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Die neue Welt · 1931-06-26 · Heft 197 (26.6.1931) · page 11

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 197 (26.6.1931)
Date
1931-06-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Ffr. f97 DIE NEUE WELT Sdfc W im Lande bedingt. Solche Dinge, wie ein Simpson- Bericht oder eine R a 11 e n p 1 a g e im Emek haben bei uns Einflufl auf die Buchproduktion. Es ist aber auch an und für sich für die palästinensische Gemeinschaft schwer, einer ganzen Literatur allein Nahrung zu geben. Wenn Palästina ein geistiges Zentrum, sozusagen der Kopf ist, so muß ihn eben der ganze Volkskörper tragen. Die hebräischen Organisationen, die verschiedenen Klubs, die Tarbuth usw. müßten Konsulate des geistigen Zen trums in Palästina sein, die das hebräische Buch in,der Diaspora verbreiten." Es entwickelte sich eine anregende Unterhaltung, in deren Verlauf die Frage Ost und West, das Problem der Orientierung des neuen hebräischen Geistes lebhaft erörtert wurde. Die Aussprache mit dem palästinensi sehen Gaste hinterließ wertvolle Resonanz. S. Ben-Mordechaj. Tnbune ZionistenkongreO und jüdische Arbeiterschaft. Wir erhalten folgende Zuschrift: An die Redaktion der „Neuen Welt" Wien, IX. In der „Arbeiterzeitung" vom 16. Juni befand sich unter dem Titel „Zionistenkongreß und jüdische Ar* beiterschaft" ein Aufsatz, der mit dem Namen Jakob Sonntag gezeichnet ist. Der Aufsatz enthält unerhörte Verdrehungen, Beschuldigungen und Verleumdungen, wie sie in solchem Maße bezüglich zionistischer Dinge bisher nicht einmal in derselben „Arbeiterzeitung" gedruckt standen. Ich will Sie besonders auf jene Stellen aufmerk* sam machen, die sich mit dem Verhältnis von Juden und Arabern, von Zionismus und jüdischer Arbeiterpartei, ferner mit dem Revisionismus und der politischen Lage beschäftigen. Stellen wie „Die jüdischen Faschisten und Kleri« kalen, die analog dem Beispiel in anderen Ländern in der letzten Zeit ein treues Bündnis miteinander geschlossen haben", eine Bemerkung wie „Sie (die jüdischen Faschisten und Klerikalen) veranstalten Provokationen blu* tiger Angriffe" usw. sind charakteristisch für den Geist des Artikelschreibers- Wie ich höre, ist Herr Jakob Sonntag mit Herrn Jakob Singer, einem Beamten der Zionistischen Organisation, identisch. Viele Leser und Freunde Ihres Blattes wären Ihnen für eine entsprechende Stellungnahme verbunden. Mit Zionsgruß J. M. * ,,.>,..., werden in der nächsten Nummer auf .die Ange« legenheit des Artikels und seines Verfassers zurückkommen. Die Redaktion. * Zur Kongreßwahl. Auf unseren Bericht über die Kongrefiwahl in Linz wurde in der „Stimme" repliziert und erhalten wir aus Linz hiezu folgende Zuschrift: Wenn bei einer Meinungsverschiedenheit der eine Teil in Wut gerät und mit den Händen zu fuchteln beginnt, so beweist er schon damit, daß er wenig Argumente hat. Deshalb richtet sich der spaltenlange, persönlich gehaltene Gegenartikel des Herrn „sing" in der „Stimme' von selbst. Einiges sei jedoch festgehalten: Man wundert sich, daß Kemmeibach und Scheibbs so schön bei der Wahl abgeschnitten haben und legt dem Erfolg eine falsche Deutung bei. Nun, wenn ein prominenter Mandatar in seinem eigenen Bereich durch unermüdliche Aufklärungsarbeit nicht erfolgreich wäre, wo denn? Anders ist es ja in der öberösterreichisch eftDomäne. Da war eben ein Wahlwerber der Allgemeinen Zionisten, der trotz persönlicher Beliebtheit durch seine falsche zionistische Einstellung einen Mißerfolg haben mußte, auch wenn Gmunden und Steyr für ihn gewonnen (?) wurden. Das zionistische Linz war immer extravagant, oft im guten, oft im bösen Sinne. Es gab einmal ein Linzer Programm, das manch gute zionistische Richtlinien enthielt . . . doch diesmal erfand man ganz was Verschrobenes: Die Allgemeinen Zionisten, die doch überall als bürgerliche Mitte gelten, müssen in Linz austromarxistisch organisiert sein. Da gibts beispielsweise einige, die aus dem jüdischen Turnverein ostentativ austraten, da dieser Verein dem Makkabi- Weltverband und nicht der II. Internationale angehört. Und siehe da . . . trotzdem keine einzige Stimme der Poale Zionl Für dieses Grüppchen in Linz ist Weizmann eben der bewußte Klassenkämpfer und* über das Bild Herzls wird das des Marx gehängt 1 —i— heater, Kunft und iiiiiiiiiiliiiiiiiiililiilliiiiiii Li I e r a tu r. Israel Brandmann im Radio, Dienstag, den 23. Juni, wurde in Bern (Schweiz) „Jüdische Musik" gesendet. Im Rahmen dieses Programms gelangte Israel Brandmanns Streichquartett „Variationen über ein palästinensisches Thema" zur Aufführung, eine Komposition, die bereits in Wien (Verein für jüdische Musik) unter Leitung Brandmanns zu hören war. Berhard Wittler, Aus Lemberg wird uns berichtet: Der Wiener jüdische Schauspieler und Sänger Bernhard Wittler, der derzeit im Lemberger Sommertheater in dem Melodrama „Bajazzoliebe" gastiert, hat bei Publikara und Presse eine ungewöhnlich gute Aufnahme gefunden. Die Kritik rühmt die vorzüglichen Leistungen und die schöne Bühnenerscheinung des jungen Künstlers. Europa-Tournee des „Matate". Der Regisseur und Leiter der palästinensischen Kleinkunstbühne „Matate", J. M. Daniel, weilte kürzlich in Wien und machte 6ines ütfbttr ♦♦♦ wirklich gut und ganz besonders billig kaufen Sie jetzt aktuelle Sommerwaren bei Schiffmann anläßlich des inUttoIett Sommettöumnnflsbcrt ouf es. Die Preise wurden bedeutend reduziert, die Auswähl ist enorm. 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Wie wir erfahren, ist für den Herbst eine europäische Tournee beabsichtigt, auf welcher „Matate" auch in Wien ein kurzes Gästspiel absolvieren wird. Hundertjahrfeier der jüdischen Hochschule Italiens Florenz, 16. Juni. Vor kurzem beging das Colle gio Rabbinico in Florenz, die Nachfolgerin des Istituto Rabbinico die Padova, die Feier seines hundertjährigen Bestehens in der SynagO/ge Via Farihi in Florenz. Das italienische Judentum war es, das die erste moderne rabbinische Bildungsanstalt geschaffen hat. Diese Schöpfung ist ein Jahrhundert hindurch nicht nur für. die Juden Italiens, sondern auch für die jüdische Wissenschaft von größtem Wert geblieben; denn wie früher in Padua hat die Anstalt später in Florenz an der Entwicklung der jüdischen Wissenschaft hervorragenden Anteil genommen. An der Anstalt wirkten u. a. der berühmte Forscher Prof. Umberto Cassuto, dessen 25jähriges Dozentenjübiläum zugleich mit der Hundertjahrfeier begangen wurde, und der verstorbene Oberrabbiner Chajes, Literaturpreis für Esriel Carlebach. Der von den Deutschen Buchwerkstätten ausgeschriebene Erzählerpreis für das Jahr 193t entfiel zu gleichen Teilen auf Alexander von Keller und Esriel Carlebach. — Carlebach, der im 23. Lebensjahr steht, ist In der deutschjüdischen, hebräischen und jiddischen Presse durch zahlreiche Aufsätze, Erzählungen nnd Reiseschilderitngen bekannt geworden. Seine preisgekrönte Novell« behandelt eine Begebenheit, die sich vor kurzem im jüdischen Viertel der Jeruealcmer Altstadt zugetragen hat Jüdtfdie Sport* und ililllilillill Turnbewegung. Hakoah erstklassig Pläne des jüdischen Vereines Es war vorauszusehen, daß die Wiener Ligavereine nicht lange auf die Hakoah werden verzichten können, denn der Verein bedeutete immer eine Aktivpost an Spielbesuchern für die anderen Klubs. Als im Vorjahre die Hakoah in die zweite Klasse absteigen mußte, versuchte man durch die Schaffung eines Wintercups die Finanzen der Ligavereine zu bessern* Diese Konkurrenz erlitt aber kläglichen Schiffbruch und die Zuschauerzahlen waren im Schwinden begriffen. Gerade jene Vereinsvertreter, die vor einem Jahre Hakoah nicht in der ersten Liga belassen wollten, haben diesmal für den Aufstieg des jüdischen Vereines gestimmt. Sie tun es bestimmt nicht aus Nächstenliebe zu den Blau- Weißen, sondern aus Geschäftsrücksichten. Der Vorstand des Fußballverbandes konnte sich dem Verlangen der Ligavereine nicht verschließen und faßte den Beschluß, daß die erste Berufsliga im kommenden Spieljahr auf elf Vereine erhöht wird und Hakoah ohne Austragung von Qualifikationskümpfen in die erste Klasse einzureihen ist. Der Hakoah ist der Aufstieg aus vollem Herzen zu gönnen. Der Verein verstand es, aus jungen Spielern ein Team zu schaffen, das sich ganz ausgezeichnet bewährte. Es ist zu hoffen, daß sich nun die Blau-Weißen auch in der ersten Liga gut halten werden, um den: bereits im Niederga:n,g,b;efin.d- 1 i c h e n jüdischen Sport propagandistisch zu heben. Um dieses Ziel zu erreichen, wird man die Mannschaft durch neue Spieler bedeutend verstärken. Bereits morgen wird der Flügelstürmer Grünfeld aus Stuttgart eintreffen und eine Woche später wird auch schön Eisenhoffer in der Mannschaft der Krieauer zu finden, sein., Mit dem ungarischen Verteidiger Grosz und mit den Ex-Hakoahnern H ä u s 1 e r und Schwarz steht Hakoah , in aussichtsreichen Unterhandlungen, Auch ein Verteidiger soll engagiert' werden. Was dem Verein mangelt, ist ein geeigneter sportlicher Führer. Am 2. Juli unternimmt,' wie' bereits berichtet^ Hakoah eine Somni e r reise, .nach Pol en. Das Programm der Wiener lautet:*4. und.5. Juli in K a ttow.it z, 8. in Bi.elitz, 11. in Kielce, 12. Tarno w, 14. in Rzezo w, 16. P rzemy sl,. 18. und 19. in Sta nisia u, 22. Stryi,:25. jn Lemberg gegen;P o g o n,: 26. in L e jn.b e r.g gegen Hasm.onea. Außerdem werden Spiele, in Kowno, Lublin, Brest-Litowsk und Bialystok ausgetragen. Am 8. und 9. August nimmt Hakoah in Warschau an einem von Polonia veranstalteten Turnier teil.. , •; Hakoah sddäqt die ungarische Ringer-Elite In einem Klubringkampf gelang es der Hakoah, den ungarischen Meister B. S. E., der die besten ungarischen Ringer vereinigt, 16 :12 abzufertigen. Die Veranstaltung nahm einen überaus interessanten Verlauf. Der "Preis der 'Fremdenverkehr s'kommi s sip n für die (siegreiche Männschaft, eine wertvolle Silberplakette, wäre der Hakoah zugefallen, aber diese überließ, ihn als Anerkennung für die sportlich wertvolle Leistung den Ungarn. Von den Hakoah-Ringern hielt Sich Einschuß hervorragend und konnte gegen den gefürchteteri Ungarn Nemeth ein unentschiedenes Ergebnis erzielen. Im Leichtgewicht gelang es dem österreichischen Meister Schlanger, Nemeth II zu legen. Ueberraschend gut hielt sich Birnbaum, der gegen den ungarischen Olympionike Matura ein u n entschiedenes Ergebnis erzielen konnte. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Begegnung zwischen H i r s c h 1 und A d b r j a n. Das sind zwei Namen, die überall in Europa, wo der Ringsport betrieben wird, guten Klang besitzen. Hirsch! war der agilere Mann, er ist trotz seines Körpergewichtes überaus beweglich, und konnte seinen Gegner fast immer in die Defensive verweisen. Der Kampf endete schließlich unentschieden. „Hasmonea" spielt Sonntag, den 29. ds., um 10 Uh r. vormittags auf dem ETektra-Platz Meisterschaft gegen „Westmark". Vorher d*e Jugendmannschaft. —* Freitag, den 26. ds., um 9 Uhr wichtige Spielervesammlung im I. Kaffeehaus, Hauptallee,'zu def alle Spiele* unbedingt pünktlich erscheinen müssen. ' * ■ '• Hasmonea siegte in der Meisterschaft gegen .Postsport 4 :3. Die Tore erzielten! Schacht' und Posaunen Gartenfest der „Hasmonea1*. Samstag, den 4., Juli d. J„ um halb 9 Uhr abends, am Konstant inhüge'l, Prater-HaNiptailee, Gartenfest der „Hasmonea", verbunden mit erstklassiger Akademie und Tanz im Freien (vorzügliche Jazz). . . ... Hakoah gegen Legia und Slavia, Hakoah nimmt kommenden Sonntag und Montag an einem internationalen Turnier in Hütteldorf teil, und zwar spielt, der jüdische Verein am ersten Tag gegen Legia (Warschau) und am zweiten Tag gegen Siavia (Prag). > Die Blau- Weißen werden diese Spiele bereits mit neuengagierten Leuten bestreiken.

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