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Die neue Welt · 1931-07-10 · Heft 199 (10.7.1931) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 199 (10.7.1931)
Date
1931-07-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Bild,' das nervöse Hasten zahlreicher Delegierter, der aus verschiedenen Gründen schwächere Gästebesuch läßt den Unterschied gegenüber den früheren Kongressen erkennen; ebenso wie Nahum Soko- 1 o w s Einführungsrede, die' in; ihrer von uns charakterisierten Farblosigkeit in keiner Weise dem historischen Moment dieses Kongresses gerecht werden könnte. , " . ' ' i i '! Gleich der erste Zwischenfall von durchaus politischem Charakter beleuchtet .die herrschende Mentalität "derer, die jetzt1 noch/ den offiziellen -Apparat1 und damit auch .den/des Kongresses in -Händen haben. Iu der Eröffni^gsrede Sokolows und 'im: Referat R u p p i n s .'fkam natürlich, das Wort „Judenstäät" nicht vor; Man'kann sich nun das 11 unbehagliche Gefühl, der . Offiziellen denken, *als Dr. -LuCien Levaillant .vom schweizerischen -israelitischen '.Gemeindebund;irr seiner Begrüßung«- rede den Satz gebrauchte:: „Dieser'Kongreß ist die Hoffnung auf, Lösung der Juden^age -im Sinne des Judenstaates , und f des yölkerfrie Ge- 0hl des Unbehagen^ vi/dicKfeM-ZÄ^W nächsten WtkfMk Czut; Fä%£huhg, und -^war' im .Bericht "der "^^^/••^P0«^02^^1^ ' die , aus Vdem'"»Jüdc?ir' •Sta«^5em'c^:v^mlTöValesr H^fft't"'''maöhte.ferst auf Intervention des : rtevisS'onTsfis«enen' ^Delegierten Rpjjert S.t'r irc k e r-setzten -die beiden revisionistischen- -Vizepräsiclenteii' des. Kongresses : Dir. -'Soskin upd^pr. Tjomhm in »der; nächsten Nummer der %l?eP?eii«M: die p.«tsp rechende Korrektur durch. Jenen Herren ist. die Blamage zu gönnen. Der israelitiscne 'Gemeiii'debuhd .'der' Schweiz/war zionir -etischer -als '-die .' Hiner des/ offiziellen Zionismus. ♦Ein'NicHtziönis't darf vom. Judenstaat' sprechen, für 'einen 2ionis"ten i^i es Sünde. HV Farbstein fand für 'dieses'VeVteckerisjpiei in der'Depatte die richtigen Worte." ' ' ' ' " ' ' '! 0 ' ' Niederdrückend war die Stimmung nach Wetzmanns7 politischem Referat. Allgemein wurde das: Referat als die schlimmste zionistische Ter- I zichtrede empfunden. Mail "hatte ein" um so peinj licHeres Gefühl,.als. seine Yersicherurig, daß es seine | .Absejiiedsrede sei, durchaus unglaubhaft klang, zuj mal man Gelegenheit hatte,, in der New Yorker; jüdischen, Tageszeitung .;,Tog'.' ein Interview, zu j lesen,, in welchem, sieh Präsident Weizmann als. den i einzigen zum Handeln Kompetenten erklärt und [ die anderen als pure Zerstörer ,hinstellt. Weizmanns! engste Umgebung — er residiert in Rheinfelden bei | Basel — kämpft um seine Wiederwahl, vor allem! (Vre englischen Allgemeinen Zionisten unter Füh- | rung ''Dr. E d e r s, von der amerikanischen Dele- ' gation vier Delegierte unter Führung des Redak-; teürs Fishmann (die amerikanische Delegation j besteht aus 20 Allgemeinen, darunter 16 Brandeisisten, die eine antiweizmannistis'che Stellung einnehmen) und die 3 deutschen Allgemeinen Zionisten; diese besonders heftig und"emsig, was in der DejDattenrede, Kurt Blumenfelds zum, Ausdruck kam, der in einer ans Komisehe streifenden; Weise yVeizinann. „das größte Genie unserer Zeit" nannte. Auch,die L i n k e z.eigt,nipht .geringe: Neigung für eine Wiederwahl Weizmanns, wenn sie auch nicht mit der Sprache herausrückt, sondern vorläufig; in die Gouloirs das Gerücht sprjtzt, daß sie eine Exekutive, ohne Weizmann und ohne, die Revisionisten wünscht. Bis,zur Stünde plädieren die Allgemeinen Zionisten nicht für Weizmann, ja manche finden sogar scharfe Worte gegen seine Politik, aber bei der geringen politischen Konsistenz dieser Gruppe ist '.ein radikaler Umfall im letzten Augenblick durchaus.- möglich. Innerhalb 'des Grüppchens der Radikalen — sie sind, auf dem Kongreß acht Mann hoch — herrscht in der ,Fra.ge Weizmann | häuslicher Unfrieden. jNr Weizmann sind Grtinbaum, Goldmann und Margulies, während einige polnische Radikale mit' dem Übertritt zu»den Revisionisten drohen. ..... ' Erfreulich ist diö konsequente Haltung des Misrachi. Mit Ausnahme der zum BrithSehalom tendierenden drei Delegierten aus Detttschländ und Holland zeigt der übrige Misrachi geschlossen schärfste oppositionelle Haltung. Davon geben die Reden H. Farbsteins und Rabbi Meir Berlins Zeugnis.;; I . " * '■ Die revisionistische Fraktion stellt eine geschlossene disziplinierte Delegiertengrüppe dar, die in Größmänn, Liqhtheim und Stricker ihren Fraktibnsvorstand hat. Ungeheure Wirkung übte die. Rede ,Jra b o tins k y s. rDer Empfang: des die Rednertribüne betretenden Revisionistenführers durch die Delegierten und Gäste war überwältigend. Richard L i c h t h e i m s Auftreten war ein Triumph zionistischen Ernstes und politischer Logik. Robert - S t r ick e^*gßhuf durch die Charakterisierung des Weizniiiä^Inferviewsi mit 'der J. T. A. (Wir behandeln, e^ra^v.^ Arim; : d;' R^d-D eine* .At.moi.^^i$j^^%«;Span%u^^|.•.:: V )y:*ll:',-.{ '" * 'JiiÄ^ minge si^h^auch gestalten mögen, die GUMMISTRUMPF (auch gurtimllos) SPEZIALIST Kniekappen Stück von 2.90. Wadenstücke von 7.80 +STRÜMPFE von 5.80. Gummisocken (FesseHormerl von 2.90. ARMGELENKMANSCHETTEN von 1.20. FACHANSTALT für BANDAGEN aller Art. Leibbinden von 7.50. SCHLÜPFER von 5.80. Busenhalter von 1.20. 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Verbandstoffe, Pflaster etc. GUMMI WAREN Bei Vorweisung dieser Annonce 10*/0 Rabalt. 4 Revisionisten, die die Z i e 1 s e t z u n g s r e s o l ut i o n zum Mittelpunkt des Kongresses ■, gemacht haben, werden an keiner Exekutive teilnehmen, wenn. der Kongreß nicht die Peraission' Weizmanne de'finitiv -m'icfet, die Zielsetzung ini revisionistisefen Sinne 'fixjertv das Passfieldsche Weißbuch, den tya#r Donald-Brief und das projektierte Parlament ablehnt. " Auf der' berühmten Berliner Ä.' C:-SitzU.ng> 'hat Prof. Weizmann bckaiintli.di de» Judenstaat abgeschworen. Man erinnert sich wohl, <jüfi es' daMais in 'diieser Versammlung' naive Leute gab, (lie hafl und bla/i überr rascht waren — so etwas aus dem 'Munde We^inuni\s zu hören; so baß" und so bla^ daß 'sie es"nf^^l^ihen wollten und ihm verziehen. „Lapsus*', sä^te^ die emeri, „nervöse Verbitterung" die underen. Wir waren' damals weniger naiv und kaum überrascht, Robert. S t r i c k e r hat damals Prof. Weizmunn stellig gemacht, nidü etwa bali und blaß, sondern utn ein für allemal der Weit offen zu zeigen, daß einer Präsident der Judenstaatsorganisation sein kann und denuoch nicht Judenstaatler. Die Versuche, diese himmelschreiende Tatsache; zu verwässern, zu vertuschen, zu verschieben, sind immer wieder mißglückt. Nun hat Weizmann selbst in einem nüditenien, aber schon gar nüchternen Augenblick' seine Berliner Rede , fixiert und pointiert. Nicfy hinter geschlossenen Türen, nicht vor ein paar. Kollegen, sondern, vor der ganzen großen Oeffentlichkeit. Dokumentarisch festgelegt irr einem Interview mit'einer Ins'titutiohV. die der ganzen Presse'die jüdischen Ereignisse zu übermitteln, hat, mit der Jüdischen Telegraphen-Agentur. Und da stellt sich heraus, daß einer nicht nur als Antijuderistaatler, sondern auch als denunziatorisdier Provokateur Präsident der von Herzl begründeten Zionistischen Organisation sein kann.'Das Interview Weidmanns'gibt die J. T. Ä. mit folgenden Worten, wieder: ,J)er Präsident' der Jewish Agencf; und der Zionistischen; Organisation:'' Dr.- 'Cha'lm' Weidmann hat in einem- Interview, das er einem Vertreterder Jüdischen Telegraphen-Agentur gewährte, seine feste Entsdilossenheit.zum Ausdruck gebrpdbiti eine Wiederkaadidatiir ab* z^lehneü. bezeichnete':1 im [ Verlauf - seiher - Ausführungen Jabotio sky als einpn Moi|p ,v6n^grotiier Ges c'h i c k 1 i c h'k e i t u n d.h'e r v o'r r a g e n d e n' Qu al it'dte ji, der ebenso wie seine Anhänger idfeil 'Mut lihhe, zu; seiner 1 Üeberzeugüng zu; stehen. Es;;gifct rnodi viele anderem auf V dem, Kongreß, fuhr "Dr. Weidmann' f cirt, '■ die revisiönistischeh Anschauungen zuneigen; aber ■'nicht den ssMsesiaiMRMBMsisssjKseBfess Alle im redaktionelle!) Teil befindlichen entgelt» liehen Notizen sind durch ein beigefügtes B bezeichnet Mut-haben, sich offen zum Revisionismus zu bekennen. Wenn irgend etwas meinen Entschluß,. den Vorsitz der Organisation nicht wieder zu übernehmen,;stärken konnte, so hat es die bisherige Entwicklung d e r K o n g r e ß v c r h a n d l u n g e n getan. Jcih habe claei Emipfi-iKlen, daß ich nicht den Sta.ndpiavkt eines großen Teiles des Kongresses vertrete und deslmlherschiene es mär töricht, die Verantwortung für die- Fiiihr-uttg angesich-te einer so g-roßen .entectbloesenen Opppsiition zu üibernehmen. Außerdeim fühle ich mich wirklich ermüdet und erschöpft. Meiner .aiufrichtigen Uebet-ZL'iugu.n.g nach, wird der Kongreß am vernünftigeten handeln, wenn er den MacD.ona 1 d - B ri ef ' a le Basis für eine Kooperation mit der Mandatarmacht akzeptiert. Was soll die neue Exekutive zunächst mach Abschluß des Kongresses tun, weinu dieser den Brief abldhnt? Ich bin der festen Üeberzeujgumg, daß auf Grundlage der Parität eine Verständiguhg mi t d e n A i ah e r n zu erzielen ist. Wenn ein Legislative Council mit einer gleich starken jüdischen und arabischen Vertretung eingesetzt werden sollte, würde dadurch die. Möglichkeit zu einer, befriedigenden Kooperation gegeben sein. Wir fordern. auch eine gleichmäßige Aufteilung der im Ra/hmen des Palästina-Landentwicklungöplans zur Verfügung gestellten . Mittel für Zwecke der aralbdschen und' der jüdiisohen Landwirtschaft. Ich sehe keine Möglichkeit, wie wir mehr verlangen können. Parität bedeutet nicht den binationalen Staat, der einen vagen, den Grundsatz der. Parität nicht notwendigerweise m sich schließenden Begriff darstellt. . Ich habe weder Sympathie noch Verständnis fu> die Forderung nach einer, jüdischen Mejontät Die'Majorität garantiert nicht notwendigerweise auch die Sicherheit. vWiir mögen die Majorität besitzen undkönnten.' trotzdem noch ünaner in'Unsicherheit leben. . Jüdische i Mehrheit - ist für die Entwicklung >, einer . judischen Zivilisation und Kultur im Lande nicht-erforderlich. . Die Weit ward diese Forderung mt in dem Sinne'auffassen, daß wir die-Majorität zu erlangen wünschen, iwn die Araber z>u verdrängen. Wlarum sollten wir eine Forderung erhöben, die bloß einen provokatorischen Die heulige Nummer ist 14 Seiten stark

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