm beigefügtes E bezeichnet,

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