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Die neue Welt · 1931-07-24 · Heft 201 (24.7.1931) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 201 (24.7.1931)
Date
1931-07-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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185 Preis 35 Groschen JflfitgMig 5 T'«. Universi<äfsbibli0t,lek Wien. f. fotog, den 14* Mf Itfl *#1 V. D. R E V U E BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S tM, vierteljährig S4.20. ganzjährig S16. Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.-; Jugoslawien monatlich DI Lei 40.-, vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Lewa 120.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz and die üi jährig Schweizer Francs 4.50 f; Polen monatlich Zloty 2.—»vlerteliührig Zloty6.-S Inar 14.—, vierteljährig Dinar 40.-; Rumänien monatlich Mark 3.-; Balgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljährig rlgen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, viertel- HERAUSGEBER; ROBERT STRICKER Redaktion «.Verwaltung: Wien IX, Universitatsstr. 6-8, Tel. B-48-504 — Erseheint jeden Freitag! - ' ' . Her 17* Ziomsienkongreft HALT! VOR URLAUBS ANTRITT! ÖTZTALER JANHER» RUCKSÄCKE SnnHaf erlhosen für Herren« Damen, 3» Kinder 4.80,Auischlag-Panama - ' ' Htmdin 4.98, Knlv- Unterhofen 1.SS, KnlckarbookerstrUmpfa von 2.85 aufwäitt, alles In grOBtar Auawahl FoEti, BIlLlGSTe^K L WIPPLINCERSTR -!ZO^ Nach Weizmanns Scheiden ( , , Der ZionistcnkongrQß hat den Mann, weldier die Zionistische Weltorganisation seit mehr als zwölf Jahren, und in - entscheidenden Jahren, geleitet hat, nicht wiedergewählt. Weizmann war nicht Organisationsleiter im . gewöhnlichen Sinne des Wortes. Er7 -war - ungleich mehr. AlleinherrscherI Was mit ihm ah der Leitung teiliiaJim. kam weiter nicht in BötracHt.' Wenn man wissen will, wer Heben i hm in der Leitung saß, dann muß man wirklich in den Protokollen 'die; Namen suchen.' pthfl- *las G<*clü.H»tnisi : versagt. Irgendwelchen .öffei^ Geschick^der Organisation , und ihre Politik hatte-rkßmer der vielen v^j^^^r^l^e. in ~cjeh' -J^hrfett; 1920' bis ,195t in den" sechs 'WeJi^ami-l^biji^tteA; f*österi .bökleldeten. Für starke Männer, ausgeprUgtc Individualitäten, war neben Weizmann kein Platz. B'randeis,' Ussrschkin, Jabotinsky, deLinie müßten den Irrglauben, mitbestimmen zu können', mit rascher und weiter Flucht aus der Exekutive bezahlen. Weizmann . ging seinen. Weg. Die kontrollierenden Instanzen', Kongresse und Aktionskomitees konnten ihn weder ablenken noch hemmen. Er schuf die Situation, in welcher sich heute die Zionistische Weltorganisation befindet, unter alleiniger" Verantwortung, . sie ,ist ( sein Verdienst, ist seine' Schuld. Darum ist es "k^ne'fü'berfl'üSßige Tüftelei, k e d n Wühlen im Persönlichen, wenn man die Form, und die Gründe de«; Scheidens. Weizmanns von der Führerschaft eingehend betrachtet. Nicht ein Mann' ist gegangen'. Ein /System ist 'gegangen..' ' ' ■ ■"' i . <• i .'. I. .".Vir! 1 .1.;;• :.> -• ••! .; ,;; . H«t.Weizmann verzichtetif •:.<'[ <#bird-iWeiim$nn'MsAte früher') unzählige Male und bei den verschiedensten Anlässen die Absicht kundgegeben, zu gehen, und blieb! Man hat ihm das zum Vorwurf gemacht. Mit Unrecht. Das Mittel der Drohung mit Demission entspricht nicht jedermanns Geschmack. Aberes ist, vom parlamentarischen Standpunkt aus besehen, ein durchaus /erlaubtes, ' ein korrektes Mittel. Wenn ein Führer cjurch Drohung mit seiner Demission die. Organisation .i^yner und immer wieder' gefügig machen kann, so spricht das höchstens gegen die Organisation,-, nicht , gegen den Führer, r , .' Diesmal aber; hat Weizmann audi auf dieses alt- -bew;ährte Mittel verzichtet, kein verstecktes Spiel getrieben. Er hat den Kongreß keinen .Augenblick im unklaren darüber gelassen, daß er .bleiben, und seine Poli-, ••tik' 'jkonee^uent^fortftijire'n will. Er selbst hat . seine Kan-' .didatur. in .unzweideutiger W,eise auf gestellt. . In. einem ] Interview, das dann in./englischen .''u^dfl^e^anisdieii | „Zeitungen erschien,, führte,er aus, daß die Organisation; vor "drei, für den Zionismue1 lebenswichtigen "Aufgaben | .stehet Verständigung! mit der britischen Regierung, Ver- ■ ' ständigu.ng mit 4e;n Arabern,' Beschaffung von' großen i ,' Geldmitteln'. in Amqrrka; ' „Ich glaube", sägte Welz-1 marin, „daß ich berufen bin, 'diese Aufgaben zu lösen. Ich'; aUe^n.. ' Andere könnten-die1 Sache nur verderben!". Pas. ist wohl der schärfste Ausdruck des Willens, Führer zu'bi'ejben, '.'.:'; ,Die. Politische Kommission des Kongresses nahm, eine Resolution, betreffend das zionistische Endziel, an, wejdie in diametralem Gegensatze zur VerziehtpoUtik Weizmanns stand. Jüdische Mehrheit in Palästina, historische Grenzen, politische Selbständigkeit. Also eine Judenstaats-Resolution, in der lediglich das Wort Judenstaat" fehlte. Da ging Weizmann in die Kommission, um ihren Willen oieiderzukäinpfen. In Schluß der Verhandlungen stundenlanger Rede schilderte er die verderblichen Folgen die eine von der seinen abweichende Endziel- Politik mit sich bringen muß. Hinter seinen Worten drohte: Feindschaft Englands, blutige Empörung der Araber. Er ging und die Kommission blieb bei ihren Beschlüssen. Eine halbe Stunde später flatterten Panik- Telegramme aus Palästina in den Saal, in welchen Absetzung der Endzielrcsolution gefordert wurde, weil sonst Pogrome ausbrechen könnten. (Aufklärung darüber, wie diese Telegramme zustande kamen, wird erst eine spätere Zeit schaffen.) Unter dem Eindrucke dieser Telegramme wurde die Resolution abgeschwächt. Nicht unter dem Eindrucke der Rede Weidmanns. Dann fiel der stärkste. Schlag gegen das bisherige Regime: Nah um S o k p 1 o,w . trat als Präsiden t s c h a f t s k a n d i d a t .. a. u f. Weizmann dadite auch jetzt nicht daran,;das Fejd zm....räumen.';E?-. und seine Freunde wandten dae\-9tärk^(e^.\l!^tt.el .au,, um diese Kan-. didätur zu beseitigen. Sie eilten.zu Sokolow und beschuldigten ihn des Verrats an. Weizmann. Sie drohten fhm mit schärfstem Kampfe^ altpn . ifljw^iLi ^**i*MB _.__i*4etoÄ-s'»-'r-.....• >iä§idmtr&®n ■ , i. d •; . \.(; * -'': ~. ' ..........Die neue Wie wir b<lreit?^eiichtet haben; wurde -Dienstag, ' den 14. Juli, in der Ab^chiedssitzung'Nahum Sokolow, der bisherige Präsident der zionistischen Exekutive, zum Präsidenten der Zionisitischen Weltorganisation gc^ wählt. Seine Präsidentschaft wurdö mit 118 :48 Stimmen akzeptiert. Für Sokolow stimmten die Allgemeinen Zio nisten (Gruppe B), der M i s r a c h ii die Rad ir k a 1 e n und die R e v i s i o n i s te ir;- gegen Sokolow die Arbeiterlinke und die von Kurt Blumenfeld (Deutschland) und Dr. Eder (England) geführte Gruppe A der Allgemeinen Zionisten. Vor der Wahl gab Robert Stricker namens der revisionistisohen Fraktion folgende Erklärung ab: „Wir haben uns entschlossen, lür die Wahl des Herrn Nahum Sokolow zum Präsidenten der Zionistischen Organisation zu stimmen, weil wir der ... Ansicht sind, daß der von uns gewünschte Wechsel des Systems und der Leitung der Zionistischen Organisation auch einen Wechsel der Pcfrsonen zur Voraussetzung hat. Wir glauben, daß durch diesen Wechsel der Personen eine von uns bekämpfte Tendenz ihren Abschluß gefunden hat. Nachdem , wir aber noch keine Kenntnis von der Zusammensetzung und dem Programm der künftigen Leitung haben, erklären wir, daß unsere Haltung zur künf-, tigen Exekutive durch unsere Stimmenabgabe i bei der Präsidentenwahl in keiner Weise festgelegt ist." Berl Locker (für die Arbeiterpartei) und Kurt .Blume n f e 1 d (für die A-Gruppe)- begründeten ihre Stellungnahme in Erklärungen, i Das zionistische Aktionskomitee Hierauf wurde die Wahl des neuen zionistischen Aktionskomitees vorgenommen.1 Es setzt sich folgendermaßen zusammen: / 1101 Revisionisten: ' Meer Gros'snian ' (London), " Richard L i c h t h ei m ' (Berlin), Jakob Hof f m a h'n "(Riga), Jakob K ah an (Warschau), Jona Machowe r (London), Israel R o s o f f'; (Tel-Awiw)!' Josef Sehe c h t-) ' man n ' (Paris), Selig S o6^ki n (Genf), Robert S t r ik-! k e r (Wien), B. Weinst e i n (Te4-Awiw). ' ' ' •'17 Aligemeirie Zionisten: Adolf- B e r n h a r d (Bu-1 " karest),: Kurt Bl u m e n f e 1 d (Berlin), Professor S. B ho- "det's'ky (Leeds), A. J. F reim ah (Ottawa), Ab. G o 1 d b e r g (New York), Dr. Alexander G o l'd s t e in (London), Jacob de Haas (New York), Dr. Georg* H a l p e r n (Berlin), Mrs. Edward Jacobs (New York), Dr. Alexander Licht (Zagreb), Louis Lipsky (New York), Dr. Benzion Mossinsohn (Tel-Awdw), Isaac Ochberg (Capetown), Dr. Josef Ruf eisen (MHb- Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgelt» lieben Nptizen sind durch ein beigefügtes £ bezeichnet. Exekutive wurde das Ehrenwort abgenommen, eine* Leitung Sokolow ihre Beteiligung zu versagen. Mit allen Mittel der Obstruktion versuchte die Weizmatna ganz ergebene Arbeiterpartei die Wahl Sokolows hinauszuschieben, zu verhindern. Sokolow wurde gewählt. Aber Weizmann resignierte nicht. Er versammelte die Linken um sich und hielt eine Kampfrede. „Ihr und ich, wir sind die einzigen, reinen Zionisten! Dunkle Mächte waren am Werke, und haben augenblicktich gesiegt. Ich werde kämpfen, rückhaltlos kämpfen.'' Nach der Wahl Sokolows erschien Weizmann im Koiigreßsaale und nahm demonstrativ auf der Bank der Linken, die gegen Sokolow gestimmt hatte, Platz. Als die Delegierten sich von den Bänken erhoben, um deu neuen Präsidenten zu begrüßen, blieb ein Mann sitzen: Weizmann.... . Weizmann bat nicht verzichtet, hat der lieüen Leitung den Kampf angesagt., Das ist" die Lage, mif welcher die Zionistische Organisation bis auf weiteres zu rechnen hat. (Weitere„Artikel folgen.) Yisch-Ostrau), Dr. Einil S ch in ö7ra'k<^ (Lemberg)» Di. J. S c h w a r zb a r t (Krakau), Dr. Osias T h o:n (Krakau). 15 Linke: M. Jarblum (Paris), Berl Locker (New York). Ing, S; K a p 1 an sk y (London). tVnselm R e i ß (Warscliau) u nd elf andere * Vertreter der Linken. .7 Misrachi: Rabbi Meir Berlin (Jerusalem), Hesphcl F a r b s t-e in (Warschau), Dr. Simon "Federbusch (Lemberg), Rabbi Wolf Gold (New; York), Elimelech Nejfeld (Warschau),>Dr. Markus Nurok (Riga)r Moses S ch u p i r a (Jerusalem). : :. . 2 Radikale Zionisten: . Jizchakc -Q r;ünba u m (Warschau), Dr. Nahum G o 1 d xti a n n (Berlin).; Virilisten: Dr. Chaim Weizmann, Leo M'o'tzk i n, M. M. U r s i s c h k i n, Dr. Artur R u p p in; Doktor Schmarjabu Lewiu, J. Naiclitsch, Dr. Victor Jacob s o n. ' , Vertreter des Waad Leumi: Mitglieder: Elijahu Berligrie, D. Ben Gurion; Stellvertreter: Josef Baratz, Raw Ostrowsky. { Vertreter des Jewisb Coloriial Trust: Dr. Berthold Feiwel (London). :; Vertreter des K e r en K a j em e t b L e ji s ra iel: Salman Soliocken (Berlin). : ' Vertreter des Ker'en 'H.a.j essod :.' Dr; ', Artur Hantke. Ersatzmitglieder (Revisionisten): B. Arditti (Sofia), 'Max Bodenhedmer '(Köln), Mosobe Leiserowitsoh (Warschau); Jacob Rothmann '(Lemberg), Moses Schwarzanann (London), Zinowic Tiomkin (Paris), Abraham Weinschall (Haifa), Wolfgang v. Weisl (Jerusalem), Dr. R»abi- nowitsch (Brünn); Propes (Warschau). : ••" Ferner erhielten, die Allgemeinen, die Linken, der Mirachi und die Radikalen die ihnen, zukonimenden Ersaitzmitglieder. Der zionistische Agency-Council Die Mitglieder des ^ktionsko^nitees mit A usnah me r e,v i s i d n i s t i s: c b e r' V'e r t r e t e r : bilden gemeinsam mit folgenden Delegierten die zionistische Hälfte des Councils d«r Jewish Agency: A I 1 gerne in e Zi o nis t en :• Isaac Allen (New York), Izchak Berger (Chisinau), Sam. Cohens (Luxeni- ' bürg), Haim Farchy., (Sofia);; Dr. Berthold Feiwel (Lon- ' don), D. Florentin (Saloniki)r Nathan Gesang. (Buenos Aires), Rev. J. 'K. Goldbloom. (London),- Dr. Oskar > Grünbaum (Wien), Dr. Aasejm Halpern > (Stanislau), M.'Hindus (Warschau), Dr. Ede Iszak (Budapest), lag. Naftali Landau (Lemberg), Leöp Levite (Warschau), Richter Julian W. Maok (New York), Lazar Margulies (Budapest, Simon Marks (London), Joachim Neiger (Tarnow), B. Nemeschansky (Helsingfors), Emanuel Neuman (New York), Alfons Pacafioi (Florenz), P. Policansky (Capetown), Mrs. Sol. Roasenbloom (New York), Felix Rosenblüth (London), Dr. Martin Rosenblüth (Berlin), Morris Rothenberg (New York), Harry Sacher (Loa-.

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