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Die neue Welt · 1931-08-14 · Heft 204 (14.8.1931) · page 11

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 204 (14.8.1931)
Date
1931-08-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Är« SM DIE NEUE WELT Seäfctt nomii sichert. Die Minderheiten anderer Lander haben wiederholt auf dieses Gesetz als eine vorbildliche Art der Regelung der Minderheltenfrage hingewiesen. Schließlich wird sich der Kongreß auch mit der Entwarf* nungsfrage, insoweit sie zum Minderhtitenproblem in Be« Ziehung steht, beschäftigen. Die jüdischen Handwerker in Rußland reriieren die Freizügigkeit. Moskau, 8. August. (J. T. A<) Soeben würde eine vom Vizepräsidenten Sowjetrufllands und Vorsitzenden der Regierungskommission für Absiedlung der Juden auf dem Lande (Komzet), M. Smidowitsch, unterzeichnete Verordnung erlassen, derzufolge künftighin jüdischen Handwerkern, die Mitglieder vpn kooperativen Arteis sind und die in ihrem Betrieb nicht auf die Einfuhr von ausländischem Rohmaterial angewiesen sind, nicht mehr gestattet werden soll, ihre Kooperative zu verlassen, auch nicht zum Zweck der. Änsiedlung auf dem Lände. In der gleichen Verordnung werden jene Kategorien von Handwerkern angeführt, denen es erlaubt sein soll, ihre gegenwärtigen Wohnorte zu verlassen. Hieher gehören erstens Mitglieder von Handwerkerkooperativen, zu deren Betrieb ausländisches Rohmaterial erforderlich ist Zweitens Mitglieder von Handwerkerarteis solcher Handwerkszweige, für die in den betreffenden Gebieten eine Ueberfülle an Betrieben besteht. Drittens Angehörige solcher Kooperativen, deren Produktivität die ausreichende Versorgung ihrer Mitglieder nicht gewährleistet. Antireligiöse Rosch Haschonoh-Kampagne in Sowjetrußland Moskau, 8. August. (J. T. A.) Die energischen Vor* bereitungen der antireligiösen Vereinigungen in Sowjetrußland lassen darauf schließen, daß die anti* religiöse Kampagne anläßlich des herannahenden Rosch Haschonoh*Festes in diesem Jahre in viel größerem Mäß*. stabe durchgeführt werden wird als in früheren Jahren. Der Zentralausschuß der militante n- A.t h eisten hat am Donnerstag, den 6. August, ein Zirkular versandt, in dem alle jüdischen und nichtjüdischen Sowjetorgani* sationen aufgefordert werden, an der demnächst zu eröff* nenden Kampagne, die gegen alle Religionen, insbeson* dere aber gegen .die jüdische Religion, gerichtet sein soll, teilzunehmen. Es wird ein Zyklus anti* religiöser Vorträge angekündigt, „ darunter Vorträge über die Themen „Das Antlitz des modernen Judentums" und der „Klassencharakter, der jüdischen Feier* tage". Wie ein verabredetes Signal; hat gleichzeitigdie ge* samte jüdische Fresse Söwjetrußlands einen Artikelsfurm gegen die jüdische Religion und gegen die ■ „k on t e r«, revolutionären Kleriker" in Rußland und im Ausland eröffnet. ' ' ■ Sir Herbert Samuel Führer der englischen Liberalen? . London, 9. August. Die Erkrankung des Führers" der liberalen Partei Englands, David Lloyd George, -hat den englischen Liberalen Anlaß zü schweren Besorg« nissen bezüglich des künftigen Schicksals" der Partei ge* geben. Es wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß Lloyd George nicht mehr ins politische Leben zurückkehrt und daß dann die Partei durch Ueb ergang gewisser Kreise zu den Konservativen zerfallen könnte. Als einziger Mann, den man für geeignet hält, den drohenden Verfall der Partei aufzuhalten, gilt der ehemalige Bigh Gom* missioner von Palästina, Sir Herbert Samuel. Die Zeitungen charakterisieren Sir Herbert Samuel als hochtalentierten Staatsmann, von dem zu er* warten sein würde, daß er eine Spaltung der Partei hintanhalten und die Fortführung der Kooperation zwischen Liberalen und Regierung sichern könnte; Rückgang der Arbeitslosigkeit in Palästina, Beim Zentralen Arbeitsamts des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterverbandes Palästinas waren am 15, Juli 1500 Vollarbeitslose (1000 in den Städten und 500 in den Kolonien) und 650 teilweise Arbeitslose (150 in den Städten und 500 in den Kolonien) vorgemerkt. Am 15. Mai hatte es 3000 Vollarbeitslose und 900 teilweise Arbeitslose gegeben. Diese große Entspannung der Arbeiislage, im Monat Juli ist vor allem auf eine Reihe von Arbeiten zurückzuführen, die dank den Bemühungen des Zentralen Arbeitsamtes im letzten Monat von nationalen und privaten Körperschaften und von der Regierung durchgeführt werden und die 600 Arbeitslose absorbierten. Ein Aufruf des Weltverbandes für Sabbatschutz „Sehomre Schabbos'* anläßlich. des bevorstehenden Rosch-Haschonoh-Festes. Der Weltverband für Sabbatschutz „Schomre Schabbos" veröffentlicht einen Aufruf, in dem er anläßlich des bevorstehenden Rosch- Haschonoh-Festes auf dfe Gefahr aufmerksam macht, in der der Sabbat unter dem furchtbaren Druck der Zeit steht. Namentlich aber dr<*ht dem Sabbat die nach Beendigung der Feiertage in Genf fallende Entscheidung über die Kalenderreform. Rosch Haschonoh soll aber benutzt werden, in den jüdischen Massen die Liebe zum Sabbat zu festigen und die Solidarität der Schomre Schabbos zu stärken Ein einmütiges Bekenntnis der Gesamtjudenheit zur Heiligkeit des Sabbats muß die Frucht des Rosch-Haschonoh-rFestes sein. Wegen Pfatxmangel Räumungsverkauf sämtlicher Bade* und Sportartikel zu noch nie dagewesenen Tiefpreisen beim Sportvatter, J* Sfortogerettaße 20, War das ein Erfolg . ♦ . unsere Grosdien-Wodie! Untere Verkaufsläden waren schon morgens so überfüllt, daß wir nur mit Aufbietung aller unserer Kräfte unsere Kunden zufriedenstellen konnten. Dies bewies uns ton neuem das Vertrauen Aller zu unserem Anbot. Wir haben uns daher —- ermöglicht durch einen neuen günstigen Abschluß — entschlössen, unsere Groschenwoche um wenige Tage zu verlängern, um es allen zu ermöglichen, für wirklich wenige Groschen Gebrauchsgegenstände aller Art, wie Textilwaren, Haushaltungsartikel, Konfektibns» wäre, Pelze usw., einzukaufen. 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Alex 'Stein' al^ Darsteller des Zaddik und 1 als verantwortlicher Leiter stand im Mittelpunktdes Interesses. An den kommenden Tagen gelangen die großen Erfolgstücke' der Wilnaer „P e r i p h e r i e" von Frantisek Langer und ,;D e r " G e* dank e" -vbn Leonid Aridrejew zur Aufführung. Zwei; Habima*Premieren in Palästdna. Die H a* , bima hat in Palästina zwei neue Werke einstudiert,, die im Juh mit großem Erfolg aufgeführt wurden: „Der Teufelsschüler", von Bernard Shaw und .„Heil i g e Flamme" von Maugham. Diese Stücke... wurden,,' ein KTovum in der Geschichte der Häbima, nicht von fremden Regisseuren, sondern von eigenen jungen K ü ri s t* lern inszeniert, und zwar das erste von Zwi Fried* l ä n d und das zweite vori E. V i n i a r. Die pälästinen* sischen Blätter sind voll Anerkennung dieser großen künsterlichen Leistung des Theaters. Die , Premiere des ersten Stückes »ging unter tragischen Umständen vor sich: Einige Stunden vor der Aufführung fiel der Schauspieler BejQxChaim, einer der Hauptdarsteller.im Drama, von der Bühne in den Keller,und erlitt eine schwere Schädel* basisfraktur, so .daß er in größter Lebensgefahr schwebte und auch jetzt noch schwerkrank daniederliegt, der Re* gtsseur seihst übernahm die Rolle des- Verunglückten.. — Die. Habima begibt sich in diesen Tagen auf eine Tournee durch das Land, auf der die . neu einstudierten . Werke ge* zeigt, werden sollen. Festabend: Jona Reißmann. Sonntag, den 6. Septem» her findet zu Ehren des verdienstvollen Charakterkomikers Jona Reißmahn, des Nestors des :Wiener Jüdischen Schauspieiervereines im Theater Astor (II., Praterstr. 60), ein Festabend statt, bei welchem das Lebensbild in vier Akten „Leiser der Klesmer" von Sch. R. Pinkas zur Aufführung gelangt. In dieser Vorstellung wirkt eine Reihe vom Mitgliedern des Jüdischen Schauspielerver* eines mit. ■ "< Uraufführung einer Chaluz-Syniphonie in Palästina, Dieser Tage fand im großen Saale des Beth Haam zu Tel-Awiw, die Uraufführung der vom Chorraeister der New Yorker Free Synagogüe und Professor für synagogale.und Volksmusik am Jüdischen, Institut für/ Religion, >A. M. Binder, komponierten Symphonie „r^echaluzim" durch das palästinensische Symphonie»Orcl*ester statt. Die.Aufführung wurde vom Komponisten persönlich geleitet. Eine zweite Aufführung der Symphonie fand kurz darauf in Jerusalem statt. Zeltschrift jfäf dfe Geschichte der laden hl der Tschechoslowakei., Herausgegeben von Hugo Geld, Inhalt des soeben erschienenen Heftes: D. Herzog, Die Kreuz* fahrer und die Juden in Prag (1906). — Dr. Theodor Austerlitz, Ein Rundgang durch das jüdische Museum in Pre§ov. — H. Horowitz, Die Rabbiner und jüdischen Ge* lehrten Prags im 15. Jahrhundert. — Dr. Jakob Bronner, Die mährischen Juden im Goldschmiedehandwerk. — M. Kaufmann', Die erste israelitische Kleirikinder*Bewahr* anstalt in Europa, errichtet im Jahre 1835 in Prag. — Jaroslav Rokycana, Die Häuser des Jakob Bassewi von Treuenburg. — Dr. Oskar Kwasntk'Rabinowicz, Wolf Eiberischütz,— , Dr. Heinrich Flesch, Mäßigkeitsverord« nungen. — Bücher und Zeitschriften (Suchecke), Stamm* bäume (Namersdcutung). — Jüdischer Buch« und Kunst* verlaß, Brünn, Rennergasse 20, Tschechoslowakische Republik. KirJath Sepher. Soeben ist das zweite Heft des achten Bandes der von der Jüdischen National* und Universitätsbibliothek Jerusalem herausgegebenen Viertel« jahrsschrift „Kirjath Sepher" erschienen. Das Heft ent* hält: N a c h r i c h t e n aus der Bibliothek. B i b l i o* g r a p h i e neuer Palästina*Drucke und von Judaica und Hebraica (643 Nummern). Rezensionen (von S. D. Goitein, S. Shunami, S. Eisenstadt, S. A. Neuhaüsen, A. Yaarj, A. Bonne, M. Narkis). Wissenschaftliche Arbeiten: J. Pograbinski: Eine Bibliographie der Ar* tikel. und Aufsätze J. L. Gordons. G. Scholem: Der Autor des gefälschten Sohar*Fragments in der Zeit des Rabbi Abraham Ha*Levy. Aus den Sammlungen der Bibliothek: A. Yaari: Zwei Ephithalamia von R. Moses Hayim Luzzatto! Veröffentlicht mit einer Einleitung nach den einzig bekannten Exemplaren. Bibliographische Glossen: (von A. Tauber, N. Fried.) Judifdie Sport* und illiliilllilli Turnbewe g u n g. Hakoah führt in> der Mannschaftsmeisterschaft von Wien im Ringen In der dritten Runde der Mannschaftsmeisterschaft gelang es Hakoah, den Sportklub Herkules mit 20 :8 Punkten abzufertigen. Durch diesen Erfolg führt Hakoah mit 4 Punkten vor Sportklub 2 P., Slovan 2 P. und Her* kules 0 P. Gegen Herkules zeigten die Hakoähner,-daß sie sich in guter Form befinden. Im Einleitüngskampf siegte Bugzester (H.) gegen Goffzal nach Punkten, Fin* schuß (H.),' der nicht sehr disponiert war, rang mit Tuchon unentschieden. Fadenhecht (H.) erlitt eine uner* wartete Niederlage gegen Vinzenz, Schlänger siegte über Sobötka nach vier Minuten, während Bein gegen Birn* bäum (H.) in der 7. Minute aufgab. Der Kampf Ochsen* horn (H.) gegen Wolkanhofer verlief unentschieden und zum Abschluß siegte Hirschl (H.) gegen Lebloch. , Großes jüdisches Schwinuneeting in Preßbnrg Starke Beteiligung der Wie her Hakoah Der Sportklub Bar K o c h b a*Bratislava'' yeran* staltete in Preßburg. ein großes, internationales Meeting, an d£m nebst den Veranstaltern Makkabi (Brünn), Hagi* bor (Prag), Hakoah (Wien) zahlreiche andere Vereine teilnahmen. Das Fest nahm einen glänzenden Verlauf und brachte mit Rücksicht darauf, daß die besten Vertreter Oesterreichs und der Tschechoslowakei am Start waren, gute Leistungen. Als Sieger aus den verschiedenen Be* werben gingen hervor: 662/3*Meter*Knaben*Rückenschwim* men: G o l d s c h m i d (Hakoah). ~- 100*Meteri»pamen» Rückenschwimmen: Freund (P. T. E.). — 400 mal 200*Meter*Herren«!Freistil: Hagibor. r- 200*Metef*Herren< Brust: Tscheka (Brünn) (tschechoslowakischer rRekord). — 200*Meter*Damen*Bnjst: Bienenfeld*Wertheimer (Hakoah). — 400*Meter*Freistil: Getreuer (Hagibor). — 100»Meter* Damen*Freistil: Löwy (Hakoah). -r- 100*Meter*Lagenstaffel: P. T. E. Glänzendes Debüt Hasmoneas , gegen Slovan 1:1. -— Das erste Spiel Hasmoneas als zweitklassiger Ligaver« ein war ein großer moralischer Erfolg. Die Bläu*Weißen waren die weitaus bessere Mannschaft; Das günstige Er* gebnis ist um so höher einzuschätzen, als der jüdische Verein auf die Mitwirkung von Posauner, Schwock und Birnbaum verzichten mußte. Die Hasmoneä Mannschaft führte ein prachtvolles Kombinationsspiel vor. Wenn sie diese Form weiter behält, dürfte sie in der zweiten Liga eine bedeutende Rolle spielen. Vorzüglich führten sich die Redstar*Leute Reich und Rotter ein. Das Verteidigungs* trio, in dem besonders Beer und Raab auffielen, war für den gegnerischen Angriff ein schwer zu nehmendes Hindernis. In der Deckung ragte Fisch durch gute Ball* Verteilung und vorzügliches Kopfspiel hervor. In den bei« den Seitenläufern hatte er wertvolle Mitarbeiter. Der An* griff arbeitete im Feld ausgezeichnet, während vor' dem Tor die Spieler zu nervös waren und günstige Chancen vergäben. Das Innentrio ist noch zü wenig eingespielt, aber auch diese Formation dürfte bald ein durchschlag«* kräftiger Mannschaftsteil werden. Die ersten 25 Minuten gehören fast vollständig, der Hasmonea, die eine Reihe von Angriffen ins Rollen bringt, von denen aber keiner bis zum Endeffekt gedeiht. Kestler und Neumann vergeben mehrere günstige Chancen. Einige Schüsse von Wythtcil und Henel werden von Beer sicher gehalten. Nach Seiten* Wechsel greifen, die Blau*Weißen heftig an und in der 15. Minute gelingt es Kestler, die Führung zu erringen, Im weiteren Spielverlauf ist Hasmonea gezwungen, infolge Verletzung Rotters nur mit zehn Mann zu spielen. Den Erstklassigen gelingt es durch Stejskal auszugleichen. Da«

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