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Die neue Welt · 1931-05-01 · Heft 189 (1.5.1931) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 189 (1.5.1931)
Date
1931-05-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seit« 8 DIE NEUE WELT Nr. 189 IM RESTAURANT* PENSION GRÜNGLAS UND KINDERHEIM-PARADIES VILLA MARICCHIO <WD SEEBAD GRADO Nächst dorn Strände, schöne, ruhige Lage, modernst eingerichtet, aller Komfort. Vorzügliche Verpflegung, volle Pension 93. Das Kinderheim untersteht ärztlicher und pädagogischer Aufsicht. Verlangen Sie Prospekt gratis. Kinder* anmeldungen werden nur Bis zum 20. Mai berücksichtigt. Referenzenbezügl.nrittO erteilt „Hamburger Verein z. F. r Sp." Palästinas wirffdiaftlidie Zukunft» Ein Aktionsplan der Zionistischen Organisation Amerikas für Entwicklung von Industrie und Handel in Palästina. Anläßlich des Wirtschaftsberichtes der Palästina-Regierung vom Jahre 1929 und des palästinenjsischen Export industrie-Katalogs vom Jahre 1931 hat die „Neue Welt" in ihrer Nummer vom 30. Jänner 1931 ausführlich. Über aktuelle Fragen des industriellen Aufbaus Palästinas berichtet. Die neue Administration der Zionistischen Organisation Amerikas hat jüngst ein Komitee, zum. Studium und zur aktiven Förderung von Industrie und Handel in Palästina eingesetzt, dessen Pläne in einem Referat von Israel B. B r o d i e entwickelt wurden. Die Zionistische Organisation Amerikas sendet uns nun, unter Berufung auf unseren Artikel, das Referat B r o d i e s zu. Dieses enthält eine Reihe von beachtenswerten Vorschlägen, die 6ich auf bereits bestehende und noch zu gründende Unternehmungen beziehen. , Angesichts des allgemeinen Interesses an dieser Materie geben wir die Anregungen des Referenten der Zionistischen Organisation : Amerikas in den Hauptpunkten wieder. Denn die Frage der Intensivierung des von den zionistischen Instanzen so vernachlässigten Handels- und Industrieproblems wird den kommenden XVII. Zionistenkongrefi beschäftigen müssen. 1 * ' Landwirtschaftliche Kolonisation ist für Palästina natürlich von äußerster Wichtigkeit und sie muß ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. Aber bebaubares und zum Anbau vorzubereitendes Land ist begrenzt, und die Fellachen müssen in dieses Kalkül einbezogen werden. Praktisch unbegrenzt ist die städtische jiddische Immigration, wenn Industrie und Handel entwickelt werden können, um den Neuankömmlingen Beschäftigung zu geben. Eine solche Immigration erfordert sehr wenig Land und Wasser. Das Fehlen von Robmaterialien in Palästina ist keinesfalls eine nicht: zu überwindende Schwierigkeit. Die Schweiz hat sie überwunden und Massachusetts Uberwindet sie, das vier , Millionen Menschen in seinem Handel und in seiner Industrie ernährt, wobei es für seine blühende Industrie die Rohmaterialien aus so entfernten Ländern, wie Schweden und Marokko, bezieht. Massachusetts ist nicht größer als Palästina und besitzt keine solchen natürlichen Resourcen wie die Totes-Meer-Chemikalien. Palästina besitzt gegenwärtig nach dem amtlichen Bericht der Regierung von 1928 35 0 5 ( Indus trieunfcernehmungen, die 17.955 Männer und Frauen beschäftigen. Die Industrieuniternehmungen repräsentieren ein investiertes Kapital von 3,514.886 Pf. St., wovon das jüdische investierte Kapital auf zumindest 2,500.000 Pf. St. geschätzt wird. Rings um Palästina, in einer Entfernung von höchstens zwei Tagreisen, befinden sich 25 Millionen Konsumenten für Industrieartikel. Das ist ein mitbestimmender Faktor für alle Fragen, die die Entwicklung der Industrie und des Handels zu gewährleisten haben. Das Wirtschaftakomitee der Zionistischen Organisation Amerikas für Palästina muß zunächst seine Energie auf die Entwicklung folgender Unternehmungen verwenden: 1. Palestine Potashe Ltd. (Eine Gesellschaft zur Entwicklung der Mineral- und Chemikalienbestände des Toten Meeres.) Konzession auf 75 Jahre; Kapital: 250.000 Pf. St. 2. Citrus Industry. (Orangenproduktion.) Bodenfläche in jüdischen Händen von rund 60.000 Dunam. Wert: 4,000.000 Pf. St. 3. Mortgage Bank. (Kreditkasse für Handel «nd Gewerbe.) Gegenwärtiges Kapital: 300.000 Pf. St., Ausbau unbedingt erforderlich. 4. Engineering and Contracting Corporation. Plan zur Gründung der Finanzierung einer Ingenieur- und Baugesellschaft, für welche ein Betrag von 150.000 Dollar bereitgestellt werden muß. Hauptaufgabe: technisch geschultes Personal, Heranbildung von Arbeitern, Beschaffung technischen und maschinellen Materials, Arbeitsverträge mit Regierung, Stadt und Unternehmern. 5. Factoring Corporation.1 Plan dee Komitees, kurzfristige Kredite den Rohmateriallieferanten efnznrSumen, langfristige Kredite für ihre Abnehmer zu sichern und bereits gut funktionierenden. Unternehmungen die Vergrößerung ihres Arbeitsgebietes zu ermöglichen. 6. Home' Industries (Heimindustrien). Schaffung von Heimarbeit für jüdische Männer, Frauen und Mädchen, die nicht voll oder nur im Haushalt oder nur saisonmäßig beschäftigt sind. Diesbezügliche Pläne wird das Komitee prüfen. 7. Fisheries (Fisch- und Fischkonservenindustrie). Prüfung der Frage des bereit« bestehenden Unternehmens des Deutschen M. Rosetigart. Was die Methoden des Wirtaoheiiskomitees anlangt, so soll es nicht ein Kontrollorgan der einzelnen Unternehmungen 6ein, sondern diese werden selbständig alle Maßnahmen treffen und sich bloß des Rates, der Information und der Propaganda des Komitees bedienen. Zum Zwecke einer großzügigen Propaganda sollen in allen wichtigen Zentren des Landes Komitees errichtet werden, die mit dem amerikanischen Wirtschaftskomitee zusammenarbeiten, während dieses wiederum mit der Palestine Economic Corporation und der Jewish Agency in steter Fühlung zu seiu hat. Vorträge, Schriften, Artikel und andere Methoden sollen weite Kreise darauf aufmerksam machen, was Handels- und Industrieunternehmungen für die Vorbedingungen einer jüdischen Masseneinwanderung bedeuten. WKe berichtet wird, soll die Durchführung der Wirtschaftspläne der Zionistischen Organisation Amerikas von der neuen Leitung auch tatsächlich in Angriff genommen worden sein. AUS PALÄSTINA. Einwanderung im Jänner und Februar. Es wanderten nach Palästina ein: im Monat Jänner 104, im Monat Februar 1%, zusammen 303 Einwanderer. Von ihnen kamen 174 auf Grund von Zertifikaten der Jewiisb. Agency, 89 auf Grund von Anforderungen ihrer palästinensischen Verwandten, 37 als Besitzer eigener Mittel. Von den Einwanderern stammten 106 aus Polen, 59 aus Rußland, 35 aus dem Jemen, 9 aus den Vereinigten Staaten von Amerika, der Rest aus verschiedenen Ländern. Außerdem erhielten in diesen Monaten 43 früher ins Land gekommene Touristen von der Regierung die Erlaubnis, dauernd im Lande zu bleiben. In den Einwandererihä'usern der Jewtish Agency in Tel- Awiw und Haifa befanden sich am 1. März 70 Personen, wahrend 133 Personen im Laufe, der Beaächtsraonate in Stellungen untergebracht werden konnten und die Einwandererhäuser deshalb verließen. Es fanden Arbeit in den Pflanzurigskolonien 83,i'in>/den Städten 27 Einwanderer, während der Rest sich in verschiedener Weise einzurichten verstand. Der Lehrerstreik in Palästina beendet. Jerusalem, 24. April. Nach einwöchiger Dauer wurde der palästinensische Lehrerstreik beendet. Die Lehrerschaft hat auf Grund deines Versprechens des Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat), die Forderungen der Lehrer in dem ihm gerecht erscheinenden Ausmaße vor der Jewish Agency zu vertreten, der TIebernahme der Vermittlung zwischen Jewish Agency und Lehrerschaft durch den Waad Leumi zugestimmt. Alle von der Jewish Agency erhaltenen Schulen in Palästina wurden am Sonntag, den 19. April, wieder eröffnet. Prügelstrafe in Palästina. Jerusalem, 24. April. In jüdischen Kreisen Jerusalems herrscht lebhafte Empörung über ein Urteil des jüdischen Polzeirichters Zuckermann. Der aus Kurdistan stammende Israel E s r a, der mit Frau, Tochter und einem 12jährigen Knaben auf Grund eines Touristenvisums nach Palästina gekommen war, hatte die ihm bewilligte dreimonatige Aufenthaltsfrist überschritten. Vor dem Polizeirichter verantwortete sich Israel Esra damit, daß er ein Gesuch um dauernde Aufenthaltsbewilligung und Registrierung als Einwanderer eingebracht habe. Der Richter verurteilte Israel Esra, seine Frau Zilba und seine Tochter zu Geldstrafen von je einem Pfund, den 12jährigen Knaben, dem nichts zur Last gelegt werden konnte, als daß er bei seinen Eltern verblieb, zu drei Stockstreicken. Außerdem wurde-in dem Urteil dem High Commissioner nahegelegt, gegenüber der Familie von seinem Aus Weisungsrecht Gebrauch zu machen. Verurteilungen von Personen, die die Aufenthaltsfrist überschreiten, sind in Palästina keine seltene Erscheinung. Die Verhängung einer Prügelstrafe über den völlig unschuldigen Knaben aber hat, wie PENSION WEISS ^5^,, ftrrag orthodox I Neu •röflnot! Vornehmes Haus, am Südstrand gelegen, Nahe dem Hafen und Seebade. Zimmer mit Balkon und Meeresaussicht. Schöner Speisesaal mit Terrasse. Schattiger Garten. Terrasse für Liegekuren. Badezimmer. Erstklassige Küohe / Gottesdienst p:o im Hause Pensionspreis 28 bis 38 Lire pro Tag. Je nach Lage der Zimmer. Kinder unter 8 Jahren zahlen die Hälfte. Erholungsbedürftige Kinder über 10 Jahre werden ohne-Begleitung aufgenommen, / Referenzen bezüglich 'fflWD stehen vpn vornehmen orth. Rabbinern zur Verfügung,. ' _ ECKSTEIN'S FAMILIEN-PENSION RMtaiirallon, Kalteahau« / Täglich S-Uhr-Te« SEHHERING -laaftiüiKäSg"« Mäßige Preise, vorzügliche Küche, Zimmer mit Pension S 12.— aufwärts. Zentralheizung, fließendes Warm¬ und Kaltwasser in jedem Zimmer. / Auskunft unter Telephon U-27-6-24 kaum ein anderes Ereignis in den letzten Jahren, die Entrüstung der palästinensischen Judenheit hervorgerufen. Das Mitglied der Palästina-Exekutive der Jewish Agency, Colonel Kisch, hat beim High Commissioner Sir John Chancellor energischen Protest gegen dieses empörende Urteil eingelegt. Jüdische Verbrechers^atistik. Die jüdische Kriminalität in Palästina ist, wie „Doar Ha jom" auf Grund von RegÄerungszAffern berechnet, eine sehr günstige. Unter 2258 Strafgefangenen in dien palästinensischen Gefängnissen befinden sich 109 Juden, d. h. nur etwa 4,5 Prozent, Während der jüdische Anteil an der Gesamtbevölfcerucng mehr als viermal s o groß ist. Die Verpflegung in den palästinensischen Gefängnissen. London, 23. April. Im Unterhause stellte der Abgeordnete der Labour-Party P. Freeman an den Unterstaatssekretär für die Kolonien Dr. Drummond Shiels die Anfrage, warum in den palästinensischen Gefängnissen für die Verpflegung der jüdischen politischen Gefangenen ein Tagesbetrag von 45 Miltes, für die der arabischen politischen Gefangenen jedoch nur ein solcher von 11 M i 11 e s festgesetzt sei, ob noch andere Unterschiede in der Behandlung von Gefangenen jüdischer, arabischer oder europäischer Nationalität bestehen, woraus die Verpflegung für europäische Gefangene bestehe und welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um in Zukunft eine unterschiedliche Behandlung der Gefangenen in den palästinensischen Gefängnissen zu verhüten. In Beantwortung dieser Anfrage führte Dr. Shiels aus, die Palästina-Regierung habe sich, soweit die Verhältnisse es erlauben, das Prinzip zu eigen gemacht, Gefangenen, die an einen höhereil Lebensstandard gewöhnt sind, eine Sondeibehandlung zuteil werden zu lassen. Die Frage des Abg. Colonel Howard Bu ry, ob die Verpflegung der Juden viermal so groß sei als die der Araber, sowie eine Frage des Abg. Mac S h a n e (Labour), ob die gewohnte Diät eines halbverhungerten Menschen, der ins Gefängnis eingeliefert wird, dort fortgesetzt werden soll, blieben unbeantwortet. Antisemitische Personalpolitik bei der Shell Com« pany in Haifa. Haifa, 24. April. Bei der Shell Company in Haifa findet seit einiger Zeit ein systematischer Abbau der jüdischen Angestellten statt. In den letzten Tagen wurden von den jüdischen Angestellten, die neben 300 Arabern noch im Dienste der Gesellschaft standen, abermals 20 entlassen. Diese Personalpolitik der Shell Company erregt in jüdischen Kreisen um so mehr Befremden, als die Hälfte der Produktion der Gesellschaftbei der jüdischen Bevölkerung abgesetzt wird. Palästina auf deir Pariser Kolonialausstellung. Jerusalem, 23. April. Die Vorbereitungen für die Beteiligung des jüdischen Jischuw an der Pariser Kolonialausstellung liegen in den Händen eines Komitees, dem die Herren Dizengoff (Vorsitzender), Hoofien, Telkowsky, Schenkar, Smilansky, Rosow, Meriminsky, Markus, Echtmann, Thischby und ein Vertreter der Gesellschaft „Mis'char W'Taassijah" angehören. Der palästinensische Pavillon der Ausstellungumfaßt dxei Säle von je 100 Quadratmeter. Der erste Saal zeigt eine Parallele zwischen dem Palästina Wochen-Kalender Mai 1931 TW a»ain IJar 5691 1 Freitag 14~T Sabbateingang 7.05 2 Samstag Sabbatausgang 7.54 D^m D^nsm '»on ,tdk r Sonntag 16-ns 4 Montag 17~p 5 Dienstag 18-rr newa vb 6 Mittwoch 7 Donnerstag I i.

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