Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 191 (15.5.1931)
- Date
- 1931-05-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 die mm wELt Nr. 191 twMttf mtnmtmttflttf* *tttt iiwinnnBminniiHniiiiiittfiTtimntnimii'H it mmmmnmfmmr SIEOM. KORNHEHL GROSSFLEISCHHAUEftll Zentrale IX.. Bcrgga«se 19, Telephon 17-3-99 u. 16-9*34 L i e f e r a n ij t Heilanstalten Abteilungen für ^ty5"FlM«ch^ UOter Aufsicht des Ehrwürdigen KabbinaU der lsr. Kultusgemeinde Wien Autozusteilung kostonlo» IX. Berggasse 15 ✓ XVIII., Währingersir. 97 ^minillimntmrthmtnnmMtmMiiMmtmitM.tmmiim.i.riMtHit TfniHimiimtMiitriniimHiiiiiim!iniiitiimiiimiiithiiutininiiMiimitiitmHinmmnnimtwiii mHiif'<iuaiMnm<nuuutui«ii mimtiuttmm>tmtttmwmttmtt der Durchführung muß mit der Regierung beraten werden * Jabotinsky hat Selbstschutz gefordert. Man hat ihn verlacht und als „Militaristen" bekämpft. Dann kamen die August-Pogrome mit hunderten Opfern. Jetzt fordert alles Selbstschutz. Jabotinsky ist der Lehrer, aber maft verleugnet ihn umd nimmt sein Programm am. Wenn die Linken Selbstschutz fordern, dann ist es „jüdischer Patriotismus". Wen« die Zionisten-Revisiondisten ihn fordern, dann ist es „Faschismus", „Kriegshetzerei" und Frauenvereine „protestieren". Ein vollgetüttelt Maß Heuchelei! Richtigstellung. In unserem Bericht über Jabotinskys Reden in Wien (Nr. 190 vom 8. Mai) ist durch ein technisches Versehen ein Passus teils ver« stümmelt worden, teils weggeblieben. Es soll bezüglich des Empfanges im Kursalon richtig heißen: „und verschiedener Korporationen einschließlich des Zionistischen Landeskomitees (Vizepräsident Wilhelm Epstein) und des Klubs* der zionistischen Mandatare (Dr. Sanel Beer.)"______ Wahl von Delegierten des oster« reidiisdien Landessdiekel* Verbandes zum XVII* Zionisten» kongress Auszug aus der Wahlinstruktion Jedes Mitglied der Zionistischen Organisation, welchesdurch die österreichische Landesschekelkomlnis-siou den Schekel für das Jahr 5691 ordnungsgemäß und rechtzeitig abgeführt hat, erreicht mit e rreich teni 18..Lebensjahr das aktive, mit erreichjem 2 4. Lebensjahr das passive Wahlrecht zum Kongreß. Das passive Wahlrecht ist außerdem noch an, den Nachweis der Erfüllung der Verpflichtung gegenüber dem Keren Ha jessod gebunden. Alle Mitglieder der Zionistischen Weltorganisation, die durch die österreichische, Landesschekelkon^nüssipn den Schekel entrichtet haben,, bilden den Wahlkreis Oesterreich. Die Wahlen finden auf Grund des proportioneilen Listenwahlsystems nach Analogie der für die Wahl zum Vorstand der. Wiener Israelitischen Kultusgemeinde geltenden Art statt (§■ 20 der. Wahlordnung der Israelitischen Kultusgemeinde Wien). Die Wahlen finden Mittwoch, den 3. Juni 1931, in der Zeit von 17 bis 2 2 Uhr statt. Die Wahlvorschläge sind bis zum 2 2. Mai 1931,? Phr abends, beim Vorsitzenden der H. W. K., Herrn Dr./Artur Immerglück, I., Helferstorferstraße 9, einzureichen und gleichzeitig schriftliche Erklärungen der in dein; Wahlvorschlag genannten Kandidaten vorzulegen, daß diese bereit sind, eine auf Grund dieses Wahl Vorschlages erfolgende Wahl anzunehmen. , Der Wahlvorschlag muß von m i n d esteus 10 0 W.ah 1-berechtigten, die ihre Vor- und Zunamen, Beruf und Adresse deutlich anzugeben haben, unterzeichnet werden. Kein Wahlberechtigter darf mehr als "einen Wahlyorschlag unterzeichnen. Die Wählerlisten werden im Büro der H. W. K. und an weiteren von der H. W. K. zu bestimmenden Stellen'in einer Zeit vom 20. bis 27. Mai 193.1 zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt werden. Innerhalb dieser Frist können, vpn Wahlberechtigten Proteste gegen dtie Aufnahme oder Nichtaufnahme von Wählern (bei der H. W. K. erhpben werden. Die Wähl ist direkt und geheim. Jeder Wähler, muß persönlich in dem nach: seiner Adresse für ihn' zustandigen Wahllokal' erscheinen. Die Wahlkqmmjsgionän haben nur solche Wähler zur Abstimmung zuzulassen, clie in der Wählerliste enthalten sind unjj ihre) Identität mit einem Person aldokum^n t .(Geburtsschein, Heimatsschein, Trauungsschein, Rejsepäß.;oder sonstiger Legitimation mit Lichtbild —- 'J^erde/etVel allein genügt nicht) auszuweisen vermögen. Bestehen Zweifel darüber, ob ein Wähler das 18. Lebensjahr vollendet hat, ist die Wahlkommission berechtigt, die Zulassung zur Wahl von der Vorlegung eines DokujnentesV-ajuis dem das Alter des Wählers hervorgeht, abhängig zu machen. .IVahlproteste müssen von 20 Wählern mit V p rr u n q Zunamen, Beruf und Adresse deutlich unterzeichnet sein. Sie müssen bis spätestens 10. Juni 1931 am Ort ihrer Bestimmung eintreffen. Jeder Protest muß ehth alten: 1. Genaue Bezeichnung des Wahlortes, eventuell Wahlkreises,' 2. Angabe der Tatsachen, die angefochten werden, 3. .Angahe von Beweismitteln und wenn möglich £^uch Vorlage von Zeugenaussagen, die eigenhändig gezeichnet sein müssen. Die Hauptwahlkommission . . des Landesschekelverbandes für Oesterreich. StfindiSß unentgeltliche Stellenvermittlung Wer ausgebildetes, tüchtiges und diszipliniertes Personal a»ler Art u. aller Branchen benötigt, wende sich an „H,«koeh«\ In Wietlngerstr. 11, Tel. R.3JWMQ AUS PALÄSTINA. Nach der Ornngensaison. — Nächstes Jahr 4 Millionen Kisten. In der jetzt beendeten Orangensaison wurden im ganzen 2,606.470 Kisten Orangen und andere Citrusfrüchte ins Ausland geschickt, gegenüber 2,643.620 Kisten im Vorjahre. Der erzielte Durchschnittspreis per Kiste betrug 12 sh und für gewisse Sorten sogar über 19 sh. Diese Preise sind besser als d i e in den letzten drei Ja h r e n e r z i e i t e n. Für das nächste Jahr ist mit einer großen Steigerung des Exports auf etwa f Millionen Kisten zu rechnen, da eine gfoße Reihe neuer Pardessim fruchtreif werden und die Aussichten für die Orangenernte als sehr gut beurteilt werden. Einen großen Fortschritt machte in dieser Saison der Crape-Fruit-Anbau und -Export, die bekanntlich fast vollständig i n jüdischen Händen liegen. Während im vorigen Jahre 16.000 Kisten Crape-Fruit exportiert wurden, betrüg in diesem Jahre diese Ziffer 57.000. Die erzielten Preise für Crape-Fruit waren ausgezeichnet und übertrafen vielfach sogar die Preise für die als besonders gut geltende Frucht aus Florida. Die Erfolge des Crape-Frujt-Anbaues und -Exports sind, zu einem großen Teil der Organisation der Crape-Fruit- Pflanzer zu verdanken, die die Verpackungsbedingungen einheitlich regelte und eine zielbewußte Propaganda in England durchführte. Es ist damit zu rechnen, daß im nächsten Jahre die Frachtsätze für den Citrusexport herabgesetzt werden und daß die häufig geäußerten Klagen über die unzureichenden Vorkehrungen der Fraditschiffe, die für den Export benutzt werden, verbessert werden. -? Die Arbeit am Toten Meer. Das von der Palästina-Regierung herausgegebene „Comanercial Bulletin" vom März 1931 enthält einen Bericht über die Arbeit der „Palestine Potash Co. Ltd.", die kanntlich für die D auer von75 - Ja h r en die Konzession für die Gewinnung von Kali und anderen miene ra lisch en Salzen aus dem Tote n Meer besitzt. Das Nominalkapital der Gesellschaft beträgt 400.000 Pfund, eingeteilt in 380.000 Aktien ä 1 Pfund, lind 400.000 Aktien ä 1 sh. Das Konzessionsareal ''beträgt '4 Quadratkilometer. Die Arbeiten der Gesellschaft sind, soweit fortgeschritten, daß seit dem Ende des Jahres 1930 ein Quadratkilometer mit Teichen für die Verdunstung und Kdnzentrierung des Toten-Meer-Wassers bedeckt ist. Von den für die Arbeit benützten Pumpen wurde die erste im Auslande bestellt, während die weiteren Pumpen im Lande selbst hergestellt werden und von guter-Qualität sind. . . v : Nach erfolgter Verdunstung wird Carnalit erhalten, aus welchen! dfinn Kail i und andere Salze, wie Magnesium, erhalten werdet4wobei als Nebenprodukt große Quantitäten vgewöh'ßftchen Salzes gewonnen werden. Kali wird auf lange Zeit hinaus das Hauptprodukt sein. Das für den Produktionsprozeß und für Trinkzwecke benötigte Süßwasser wird vom Jordan her, über eine, Entfernung von 3, Kilometer gepumpt und, soweit es für menschlichen Bedarf bestimmt ist, gefiltert. Die Fabriken für die Kaliherstellung, den Trocknungsprozeß usw. werden zur Zeit gebaut. Zur Lösung des schwierigsten Problems, der Kommunikationsfrage, wird jetzt von der Regierung eine Straße vom Toten Meer nach Jericho gebaut, von wo aus eine Chaussee nach Jerusalem führt. Der Transport der "Produkte »zuji Eisenbahnstation Jerusalem erfolgt auf ..Lastautos ader vGesellschaft. Der Plau der Gesellschaft sieht vor^ Öaß, sobald die Produktion die nötige Größe erreicht fh^t,;,in Kooperation mit der Regierung eine Eisenbahnlinie vom Toten Meer durch das Jordantal nach Beth Schan gebaut werden soll, von wo dann diese Produkte auf der Eisenbahn zum Haifaer Hafen gebracht werden können. Es sind jetzt zirka 300 Arbeiter beschäftigt, für welche drei moderne und hygienisch eingerichtete zweistöckige Wohnhäuser von der Gesellschaft erbaut wurden. Ferner wurden, für die Arbeiter Küche, Speiseraum usw, erbaut, Ebensö wurde, eine Radioeiorichtuing geschaffen. In acht Monaten des Jahres ist die Sonnenhitze groß gejjug, um die Verdunstungsarbeit zu leisten. In dieser Zeit wird von früher Morgenstunde an bis 11 Uhr vormittags gearbeitet und um 3 Uhr die Arbeit wieder aufgenpmmen. Uje Arbeit geht mit großer Beschleunigung vor sich und die Umgebung, die bisher eine nur von Touristen. besuchte Wüste war, hat sich in einen Platz lebhafter Arbeit verwandelt. Wassermangel in Jerusalem. ' .. Infolge,des ungenügenden Regens während der Wintermjonate ist im städtischen Wasserreservoir zu Jerusalem feejdjenklicbe Wasserknappheit eingetreten. Die Niederschlagsmenge war in diesem Jahre noch weit geringer als im vergangenen Jahr» in dem während der heißen Monate ebenfalls Wassermangel herrschte. Es verlautet» daß' von Juni an Wasser mittels Bahn aus der Umgebung von Ludd zugeführt werden wird, w$e dies , bereits vor drei Jahren geschab. Es ist dies e^e a\uße,rst' beschwerliche und kostspielige Methode dürfte außerdem zur Lösung des Problems nicht ausffichfin. Vermutlich wird in diesem Jahr abermals d$£ ,U?ta«qußl|e bei HebroJi,, für die die, .BaJ$st}ua« Regjeru>g vor einigen Jahren gegen den Widerstand der lokalen arabischen Bevölkerung durch Urteil de* Staats- ECKSTEIN'S FAMILIEN-PENSION RMtouraüen, Kaffaanaus / Täglich S.Uhr.Taa SEMMERING SSW^ttBB*"4' Mäßige Preise, vorzügliche Küche, Zimmer mit Pension S 12.— aufwärts. Zentralheizung, fließendes Warm¬ und Kaltwasser in jedem Zimmer. / Auskunft unter Telephon U-27-6-24 rates das Schöpf recht erhielt, in Anspruch genommen werden. Der akute Wassermangel in Jerusalem zeigte sich bereits vor einigen Monaten, als die Wohnungsinhaber, obwohl sie einen außerordentlich hohen Wasserzins zu entrichten haben, bloß einmal innerhalb 48 Stunden mit Wasser beliefert wurden. Es wird vermiutet, daß das Wasserdepartement beabsichtigt, in diesem Sommer die Wasserbehälter nur einmal in drei Tagen füllen zu lassen. Die Bautätigkeit dürfte infolge der Wasserknappheit stark eingeschränkt werden, da die Behörden es wahrscheinlich für notwendig finden werden, die für Bauzwecke bestimmten Wassermengen sehr zu verringern, um genügend Wasser für die dringendsten Bedürfnisse der Bevölkerung zu sichern. Die jüdischen Aussteller und die Jaffaer Tierschau, Sämtliche jüdischen Aussteller auf der gegenwärtig in Jaffa und in Tel-Awiw abgehaltenen Tierschau haben zum Protest dagegen, daß der Tierschutzverein Zirkulare in englischer und arabischer, nicht aber in hebräischer Sprache verteilen ließ, die Ausstellung demonstrativ verlassen. Die Ausstellungsleitung hat vergebens versucht, sich damit zu rechtfertigen, daß auch hebräische Einladungen gedruckt worden seien, daß aber die englischen Kutscher, Maulesel- und Kameltreiber, die mit der Verteilung der Zirkulare beauftragt waren. aus Versehen die hebräischen Exemplare nicht mitgenommen hatten. Geh nicht am Glück vorbei! Bereits 3mal wurde die große Prämie sowie 20mal der größte Haupttreffer der Klassenlotterie in kurzer Zeit von den glücklichen Kunden der „Glückstelle Stein" gewonnen. Auch Sie werden reich und glücklich, wenn Sie noch heute Ihr Glückslos per Postkarte bestelle» bei der „Glückstelle Stein", Wien, L, Wipplingerstraße ai, ast der „Hohen Brücke". Beachten Sie das Inserat auf Seite 7. Ueber die „Hohe Brücke" führt der Weg zum Glücke! Die marokkanischen Interviews mit dem französischen Generalresidenten und dem Pascha von Fez. Vor kurzem befand sich der Präsident der französischen Republik, Doumergue, auf einer Inspektionsreise durch Französich-Marokko. Aus diesem Anlaß beschäftigt sich die französische und marokaanißche Öffentlichkeit, ebenso die französischvjüdische Presse lebhaft mit der Frage der Einbürgerung der marokkanischen Juden. In Französisch-Marokko leben etwa 1 2 OD 0 0 jüdische F a m i 1 i e n. Sie besitzen die bürgerliche Gleichberechtigung erst seit 1912, dem Jahre, in welchem Frankreich das Protektorat für Marokko übernahm. Bis dahin war es den Juden verboten, Stiefel zu tragen, andere als schwarze Kleider anzulegen und zu reiten. Die sogenannten Mellahs, die Judenviertel, wurden noch bis zum Jahre 1920 nachts geschlossen, Juden durften sich dann nicht außerhalb des Ghettos aufhalten. Dadurch, daß die französische Regierung alle diese Bestimmungen fallen ließ, erwarb sie sich die Sympathien der Juden, forderte aber gleichzeitig den Widerspruch der Araber heraus. Hiedurch gerieten die marokkanischen Juden in eine Ausnahmestellung, die sie von den Mauren isolierte und immer mehr zu den Franzosen tendieren ließ. Auf der einen Seite herrscht für sie noch die zwangsweise Kompetenz der rabbinischen Gerichte, es sind ihnen gewisse Beschränkungen hinsichtlich ihrer Freizügigkeit auferlegt, auf der anderen Seite aber fühlen eich die Juden den Arabern gegenüber als bevorzugte, den Europäern näherstehende Bürger. Um dem rechtlich zweideutigen Zustand ein Ende zu machen und die endgültige äußere Europäisierung durchzuführen, bemühen sich die jüdischen Qemeindevert r e t,u n g e n in Marokko zusammen mit französischjüdischen Organisationen um die Naturalisierung aller marokkanischen Juden. Sie soll, nach den Wünschen der „Chunta", der jüdischen Gemeindeorganisatior* dorca ein Dekret vorgenommen werden, das erklärt, alle bisher nur ak Juden gekennzeichneten Bürger werden automatisch Franzosen. In einem Interview, das der Generalbevollmächtigte des französischen Residenten in Marokko, Mr. Urbaiu Blau, dem Schriftleiter des „Israelitischen Famijjenblatteß", Herrn Esriel Carlebach, gewährte, wurde diese Frage eingehend besprochen, Mr. Blan erklärte, daß er persönlich die Zeit für ein solches Re-