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Die neue Welt · 1931-06-12 · Heft 195 (12.6.1931) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 195 (12.6.1931)
Date
1931-06-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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185 Titl. Universitätsbibliothek Wien. T. Preis 3$ Groschen m*§w9 « fMfag, den 12« Iiiiii i«r*i "** *** Vn b. b. DIE NEUE WELT R EVU E?EZÜOSBEDINOUNOEN: Üei&teicn monatlich S 1.30, vierteljährig S4.20, ganzjährig S16.-; Polen monatlich Zloty 2.-, vierteljährig: Zlötyß^j _ 0checboslo#Alrel morfatlichjfc 6.~, vierteljährig Kc 15.-; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.-: R«maitlen.inoAjMUi>'>' ______vierteljährig Lei lisu,-; Lewa 120.-»; Italien monatlich Lire 5.- jährig Schweizer Francs 4.50!c 6.—, vierteljährig Kc 15.-; jagoslawien Deutschland monatlich Mark 1.—, v ~ vierteljährig Lire 14.- ~ * " ..... , vierteljährig _______ Schweiz und die übr i g e s war vicricijanrig uiuor w.—j rvuuiuin _ .. . Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 40.—, viertel)]_„ -*----Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, viertel HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion u. Verxvatiang: Wien IX, Universitätsstr. 6-8, Tel 8-48-504 — Er steint jeden Freitag fi 9Q HAFERL-HOSEN gSS«3£K |Pb6^!Uicvl|& M t'WIPP11NCERSTR-QO Revi'§i'o(u§ti§dier Erfolg in Oesterreich Von 4 Mandaten - 2 revisionistisdi — All« gemeine und Unke je I Mandat Wahlstatistik. Wahlort . Alig. Arb. Radi¬ Mis- Revi- Zion. Palfist. kale rachi sionist. 80 1. Bezirk , » „ i 43 33 27 8 2. Bezirk » h , » > 184 203 81 109 451 Prater . -4 , » , 99 116 32 20 129 3. Bezirk . , s « < 118 41 9 15 112 4.*5.. Bezirk 8 » i „ 80 39 10 1 66 6.*7. Bezirk * „ » ■ 87 33 21 2 104 8. Bezirk , , , - 58 15 _ 4 84 P. Bezirk , , . .- , 145 78 26 19 187 10. Bezirk , . , * » 32 26 _ _ 60 12.44.45, Bezirk . * » 10 11 9 _ 19 13. Bezirk . . , « * 10 13 5 _ 21 16.47. Bezirk . , » 70 22 5 2 53 18. Bezirk . , « < , 16 25 8 _ 25 19. Bezirk . . , ». « 37 38. 10 1 49 20.*21.: Bezirk ,. > •> > 182 94 89 22 246 Provinz: , .. : Ariistetten "* t ■ * — 1 "_ ',_ . 19- Eisenstadt »■ *. — - -T-. ■ 45 2 Gmünden > h v . , 12 _ __ _ Graz .. . . . , * ■ 77 44 _ 8 23 Gr6ß#Enzersdorf m ■* 5 1 — _ 9 Innsbruck . , » *-.» 6 _ _ _ 13: Kemmeibach * » « * 2 ' _ ' '_ 12 Klagenfurt * k 20 ' „ — _ 4 Krems " . . * K « « 13 2 6 2 6 Korneuburg < « § < 5 — — — 4 Leoben . « « « * « 1 — _ _ 20 Linz ' . < * $ < < » 49 . _ _ 1 39 Mödlirig / , » , * f 1 1 2 2 26 Salzburg , < « . . 11 15 — 1 4 ScheiBbs , < * i * - ' — — — 11 St. Pölten / . . * « 2 1 — 1 57 Waidhöfen . . * < •> — : —. —' _ 10 Wr. Neustadt . . 1 .'— _ — 10 . 13,76 .852 340 269" 1955 VorläufigeWahlergebnisse zum Zaonistenkongreß Ueberwältigender Sieg der Revisionisten in Polen. — Die revisionistisdien Stimmen überall vervielfacht. — Starkes An.wadisen der Linken.; P o ie n: .Die,;Wahl in 207 Städten ergab: Revisionisten 16329, Radikale . (Grünbaum,-Gruppe) 6964, Allgemeine.'Zionisten 2775,. Misrachi ' 8695, Linke 12.250. In Warschau enhie,lt die Griinibaiiin-Liste 874, die Revisionisten 1021. Sonst die Revisionisten überall in Führ im g" Os tgadizi en: In 75 Orten: Allgemeine 7487, Misrachi 4444, Linke 8665, Revisionisten 7000, Radikale 465. W e s t ig a 1 i z i e da: Allgemeine 4500. Linke 1600, Misrachi 1400, Revisionisten 1100. . Ts cii e ch o sl o wak ei: Allgemeine 2365, Linke 1793, Revisionisten 1674, Misrachi 1130, Radikale 742. Deutschland: In 49 Orten: Allgeaneiue 1706, Revisionisten -1010,± Linke 1685,. Misrachi 1585, Radikale 456. .•■■,..''."' Die Klagemauer in Jerusalem Eigentum der Muselmanen London/.8.'. Juni.-Der Bericht der von der britischen Regierung mit Zustimmung des Völkerbundes eingesetzten Kommission zur Feststellung der Rechte und Ansprüche der Muselmanen und der Juden betreffend die Klagemauer in Jerusalem besagt, das Eigentum und das einzige Eigentumsrecht an der Klagtemauer stehe, den Muselmanen zu, da diese Mauer einen unabtrennbaren Teil des Gebietes von Haram esch Scheriif bilde, das einen Wakuf, also eine religiöse Stiftung darstelle. Indessen würden die Juden zur Verrichtung ihrer Gebete jederzeit freien Zugang zu der Klagemauer haben, allerdings unter Vorbehalt gewisser ausdrücklicher Bestimmungen. "* Eine neue politisch* und moralische Niederlage des Zionismus, des Judentums. Was in der türkischen Provinz Palästina als heilig galt, wird im „Jüdischen Nationalheim" vernichtet. Der „Vorbehalt ausdrücklicher Bestimmungen", an welche das Gebetreclit gebunden wird, legt überdies den Keim zu ewigem Streit und ewiger Verhetzung! London, 8. Juni. (J. t\ A.)' Am Montag, 8. ds., morgens, wurde der 75 Seiten starke Bericht der auf VerJangen des Völkerbundes von der britischen Regierung eingesetzten Klagemauerkommission veröffentlicht. Den Juden wird es gestattet sein, an bestimmten Feiertagen Thorarollen zur Klagemauer zu bringen und eine Thoralade dort aufzustellen, dag egenwird das Schofar-Blasen nicht zugelassen. Den Moslems wird die Abhaltung von Gottesdiensten' in der der Klagemauer unmittelbar benachbarten Zikr-Mosohee während der jüdischen Gebetsstunden untersagt. Wiederherstellungsarbeiten an der Mauer sind von den Moslems oder, falls diese dies verabsäumen, von der Palästina-Regierung durchzuführen. Das Verbot der Aufstellung von Bänken, Stühlen und Wan<lsohirmen an der Klagemauer bleibt weiterhin in Kraft. Der Herzl-Zionisiftiis marschiert In den letzten drei Wochen hat es innerhalb der österreichischen Judenschaft einen Kampf .um die zionistischen Seelen gegeben: dtjrum, ob die Stadt, von der aus der politische Zionismus seinen Weg in die Welt genommen hat, dem Erbe des Schöpfers des jüdischen Staatsgedankens, T h e o d o r H e r z l, Treue bewahren will oder ob sie gleich manchem anderen Defaitismus, Abkehr, Abfall von dei- Erlösungsidec für das jüdische Volk mitzumachen geneigt ist. Die Wahlen zum 17. Zioriisteiikongrefl söllte^i^n'dlicli z^gfen. ob das zionistische Wien mit der gegenAvärtigoh Politik unserer zionistischen Weltorganisation .^einverstanden "ist und sie' fortzuführen fordert, oder ob es zurückkehren will zu den Quellen, aus denen in den kritischesten Augenblicken zionistische Hoffnung und Selbstbewußtsein flössen. Es sei vorweggenommen: (Ins ziönisüsche Wien und die zionistische österreichische Provinz haben die Prüfung glänzend bestanden. Es war ein Ehrentag für die österreichischen Zionisten, dieser Wahltag. Es war ein Tag der Demonstration für den Herzl-Zionismus, für den Revisionismus. Man vergegenwärtige sich die Situation Oesterreichs. Seit der Erweiterung der Jewish Agency durch den letzten Zipuistcnkongrefi ist der Zerfall und die Zertrümmerung .der zionistischen Organisation im Eiltempo vor sich gegangen. Ucberall, in allen Körperschaften, wo die Zionisten antizionistiseheu Tendenzen hätten begegnen müssen, waren Vertuschung, Kompromiß, Nachgiebigkeit, Werben um des imaginären Zieles nichtzionistischer Beihilfe willen an der Tagesordnung. In die zionistischen Massen wurde ein Geist getragen, der hart an der Schneide des As-similantentums stand. Die Sanktionierung der feigsten und schmachvollsten aller Assimilationen der Welt, wenn man das so sagen darf, des sozialdemokratischen Tauf¬ und Austrittsjudentums bis zum sozialistisch-jüdischen Antisemitismus, die Sanktionierung der schlechtesten Sorte von abgetakelten, althergebrachten Bourgeois- Assimilanten in der Kehilla und in den Zonen der Vertretungskörperschaften des Staates, waren Meilensteine auf dem Weg jenes Geistes, den der offizielle österreichische „Zionismus" in die Reihen unseres Zionismus getragen hat. Eine widernatürliche Koalition hat dem Wahlkampf den Stempel aufgedrückt. Gestern noch wütende Hasser des sozialistischen Prinzips im Aufbau Palästinas vereinigten sich mit unentwegten Marxisten, nur um eine Front gegen den Revisionismus herzusteilen. Jedes Kind w<eifi, daß .sich unter der Firma der Allgemeinen Zionisten , Gesellschafter heterogenster Couleur zusammengefunden haben, um als Förderer jener Genossen zu' fungieren,^, die hier bei uns im Dienste der abgefeimtesten Zionistenfqindliohkeit stehen, die hier bei uns Vertreter des Austerlitz- und Baüer-Antiseniitismus sind und sich , nichtsdestoweniger erdreisten, unter der Flagge „Arbeitendes ■ Palästina" zu segeln. Da man mit dem „Programm" vor der zionißtischeu1 ©Öffentlichkeit nicht« Staat machen konnte, so ver- AUe im redaktionellen Teil befindlichen entfielt* hohen Notizen sind durch ein/-beigefügtes E bezeichnet, Erlolg der politischen Einsidi* legte man sich auf das beliebte Manöver der persönlichen Verunglimpfung. Unsere Herren Allgemeinen und Linken versuchten mit ebenso billigen wie unwahren Parolen dem Wähler Schrecken einzujagen. „Faschismus" und „Reaktion" waren noch die mildesten Vokabeln in ihrem Schlag Wörterbuch. Sic hatten damit auch Erfolg. Zwar nicht den, auf den sie ausgingen, sondern den, daß ihnen v|cle anständige -Zionisten den Rüdcen zeigten. Wenn' es um nichts anderes gegangen wäre als nur darum, den Zionisten die Augen zu öffnen über die Besdiaffenheit von Kämpfmethoden, die „Zionisten" gegen Zionisten üben, so müßte man schon um dessentwillen den revisionistischen Wahlsieg in Oesterreich als ein Memento für die Zukunft begrüßen. Mit dem Gefühl „Eä kann inner- und außenpolitisch so nicht weitergehen" ist der Wähler zur Urne geschritten. Nicht Schlagwörter, sondern Ziffern können die Situation beleuchten. Von den vier zu ver-gebenden Mandaten hat die revisionistische Stricker-Liste, die anderen Gruppen weit hinter sich zurücklassend, zwei erobert, in einem Stil und in einer Manier, die da« Marschtempo des revisionistischen Gedankens in Oesterreich anzeigt. Der offizielle Zionismus, das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich, ist geschlagen. Von 4792 abgegebenen Stimmen vermochte die gegenwärtige Leitung der österreichischen Organisation, repräsentiert durch ihren wähl werbenden Präsidenten, nur 1376 zu erringen, also kaum mehr als ein Viertel, während die revisionistische Opposition mit ihren 1955 Stimmen rund 45 Prozent füt sieh buchen kann. Es gibt auch interessante Details. Da ist zum "Beispiel die Leopolds.tad>t! Hifer wurden die 283 Stimmen des Landeskomitees von 580 revisionistischen erdrückt. Ein ähnliches Bild zeigt die österreichiseh.e Provinz, wo von 598 abgegebenen Stimmen die Allgemeinen Zionisten mit 205, die Revisionisten mit 260 Stimmen hervorgingen. In Amstetten und Solieibbs erhielt unsere zionistische Landesorganisation sag« und schreibe nicht eine einzige Stimme; alle Stimmen, 19 und 11, fielen den Revisionisten m. Das offizielle Landeskomitee ist aus diese» Wahlen nicht gut hervorgegangen. Die offizielle Führung mit dem Apparat in der Hand, mit der Autorität der obersten Parteiinstanz ausgestattet, hat sich durch dieses, Wahlergebnis über die Stimmung unter den österreichischen Zionisten gründlich belehren können. Jahreskonferenz der englischen Revisionisten In London fand dieser'Tage die zweite Jahreskonferenz der Union der Z i o n i s i e n-R e vi s ion i s t e n Groß b r i tan n i e n s statt. Die Konferenz war von 45 Delegierten aus allen Teilen des Landes beschickt. Zu Beginn der Tagung, die von Dr. S c h w a r t zina n eröffnet wurde, wurden die Wahlen für das kommende Jahr vorgenommen. Zum Präsidenten der Union wurde Rev. Dr. A. Cohen, Birmingham, gewählt, der sofort nach seiner Wahl die Leitung der Verhandlungen übernahm, Der Vizepräsident der Revisionistischen

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