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Die neue Welt · 1931-07-17 · Heft 200 (17.7.1931) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 200 (17.7.1931)
Date
1931-07-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Ifcfe I DIE NEUE WELT 1fäntftäf»Sad i^iPlM oder mit überflüssigen Haaren gebraucht ErhältHCh In Apotheken tmd Factgescblft«! Der 17* Ziomstenkongreß Fortsetzung de* Verhandlungen Donnerstag, den 9. Juli, wurde, wie bereits berichtet, die Generaldebatte mit Weizmanns Schlußwort abgeschlossen. Die Hauptarbeit; des Kongresses war auf die Tagungen in den Kommissionen konzentriert. Da bekanntlich die revisionistische Fraktion die neuerliche Fixierung des zionistischen Endzieles in den Mittelpunkt des Kongresses gestellt hatte, wurde zunächst in der. Permanenz- und politischen Kommission ein kräftiger Kampf ausgefochten. Am 9. Juli lagen außer einer Resolution der Revisionisten auch Resolutionen der Allgemeinen Zionisten (Gruppe A), der Radikalen, der Allgemeinen Zionisten (Gruppe B), denen die Mehrheit der amerikanischen Zionisten angehört, vor. Der Gruppe B-Entwurf enthielt ebenfalls die Forderung nach einer jüdischen Mehrheit in Palästina. Die palästinensische Industrie. Am selben Tage hielt Supraski sein Referat über Handel und Industrie in Palästina und führte ungefähr aus: Erst das Jahr 1924 und die vierte Aiijah hat Sachverständige der Industrie nach Erez Israel gebracht, und wie aus dem dem Kongreß* überreichten Bericht zu ersehen sei, beschäftigt die palästinensische Industrie gegenwärtig 1 2.000 Personen als Anbeiter und Industrielle, d. h. direkt 3 0.0 0 0, indirekt 1 0.000 Personen, insgesamt den vierten Teil des Jischuw in Erez Israel. Der jährliche Umsatz beträgt 21/» Millionen Pfund; wenn man abzieht, was aus dem Auslande importierte Rohstoffe kosten, so bleibt dem Jischuw eine Summe von i1/» Millionen. Eine halbe Million beziehen die Arbeiter als Löhne., D i e Existenz der Industrie ist sicher. Trotzdem brauche sie vor allem verständnisvolles Verhalten der Regierung. In Syrien " interessiere sich die Regierung durch Zoll- und Kreditmaßnahmen für die Industrie, und es bestehe die große Gefahr einer Abwanderung der palästinensischen Industriellen! Palästina-Regierung und Zionistische" Ör-gWisation mtiß-l ten größere Aufmerksamkeit auch der Gewinnung von: Absatzmärkten zuwenden und in die Zollverträge gewisse Paragraphen zum Schutze der Palästina-Industrie bringen. Dies habe man bei den Verträgen mit Persien, der Türkei, Aegypten und dem Irak unterlassen. Wegen großen Mangels an langfristigen Krediten bemühe sich der Industriellenverband schon seit langer Zeit um die Schaffung einer Industriebank. Dieses Problem dürfe nicht aufgeschoben werden. Auch die Frage der Löhne sei wichtig. In Syrien bekomme der Arbeiter die Hälfte dessen, was in Palästina. Wenn man Arbeitnehmern und -gebern Existenzmöglichkeiten schaffen wolle, müsse man Hilf s wirtschaften in der Nähe der. Arbeitsstätten errichten und so eine Senkung des Lohnes herbeiführen. Auch das Handwerk leide an den gleichen Mängeln wie die Industrie und die Beschlüsse des XVI. Kongresses zu seinen Gunsten sind nicht durchgeführt worden. Die Entwicklung der Industrie störe ferner der Mangel an Kontakt zwischen Arbeitnehmer und ■ig'eBer. Zu seiner Behebung tritt ' Süprasky für neutrale Arbeitsbüros ein, denn gemeinsame Arbeitsbüros könnten die Lage nicht beeinflussen. Ein Industrieller habe seine Fabrik nach. Syrien verlegt, weil bei ihm acht Monate im Jahr gestreikt w o r d e n i s t. Die Forderungen der Industriellen sind: Eröffnung der Industriebank, Erweiterung der Industrieabteilung der Jewish Agency, Gründung einer obersten ökonomischen Abteilung bei der Jewish Agency, Einführung von Exportprämien, Konsolidierung bestehender Industrien durch . langfristige Kredite, Schaffung neuer Industriezweige und Propaganda beim Ausland s k a p i t a 1, Wiedererrichtung des I ndustried'epartementsder R e g i e r u n g, A e ü-: dem hg des Zoll- und Tarif Systems, Aufruf sju Gunsten von Tossereth Haarez. Die Errichtung einer. Eisenbahn zwischen Erez Israel und Indien eröffne die Möglichkeit, Palästina zu einem Industrieland wie Belgien zu machen. Werde man die Forderungen der Industrie nicht erfüllen, bestehe die Gefahr ihrer Abwanderung nach Syrien. Bericht über die Gesundheitskommission. Sodann erstattete Miß F r ä n k e 1 (Hadaßsah) den Bericht über die Gesuudheitskommissiou: v ■''•"In der Berichteperiode ist das Niveau der Hadassah-Arbeit nicht gesenkt worden und die Politik, Teile der medizinischen Institutionen in kommunale Verwaltung Überzuführen,., wurde weitergeführt. Am t April 1931 übernahm .< Tel-Awiw das Hadass-ah-Hospital; die Verhandlungen, wegen des' Spitales in aHifa seien im Gange. DecWaad Leumj habe es uhernocuineQ, Wik am Hadassah-Bud^ei bis zu einem Betrag von 3500 Pfund zu beteiligen. Der Waad Habriuth hat ein Minimalbudget ton 54.000 Pfund Sterling für Ha d as s ah und 7500 Pfund Sterling für Ku p a t h Chölim empfohlen. Die Hadassah hat ihr Budget auf aufgebracht werden, wenn Schließungen vermieden Werden sollen» Sie könne aber nur die Verantwortung für 5o.5 00 Pfundherabges.etzt, dieses muß aber voll 45.000 Pfund übernehmen und ersucht die Budgetkommission, die Differenz von 5500 Pfund in Betraobt zu nehmen, da sonst das Spital in Saf ed oder H aifa gesperrt werden müsse. Die allgemeinen Ausgaben der Kupath Cholim würden 55.000 Pfund Sterling betragen, von denen 7500 als Minimalbeteiligung des Keren Hajessod, 48.083 Pfund Sterling als Summe der örtlichen Beteiligung der Mitglieder, Arbeitgeber usw. festgesetzt sind. Der Vertreter der Kupath Cholim erklärte, daß, wenn nicht die 7500 Pfund Sterling bewilligt würden, die Gewährung der medizinischen Hilfe an zwei Kategorien, Einwanderer und neue Siedler, eingestellt werden müsse. Eine entsprechende Beteiligung der Regierung an den sanitären Institutionen ist nicht erzielt worden. Die Zahl der Juden im Hospital von Jaffa und Haifa ist nicht angemessen. Hadassah ist mit der;,, Tuberkulose-Liga die einzige Stelle für Tuberkulosebekämpfung. Auch die Kupath Cholim, die eine der Regierung zustehende Verantwortung trägt, erhält ebenfalls ke I n e finanzielle Hilfe. Die Gesundheitskommission schlägt dem Kongreß schließlich die Annahme einer Reihe von R e s o 1 utiqnen vor, in denen die Uebertragung der Hadassah- Ins|itutionen auf den Jischuw begrüßt und die Jewish Agency zur Führung weiterer Verhandlungen in dieser Richtung aufgefordert wird. Die Knesseth Jisrael wird aufgefordert, den Betrag von 3500 Pfund aufzubringen, damit das Gesundheitswerk nicht gefährdet werde. Es wird festgestellt, daß die Palästina-Regierung ihre Pflichten gegen das Gesundheitswerk nicht erfüllt hat, und die Verpflichtung der Regierung sjur Unterstützung der jüdischen Institutionen betont.., Der Kongreß nimmt diese Resolutionen einstimmig an. ■•,••.-• >■ Neue Exekutive and Endziel. . " Freitag, den ib. Juli, standen Kommissionen uikl Kongreßplenum völlig im, Zeichen des Kampfes um) d i e B el s e t z\u n g d e r. n e u e n E x e k u. t i v e?ü n d d i e,; F.örmu 1 ier'.ung .... dies,',.'lE'n:<tzTele's' '''e rf ' Be-j! ." .•' 11? tz.m** oatötui'.*-*."!^ «•••:•;>>*!' .weg.ung... ., ......... .... :.;::;:^,..;rt .^.■.::::,>{< \ Eine gewiss«. Verseng | dadurch ein, daß die von Ör. ,JEder^ und, .Kurt; . Blumenfeld geführte sogenannte ^-Crruppe der Allf . gemeinen Zionisten durch ihre, i Vertreter in djer j Politischen Kommission formell die Forderung nä.ch ' einer Wiederwahl Dr. Weizmanns stellen ließ., . , j. , Ein Subkömitee der ' Politischen .-, Kommission hat mit 3 gegen 2 Stimmen' ein. . Mißtrauensvotum gegen Dr. Weizmarin angenommen und dem Plenum der Politischen Kommission vorgelegt, Anderer-t seits..hat eine Fraktio.nssitzung der Linkem mit 53 gegen 11 Stimmen beschlossen, eine Kandis datur W e izmanns zu,, unterstütz e n. Die Beratungen der Politischen t Kommission über die-Endzielformulierung kamen eine Zfit lang nicht recht, vom Fleck. Es wurde eine Kompromißresolution in Erwägung gezogen, in der gefordert 4wird, daß „die Man d a t a rmächt der zu einer' jüdischen Mehrheit führenden jüdische^n Arbeit" keine Hindernisse in den Weg lege. ' In der Permanenzkommission wurde ein Antrag der Allgemeinen Zionisten, eine Exekutive auf Basis' einer großen Koalition zu bilden, mit den Stimmen der Linken und der Eder-Gruppe, abgelehnt. . Resolution der Wirtschaftskommission. Unterdessen hielt im Plenum J. Naiditsch den Bericht über die Wirtschaftskommission 'Und bemerkte eingangs, daß deren Aufgabe in der Auffindung eines Weges zur Heranziehung des jüdischen K a p i t a 1 s in Erez Israel' gelegen war. \ Zur Heranziehung des „kleinen** Kapitals wären „Safe-cöoperations" "(Sparkassen) mit Einlagen von 10 Cents bis 10 Döllar zu errichten. Der Mittelstand kann nur durch Orangen- und andere Pflanzung e n herangezogen werden, die Dividenden abwerfen." Das „große" Kapital' sorgt für sich allein. In Ame'rika könne man auf dem Wege der Sparkassen Millionen Döllar aufbringen. Für die Ansiedlung des Mittelstandes werde Zusammen» arbeit mit der Ica vorgeschlagen, die genügende Sicherheit für y$e Einlagen von 500 Pfund Sterling biete. Der Pica würde dadurch andererseits ermöglicht, Boden abzustoßen und neue Mittel zu investieren. Der schwierigste Pünkt der Kommissidnsberat'ungen ' sei das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Zionistischer Organisation gewesen. Alle früheren Versuche, eine Uebereinstimmung herbeizuführen, seien daran gescheitert, daß die' Zionistische Organisation nicht die Verantwortung für .das Privatkapital übernehmen könne, daß sie nicht dje Autorität habe, es heranzuziehen, und daß sie schließ« lieb nicht imstande sei, es sachgemäß zu beschäftigen und mit Informationen zu weeheo. Die politia^ke Hilfe der Exekutive sei nötig, die Kontrolle aber müsse abgelehnt werden. In der realen Arbeit werde sich eine Form finden lassen, das Prinzip der jüdischen Arbeit bei den Unternehmungen der Privatinitiative durchzusetzen. Es müsse einfür allemal festgestellt werden, daß Keren Hajessod und Privatinitiative keine Gegensätze seien und der Stillstand der nationalen Fonds überhaupt nur durch Organisierung and richtige Ausnützung der Privatinitiative wettgemacht werden könne. Man müsse in jedem Lande die Menschen finden und zusammenschließen, die in ihrem Namen die Unternehmungen in Palästina und ihre Obligationen garantieren. Die Resolution der Wirtschafts-Kommission fordert die Gründung von Körperschaften in allen Ländern zum Zwecke der Organisierung nnd Förderung der Privatinitiative mit dem Aufgabenkreis: Investierung von kleinen Kapitalien in sicheren Anlagen, Förderung der Ansiedlung von kleinen und Mittelkapitalisten, Heranziehung von größeren Kapitalien für großindustrielle Unternehmungen, Organisation eines rationellen Informationsdienstes in Palästina und den größeren jüdischen Zentren sowie des Absatzes der palästinensischen Produkte. Handel und Industrie. Der Allgemeine Zionist der Brandeis-Richtung Israel D. B r o d i e (New York) hielt ein Referat über die Beschleunigung der Absorptionsfähigkeit Palästinas. In den nächsten fünf Jahren müssen mindestens 100.000 sich selbst erhaltende Juden nach Palästina gebracht werden. Bei Kriegsende habe die jüdische landwirtschaftliche Bevölkerung 12.000 betragen, die von der Industrie abhängige Bevölkerung nur einige tausend. 1029 betrug die jüdische landwirtschaftliche Bevölkerung 38*777, während von der jüdischen Industrie im Jahre 1930 mindestens 33.000 Menschen leben. Die durchschnittliche Investierung für einen ländlichen Siedler war also ungefähr 1 5 0 0' D o 11 a r, für einen industriell Beschäftigten 6 6 6 D o 11 a r. Der Keren Hajessod hat für 'städtische Kolonisation nur 3,6 Prozent ausgegeben. Trotz dieser geringen Unterstützung und unbeschreiblicher Schwierigkeiten habe die Privatinitiative in Palästina eine beachtenswerte Position errungen. Sie umfasse heute 2688 jüdische Unternehmungen mit 11.300 Beschäftigten, an die 3,1 Millionen Dollar an Löhnen ausgezahlt werden. Die .Kapitalsinvestition beträgt insgesamt 17 Millionen Dollar. 350. verschiedene Arten von Waren werden heute produzierVin einem. Gesamtwert von 10Va Millionen Dollar. /'Palästina liegtwzwei Tagereisen entfernt, von-einem Gebietvmit^eiiier Bevölkerung von -2.5 Millionen, die industriell nichts produziert. Es sei zweifellos möglich, eine Industrie aufzubauen, die - alle diese Märkte versorgt, und zwar durch.die Gründung von Gesellschaften unter Beteiligung des Großkapitals und des weiteren durch Heranziehung größerer Gruppen von vielen Kleimkapitalisten. Die landwirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten müßten ohne Unterbrechung ausgenützt werden. Aber während sie eine wenn auch faro* Begrenzung haben, gebe es für städtische Immigration bei entsprechender Entwicklung von Industrie und Handel keine Grenze. Es gebe in den nädisien fünf Jahren Möglichkeiten, in Palästina 50, Millionen Dollar vernünftig und sicher zu investieren. Die Mittel müßten sich auf eine Auswahl von „Schlüsselindustrien" konzentrieren, die die Hypothekenbank könne nicht länger aufgeschoben ganze, Wirtschaft beeinflussen. Die Errichtung einer werden, denn das Kapital der Palestine Mortgage and Credit Bank sei vollkommen unzulänglich. Redner schlägt ferner die sofortige Gründung von Engeneering and Contracting Corporation« vor, da Bauunternehmungen oft wegen unzulänglicher Ausrüstung und nicht genügender Ausbildung des Personals ausländischen Unternehmungen übergeben würden, lieben der Gründung einer Gesellschaft für.In- , d u s t'r i e.k r e d i t e und der Entwicklung der He fmindustrie müsse auf die Entwicklung von Ideinen Citrus-Plantagen aufmerksam gemacht werden. Es gebe eine große Anzahl von Juden, insbesondere in Amerika, die kleine Pflanzungen erwerben wollen. Die Zionistische Organisation Amerikas müsse den Informationsdienst über wirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina verbessern und das amerikanische Kapital für Palästina mobilisieren. Dies werde nicht nur finanzielle Bedeutung, sondern auch politische Rückwirkungen haben. Durch Bälfour-Deklaration und Mandat sei das jüdische Nationalheim hoch nicht geschaffen, wohl aber sei der neue Plan der amerikanischen Zionisten einer der Wege. Nachdem sich die Delegierten J. L. Cohen (Arbeiterpartei, England) und J. Mereminski (Arbeiterpartei) , gegen mainche Teile der Naiditsch- Brodie-Resolutioneu ausgesprochen haben, insbesondere gegen jenen Teil, der die Mobilisierung des Privatkapi.tals für Palästina der Kontrolle und Kompetenz der Zionistischen Exekutive nicht unterstellt wissen will, wurde die vorgeschlagene Resolution mit geringfügiger Äenderung angenommen. Dies bedeutet im ganzen und großen einen Sieg der die Privatinitiative verfechtenden Teile der Organisation. Organisationsfragen. In der Nachmittagssiteung vom rO, JuH referierte De. A. Barth zum Beriebt der Organisationskommisäoo. Bbe Itoufcrth», Owgaafcattoo «od Pvopeganda in

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