Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 203 (7.8.1931)
- Date
- 1931-08-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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** •»■» r> 3BIWivö DIE NEUE WELT Stu?205 SteatL geprüft. Dentist frommer Jehudl sucht zwecks baldiger Ehe gebildetes Mädchen aus gutem jüdischem Hause im Alter von 28 bis 35 Jahren. Ausführliche eigenhändige Zuschriften mit Bild an die Expedition dieses Blattes erbeten unter. „Ideale Ehe" als Fremdkörper in dem großen Petrus»Bericht: nach die* Mtn als dem zuverlässigen Zeugen ist vor der jüdischen Behörde überhaupt nicht über Jesus Gericht gehalten worden, sondern man hat ihn ohne weiteres dem Pro* kurator übergeben. Pilatus hat Jesus zum Tode verurteilt und mit der gewöhnlichen Todesart für Landfriedens* brechcr (für ihn war Jesus ein nationalistischer Banden* fuhrer) kreuzigen lassen. Aber die Gemeinde wußte, daß es die Juden sind, die immer die von Gott gesandten Propheten töten,;:und sie bewahrte ein Wort "Jesu, daß er, wie alle Propheten, in Jerusalem sterben müsse. So formte sie die Fassionsgeschiehte mit unbewußter Selbstvcrständ* Hcfckeft nach ihrer Theologie und entlastete den Pilatus immer mehr, belastete, parallel damit die . Juden mit der Blutschuld. Lietzmanns These hat Aufsehen erregt und wurde in der internationalen Presse . eingehend behandelt. In den kirchenhistorischen Kreisen Deutschlands und des Auslandes finden Lietzmanns Ausführungen Anklang. Das Begräbnis eines jüdischen Multimillionärs in China Schanghai, 24. Juli. (J. T. A.) In eigenartiger Weise wurde die Bestattung des vor kurzem verstorbenen jüdi« sehen Multimillionärs Aarpn Hardoon vorgenommen. Die Leiche des Verstorbenen wurde in einer Gruft bei* gesetzt, die .in dem prächtigen Park seiner Besitzung liegt, gegenüber dem Kinderpalast, den er für die 80 von ihm, ad optierte nKin der erbauen ließ. Die Beerdigung fand nach allen Vorschriften des jüdi*. sehen Rituals statt. Nach Beendigung. der Leichen* feier nach jüdischem Ritus. ließ die. buddhistische Witwe des Verstorbenen die Beerdigungs* Zeremonien auch nach buddhistischem Ritus vor» nehmen. Tausende buddhistische Mönche in weißen Trauergewänden verrichteten am Grabe Klagegebetc unter musikalischer Einrahmung mittels Pauken, Pfeifen, Gongs und Trompeten. In seinem Testament hat Hardoon viele seiner adop» tierten Kinder mit größeren Summen bedacht, die ihnen jedoch erst nach Beendigung ihres Hochschulstudiums ausbezahlt werden sollen. Seinen eigenen Kindern hat er Beträge bis zu zwei Millionen Dollar ausgesetzt. Hardoon hat ferner 50.000 Dollar für die Herstellung von Lieber* Setzungen der Bibel und des Koran ins Chine* sische zurückgelassen. Die Bibel übersetzt der hervorragende chinesische. Gelehrte Chi*Sho*May, einer der größten Kenner des Buddhismus; Die chinesische Bibel wird in 20.000 Exemplaren hergestellt werden. J üdifdie Sport* und iilliiillliii Turnbewegung. Große Erfolge der Hakoah-Schwimnier Zahlreiche Meistertitel gewonnen — Antisemitische Ex* zesse bei den Meisterschaften in Linz Vorige Woche wurden in Linz die diesjährigen Meisterschaften im Schwimmen durchgeführt. Warum ge« rade die oberösterreichische Hauptstadt als Austragungs* ort erwählt wurde, ist unerklärlich. Das Bad erwies sich für die Veranstaltung als ungeeignet. Trotz dieser Schwierig* keiten gelang es den Vertretern der H a k o a h, die größten Erfolge davonzutragen. Unter den Leistungen sticht in erster Reihe der neue Rekord Fritzi L ö w y s hervor. Zum. erstenmal gelang es' Hansi Bratmann im Damen* Rückenschwimmen über 100 Meter die Meisterschaft zu erringen. Zum erstenmal ist auch der Hakoahner Stein Meister im Brustschwimmen geworden. Nachstehend bringen wir eine kurze Uebersicht über die Erfolge der Hakoahner in den einzelnen Konkurrenzen: Herrenlagenstaffel 3X100: Hakoah besetzt den zweiten und den vierten Platz. Damenbrust 200 Meter: 1. Wertheimer (Meisterin). . Damencrawl 400 Meter: Löwy (Meisterin). Damen*Rücken: Bratmann (Meisterin). Damencrawl 100 Meter: Löwy (Meisterin). Damen*Lagenstaffel 3 mal 100: Hakoah, Meister (Wertheimer, Bratm'ann, Löwy). Herren*Brust, 200 Meter: Stein (Meister). Die gewaltigen Erfolge der Blau*Weißen sind den anderen Vereinen ein Dorn im Auge. Speziell der E. W, A. S. C. (Erster Wiener Amateurschwimmklub), den die Hakoah von der führenden Position verdrängt hat, macht immer gehässigere Vorstöße gegen den jüdischen Klub. Was sich aber seine Mitglieder beim Linzer Schwimm* meeting leisteten, ist ein arger Skandal. Es zeigt sich, daß manche sogenannte Sportleute J.hre Bubenmanieren nicht abgelegt haben. Zum Schluß der" Veranstaltung hätte näm* lieh ein Propagandawasserballspiel zwischen einem Wiener Team und einer Prbvinzmannschaf t ausgetragen werden sollen. Der anwesende Wasserballwart des Verbandes nominierte die Wiener Mannschaft, worin er neben eini* gen E. W. A. S. C.*Spielern auch den Hakoahner F1 es ch aufstellte. Darauf erklärte der ebenfalls auf* gestellte E. W. A. S. C.*Spieler Staudinger, mit einem.Juden in einer Mannschaft nicht zu spielen. Und auch die übrigen E. W. A. S. C.*Leute, durch ihren Leiter Zimmermann aufgemuntert, erklärten sich solidarisch und traten nicht an. Das Propagandaspiel wurde ohne die E. W A. S. C.*Leutc durchgeführt . und nahm . einen glänzenden Verlauf. . Das Vorgehen der E. W. A. S. C.*Lcute rief große Entrüstung hervor. Aner* kennenswert ist das Vorgehen Dr. Rosenfelds, der diesen Vorfall beim Bankett zur Sprache brachte, bei dem Prä* sident Dr. Schmidt vom Hauptverband, Direktor Wein* berger vom Schwimmverband Reden über die „Einigkeit der Schwimmer" hielten. Daß bei dem E. W. A. S. C. Hakenkreuzler tätig sind, ist ja nicht unbekannt, aber daß diese sich zu einem Exzeß in Gegenwart des Verbands* Präsidenten haben hinreißen lassen, zeigt, daß sie nicht würdig sind, einem unpolitischen Spörtverband anzuge* hören. Die Hakoah, deren Mitglieder inzahlreichen inter* nationalen Kämpfen des Verbandes mitwirken, wird zweifellos ihre Konsequenzen ziehen müssen und an einer Verbandsveranstaltung so lange nicht teilnehmen, bis sie für die Linzer Vorfälle ausgiebige Genugtuung bekommen. Die jüdischen Gönner, die auch für den. E. W. A. S. C. Geld übrig haben, werden hoffentlich wissen, was sie nun zu tun haben. Der Präsident des, Schwimmverbandes, Herr Wein* berger, hat den Schwimmer Staudinger disqualifiziert und die Anzeige an das Gaugericht erstattet. Jüdische Schwimmer bei den Europameisterschaften in Paris Während sich in Oesterreich vor einigen Tagen bei einem Schwimmfest ein skandalöser .antisemitischer Vorfall ereignete, kennt man in der Tschechoslowakei keinen Rassenunterschied bei den Sportlern. Die Tschechen schätzen die große Schwimmkunst der Juden und haben für die Juriginannschaften in Paris mehrere Mitglieder jüdischer Klubs mit ihrer Vertretung betraut, und zwar: 100 Meter Freistil: Steiner (Bar Kochba, Preßten! Alle sind sich einig: Schiffmanns Waren sind nicht nur von besonderer Güte und erlesenem Geschmack, sondern billiger! ^^yfc Einige W Beispiele* NORMALPREIS Seal-Streifen-Mantel auf K-Seide, gefüttert u. watteliert n ert ' s 79.-, 5 59. — Seal-Elektrik-Mantel, nur ganze Felle, ganz piquiert und n 4nn Seide geiüttert :. . S 198.- 5 169.— Nutria-Lamm-Mantel, ganze f^elle, der dauerhafte Strapaz- « 4Mn pelz. . . .'. .. S 198.-, S 149.— Fohlen-Mantel, braun und schwarz^ ganze Felle, m. Bisam- Wammen« oder Bisam-Rücken- « OQD Schalkragen...... . . . o ^ao.~— Unser Schlager: Echter Bisam-Rücken oder Bisam- Wammen-Mantel, ganze Felle, ganz pi- < n quiert, Seide gefüttert..........o «Jaö. — Echte FÜChse, schön ausgearbeitet, jetzt nur S 59.— Pelz-Krawatte nur........ . . 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Torschützen: Mausner (2), Mermelstein, Heß und Eisenhofier. — Kommenden Samstag und Sonntag spielt Hakoah in Warschau jregen Polonia und Legia. Mit diesen zwei Spielen ist die Tournee der Blau-Weinen beendet. Vor Beginn der Meisterschaft wird Hakoah ein Freundschaftsspiel gegen Rapid austragen. Für den 3. Oktober wurde bereits ein internationales Match, und zwar gegen National Sporting Klub Kairo vereinbart. „Hasmonea" spielt Sonntag, den 9. d. M.t um dreiviertel 6 Uhr nachmittags auf dem Elektra*Platz (Endstation A*, -. Ak*Wagen) gegen Slovan. Beide Vereine treten in diesem Freundschafts« spiel in stärkster Aufstellung an und wird Hasmonea in diesem Treffen ihre Neuakquisitionen versuchen. — Frei* tag, den 7. d. M., um 9 Uhr Spielerve.rSammlung im I. K a f f e e h a u s, Prater«Hauptallee. Die Gegner Hasmoneas in der zweiten Klasse. Der Sp. Cl. Hasmonea, der in der kommenden Saison an der Meisterschaft der zweiten Liga teilnehmen wird, steht vor keiner leichten Aufgabe. Die Termine des jüdischen Vera eines im Herbst lauten: 30. August: Frem; September: 6. Donau, 20. Bewegung XX, 27. Ostmark. Oktober: 4. Vorwärts 06, 11. Simmering, 18. D. A. G. - November: 1. Weiße. Elf, 8. Gersthof, 15. Viktoria: XXI, 22. Libertas, 29. Neubau. Die HakoahsAmateure werden an der Meisterschaft der vierten Klasse teilnehmen. Makkabi bleibt zweitklassig. Der Sp. Cl. Makkabi hat gegen die ungerechte Einteilung in die dritte Klasse Protest erhoben. Der Wiener Fußballverbarid konnte sich den begründeten Argumenten des jüdischen Vereines nicht verschließen und gab dem Protest statt. Makkabi verbleibt in der zweiten Klasse. . Unsere geschätzten Leser werden auf die jüdische Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämts liehe Schulbücher, auch antiquarisch, zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet. 10 Groschen tag« lieh. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon R,41*4«20. _ . E Aus der Filmwelt* Die J^remierentheater der Ufa-Filme Die Ufa-Filme der Saison 195,1/52, die bekanntlich durch iha-e darstellerische Besetzsung, ihre Produzenten, Regisseure, Komponisten usrtv..^ur<hiwegs zu den Spitzenfilmen der W'eltproduktion geizölhlt werden können, erleben mit Ausnahme von zwei Großfilmen der Erich- Pommer-Produktion ihre Wiener Eristaufifiührunig ausschließlich in cler Theatengiruippe Gax t einibaiu-U f at o ji-S t a f a-K o 1 o s s e u m-K i ai o. Die zwei Pom/mer- Filme erscheinen in d'-r S c a 1 a und im Aipollo. Die genannten vier proniinenten Kinotflieater, die ZiUisaanimen einen lassaingsraum für 5000 Personen besitzen, sind mit dem modernsten Kinoikoinifoi-t ausgestattet und sind iu Wien derart verteilt, daß das Publikum eines jeden Bezirkes ahme viele Mühe zu einem dieser Kinos gelangen kann. Es wind somit unseren Fi-knifreunden jetzt die Möglichkeit gegeben, Ufa-Filme ohne weite Faihrten und sonstige Strapazen leicht >umd beq^uem zu besichtigen. Der Start der neuen UfaiPxod'Uiktion findet bereite Mitte August statt. Als ersten Film bringt die Ufa in den vier Kinos die mondäne Komödie „Nie wieder Liebe" nadi dem vielbelachen Stück von Julius Berstl „Dover-Caiais" heraus. Die Hauptdarsteller sind Lilian Harvey, Felix Bressairt und Harry Liedtke. Regie führt Anatol Litiwak, die Musik stammt van dem beikannten Kompondisten äVTißcha Spoliansky. Das Tonfilm-Kabarett der Ufa Nun ist es dem Tonfilm auch gerungen, die reizvolle Kleinkunst der tönenden Leinwand zu erobern. Für die Ufa hat Kurt Genoin, ein auf dem Theater, dem Kabarett und im Film erfahrener Darsteller und Regisseur, die Leitung dieser Kabarettfilme übernommen, die die ganze Mannigfaltigkeit und den bunten, aibecr trotzdem einäieitlichen Stil dieser Art DaiiMetungen bewahrt haben. Das pointierte Chauisoai, das Lied mit sentimentalem oder volkstünnlichem Einschlag, die Tanzsizenen, der Sketch wechseln in unterlhaltender Folge einander ab. Aus dem groUen Repertoire, das die deutschen Kabaretts aiufweisen, wurden die besten Nummern ausgiewählt und mit den bedeutendsten Vertretern der Kunst der 'zehnten Muse besetzt. Die bekanntesten Jazzkapellen besorgen die musikalische Begleitung. Das erste. Ufa-Kabarett gelangt im Beigrograman der Tonfilm-Komödie „Nie wieder Liebe", deren Hauptrollen Lilian Harvey, Felix Bieesaiit und Harry Liedtke spielen, bereits in der nächsten Zeit im Gartenbau-, Ufaton-, Stafa- und Colosseum- Kino aur Wiener iErstaiuiifühirunig. Ufa-Start: „Nie wieder Liebe" Als ersten Film dm der neuen Saison läßt die Ufa demnächst im Gartenbau-, Ufaton-, Staifa- und Colosseum-(Kino die Tonfilm-JCamödie ,^Nie wieder Liebe" nach dem erfolgreichen, vielbelaxhien Stüde „»DoYer-Calais" von Julius Beretl erscheinen. Die Hauptdarsteller dieses Lustspieles sind Lilian Ha r v e y, ■ Felix Bressart nud Hö-nry Liedtke. Außerdem wkken mit: Marge Li on, Oskar Mairdon, JmMw Falkeast ein, Hermann Speelmans n. a. m, Regie: Anatol Lilwak. Musik: Mis<±ia Spoliansky, der bekämpfe foragooifei asWer w&u&mc, Ufamm mm Bdjafflgj