Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 193 (29.5.1931)
- Date
- 1931-05-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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t# , Preif 35 Groschen R E V U E;Polen monatlich Zloty2.—.vierteljährig Zloty6.—} w—i------. ii^-v—mar •i-vr:*—v» — vT.-.» iT<*T~r----.----——.■ -;t' f^~» vierteljährig Dinar 40.-: Ramfinien monatlich Hl vterteliahrig Lei 12ft~; Dentschland monatlich Mark 1.-, vierteljährig /VÜrk i3.-: ßulsarten monatlich Lewa 40.-, vierteljährig Wwa 120.-; Italfefl monatlichXlre 5.-, vierteljährig Lire 14.-; Schweiz and dfe übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.80,rvfertef* jährig Schweizer Francs 4.50 HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion u. Verwaltungt Wien IX, Universitätsstr. 6-8, Tel. B-48-504 — Erscheint jeden Freitag GROSSE PROTEST VERSAMMLUNG Montag, den 1. Juni, um halb 9 Uhr abends im Hotel Post, I., Fleischmarkt Die jüdische Einwanderung nach Palästina gesperrt! Juden erscheint In Nassen und leget Pretest gegen diesen neuerlichen Vertragsbruch ein Es werden sprechen: Prof. Dr. A. Rabinowici (London), Oberbaurat Robert Stricker, Dr. N. Samonsky, Dr. Sei. Wolf Regiebeitrag 20 g .Verband demokratischer Zionisten. Union der Zionisten-Revisionisten, Am 3. Juni Wahl zum XVII. Zionisien I (Aus tiefer zionistischer Not rufen wir euch zu: Zurück zu Herzl! Herzl sprach das befreiende Wort „Juden- B'la at" und das jüdische Volk stand auf, neu belebt und hoffnungsfreudig. Das Wort eroberte nicht nur die Herzen der Jungen und Starken unter den Juden; es eroberte (die Herzen jej^^j$rejp? der ' Kulturvölker. Die BäTf6urr0^^ stiria-Mandat sind die herrlichen Früchte, welche aus Herzls Saat aufgingen. „Ich glaube nicht an den Judenstaat" sagte Präsident Weizmann. Er und seine Anhänger vermeinten, durch diese Preisgabe des wahren Zionismus' den. Zorn , und das Mißwollen der Feinde im arabischen und englischen Lager Zu dämpfen. Sie glaubten, durch Verkleinerung, durch Verbilligung der großen Idee Herzls Duldung und Schonung zu erlangen. ' Das Gegenteil ist eingetreten! Die Antwort der arabischen Gegner war: Hohnvolle Zurückweisung des Antrages, sich mit uns an den Verhandlungstisch zu setzen. Erst Sperre der jüdischen Einwanderung!- Ungültigkeitserklärung der Balfour-Deklaration und des Völkerbundmandats! Dann Unterhandlungen. Die Antwort der Feinde im englischen Lager war: Der Sha w,-Bericht, der statt Sühne für 130 . feig ermordete Juden die'Feststellung brachte, daß; -i die Ermordeten die Schuldigen sind. Der Simpson-Berich.t, der die schwer und redlich arbeitende und durch ihre idealistische Hingabe das öde Land belebende palästinensische Judenschaft als eine Gesellschaft von Eindringlingen und Ausbeutern hinstellte. Das Passfieldsche Weißbuch, welches den Aufbau des jüdischen Nationalismus unmöglich macht. Der Brief M: a c D o n a 1 d s, welcher mit gleißnerischen, schönen Worten beginnt und mit - der Feststellung schließt, daß jede jüdische Arbeit im „Nationalheim" von der Zustimmung der Araber abhängig ist. Balfour-Deklaration, Mandat und hunderte feierliche Eide sind nichts! Das Recht des jüdischen Volkes ist von der Gnade arabisch-palästinensischer Hetzer abhängig!; Und die leiste Antwort t Sperre der jtidisdien Einwanderung I; Vor wenigen Tagen, am 1?. Mai 1931, hat die Palästina-Regierung das Ansuchen der Zionistischen Executive um Zertifikate für; 1450 Einwanderer abgewiesen und dekretiert, daß kei n e C h a 1 u z im* k e i n e jüdis c h e n A r b e i i e i und Mitte 1ständler nach Palästina dürfen. Nur Touristen und Verwandte. Ferner: Der zionistischen Organisation wird jedes Recht auf Entgegennahme von Gesuchen' um Einwanderung, jeder Einfluß auf die Einwanderung genommen! Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgelt» lifibea Notizen sind durch ein beigefügtes £ bezeichnet, Lord Meldietts Testament Die Leitung muß in andere Hände übergehen« — Die Politik der Selbsterniedrigung hat endgültig versagt. -— Die Zionisten müssen zum Kongreß andere Vertreter senden. Lord Melchett s. A., cler gewesene Führer der , Jewish Agency.", . schrieb im November 1930, nach Weizmanns Verzichtrede, kurz vor seinem Tode, an den bekannten revisionistischen ■■■'Führer' und denheimer, über Miß]; sagte' er' Freund,.Theodor Herzls, , Dr. . A^^^^mß^^ßffi^:&Si folgendes: ': %■...,);_....... t.-. „Ich^moiß fe^eUen,; Politik, die Dr. Weizmann in den letzten Jahren führte, nichtVerantw örtlich bin. Ich habe .immer geglaubt, daß diese Politik1 zu wenig Nachdruck auf die. jüdischen Rechte' legte; und zu. viel Selbsterniedrigung zeigte. Ich hoffe atejr, daß diejenigen, die diese Meinung vertreten, die sich bietende Gelegenheit ausnützen Und neue Vertreter zum Kongreß senden werden. . Ich persönlich bin von meinem Posten in der Jewish .^gency zutütek'getreten, weil ich fühlte, daß die Politik der ^elbjsterniedrig'uhg uns unserem Ziele nicht näherbrachte, daß jetzt ganz neue Richtlinien erförderlich sind und daß die Führerschaft von neuen Menschen übernommen werden muß." ■ ' -. * Theodor Herzl, hat die zionistische Organisation und ihren Ko n g r e ß geschaffen als Bollwerke jüdischer Kraft. Diese Organisation und dieser Kongreß haben ständig an Machtfülle zugenommen und an ihrer Geschlossenheit und idealistischen Reinheit der Welt Anerkennung abgerungen. „Die zionistische'Organisation ist zu schwach, um das Werk zu schaffen!" sagte Präsident Weiz-: mann und man erweiterte die Jewish Agency durch Heranziehung reicher?Nichtzionisten. Nach jähre-' langen Unterhandlungen* welche die zionistische. Organisation erniedrigt, ihres Selbstgefühles beraubt und menschlich geschwächt haben, wurde der Pakt geschlossen. Weizmann und Lewis Marshall haben ihn in Zürich im August 1929 mit goldener Feder gefertigt. Das Resultat war niederschmetternd. Ein e p o 1 i t i s c h e Niederlage nach der anderen. Die Sammlungen für den Keren Hajessod haben kaum ein Drittel dessen ergeben, was die Zionisten vorher allein aufbrach-, ten. Amerika gibt heuer kaum ein Fünftel. Das jüdische Amerika, das, trotz der Wirtschaftskrise, im seihen Jahre für allgemeine und jüdische Zwecke über 30 Millionen Dollar gegeben hat. Nicht 1 Prozent dieses Betrages für Palästina! Zionisten! Fort von dieser Politik der Schwäche und Preisgabe des Inhaltes der Bewegung. Zurück zu Herzl, zu seinem vollen Zioni s m u s, zu jener s t a r k e n, stolzen O r g anisation! Zurück zu aktiver politischer Arbeit im jüdischen Volke und hei dem Völkerkunde, beim englischen Volke, bei allen Kulturnationen ,* Sorget für Sicherheit der luden in Palästina! Jabotinsky hat jahrelang, vor der Gefahr in Palästina gewarnt und jüdischen Selbstschutz ge« fordert! Jahrelang wurde er als „Faschist** und „Militarist" verhöhnt. Noch auch im August 1929, auf dem Züricher Kongreß, erklärte Cölonel Kisch im Namen der Exekutive: „Wir weisen die Kritik der Zionisten-Revisionisten zurück« In Palästina herrscht völlige Ruhe und die Sicherheit ist absolut garantiert!'4 Vierzehn Tage später lagen 130 verstümmelte Judenleichen da, brannten Häuser und Pflanzungen; Damals rief alles, wie Jabotinsky, nach Selbstschutz. Und jetzt redet man wieder von revisionistischen „Faschisten" und „Militaristen". , . Zionisten! Wählet die Männer, welche um die Sicherheit teuren jüdischen Lebens und teurer jüdischer Arbeit besorgt sind. Wählet die Männer des jüdischen Selbstschutzes! ■ * Regierungstreu habt ihr gewählt! Jahr auf Jahr habt ihr die gegenwärtige" Leitung unterstützt! Wieder u n d wieder verlangt man von euch, daß ihr den' Männern, die die Bewegung seit 1927 leiten, euer Vertrauen schenkt. Auf jedem Kongreß hört ihr Entschuldigungen für den Mißerfolg und Versicherung einer Besse* rung der Lage. Und die Resultate? Die Resultate eurer Wahl, eurer Unterstützung, eures Vertrauens und eurer Opfer wareri bisher dje folgenden: Dafr^Aufhauyferk in ■Palästina ist * Sit' einem toten -Punkt angelangt. , Die Einwanderung in das ^Nationale Heim*4 ist auf das Kein Land wird an jüdische Siedler verteilt; Der Landkauf ist eingeschränkt. Leben und Sicherheit der palästinensischen Juden sind gefährdet. Pogrome und Angriffe haben die palästinensischen Juden in eine permanente Lebensgefahr gebracht. '.' Die politische Situation wird von Tag zü Tag schlimmer; ' Die zionistischen Finanzen werden schlecht verwaltet. . Die Eingänge der Fonds werden immer kleiner. Ueberall Stillstand, Apathie, Enttäuschung« Der gesunde Menschenverstand und5 das zip* nistische Gefühl gebieten euch, einen Wechsel, herbeizuführen, an Stelle von Menschen, die versagten» Männer zu setzen, die alles, was jetzt geschieht, vorausgesehen und euch gewarnt haben, die ein k o nstruktives Programm besitzen. Gebt ihnen!eine Chance! Handelt weise und mit Einsicht! Wählt Leute, die Mut und Entschlossenheit besitzen! 'tf In dieseni entscheidenden Augenblick haben sich der Verband demokratischer Zionisten Oesterreichs und die Union der Zionisten-Revisionisten zusammengeschlossen. Ihre Liste heißt: Zionistisdi-revisionisdie Liste Listentfihrer Robert Stricker* Die Kandidaten sind: 1. Robert Stricker* 2. Dr. David Bukspan, 3. Leopold Sitzmann, 4. Max Adler, Linz, 5. Hans Kandl, .6. Dr. Sal. Wolf, 7. Ni M; Racker, 8. Siegfried Graubart, Zionisten! Wählet am 3. Juni die - Liste der Hew]UZi<H nisten, deren Parole heißt: z/ Z u t Ä de z u Herz 11" und wie gewählt wird Die Wahl findet Mittwoch iam 3. Juni von 5 Uhr nachmittags'bis'.-10 Uhr abends statt, Jeder Wähler wählt in seinem Bezirke nach folgender Einteilung; I. Bezirk; Klubheim „Hakoah" I„ Wiesingeratr« %U II. Bezirk: Alle Gassen rechts der T.abor« straße: Völksbibliothek „Zion", II., Gr. Mohrengasse % IL Bezirk: Alle Gassen links der Tabor, strtße; Hotel Raron, II., Gr. Scbiffgasse 19,