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Die neue Welt · 1931-05-22 · Heft 192 (22.5.1931) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 192 (22.5.1931)
Date
1931-05-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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187 TU1. UnWer*;Ua<SbibUotbek Wie«- Preis 35 Groschen i«fc«j«»<i ' Freitag, den »♦ mar 1931 Mt, i#* v. b. b DIE NEUE WELT REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRI OKER Redaktion n. Verwaltung: Wen IX, UnwersUaisstt.64, Tel.B~48-504 — Erscheint jeden FreHaf l 50 Xtrnpoz-BntlE-flnzuS Badeschuhe, Bademützen, Badehosen ( PSlUH UJcm f ß W I WIPPllNGERSTR -2o V Juden dürfen nicht nadi Palästina! Sperre für jüdische Arbeifer. — Manöver mit den Erlaubnisscheinen. — Die Zionistische Organisation ausgeschaltet. Die Jüdische Telegraphen-Agentur meldet: Jerusalem, 18. Mai. An Stelle der von der Exekutive der Jewish Agency angeforderten 1450 Einwanderungszertifikate hat die Palastina-Regierung bloß 500 Zertifikate bewilligt, die an Angehörige von den in Palästina ansässigen Juden und P e rsoaen, die auf Grund eines Touristenvisums nach Palästina gekommen sind und die Absicht haben, sich dauernd im Lande niederzulassen, ausgegeben werden sollen. Somit werden für die Einwanderung von Chaluzim keine Zertifikate verfügbar sein. Das EinwanderungÄdepartement der Palästina-Regierung hat außerdem angeordnet, daß bei der Ausgabe der neuen Zertifikate nur jene Bewerber berücksichtigt werden sollen, deren Gesuche bei der Regierung registriert sind, nicht aber jene, die bei der Jewish I Agency lim ein Zertifikat eingekommen sind. 1 Gegen diese Verfügung haben die Vertreter der Exekutive der Jewish Agency schärfsten Protest erhoben und außerdem erklärt, daß sie gegen die weitgehende Kürzung der Zahl der auszugebenden Zertifikate Berufung einlegen werden. * Diese Nachrieht zerstört alle Illusionen, die an die jetzt stattfindenden Verhandlungen zwischen der Zionistischen Exekutive und der britischen Regierung geknüpft wurden. In frischer Erinnerung steht der Brief MacDonalds an Präsidenten Weizmann, den dieser, noch zuletzt in Palästina, als den Beginn einer neuen, fruchtbaren Aera für den Aufbau des Jüdischen Nationalheiraes gepriesen hat. Die wahren Absichten der britischen Arbeiterregierung treten klar zutage, gleichzeitig ist der wirkliche Wert weiterer Verhandlungen gekennzeichnet. Das sind die Erfolge; mit Welchen die derzeitige Zionistische Leitung mit ihren Mehrheitsparteien vor den Baseler Kongreß tritt.; .; spani§die Revaftrtion — V" f»fclf^^ Zu wenig wurden verbrann*. Die Ursache der Revolutionen in Rußland, Deutsch» Jand, Oesterreich usw. war leicht zu entdecken. Da es in diesen Ländern Juden gibt, ist es für die christlich* nationalen Vertreter der alten Ordnung eine Spielerei gewesen, die Arrangeure des Umsturzes festzunageln. Eben diese Judenl Der Umsturz in Spanien stellte die Ergründer des inneren Wesens von Revolutionen vor eine schwere Aufgabe; Wer ist hier der Schuldige? Hat doch dasgesegnete -Spanien, dank der Voraussicht seiner er« leuchteten Herrscher von anno dazumal, so gut wie gar keine Juden. Einige hundert leben im ganzen Lande und von.diesen spielt keiner irgend eine Rolle in der Politik, im Journalismus oder in der Literatur. Wer also hat die Resolution gemacht?; Einem christlichen Blatte ist es gelungen, der schweren Frage, Herr zu werden und den Weg zur alten Wahrheit, daß im Grunde alle Revolutionen jüdisch sind, freizulegen. Das Organ der österreichischen Regierungs* par.tei, die christlichsoziale Wiener „R e i c h s p o s t", hat eipeni kühnen Griff ins fünfzehnte Jahrhundert getan und das! Ende des abgerissenen jüdischen Fadens dort tu wischt. Nach: einer /Schilderung der Kirchenstürme, der Vertreibung .von; Mönchen und Nonnen und derBesude* Iupg .und Verbrennung von heiligen Bildern und Statuen schreibt die ,,Reichspost" unter dem Titel „Renaissance des Märanentüms" wie folgt: „Nach1 einem Pariser Berichte sind die Führer der Revolution in. Spanien und maßgebendsten Mitglieder , dir provisorischen Regierung Mitglieder von Maranen« ,. f ^iniljen, . . , "..... . , ' . also Abkömmliöge jener. Juden, die im vierzehnten u;|d fünfzehnten Jahrhundert, um den Gesetzen zum . Schutze, des /christlichen Charakters des Landes zu entgehen, sich zum Scheine, taufen ließen, aber ins» geheim am Mosaismus festhielten. So' bekenne sich der Führer der Revolutionäre und gegenwärtige P r ä s i .d e,n t der Republik, Alcala?amora, als Katholik j,üdisoher . Abstammung, >der imi .Innern , „s. i c h f a: 1 s. J u d e f ü; h t e", als Angehöriger dö§-Maranenvolkes;: seine Familie sei seit vielen Jahr* hun.derten :iri .Spanien . ansässig : und es seien aus Mhr angesehene jüdische Gelehrte > hervorgegangen. Wie der Präsident. Zamora bekenne sich auch der Justiz« minister de Los Rios zum Maranentum und rijhme sich ebenfalls, daß seine Familie Spanien viele jUdisehe Gelehrte, Kaufleute, Weltreisende und Rab» biner gegeben habe. Ebenso soll der I n n eh minister . M i g u e l M a u r a ein Marancnstämmling sein,. dessen Elternhaus der Sabbat und sämtliche jüdischen Feiertage gehalten und die rituellen Speisegesetze streng befolgt worden seien. Es-hat auch schon eih deutscher Rabbiher Doktor Mayimo Cohen beim Justizmihister de Los Rios vor* gesprochen und dieser hat, wie ein Pariser Bericht des „N. W. J." vom 10. d. erzählt, dem Rabbiner erklärt, die republikanische Regierung habe „das Bedürfnis, das große histp.rische Unrecht wieder gutzus machen, das. das alte Spanien in früheren Jahrhunderten den Juden zugefügt hat". Die von der Regierung proklamierte Trennung von Kirche und Staat bedeute die endgültige. Aufhebung des bekannten Dekrets vom Jahre 149 2, mit dem Königin Isabella den Aufenthalt von Juden in Spanien verbot. Die^ Regierung werde sich freuen, wenn die Juden ihrerseits das alte Unr e ch t vergessen und nach Spanien zurück« kehren. Als der Rabbiner deri Wunsch nach einer for» mellen Aufhebung des Dekrets aussprach, erwiderte der Justizmihister: „Falls die Juden auf eine formelle Aufhebung dieses Dekrets, das faktisch keinerlei Gül* tigkeit mehr besitzt, aus irgendeinem Grunde. Wert legen, werden sie uns auch zu diesem Schritt gern bereit finden." . , Der Umsturz in Spanien mit seiner Regie« rung von Maranensprößlihgen erscheint im Lichte dieser Mitteilungen als der Sieg einer Bevölkerungs* schichte, die seit Jahrhunderten <als depossediert, über* wunden und assimiliert gegolten hat, als eine durch beharrliche unterirdische Arbeit er« kämpfte Renaissance der Maranen, die im 14. und 15, Jahrhundert einen solchen, Einfluß in Spanien gewonnen hatten, daß die Herrscher, sich ge* nötigt sahen, den christlichen Charakter des Landes, der ja auch durch die Mauren bedroht war,4 durch. Errichtung der staatlichen Inquisition^ zu verteid igen. Das Maranentum, dieses, jüdische Scheinchristentum, war in alle Kreise vorgedrungen, hatte sich der einflußreichsten, Stellen bemächtigt, sogar von Bischofsstühlen Qesitz ergriffen. Eine Schjmä.hschrift gegen Kirche und Christentum, die den letzten An» Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgelt* hohen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet, Wir haben euch gewarnt/ daß jüdisches Leben und Eigentum in Erez Israel In Gefahr Ist und die Exekutive hat es geleugnet! ...daß die palästinensische Admini* stration die Durchführtang des Mandat« stört und die Exekutive hat es geleugnet! ...daß der Plan einer „erweiterten" Agency nichts bringen wird — weder Geld noch politischen Einlfluß und die Exekutive hat es geleugnet! ... daß ein System der Wohltätigkeit und des ausschließlichen Spendqns zu einer Krise in Er ez Israel führen müsse und die Exekutive hat es geleugnet! . . . daß ohne ein jüdisches Transjor» danien in Er ez Israel keine Sicherheit herr* sehen und keine Mehrheit entstehen könne und die Exekutive hat es geleugnet! . . . daß die Haltung der zionistischen Exekutive vor der ShawsKommission zu einem Unglück führen werde und die Exekutiv, hat es geleugnetl . . . d?ß jnian mit Simpson nicht koqpe« rieren dürfen weil er hingeht, um die antl» zionistischen - Vorschläge, der Sha w*Kom« missjon durchzuführen und die Exekutive hat es geleugnet! , ...daß die gegenwärtige Exekutive keine Spur eines Plans, keine Spur eines politischen Systems, keine Ordnung in ihr er Geschäftsführung habe und die Exekutive hat es geleugnet! * Aber jetzt wird niemand mehr leugnen, daß die Revisionisten recht hatten! Deshalb müßt ihr zum Kongresse nur R e v i s i o n u sten als Delegierte entsenden! stoß zur praktischen Einführung der In* quisition, zunächst im Gebiete der Diözese von Sevilla, unter Isabella und Ferdinand gegeben hat, ge* währt eine Vorstellung von dem Uebermut der Kryptojuden in Spanien am Ausgang des Mittel* alters. Die Wirkung des schärferen Kurses war einer» seits die Auswanderung vieler Judenfamilien nach Holland, Unteritalien, in den Orient (die Spaniolen in Saloniki) und nach Afrika, anderseits die verstärkte Geheimhaltung des Bekenntnisses zum Mosajsmus unter den Zurückbleibenden. Daß der Systemsturz in Spanien gerade Maranen« Sprößlinge an die Oberfläche und ans Ruder ge« bracht hat, ist eine höchst beachtenswerte Er« scheinung, die für die Beurteilung der Ereignisse schwerlich belang« los ist Die wilden Ausbrüche eines von Bf ah d und Mord nicht zurückschreckenden Kirchenhasses in vielen Städten des Landes wird man vielleicht nicht mehr ganz ausschließlich auf das Konto des Bolschewismus, der auf das revolutionierte Land sofort einen Schwärm von Hetzaposteln losgelassen hat, zu buchen haben; neben der Loge (Freimaurer) dürfte auch der Maranismus seinen Auteil daran haben. Waren und sind doch auch im* Bolschewismus die Füh* rer und Macher großenteils maranenäbnliche Elemente, Auch auf die Einstellung der Weltpresse . zu den Vorgängen in Spanien fällt ein neues Licht. Bezeichnend ist auch der Versuch,: für; die schändlichen PöbeJtaten gegen Kirchen und Klöster die Monarchisten mit verantwortlich zu machen, 'Kaum ist Spanien: „befreit", wollen die neuen Herrscher auch schon der Bevölkerung Gesinnungen vorschreiben und verbieten. Sogar die selbstverständliche Aufforderung eines Kirchenfürsten an seine Diözesanen, bei der bevorstehenden' Wahl in die Nationalversammlung nur Männer katholischer Gesinnung zu wählen, die ge* f

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