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Die neue Welt · 1931-08-28 · Heft 206 (28.8.1931) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 206 (28.8.1931)
Date
1931-08-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT rcr. 2Ö6> Greultatcn, eine Tatsache, die in keinem Landr Eitfopas hätte \civeichnet werden können. Zur Zeit der schwersten Reaktion in Europa feinden sich stets Menschen, ■die gegen die .ludcnverlolgung ihre Stimme erhoben, igt das .nicht ein Ar.mut6ze.ngn.is für die Araber Palästinas? Schwadron verwirft den Gedanken zerstreuter jüdischer Ansic.cllu.ngcn in den arabischen Landern, weil solche unibedingt denselben Antisemitisinu:; schaffen würden wie im Europa. Dus Ströhen nadi einer Konzentration der Juden in Palästina bedeutet nicht Unglauben a ,n den zukünftigen Frieden der Menschheit und an den Geis/ des friedlichen Zusammenlebens der Völker. Aber wir dürfen nicht warten. Gerade wenn Magnes recht hätte, daH wir anders ■sind als die anderen Völker, müssen wir unser eigenes Land haben, wo wir uns frei ausleben könuen. Auch an die soziale Form der Lösung des jüdisch-arabischen Problems glaubt Sdiiwadron jiidit. Wir haben es in Europa versucht, die Niditjuden haiben uns jedoch nie als Mitkämpfer, sondern als Konkurrenten 'betrachtet und bekämpft. Schwadron sieht im integralen Z i o n i s m u s das Problem der Bmigration der Juden in ein Land, das die Majorität des Volkes umfassen soll. Palästina bietet die Möglichkeit für eine soldie lunmigratiom. Die Grenzen der Kapazität des Landes können heute midit bestimmt werden; Die Verwirklichung des Ziomiismus hängt seiner Ansicht nach von einem Faktor aib: vom organisierten kollektiven Willen des gesamten Volkes. Leider sind manche Gedanken im Buche nicht ganz klar zum Ausdruck gekoiromeiv z. B. die Stellung znim Revisionismus. Das B:uch ist jedoch für jeden, der den ideenkampf im Zionismus verfolgt und mitkämpft, eim wertvoller Beitrag zur Klärung des Problems des wahren Zionismus. N. S. Eine Bestätigung des MakkabäersBuches Aus Beth Zur, der alten palästinensischen Stadt, 18 Meilen südlich von Jerusalem, wird von interessantem Material für die biblische Geschichtsforschung berichtet, von Produkten; der Ausgrabungen, die dort durch das Jerusalemer Institut für Orientforschung und das Chikagoer Presbyterianische Theologische Semi« nar angestellt wurden. Die gemeldeten Funde schließen ein aus Knochen geschnitztes Bild ein, das als frühkanaa* nitische Kunstbestrebung angesehen wird. Man nimmt an, daß das Bild um das Jahr 1600 vor unserer Zeitrechnung entstanden ist, zu> einer Zeit, da die ägyptische Hixos* Dynastie ansehnlichen Einfluß auf Palästina übte. Andere Funde von Bedeutung sind eine Sammlung von 200. Münzen, hauptsächlich aus der persischen und helle* nistischen Periode. 14 der Münzen trugen hebräische In* Schriften aus der Zeit des Königs Jochanan Hyrkanos. Weitere Entdeckungen beziehen sich auf Wurfgeschütze, die anscheinend von einem Belagerungsheer gebraucht wurden (Beth Zur war nach Jerusalem in den Kämpfen des 2. Jahrh. v. Chr. die wichtigste Stadt), auf ptolemäi* sehe Geldstücke in Silber und Kupfer und auf mehrere Skelette. Alles in allem bestätigen die Ausgrabungen viele Behauptungen der Bibel zur Geschichte der Makkabäer. Die Ueberreste werfen auch viel Licht auf die frühere Geschichte der Stadt Beth Zur selbst. 3300 Fuß über dem Meerespiegel gelagert, war die Stadt wahr* scheinlich schon in der frühen Geschichte Palästinas be* wohnt. Es gibt Spuren einer Bevölkerung von Beth Zur schon um das Jahr 2200 v. Chr. Die Stadt wurde mehrere Male niedergebrannt und dann immer wieder erbaut. In der Periode des Königs Rechabeam, des Sohnes des Königs David, war die Stadt reich bevölkert und befestigt. Während des Aufstandes der Makkabäer war sie Stätte vieler Schlachten gegen die Syrier. Sie wurde schließlich von Simon dem Makkabäer erobert. Später verringerte sich die Zahl der Einwohner und bei Eintritt der Neuzeit wurde sie gänzlich verlassen. Wie. Prof. O. R. Seilers und W. F. Albright, die die Ausgrabungen leiteten, erklären, ist die Wiederaufnahme der Gräbungen nach drei Jahren geplant. heater, Kunff und iilllliilillilllililiilllliliiliiiLjöeratur, Jona Reißmanns Ehrenabend. Sonntag, den 9.Seps tember, findet im Jüdischen Theater Astor (II.,-Prater« straße 60) zu Ehren des bekannten Charakterdarstellers Jona Reiß mann, des Nestors der Jüdischen Bühne, eine Vorstellung statt, bei der das Lebensbild „Lejser, der Klesmer" zur Aufführung gelangt. Für diesen interessan* ten Abend, an dem eine Reihe von Mitgliedern des Wiener Jüdischen Schauspielervereines ihre Mitwirkung zugesagt hat, gibt sich reges Interesse kund. Eine neue jiddische Wochenschrift. Unter dem Titel „L i ib a u e r F o 1 k s b 1 a 11" wird im Laufe des Monats September eine Wochenschrift in jiddischer Sprache erscheinen, die jüdisch-kulturellen und wissenschaftlichen Interessen dienen wird. Palästinensische Volkslieder. Im Jibneh*Verlag, Wien*Leipzig, sind soeben „Drei palästinensische Volkslieder" für gemischten Chor und Klavier in der Bearbeitung von Aron M. R o t h m ü l le r er« schienen, und zwar „Moladeti", „Pakad Adonaj" und „He, Chaluy . . ." Im gleichen Verlag erschien A. M. Roth* müllers Bearbeitung des, jüdischen Volksliedes „Scha, still!" für gemischten Chor und Klavier. Ein jüdischsspanisches Wörterbuch, In Buenos Aires ist soeben ein j ü d i s c h * s p a n i s c h e s und s p a n i s c h* jüdisches Wörterbuch erschienen, das auf rund 600 Seiten 40.000 Wörter enthält. Der jüdisch*spanische Teil basiert auf dem spanischen akademischen Wö/ter* buch und der spanischen akademischen Grammatik. Der spanischfjüdische Teil» redigiert von M. Kons tan* Ti t in owsk y, enthält eine philölogisch*wissenschaftliche Abhandlung über die jüdische Aussprache. Israel Zangwills „König der Schnorrer". In Paris erscheint. soeben eine neue Ausgabe von Israel Zang* wiils berühmtem Werk „Der König der Schnorrer" in der französischen Uebersetzung von George D r e y f u s, mit Illustrationen des Malers J. B. Rybak. Dttf auf Luxus* papicr gedruckte Werk bringt der bekannte gr»oße Verlag „Kra" heraus. Neues von J. Opatoschu. Im Verlag B. Klefi'kjn ist soeben ein neuer Band Novellen von J. Opatoschu unter dem Titel „Klassenkampf" erschienen, der den 12. Band der geasmmelten Schriften Opatoschus darstellt. „Menorah". Jüdisches Familienblatt für Wissen* schaft, Kunst und Literatur. Wien*Bcrlin. IX. Jahrgang. Juli*August. — Das Doppelheft dieser führenden Monats* schrift, gediegen und reichhaltig illustriert, enthält literarische Beiträge von David P i n s k i, Walter Freund, Aufsätze über Kunst von Prof. Max Eisler und Dr. Will PIeß, Aufsätze sozialpolitischen' und folkloristischen Inhalts. Die Umschau und der biblio* graphische Teil der Zeitschrift geben über alles Wissens* werte gewissenhafte Uebersicht. Verlag Dr. Norbert FI o f f m a n n, Wien, I., Zelinkagasse 13. udifdie Sport* und iiiiiiir'M Tuvnbewegung« Polentournee der Hakoah Max Schiffmann in Warschau In allen Städten, in dene;> die Hakoah wahrend ihrer diesjährigen Sommerreise Spiele austrug, konnte ein außerordentlich großes Interesse der jüdischen Bevölkerung, auch der nichtzionisiischen, festgestellt werden. In Warschau war die Autcilnahme der großen Judengemeinde so ungewöhnlich groß, daß. man^ den Eindruck gewann, die Anwesenheit der „Hakoah" sei ein bedeutsamem Ereignifl, das alt und jung beherrschte. Der Präsident des F. K. „Hakoah", Herr Max Schif fm a n n, der im Auto von Wien nach Warschau^ kam, um den beiden Schlußspielen, gegen „Polonia" und „Legia", persönlich beizuwoihmen, weiß Bemerkenswertes zu berichten. Spiejer und. Funktionäre der Hakoah waren vor und Mach den Spielen Gegenstand begeisterter Ovationen seiteüs der zionistischen Jugend. Die Begeisterung nahm manchmal sogar bedrohliche Formen an, Hunderte von Poliziisten mußten rücksichtslos mit dem Gummiknüttel vorgehen, um Verletzungen der Bedrängten zu verhüteu. Abgesehen von den fast 20.000 Personen, die den letzten Spielen als Zuschauer Gratulieren Sie Ihren Verwandten, Freunden, Gästen, Kunden in der vom 11. SEPTEMBER 1931 Um die große Fülle der einlaufenden Gratulationen unterbringen und günstigst placieren zu können, empfiehlt es sich, den anliegenden Bestellschein sofort auszuschneiden und umgehend an die Verwaltung der„NEUEN WELT" einzusenden Der Preis für. das Einheitsinserat (20 mm) beträgt Schilling 5.— Für das Ausland entsprechender Gegenwert in der Landeswährung Musler I. M. FROST UND FRAU 2. Bezirk, Große Mohrengasse Nr. 47 gratulieren allen Verwandten, Freunden und Bekannten ZUM NEUEN JAHRE! .................................................Hier ausschneiden:................................................ Bestellschein An die Verwaltung der „NEUEN WELT" Wien IX, Universitätsstraße 6-8 Ich bestelle für die Rosen Haschanah-Nummer der ,NEUEN WELT" . . . Neujahrsgtatulation(en) zum Preise von und sende diesen Betrag gleichzeitig mit diesem Bestellschein ein Text (deutlich ausfüllen): Name: E Wunderdinge erzählen sidi die Leute Adresse: , den 1931 von den unerhört niedrigen Preisen aller Waren bei Schiffmann. Die „Groschen-Woche" hat auch in den letzten Tagen viele Tausendc' neuer zufriedener Käufer aus allen Wiener Bezirken und der Provinz angezogen, die in großen Mengen einkauften und sich sehr lobend über unser Verkaufssystem äußerlen. Mit jedem Tage wurde der Andrang der Kauflustigen immer größer und war an manchen Stunden trotz des aufgebotenen größeren Vcrkaufsapparutes nur sehr schwer zu bewältigen. Mit besonderer Freude konstatieren wir diesen beispiellosen Erfolg, der uns zu neuen Rekordleistungen der Warenverbilligamg anspornt. Wahren Sie Ihren Vorteil, nützen Sie die letzte n Groschen-Tage zur Deckung Ihres Bedarfes aus! Beachten Sic die Groschen- Angebote in unserem Inserat auf Seite 9 und die bemerkenswert billigen Preise für Herren-Sportkleidung, Herrenwäsche, Damenmäntel. Pelze usw. Besondere Schlager: Rasierklingen und Stangen-Rasierseife zu 10 Groschen, große Stücke Toiletteseife. Shampoon- Pakete zu 15 Groschen, Frottierwaschlappen, große Wasch- und Handbürsten zu 25 Groschen, Geschirr-, Staub- und Waffelhandtücher zu 39 Groschen, Waschseidenstrümpfe (2. Wahl). Lackgürtel, Gummi-Windelhöschen zu 49 Groschen, Damen-Stoffmäntel, Trenchcoat-Fasson mit Lederknöpfen um S 9.80, Damen-Filzhüte mit modernem Federgesteck zu S 3.90, Knickerbocker-Sporthosen aus la Tweedstoff S 14.90, Sportsakkoss aus-modernem Tweedstoff in allen Größen nur S 24.90. Sport-Herren-Hemden aus la englischem Oxford zu S 7.90, elegante Herrenhüte, haarig, zu S 5.90, ferner Pelzmäntel, und zwar: Nutria-Lamm-Mäntel, ganz auf Seide gearbeitet, nur ganze Felle, nnr S 149.50, echte Bisam-Rücken- und echte Bisam-Wammen- Mäntel, ganz piquiert und auf Seide, nur S 345. Provinzversand per Nachnahme. Wir erwarten Sie! Schiffmann, 2. Bezirk, Taborstraße 48. Besichtigen Sic die Warenausstellung in der Passage, 20. Bezirk, Wallensteinstraße 14. beiwohnten, drängten sich weit über zehntausend Juden, die sich das Eintrittsgeld nicht leisten konnten, zum Spielplatz. Als Herr Schiffmann an der Seite des österr. Gesandten für Polen den Spielplatz verließ, mußten sie fast eine Stunde warten, bis sie zu ihrem Hotel gelangen konnten. Auf der Heimreise in Lodz halt machend, bedrängten viele Hunderte das mit der Hakoah-Fainne gasohmüekte Auto, viele junge Burschen und Mädchen ließen sich von der mit dem Gummiknütlel Ordnung machenden Polizei nicht abhalten, ihrer Begeisterung Ausdruck zu verleihen. Viele küßten die Hakoah-Faknc. Zusammenfassend muß festgestellt werden, daß die Juden Polens den Besuch der Hakoah als ihre, die jüdische Angelegenheit betrachteten. Es war ihre „Hakoah", die große sportliche Leistungen vollbrachte, ihr Stolz, ihre Freude. Diese erfreuliche Tatsache hat auch Herr Max Schiffmann in der Rede festgehalten, welche er bei dem vom „Makkabi", Warschau, veranstalteten Abschiedsbankett hielt. Es wäre Pflicht der Wiener Juden, der nunmehr erstarkten und erstklassig gewordenen „Hakoah" im kommenden Spieljahre durch Anteilnahme an den Spielen und Spenden ihre sportliche Tätigkeit zu erleichtern. Start zur Meisterschaft Kommenden Sonntag nimmt die Meisterschaft in allen Klassen ihren Anfang. Die jüdischen Vereine treten wohlgerüstet in die neue Saison und haben gute Aussichten, sich durchzusetzen. Den Einzug in die erste Liga hält Hakoah im Stadion, und zwar gegen Nicholson. Die Krieauer haben bereits im Stadion ein Training absolviert und der prachtvolle Rasen hat ihnen sehr gut zugesagt. Hakoah hat auf der .Polenreise gegen spielstarke Klubs schöne Erfolge errungen und wird sicher* lieh auch alles daransetzen, den ersten Punktekampf siegreich zu beenden. Die Siege gegen spielstarke Vereine haben der Hasmonea einen großen Anhang verschafft. Dieses Aktivum war in erster Reihe für die Einteilung des jüdischen Vereines in die zweite Liga entscheidend. Was im vorigen Jahr die Hakoah für die zweite Liga in finanzieller Hinsicht bedeutete, das ist jetzt in etwas kleinerem Ausmaß die Hasmonea. Das erste Spiel bringt, den Verein mit Frem zusammen, einer Mannschaft, die äußerst scharf kämpft und nur schwer zu schlagen ist. Gelingt es den Blau-Weißen, kommenden Sonntag mit der gleichen Leistung aufzuwarten wie gegen Slovan, dann würde sogar ein Sieg in den Bereich der Möglichkeit rücken. Aeußerst ungünstig hat sich in der abgelaufenen Saison der Sportklub Makkabi gehalten. Der Verein placierte sich in der Meisterschaft an vorletzter Stelle und hätte in die dritte Klasse absteigen müssen. Durch die Reorganisierung wurde Makkaibi vor dem Abstieg verschont und in die zweite Klasse C eingeteilt. Diese Klasse ist nicht schwächer als die vorjährige erste Amateur-Klasse, da dort u. a. die bekannten Klubs Polizei, Ostmark, Kagran und Strebersdorf tätig sein werden. Das erste Spiel bestreitet Makkabi gegen den ehemaligen erstklassigen Vaföverein Landstraßer Amateure und wird eine Niederlage kaum verhindern können. Hakoahs Debüt in der ersten Liga Hakoah bestritt, um die Mannschaft für die schwere Meisterschaftskampagne einzuspielen, vergäre genen Sonntag ein .Freundschaftsspiel gegen Rapid. Das Spiel fand in Hütteldorf statt. 8000 Zuschauer hatten sich eingefunden. Der jüdische Verein trat bis auf Wortmana, der. sich beim Training eine Verletzung zugezogen hatte, mit allen Neuerwerbungen, also auch mit den sogenann* ten ..Amerikanern" an. Die Mannschaft führte ein $atm

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