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Die neue Welt · 1931-05-22 · Heft 192 (22.5.1931) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 192 (22.5.1931)
Date
1931-05-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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T Seite 9 IHN II DIE MSUE WELT HMHiik* j^gjjjg^jjj^v Nf. tt* i Direkte Elllinie Triest-. mit den vorzH^tSals * ,UMl", fcg Lloyd Trlestlno Fafartdauer bteßfiM/* i*g« rahrpNiUi i. «v Ä-^ri**« £ 18.—.—> Hl« KW Ä inkl. Bett m»§ Y«rp<s««»S[ ':i , . - i. riirEwrtlliiHBi[iStwi[Uwiltl:irtln.üi8iirtJnn hstlDfli: Hoya Trlestlno W^d.'1 )., HSrntotnlen i ' mr^ *-c- TT^T willt sind, die Rechte der katholischen Bevölkerung und .aer 'Kirbhe'zuverteidigen,-hat .einr r,M bt.g-1 i e d der» iMsranenregierung als Herausforderung und Auflehnung hingestellt, die man nicht dulden werde 1 i Daß nach solchen Aeußerungen und Winken ,von oben" der aufgehetzte Pöbel Benzinbehafter und Petro* leumkannen holt, um Kirchen und Klöster — selbst«; verständlich zunächst die Kulturstätten l in Brand zu stecken, ist kaum verwunderlich." * ' Die „Reichspost" ist kein antisemitisches Hetzblatt. Seit Jahren befleißigt sie sich bei Behandlung der Juden* frage eines durchaus gemäßigten, zivilisierten Tones, predigt nicht Gewalt gegen die Juden. Das macht ihren jetzigen Ausfall nicht harmloser. Im Gegenteil. Und wer glaubt, daß die Heraufbeschwörung der Schatten der Inquisition heute lächerlich wirken muß, der irrt. Eine Anklage gegen Juden wirkt nie lächerlich. Das schlecht verhehlte Be< dauern der „Reichspost" darüber, daß vor vierhundert« fünfzig Jahren um eine halbe Million Juden zu wenig ver* brennt wurden, wird in weiten Kreisen verständnisvolle Teilnahme finden. Das Verzeichnis der jüdischen Ver« brechen ist um ein Faktum bereichert: Spanien! . Bevorstehende Einbürgerung der„ Juden in Spanisch-MarokKo./, Madrid, 18. Mai. (J T. A„) Der spanische Finanz« Kunister hat an den Sekretär der Jüdischen Gemeinde von Spanisch«Marokko ein Telegramm gesandt, in dem mitgeteilt wird, daß das spanische Kabinett grundsätzlich die Erlassung eines. Dekrets beschlossen hat, durch das den .in Spanisch*Marokko ansässigen Sephardim bedeutende Erleichterungen bei der Erlangung der s p a n i# sehen Staatsbürgerschaft gewährt werden sollen. Der Sekretär der Jüdischen Gemeinde in Spanisch« Marokko Carlos Echegurin war vor kurzem in Madrid und hat dem spanischen Kabinett eine Petition überreicht, in der um Erleichterung bei der Einbürgerung der marokkanischen Sephardim gebeten wird. In der Petition wird dem dringenden Wunsch der marokkanischen Sephardim, ihrem ursprünglichen Vaterlande wieder an* zugehören und die Bürgerrechte sowie das Re c h t der freien Religionsübung zu erlangen, Ausdruck gegeben. Nicht nur die Juden Spanisch»Marokkos, sondern auch die in Französisch*Marokko, Algerien und auf dem Balkan ansässigen Sephardim, die mitunter als heimatlose Spanier bezeichnet werden, hätten den' Wunsch, die spanische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Zwar seien bereits einige marokkanische Juden spanische Staats* bürger, doch würden sich noch viel mehr Juden naturalis Sieren lassen, wenn die bestehenden Schwierigkeiten be« seitigt werden würden. Das jüdische Element sei infolge seiner angeborenen Fähigkeiten und seiner finanziellen Bedeutung für Spanien von großer Wichtigkeit. In Marokko seien die schönsten Straßen mit Hilfe der aus Amerika zurückgekehrten marokkanischen Juden ausgebaut worden. Wenn die Einbürgerung der Juden erleichtert werden würde, würderj v^iel mehr Juden aus dem Ausland nach Marokko (Zurückkehren. : Die in Melila erscheinende spanische Tageszeitung „T e 1 e g r a m m a d e 1 M e 1 i 1 a" äußert sich sehr an* erkennend über den von der Regierung unternommenen Schritt und dankt Echegurin, für seine Intervention. AmlÄexiko. Weitere Verschärfung der Lage. Mexico City, 17. Mai. (J. T. A.) Die antisemitische Bewegung in Mexiko breitet sich zusehende aus und wird immer ungehemmter in der Wahl ihrer Methoden. Zahlreiche jüdische Kaufleute haben Drohbriefe erhalten, dn denen sie aufgefordert werden, das Land innerhalb 24 Stunden zu verlassen, sonst würden, „ih re.Leichen in ihr e, Heinia 11 ände r zurttckbefördert werden". Die Erregung und Verzweiflung der mexikanischen Judeuheit ist angesichts dieser aügellosen Agitation aiuf* äußer«*« gestiegen. Die Intervention des amerikanischen Botschaf- 4 ters hat sich bisher noch nicht fühlbar gemacht und die Juden amerikanischer Staatszugehörlgkeit sehen mit ungeduldiger Spannung der erwarteten Hilfsaktion dir amerikanischen Juden entgegen. Eine jüdische Delegation, dV^^tPrä.öddenten von Mexiko Vor- : siellunge»;. fttöfSfen; Rollte) wtfr.de von diese m i i c'Ji t Uün%ffc£)l£e n. •p&raüfhiii wurde ein schriftliches ^en^ta^djnt aüagfarbeitet und dem Präsidenten <ibersand$, Kreisen wogen der Vertreiintofr'.^fc* v jifdise^^. vlEttitafer Von den Märkten Und der " allgemeinen jüdenfelndlichen Propaganda hBirs^e^de.;~^^^^^^^3bj^.v-VÄ®Ä'ÄJ1^**.* uti^ ^em P*asi* deuten die"'!6iiä':liatöt^^^t wÄ; iaarauf hinzuwirken, daß den ■ jüdischen Hirndfern ihre Marktstände wieder ziugeXie^eflL;! ^eirdett 'ii.n€fc.:.ä,ett^.',;antijüdischen Boykott EinhaltJg€Übdten wird. -;< Berichten zufolge, die bei der amerikanischjüdischeji1: ^ndelskainmer-äHe rVerli, <Pruz eingelaufen sind, wurden mehrere - j tt d i s c h e Händler verhafte t^uncij nachdem^ \sie den" Käohwe.is ihres rechtmäflige^ Aufenthaltes .cri>racjil.halten, zwar freigelassen, aber, mitv eliner Steuer' von ' 4-0 'Pesos monatlich belastet, .vr$s\ffi>$lifih\ick. darauf-daß das, durchschnittliche Betriebskapitaleines Jüdischen .Ma*kt.liändlers etwa 2(Ä) .Pesos beträgt, gleich bedeutend mit wirtschaftlicher Vernichtung ist. ' r . " ' '• , - . , . ■ . Das amerikanische Außenamt läßt Erhebungen anstellen. ) New York,'18. Mai, (J. T. A.) Auf Üraind einer Intervention des Ordens Bnei Brüh an Amerika hat das Washingtoner State Department den amerikanischen Gesa nd t e n in Mexiko, telegraphiseh beauftragt, die Meldungen über M i ßh andl u n g.. von Juden \zu überprüfen und festzus teilen, ob; hie.bci - amerikanische Bürger betroffen wurden. Sollten sich unter denjenigen,' gegen die »ich die jüngsten - antisemitischen Maßnahmen der mexikanischen Behörden richten, keine amerikanischen Bürger befinden, Vo würde es der amerikanischen Regierung mit - Rücksicht auf die internationalen Gepflogenheiten echyrer fallen, Vorstellungen, wie sie von den amerikanischen Bnei Brüh gewünscht werden, zu erheben, Doch rechnet man in amerikanisch- Jüdisohen Kreisen damit, daß eöhori die Tatsache, daß die amerikanische Regierung es für notwendig befunden hat, eich mit der Angelegenheit zu befassen, eine moralische Wirkung auf die mexikanische Regierung ausüben wird. Im Jahre 1925 erstatteten der Direktor der Bnei Brith dn Mexico City, Wednberigear, und andere Jüdische Führer dieser Stadt einen Bericht an den Orden Bnei Brdth über die Lage der Juden in Mexiko, aus dem hervorging, daß es damals keinerlei Antisemitismus in Mexiko gab, Eine Gruppe von einigen hundert Juden wandte sich damals an die Vertreter der amerikanischen Judenheit um Unterstützung bei der Errichtung einer landwirtschaftlichen Siedlung. Seitens der mexikanischen Regierung fanden die jüdischen Kolonisten wohlwollende und entgegenkommende B e h a n d 1 u n g.. Es bestanden eine Reihe hebräischer Schulen und eine* starke Sektion der Young Men's Hebrew Association. Die Zahl der Juden in Mexico City wiurde im Jahre 1925 a/uf 17.000 bis. 18.000 geschützt. Auch dn anderen mexikanischen Städten, wie Monier ey, Torreön, Chdltuahiua umd Taanpico, gab es damals bereits größere Judengemeinden. Es fand eine stttndige Zuwaridefung 'aüsläödirstfhfer' Juden statt; die zeitweilig auf 400 bis 500 Seelen monatlich stieg. Fast alle Einwanderer wandten sich an das Büro der Bnei Brdth-in Mexico City, wo sie ünterikiiiinft und Verpflegung bis zur Erlangung einer Stellung sowie Unterricht in der spanischen Sprache erhielten. Im Jähre 1925 rechnete man in führenden jüdischen Kreisen von Mexico City damit, daß die jüdisdie Bevölkerung Mexikos nach zehn Jahren, also im Jahre 1935, auf 50.000 Seelen angewachsen sein würde. Die sieben Hauptprobleme Voii Meir Groß Eine Tagesordnung für den Kongreß. , . . j Die Fragen, mit'-.denen'-; der Kongreß..sich diesmal;. (besonders wird hesdiäftilgen .müssen,-. :sinicl den- ■ Zioinisten j im; allgemeinen bekannt;..--„Stehen; .wir; doek -mehr als; sechs Monate imi Zeichen j^nes; Kou,g.resses tjundist doejh) auf hujidexien.- K9^erenize^...und yereai^ww«^, äußerst kritische Lage der,.Bewegung.,b^andek,:W-orden. Niclxtsdestoweniiger ist es wiclitig, daß man jetzt vor den Wahlen sich klar r'ReohefleMiai^ vii^js^sjda%^>$Gh- ,| tigsteri Fragen ahlegt,1 die so oder ßü wird lösen1 müssen. Man dar f ni cht ^zavJasse.p, d.aß..a u,ch; d i e sm a I viel e. Pro Herne v e r i u s c h t werden, oder in der Lu f t -han g,en b'leib en. Denn die ' Unbestimmtheit und Planlosigkeit sind .die größten Feinde des Zionismus* Solange , man vor sich, keinen Neue Raekets und Bälle in größer Auswahl besonders preiswert i Alte werden bei «uzabiung - ge ei aew umgetauscht Wenig geBpielte ■, i* „DUNLOP^-Bälle " ■ 3.-^-'uqa:!6.^; ■■ i r:., pro Karton (6 Stück) Wien, VII., Kirchengasse 28 Reparaturen rasen u. gewissenhaft Plan und keinen Weg sieht, fehlt auch jeder Impuls zu aktiver Arbeit. Die nationale Energie bleibt unausgentitzt, die Jugend verläßt die Bewegung, der Jude sdiAechtwejg wird völlig vom seinen täglichen schweren Sorgen albsorhäert. Deshalb muß man, sei es friedlich, sei es dunch Kampf, der gegenwärtigen Lage ein Ende machen. Die sieben Hauptprobleme sind: 1. Die Formulieruing des zionktiachen Endziels. 2. Das künftige VerhäUnis zur Mandatarmacht und die neuen Wege f,ür, den, Kampf um die Durchführung der Balfour-Deklaration.. ' 3. Der S c.h iu'i z des Jis.dm>v (Palästina Judenheit) gegen mögliche Ueherfälle seitens, der arabischen Majorität. 4.. Die Ausarbeitung eines genauen Koivstruktionspla.ns aur Ixisnimg 4er A «g r a r f r a g e. 5. Die Aenderung der gegnwärtigen zionistischen Kolonisationsmethoden uiid die Reform der Finanziostitute, die auf Wohltätigkeit und Zufälligkeit beruhen. ,, ,6*,i%!;A^ der „erweiteuten", A^ency und der Umbau der rionistuechen Organisation. mann (London). 7. Die Wahl einer neuen zionistischen Führerschaft mit klar .,v o r.g. e z eh n e t e m politischem, ökonomisc h e m und s oAz i a 1 e m Programm. . :. Der Kongreß nutß auf 'alle 'diese - Fragen' kläre •Antwoff*'geben/ 7edie^allö*lnSi^'r'er; 'dSer- -Mcli^&iiJe'lF-fÄr die 'künftige zionistische Politik vorzeiclinen^ wenn rnan nicht sonst wieder ohne positives Resultat aiisemangler- (gehen »oll, wenn nicht alles \vaeder beim alten Möiben sott '— 11 nd das ist d i e g r öfite Gef ah r. Ohne Mut und Entschlossenheit können aber diese grundlegenden Probleme nicht erledigt werden. Es muß'sieh auf dem Kongreß eine Fraktion linden, die'; gefläu weiß, Was sie will und was sie anstrebt. Sie muiß mit ausgearbeitetem Pr&gramm zur Beantwortung all dieser-Fx'agen kommen. Wir glauben, daß diese Funktion auf dem Kongreß von den Revisionisten erfüllt werden wird, die: entschieden:sind, .die den Zionismus beherrschende schablonenhafte ."Mechanik und Apathie rzu durchbrechen. . Die revisionistische Amtwort kann ungefähr so .formniiiert werden: Verhältnis zu England. Eine neue. Exekutive,. auf den Willen des Kongresses gestützt, muß der englischen Regierung, klar formulierte Forderungen vorlegen mit der Erklärung, daß, wenn diese im Verlauf einer bestimmten Zeit nicht erfüllt werden, die zionistische Organisjation und der Jischuw gezwiungen seiin werden, die Kiooperätioin mit England aufzugeben. Das heißt: Die zionistische Organisation wird dann der Ansicht sein, daß England den Mandatsvertrag gebröchen habe, und'sie wird zum öffenen Kampf für die jüdischen Rechte übergehen. Welcher Art dieser Kampf sein wird, ob passiver Widerstand, ob Non-Cooperätion, ob Einstelliung jener Arbeiten im Lande, die die Regierunigskasse stärken, das sind Dinge, die nicht von vornherein festgelegt werden können. Der Kampf kann auf dem Territorium Palästinas entfacht, werden, er kann aber auch w-fler Lande» getragen werden. Selbstverständlich muß eine solche Kanlpferklärung erst nach einer großzügigen politischen Offensive auf dem ganzen Gebiet de« britischen Imperiums erfolgen. Die Offensive muß gleichzeitig ein Apell und eine Mahnung sein* eine Mobilisierung der jüdischen Kräfte und ein Hinweis darauf, daß das zur. Verzweiflung getriebene jüdische Volk scharf gegen seine falschen Freunde auftreten wird. Unser Endziel. Solange aber unter den Zionasten »elbst Mieinungsversohiedenheiten über da» Endziel des Zionismus bestehen, solange ganze Gruppen im Zionismus bereit sind, „vorläufig" das Streben nach einer Majorität nicht offen werden zu lassen, ist eine "politische Offensive und ein offener Kampf gegen die Mandatarmacht von vornherein abgeschwächt. Juden und Nichtjiuden, der Jischuw und die Araber müssen wiisisen, warum wir mit der Mandat«rinacht unzufrieden idnd.

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